schlecht einschlafen / nachts aufwachen / Ablehnung Mama

    • (1) 10.09.17 - 20:51

      Liebe Sarah,

      unsere Tochter ist 23 Monate alt. Nun hat sie keinen Schnuller mehr und die Nächte sind nicht mehr so gut...
      Folgende Situation vor der Schnullerwegnahme: Sie ist abends um ca. 19:30 Uhr "normal" ins Bett gegangen (=Dauer ca. 30 Minuten, vorlesen, singen, streicheln, im Zimmer bleiben bis sie eingeschlafen ist) und hat meist durchgeschlafen bis morgens ca. 7 Uhr. Falls sie nachts mal aufgewacht ist, so war dies nach 5 Minuten und kurzem Streicheln wieder erledigt. Mittagsschlaf macht sie ebenfalls noch 1-2 Stunden. Sie schläft allein in ihrem Kinderzimmer.
      Vor 4 Wochen kamen wir nun aus dem Urlaub zurück und haben diesen Urlaub am Meer damit verbunden, ihre Schnuller „loszuwerden“. Sie hat den Schnuller seit sie ca. 6 Wochen alt ist immer nur nachts zum einschlafen bekommen (nie tagsüber oder zum Mittagsschlaf). Das Prozedere war so: Sie war fasziniert vom "großen Wasser" und so haben wir besprochen, dass sie die Schnuller auf dem Rückweg von der Fähre selbst ins große Wasser wirft, damit die kleinen Fische auch Schnuller haben. Sie spricht schon recht gut und hat auch soweit alles verstanden.
      Am ersten Abend ohne Schnuller hat sie zwar kurz danach gefragt, aber eigentlich war das Thema nach 2-3 Tagen gegessen und sie spricht fast garnicht mehr über ihre "Nunus". Um ihr den Abschied vom Schnuller zu erleichtern, haben wir sie in den ersten 1-2 Woche bei uns im Bett schlafen lassen. Das Einschlafen dauerte länger als sonst (ca. 1 Stunde, auch mit etwas weinen verbunden, immer mal wieder, max. 10 Minuten). Außerdem verlangt sie immer nach Licht (vorher hat sie im stockdunklen geschlafen und es war ihr egal), so dass wir nun ein kleines Nachtlicht gekauft haben. Jedoch ist das nächtliche Aufwachen das Hauptproblem: Sie wacht ca. zwischen 1 und 4 Uhr ständig auf, und direkt mit großem Geschreie, sie schreit und tobt ganz wild und wütend um sich. Wenn ich sie rausnehmen will ruft sie "Mama weg" und windet sich in meinen Armen. Singen und streicheln hilft nicht, sie lässt sich kaum beruhigen. Eine leichte Form davon passiert auch manchmal abends beim Einschlafen (hauptsächlich das „Mama raus!“ – sobald ich rausgehe brüllt sie noch schlimmer). Was einigermaßen klappt ist totale Ablenkung: Raus auf den Balkon gehen, kühle Nachtluft, Mond angucken und total das Thema wechseln: Was hast du heute in der Kita gemacht etc. Sobald ich wieder leise bin oder zurück ins Zimmer gehe geht der Wutanfall weiter. Nach ca. 20 Minuten hat es sich einigermaßen beruhigt, aber dann braucht sie sehr viel Mama zum Einschlafen. Gefühlt „taktiert“ sie auch ein bisschen: Sie verlangt nach Wasser, trinkt einen Minischluck, nach 1 Minute fragt sie wieder. Da gleiche mit dem Kuscheltier: Rein, Raus, immer im Wechsel. Irgendwann liegt sie dann wieder ruhig im Bett, aber sobald ich mich rausschleiche schreckt sie hoch und ruft Mama. Wenn ich sie mit ins Ehebett nehme, wacht sie auch gefühlt jede Stunde auf, ruft „Mama“ und wenn sie merkt, dass ich da bin, schläft sie weiter. Das geht nun seit knapp 4 Wochen, ohne dass sich eine Besserung einstellt.
      Nun meine Fragen: Wie soll ich mich weiter verhalten? Soll ich weiter versuchen, dass sie in ihrem eigenen Bett schläft? Oder sollen wir sie mir ihrem eigenen Kinderbett wieder zu uns ins Zimmer stellen, bis sich alles eingependelt hat? Wie ist diese Wut und Ablehnung auf mich zu verstehen (tagsüber ist davon nichts zu merken). Wenn nachts der Papa kommt ist der Wutanfall zwar auch so, aber zumindest ruft sie nicht „Papa weg“.

      Danke und Grüße,

      Silke

      • Hallo Silke,

        wahrscheinlich waren das einfach zuviele Veränderungen. Nachts wird alles verarbeiten, die Kinder träumen sehr viel. Der Nuckel beruhigt die Kinder und ist ein Sicherheitsanker,dann war der Nuckel weg und ihr habt sie mit ins Bett genommen und damit noch etwas verändert. Da du als Mama die nahestehendste Bezugsperson bist, bekommst du die komplette Wucht der Verunsicherung ab.
        Ich vermute das sich das mit der Zeit wieder einpendelt, vielleicht kannst du dir für den Übergang es in ihrem Zimmer gemütlich machen oder sie mit ihrem Bett in euer Zimmer holen.
        Wenn es gar nicht besser wird, könnte man über eine Schlafberatung nachdenken.

        Grüße
        Hebamme Sarah

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