Wenn das Kind flügge wird - auf der Suche nach neuen Lebensinhalten

    • (1) 05.04.17 - 19:17

      Hallo zusammen,

      ja, nun ist es plötzlich schon so weit: Unsere Tochter ist 17 und geht ihre eigenen Wege. Meine Mutter, um die ich mich länger kümmern musste, ist seit 2 Jahren im Heim. Und ich weiß nicht, was ich mit der vielen Zeit anfangen soll.Ich arbeite nur 30 Stunden die Woche, aufstocken will ich nicht, da ich dort schon länger unzufrieden bin. Die Suche nach etwas Neuem hat aber noch nichts ergeben. Sport ist gar nicht meins. Ich müsste mich dringend um meine Gesundheit/ Ernährung kümmern. Stattdessen sitze ich gefrustet auf dem Sofa und esse...

      Die Umstellung von "um andere kümmern" auf "um mich selbst kümmern" ist gar nicht so einfach!
      Wie war es für euch, als die Kinder aus dem Haus waren?

      • (2) 05.04.17 - 20:40

        Also mir reichen meine 25 Stunden Arbeit im Altenheim völlig. Tochter ist schon zweiJjahre aus dem Haus (400km weit weg). Söhne 17 und 19 wohnen noch zuhause.
        Ich habe überhaupt nicht das Bedürfnis noch irgendwas nebenbei zu machen. Allerdings arbeite ich auch oft mehr als die "Pflichtarbeitszeit" weil in meinem Beruf "einspringen" an der Tagesordnung ist.

        Hi,
        schau mal bei Facebook, im Gemeindeblättchen und im VSH Kurs Blättchen nach, und mach einfach mal was.

        Ob töpfern, stricken, filzen oder Yoga für Anfänger, irgendwas, wo Du direkt denkst, ja, warum nicht, und dann mal anmelden. Die 3 - 10 Treffen gehen ruckzuck vorbei und entweder hast du was gefunden oder hast nicht soviel Zeit und Geld investiert.

        Durch Zufall kam ich zum Trash druming, wir trommeln auf Regentonnen. Zuerst ging ich alle 3 Wochen mit meinem großen Sohn, jetzt haben wir ein Erwachsenen Ensemble und ab und zu noch einen Workshop.

        Das ist was, hätte ich vor 3 Jahren nie gedacht.

        Ich habe meine Hobbys, lesen, walken, Motorrad und Fahrrad fahren aber nie wegen den Kindern ganz aufgegeben. Eingeschränkt ja, aber nicht aufgegeben.

        Eine gute Bekannte kreist um Ihre 2 Mädels, wenn die mal aus dem Haus sind, da wird sie sich auch fragen, und jetzt...............vor lauter "Erziehung" hat sie viele Freunde vor den Kopf gestoßen. Sie hat 2 Omas vor Ort, aber sie gab sie nie ab. Jetzt sind sie 15 und 11 Jahre alt und sie kreist immer noch.

        Viel spaß beim neuen Ausprobieren!
        Grß Claudia

        Mein Sohn ist auch schon lange aus dem Haus. Nachdem ich erst, geschieden und alleinerziehend, meine Stunden immer weiter aufstocken müsste, um über die Runden zu kommen, sind mir die 37 Stunden momentan eigentlich zuviel - wie gerne würde ich wieder auf 30 zurückschrauben - aber das ginge finanziell zu lasten meines jetztigen Mannes und meiner gefühlten Unabhängigkeit, die ich auch nicht mehr aufgeben möchte.

        Also heißt es weiterarbeiten.

        Mir fehlt oft die zeit mich so um haus und Garten zu kümmern, wie ich es gerne täte. Die Zeit nicht nur schnell sondern auch noch vernünftig zu kochen und einzukaufen, selber einzukochen, Marmeladen, Chutneys.... Brot selber backen. Hach.. für all das hätte ich gerne wieder mehr Zeit und das nicht nur irgendwo gehuddelt reingepresst.

        Und auch mehr Zeit für mich und Sport zu haben. Raff Dich auf, sich um Gesundheit und Ernährung zu kümmern ist ne tolle Sache. Manchmal reicht ein kleiner Tritt in den Po - manchmal muss es ein größerer sein ;-)
        Mach Dir vielleicht einen Plan für den nächsten Tag, was Du wann wie erledigen willst, wenn Du es so nicht schaffst.

        Lichtchen

      • Hört sich für mich so an als wenn Deine Tochter dafür herhalten muss, dass Du Deinen Hintern nicht hochbekommst, Kinder gehen ja nicht erst mit 17 so in der Form ihre eigenen Wege, dass man vorher total eingespannt wäre #zitter
        Deine Arbeit gefällt Dir nicht, Sport ist nix für Dich, Du solltet Dich um Deine Gesundheit/Ernährung kümmern, ich würde sagen, dass sind mehr als genug Baustellen, um was mit der vielen Zeit anzufangen #winke
        Mein Sohn ist 14 und ich habe so viele Dinge, die ich tue, dass ich um jedes Jahr froh bin, wo er mich weniger braucht und ich mag meinen Job, mache gern Sport und muss mich nicht um meine Gesundheit/Ernährung kümmern, vielleicht fängst Du einfach mal mit einer Baustelle an und dann merkst Du u.U. dass es schön ist, freie Zeit zu haben.

