In der Lebensmitte ankommen

    • (1) 18.08.18 - 22:02

      Gibt es hier jemanden, der mir (44 Jahre) nachempfinden kann??
      Ich bin in der Lebensmitte angekommen. O. K. Soweit gut. ABER ich will das alles noch gar nicht. Also kopfmäßig, also vom Verstand her klappt das ja noch, aber in mir rebelliert da etwas. Ich möchte so gerne entscheiden, ob ich noch ein Kind bekommen will oder nicht ( und nicht, weil es zu spät ist).
      Für alle um mich herum ist das so selbstverständlich und keiner um mich herum würde vermuten, dass es in mir anderst aussieht.
      Versteht jemand was ich meine. Mir fällt es schwer, meine Familienplanung abzuschließen, aber das findet ab diesem Alter keinen Platz. Wie gesagt, vom Verstand her, kann ich es ja noch regulieren, aber emotional eben nicht.
      😰

      • Hallo
        Ich kann das verstehen. Mir ging es ähnlich, als ich 40 wurde.
        Aber letztlich, nach dem ersten Schock, habe ich überlegt:
        Was bedeutet Lebensmitte, wann ist die eigentlich?
        Mein Vater wurde 49, seine Mutter, meine Oma, fast 99.
        Jetzt sieht das mit der Lebensmittel schon ganz anders aus.
        Ich denke, Lebensmittel ist der Bereich, in dem die meisten einiges erreicht haben (Ausbildung, Studium, Heirat, Haus, Kind), es aber nicht heißen muss, dass man jetzt beginnt wehmütig zurück zu schauen.
        Klar, die erste Jugend ist dahin, aber als Erwachsener hat man ja auch eine Menge Vorteile durch Lebenserfahrung.
        Und nie war es so einfach so lange jung zu wirken/auszusehen, wie heute.
        Ich wollte mich auch nicht mit der abgeschlossenen Kinderplanung unter Druck setzen und wurde diesen Frühling mit 42 wieder ganz spontan schwanger.
        Für mich/uns die richtige Entscheidung.
        Ich tingel seitdem zwischen Forum Schwanger ab 35 und Lebensmittel hin und her. Auch keine schlechte Kombi :-)

        Also mach dir keinen Stress, jedes Leben ist anders und was für den einen passt, kann für den anderen falsch sein. Man muss einfach seinen Weg finden.
        Schlimm ist nur diese Schubladendenken: Jetzt bin ich xy alt, jetzt gibt es nur noch Bundfaltenhose in beige usw....

      Hallo
      Wir sind Mitte 40 und vor etwas über einem Jahr ungeplant nochmal Eltern geworden. Darauf wurde ich, darauf angelegt, ein weiteres Mal schwanger. Aber es sollte nicht sein.
      Ich kann dir nur den Rat geben: das Leben besteht nicht nur aus Kindern. Ich habe vor Jahren mit Kindern abgeschlossen, nie den passenden Partner gehabt und die Uhr tickte.
      Rückblickend hat sich bei mir ewig alles nur um den Kinderwunsch gedreht. Aber das Leben bietet so viel mehr. Lass dir nicht durch diese eine Sache alles nehmen. Du wirst älter, das kannst du nicht ändern. Aber du kannst ändern wie du dein Leben verbringst.
      Nachdem ich getrauert habe und eine Grenze ziehen konnte ging es mir viel besser. Ich schaute wieder mehr nach mir selbst, baute Hobbys weiter aus, ging aus,... und war mit mir selbst im reinen.
      Ich bin glücklich und dankbar letztendlich doch noch Kinder bekommen zu haben. Dennoch bin ich mir sicher, ich hätte mein Leben auch ohne Kindern erfüllend leben können.
      Das Baby war dann erstmal ein großer Schock. Wegen unserem Alter, aber auch weil wir voll im Leben standen und uns bewusst war was wir erstmal aufgeben würden.

      Alles Gute 🍀

      Liebe Grüße

    Ich denke jeder hat im gereiften Alter "seine" Themen, die herausfordern. Ich sehe inzwischen alle unangenehmen Gefühle auch als Chance. Wenn ich einen Widerstand in mir spüre, also dieses Gefühl von "ICH WILL DAS NICHT!", dann nehme ich das inzwischen an, anstatt es wie früher wegzulachen oder wegzudrücken. Ich versuche dann in mich hineinzuhören und eine Antwort auf die Frage zu bekommen, wo und warum es in meinem Inneren gerade hakt.
    Ich persönlich hatte zum Beispiel keine großen Schwierigkeiten damit, das Ende meiner "fruchtbaren Jahre" :-D anzunehmen. Bei meiner Mutter habe ich das ganz anders in Erinnerung. Zuerst hat sie mit Mitte 40 ewig mit sich gehadert, dass sie nicht noch ein viertes Kind bekommen hat, daran kann ich mich noch gut erinnern. Und als der jüngste Spross 20 Jahre später auszog, fiel sie in eine schwere Lebenskrise und wieder ging es um ihre Reue das vierte Kind nicht bekommen zu haben. Ich denke aber, dass es nicht um das vierte Kind ging, sondern um das Thema des Loslassens. Sie definiert sich bis heute sehr über das Mutterdasein.
    Schlussendlich stellt sich jedem, der am Ende einer Lebensphase ankommt, die Frage: Wer bin ich eigentlich außerhalb meiner Rolle?Wer bin ich, wenn man mir meinen jahrelangen Lebensinhalt wegnimmt? So auf sich selbst zurückgeworfen, fallen nicht wenige (erst einmal) ins Leere.

