Traumatische Geburt verarbeiten

Liebe Hebamme Jana,

Die Geburt meines Sohnes ist nun bald 8 Jahre her und ich habe es stellenweise immer noch überhaupt nicht verarbeitet. Wie gehe ich da am besten vor? Meinen Geburtsbericht konnte ich einsehen, als ich selbst auf der Wochenstation gearbeitet habe und weiter geholfen hat mir das leider nicht.
Wie gehe ich damit um, was sind mögliche Hilfen die ich mir suchen kann?

Vielen Dank im Voraus

Lg Miriella

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Liebe Miriella,
es tut mir wirklich unglaublich leid, dass du dieses Paket mit dir tragen musst. Ich würde dir empfehlen, dass du dir einen guten Therapeuten und/vorerst oder eine Gruppe Gleichgesinnter suchst. Reden hilft ganz viel. Verstanden werden, Menschen mit ähnlichen Erlebnissen kennen lernen. Schau mal unter diesem Link: https://www.gerechte-geburt.de/links/verarbeitung-von-schweren-geburten/ Da sind schonmal viele Angebote gelistet. "Schatten und Licht" kann ich persönlich sehr empfehlen, die sind inzwischen recht groß aufgestellt.
Was ich in jedem Fall "meinen" Frauen empfehle bei schwierigen Geburten ist, die Erinnerungen aufzuschreiben. Zur Not kreuz und quer, mit Sternchen und Ergänzungen. Emotionen, Erlebtes und deine Gefühle dabei können so auf Papier etwas greifbarer gemacht werden, ohne, dass eine Wertung von irgendwoher erwartet/befürchtet werden muss. Nur für dich. Und dann schreibst du auf, wie du die Geburt gerne erlebt hättest. Was du dir gewünscht hast oder im nachhinein gewünscht hättest. Das macht die Probleme, die Stolpersteine in den Gedanken oft etwas greifbarer für die Frauen und sie können es besser angehen.
Ich wünsche dir von Herzen alles Gute für den Weg der Heilung. Du bist mit diesem Problem bei weitem nicht alleine.
Hebamme Jana