        Für mich der perfekte Zeitpunkt um sich beruflich weiterzubilden, vor allem wenn Du unzufrieden bist und keinen neuen Job findest.

        Allerdings bin ich selbstständig und arbeite ich super gerne und kann jetzt endlich neue Projekte angehen.

      • Hallo,

        und ich dachte, gerade WENN Kinder im Haus sind, sollte man sich sehr um gesunde Ernährung kümmern.#kratz

        sagt eine Kinderlose;-)

        Du steckst bestimmt gerade noch in der Schockphase, weil deine Tochter nun ihrer Wege zieht.
        Danach könntest du dich intensiv mit gesunder Ernährung beschäftigen, aufwändige diesbezügliche Speisen kochen (geht jeden Tag ordentlich Zeit drauf) bzw. dir einen Patenhund im örtlichen Tierheim "anlachen". Du ahnst gar nicht, wie du dich beim Gassigehen an frischer Luft bewegen wirst, was wiederum der Figur/Gesundheit zugute kommt.

        Wenn du in deinem ungeliebten Job nicht aufstocken möchtest, könntest du dir in Ruhe eine ehrenamtliche Tätigkeit suchen, die dir viel mehr Spaß macht als dein Job. Und natürlich fleißig weiter bewerben, damit du einen Job findest, der dich mehr befriedigt als der jetzige.

        Alles Gute dabei

        Nic

        Hallo,

        der Prozess des "Abnabelns" geht ja nicht von heute auf morgen. Ich habe mir eine ehrenamtliche Tätigkeit gesucht. Da gibt es viele verschiedene Möglichkeiten und Du kannst selbst entscheiden, was Du mit wem wo und wie oft machen magst. Erkundige Dich doch in die Richtung.

        Alternativ fallen mir noch Häkel-, Näh- oder Malkurse ein. Das will meine Mama in Angriff nehmen, wenn sie Ende des Jahres in Rente geht. Ich denke, Möglichkeiten gibt es viele. Aber egal was Du machst oder möchtest, "aufraffen" musst Du Dich selbst.

        LG Anja

        >>Die Umstellung von "um andere kümmern" auf "um mich selbst kümmern" ist gar nicht so einfach!<<

        ist das so? Ich kanns nicht beurteilen, da ich es von Anfang an so gehalten habe, dass ich mich um die Kinder UND um mich gleicher maßen gekümmert hab

        >>Wie war es für euch, als die Kinder aus dem Haus waren? <<

        dann hatte ich Zeit, mich um das zu kümmern, was in der Zeit vorher auf der Strecke blieb: mein Haushalt;-)

        Danke für eure Beiträge. Da waren sehr gute Denkanstöße dabei.

        In meinen Augen ist das ja ein fließender Prozess. Je älter und selbständiger die Kinder werden umso mehr Zeit bleibt wieder für einen selbst. Ganz langsam hat man wieder mehr Zeit für sich selbst Und ich kann jetzt nicht behaupten, dass ich damit Schwierigkeiten habe#schein.

        Sicherlich ist es nochmal etwas anderes, wenn die Kinder wirklich ausgezogen sind (und so weit ist es noch lang nicht), aber sie sind ja nicht aus der Welt und ein bisschen weniger Dreckwäsche lässt sich doch verkraften.

        Dass du allerdings trotz 30 Stunden Arbeit wirklich zu viel Zeit hast, kann ich mir kaum vorstellen. Du wirst ja auch bis jetzt nicht ständig deiner 17jährigen Tochter im Nacken gesessen sein. Und mit 17 haben sie ja auch zu Hause schon viel eigenes Leben. Wahrscheinblich kommt dir das jetzt alles nur so einsam und leer vor und du musst dich jetzt erst einrichten. Aber das wird schon;-)

        Hallo,

        hast Du keine Hobbies? Ich meine, ich wüsste sofort, was ich mache. Heim kommen, Sonne, Garten, Sport. Im Winter Sport, Wintersport....man findet doch auf jeden Fall einen Zeitvertreib.