    Das ist nur ein Beispiel und muss natürlich nicht auf dich zutreffen. Frag dich am besten selbst, was der Kern deiner Angst ist. :-)

    Grüße

Ja, ich kann Dich schon verstehen. Ich bekam mit 42 mein jüngstes Kind, hatte dann auch noch überlegt, ein weiteres zu bekommen, da dies ein Nachzügler ist und mehr oder weniger als Einzelkind aufwächst...Bei der Familie war schon lange kein Verständnis mehr, auch schon in der letzten Schwangerschaft.
Da ich dann aber mit Arbeit(2 Jobs) und 5 Kindern an meine Grenzen kam, legte sich dieser Wunsch schnell. Ich hatte einfach keine Kraft mehr für noch ein Kind.
Mittlerweile bin ich 49 und orientiere mich gerade beruflich neu. Bin also auch weiterhin mitten im Leben.
Was ist Lebensmitte? Seit ich Kinder habe, bin ich gefühlt "mitten im Leben". Das wird auch noch eine Weile so sein. Ob ich so etwas wie die "Lebensmitte" je haben werde? Wenn die Jüngste aus dem Haus geht, habe ich es nicht mehr weit zur Rente. Wahrscheinlich sind bis dahin längst Enkel da, die mich dann wohl auch fordern...

Warum solltest Du mit 44 Jahren nicht noch ein Kind bekommen? So groß ist der Unterschied zwischen 42 und 44 auch nicht...Mir hat es auf jeden Fall geholfen, innerlich jung zu bleiben!

Hallo,

ich kann Dich schon verstehen, war 44 als mein Jüngster geboren wurde.

Eigentlich hatten wir da abgeschlossen, aber es sollte nochmal sein und das war gut so.

Geplant bekamen wir mit 39 und 42 nochmal ein Kind, mit 44 war es dann ein Überraschungsei.
Ob mit 42 oder mit 44 spielte keine große Rolle, es war nur ein kleiner Abstand.

Warum sollst du mit 44 abschließen, wenn Du Dich noch jung und fit genug fühlst für ein Kind, nur weil es das Umfeld anders sieht?

Sicher haben mit Mitte 40 die meisten mit dem Thema Kinderwunsch abgeschlossen, viele sind in dem Alter froh das die Kinder groß bzw. schon selbstständig sind, haben teilweise schon Enkel.
Aber auch mit Mitte 40 bekommen Frauen noch Kinder, ob geplant oder ungeplant, die Entscheidung trifft jede für sich.

Ich denke über die Lebensmitte nicht groß nach, habe gar keine Zeit dazu, bin noch gut gefordert.

Enkel haben wir noch keine, das hat noch Zeit, ich habe wieder mit arbeiten begonnen als mein Jüngster 4 Monate alt war, erstmal mit ganz wenigen Stunden, inzwischen mehr und ich möchte gern noch etwas aufstocken.

Die Lebensmitte kann schon längst überschritten sein, oder nicht, keiner weiß wie es weitergeht und was noch kommt.

Es hat seinen Grund, wenn Du noch nicht abschließen kannst, mach es nicht an der 44, oder den Meinungen in Deinem Umfeld fest.

Ob es nochmal sein soll, steht auf einem anderen Blatt, aber noch bist Du nicht soweit abzuschließen und nur weil Du jetzt 44 bist, musst Du es nicht.

Ich war mit 42 soweit, bin aber wirklich froh mit 44 doch nochmal ein 5. und letztes Kind bekommen zu haben, danach war sehr schnell das Gefühl da, jetzt ist endgültig Schluss.

LG
Anja

  • Danke dir, sehr aufmuntern und genau das was ich gerne leben möchte und doch gibt es diesen Kampf in mir. Bin selbst gespannt, wie ich dies lösen werde, nachdem ich hier den Austausch gefunden habe, den ich gebraucht habe und im Umfeld nicht gefunden habe.

Hallo!

Ich glaube, dass der Kopf dem Alter immer etwas hinterhinkt. Sehr weit hinterher hinkt.

Im Sommer bin ich mit meinen Kindern und einer über 80jährigen Freundin in den Urlaub gefahren. Eins fand ich beeindruckend:
Wir besuchten Verwandte meiner Freundin, die in ihrem Alter und sogar noch älter sind. Da strahlten dann drei Augenpaare als wären sie alle 18 Jahre alt. Sie waren alle ganz lebendig und fröhlich und beweglich. Keiner von ihnen redete über Krankheiten oder Gebrechen.Sie hatten genug andere Themen.
Der ältere Herr sagte dann im Gespräch: "Meine Güte, wir sind so alt, dabei fühlt es sich von innen an wie immer schon!"

Wahrscheinlich verändert man sich im Laufe des Lebens, aber ganz innen ist man alterslos. Die Schwierigkeit oder die Kunst ist, das mit dem Verstand auf die Reihe zu kriegen.

LG

  • Interessante Sichtweise.

    • Ich weiß nicht, ob das eine Sichtweise ist. Ich glaube eher, dass altes oder älteres aussehen mit sehr vielen Vorurteilen gehaftet ist und deshalb haben wir da alle ein bisschen Angst vor. Was, wenn man uns nicht mehr ernst nimmt?

      Als ich die drei da sitzen sah, dachte ich eben auch, dass die aber ganz schon alt sind bzw. sein müssen. Ich musste ein bisschen nachdenken und rechnen, um das genau einzuschätzen. Als ich sie reden hörte (Ich war nicht die ganz Zeit dabei, sondern nur beim Bringen und Abholen), da hörte ich drei Menschen, die mitten im Leben stehen. Es ging mehrsprachig zu. Man sprach deutsch, englisch und schwedisch und man sprach über Politik und Tagesgeschehen.

      Die waren gar nicht alt, die sahen nur so aus.

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