Ich kann meine Tochter nicht annehmen

    • (1) 17.11.16 - 14:51

      Hallo liebe Claudia. Ich habe am 4.11.16 meine Tochter bekomme und kann sie einfach nicht annehmen. Die Geburt ging schnell, nur knappe 5 Stunden und mein Mann schaffte es nicht mehr ins Krankenhaus um dabei zu sein. Nach der Geburt wurde ich noch 2 Stunden operiert, da meine Plazenta nicht raus kam, dabei verlor ich 1L Blut. Es ist nicht so, dass ich sie nicht liebe aber ich habe einfach keine Muttergefühle ihr gegen über. Mein Mann kümmert sich super um sie aber ich schaffe es überhaupt nicht. Ich weine, wenn ich sie nachts füttere weil ich das Gefühl habe, anders zu sein. Ich hab das Gefühl, dass sie einfach nicht "meins" ist. Mein Mann weiß davon und unterstützt mich super aber trotz allem hätte ich gerne einen Rat von dir. Lg

      • hallo fühl dich mal gedrückt habe das grade gelesen und wollte gerne etwss dazu sagen. du hast das kind ja noch nicht so lange das kann sein das du das alles noch verarbeiten musst. frauen stellen sich eine geburt auch immer anders vor villeicht bist du auch so, weil dein mann es nicht geschafft hat. das ist nämlich eine grosse unterstützung für eine frau währen der geburt. es gibt viele frauen die den sogenannetn babyblues haben. deswegen gib dir etwss zeit es heusst nicht sofort das du eine schlechte mutter bist. du brauchst einfach zeit um es zu verarbeiten. alles gute ich drücke euch die daumen

        Liebe minnymaus19,

        hast du eine Hebamme? Spreche offen mit ihr über deine Gefühle und lasse dir Tipps geben, ob du dir professionelle Hilfe holen solltest oder ob dir noch deine Hormone einen bösen Streich spielen. Auch bei "Emotionelle Erste Hilfe" http://emotionelle-erste-hilfe.org/content/emotionelle-erste-hilfe und bei http://www.schatten-und-licht.de/index.php/de/ kannst du dir Rat und Hilfe suchen.

        Ich wünsche dir alles Liebe. Verzage nicht. Dich trifft keine Schuld. Du bist gut wie du bist und du gibst dein Bestes. Wo Schatten ist da ist auch Licht. Sei gut zu dir!!!

        Claudia

        Mach Dich nicht fertig. Meiner besten Freundin ging es haargenau so!

        Sie hat viel geweint, sich einfach komplett falsch mit ihrer Tochter gefühlt – beim Stillen war alles nur eine „Pflichterfüllung“, sie war total abwesend und hat vor anderen geschauspielert, obwohl die Tochter das absolute Wunschkind war. Ihr Mann hat einen Hilfeanruf gestartet und ich habe mich sofort in den Flieger gesetzt…daher habe ich es 2 Wochen wirklich hautnah mitbekommen. Sie hat sich selber einerseits gefühlt wie ein Unmensch, andererseits von Allen missverstanden und hatte logischerweise Angst um die Beziehung und die Zukunft.

        Das ging 6 Wochen so, dann hat sie mit Hilfe einer Ärztin, ihres Mannes, einer Therapeutin und (hoffentlich ein bißchen mir) langsam aber sicher alles wieder und en Griff bekommen: Es fing mit einem strukturierten Tagesablauf und z.B. vielen Spaziergängen an. Danach ging alles stückweise besser und plötzlich hat sie ihre Tochter abgöttisch geliebt, ohne zu realisieren, wann das begann ;-) Danach hat sie sich schwerste Vorwürfe gemacht, weil sie dachte, diese Zeit hätte ihrer Tochter geschadet und sie traumarisiert.

        Ich kann heute nur sagen: Die Kleine ist heute 8 Jahre alt und sie und ihre Mutter lieben sich heiß und innig! Ich bin so oft fast neidisch (weil ich nur Jungs habe und das Gefühl habe, diese Mutter-Tochter-Bindung ist schon etwas Spezielles). Dem Kind geht es super und meiner Freundin auch – sie hat jetzt noch eine Tochter, bei der die Depression nicht wiederkam. Sie sagt heute, sie kann ihre Gefühle von damals nicht mehr nachvollziehen und ihr stellen sich beim Gedanken daran die Nackenhaare auf – aber auch, dass es für sie eine wichtige Zeit war. Eventuell war eine Ursache ihre Angst, weil sie selber Probleme mit ihrer Mutter hatte – vielleicht war es schlicht der Hormoncocktail, bei anderen ist die Geburt traumatisierend gewesen.

        Eine Geburt ist eine wahnsinnig komplexe Sache und eine hormonelle Keule – auch das Stillen und die Erwartungen der Gesellschaft. Du warst wahrscheinlich alleine durch die OP und den Blutverlust schon ziemlich durch und Dir fehlte natürlich das tolle Glücksgefühl der ersten Minuten mit dem Kind unmittelbar nach der Geburt. Und Dein Mann war auch nicht da.
        Aber er ist es jetzt und es klingt toll, wie er Dir hilft. Gib Dir und Euch Zeit – setz Dich nicht unter Druck, aber hol Dir Hilfe! Du schaffst das ganz bestimmt und bestimmt wird es Dir bald mit ein bißchen Hilfe (Frauenarzt/Hebamme/Familie) immer besser gehen. #herzlich

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