        LG

        Hallo Giftzwerg,

        mir geht's es ähnlich, obwohl mein Sohn erst 11ist. Zu Grundschulzeiten ist er Mittags heimgekommen, es gab Essen, Hausaufgaben, lernen...Jetzt geht er auf eine Ganztagsschule und Mutti sitzt allein zu Haus ;-)
        Ein paar Wochen war ich auch ziemlich frustriert und unlustig, aber das geht ja so nicht.
        Ich soll mich weitgehend Kohlehydratarm ernähren (wegen Diabetes Risiko), also low carb. Dazu kann man stundenlang im Netz surfen, sich durch Blogs stöbern und dann natürlich auch Rezepte ausprobieren. Low Carb Kuchen und Brot backen, ich habe mein erstes Sauerkraut eingelegt...
        Nach der Arbeit gibt's daheim Essen und dann wird eine halbe Stunde durch die Gegend gewalkt, oder gejoggt. Mir macht das keinen Spaß, echt gar nicht, aber das muss sein. Ich hab Podcasts entdeckt, da lad ich mir einen runter und marschiere los. Oder ein Hörbuch, dann vergeht die Zeit schon.
        Gestern hab ich mir Tennisschuhe gekauft und fange nach Ostern einen Kurs an. Nachdem ich jetzt viele Jahre rumgegammelt bin und das Kind vorgeschoben habe, warum ich keine Zeit für Sport habe, dicker geworden bin usw., werde ich jetzt aktiv.

        Das Leben ist nicht vorbei! Raff dich auf und leb DEIN Leben.
        LG
        Gul Damar

        Ich habe als junge Mama damals von Anfang an immer Wert darauf gelegt, Zeit auch für meine eigenen Interessen zu haben. Im ersten Lebensjahr meines Sohnes bin ich noch beruflich sehr aktiv gewesen, weil mein Mann damals noch Student war. So habe ich im ersten Jahr noch ca. 30 Stunden pro Woche gearbeitet (freiberuflich als Dozentin in der Erwachsenenbildung). Erst ab dem 2. Jahr war ich dann Familienfrau mit nebenberuflicher Selbstständigkeit.

        Später dann, ab 2010 (da war unser Sohn 10), habe ich damit begonnen, regelmäßig an Weiterbildungen teilzunehmen (pro Jahr eine Weiterbildung, meistens bei der IHK). Ziel war, meine beruflichen Möglichkeiten für den Wiedereinstieg auszuloten und zu erweitern. Außerdem haben mir kleinere Kurse und Seminare damals sehr geholfen, immer wieder etwas inneren Abstand zur intensiven Hilfe und Pflege für meine Eltern zu finden. Ich habe bei diesen Weiterbildungen "nebenbei" seelisch auftanken können.

        Aber auch so ganz persönlich gab und gibt es vieles, was ich sehr gern mache und sehr genieße. Angefangen von kreativen Dingen in Haus und Garten bishin zu ehrenamtlichen Tätigkeiten. Auch Wanderungen und Radtouren sind seit Jahren schöne Bestandteile unseres Familienlebens. Und die Planung für die Touren übernehme ich. Das macht einfach Spaß und ich liebe es, schöne Ausflugsziele auszukundschaften und Touren zu planen. Daraus ist mittlerweile ein weiteres beruflichen Arbeitsfeld geworden: Reiseleiterin bei einem kleinen regionalem Reisebusunternehmen (nur als Nebenerwerb und jeweils nur für ein Wochenende bzw. eine Kurzreise).

        Hast Du Hobbies, Interessen, Vorlieben, Träume, Ideale, die im Laufe der Jahre irgendwo auf der Strecke geblieben sind? Dann wär jetzt die beste Gelegenheit, diese "auszugraben" :-)

        So Phasen der Umstellung kenne ich immer wieder.

        Dass du nicht aufstocken möchtest, kann ich voll und ganz verstehen. Ebenso die Frage, was jetzt mit deiner Zeit.

        Welche Interessen hattest du früher?
        Was würde dich jetzt interessieren?
        Hattest du Träume früher, die du immer wieder aufgeschoben hast?

        Beruflich: könntest du dir eine neue Ausbildung vorstellen? Irgendwas in einem völlig anderen Beruf? oder bist du in dem Berufszweig glücklich, nur eben nicht in dem Betrieb?

        Was hast du für Interessen?
        eher lernen, lesen, weiterbilden?
        eher kreativ, basteln usw.?
        eher Reisen oder ähnliches? (ab und zu ein Wochenendtrip)
        eher was soziales? / organisatorisches?

        gibt es in deiner Umgebung Angebote, die zu deinen Interessen passen?
        Volkshochschule, Vereine (segelflieger, Minigolf, Kegeln, was auch immer, Schach, Häkeln, Strick-Cafe)?

        wie wäre es mit einem Ehrenamt?
        irgendwas wo du helfen könntest? erst mal nur 1-2 Stunden die Woche?
        Leute kennen lernen, rauskommen?
        (als Übergang zwischen Pflege und jetzt nicht mehr)

        Mini-Job?
        nicht des Geldes wegen. Sondern um was anderes zu machen.

        Saisonkarte fürs Schwimmbad? nicht so sehr zum Schwimmen. Eher um abends in der Sonne zu liegen.

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