Schwanger werden nach Spätabort

Hallo,

Ich hatte am 03.05.22- also vor knapp 8 Wochen einen Spätabort in der 21.SSW.
Es war natürlich ein tragisches Ereignis für mich, aber ich fühle mich mental wieder sehr stabil. Grund war wahrscheinlich eine unbemerkte Infektion. Mein Körper hat alles perfekt gemacht um sich zu schützen und so war auch keine Ausschabung notwendig. Ich war nach etwa 3 Wochen Krankschreibung wieder arbeiten und nach 4 Wochen das erste Mal wieder beim Fussballtraining. Mittlerweile gehe ich auch wieder Joggen und Rennradfahren. Meine Menstruation hat nach 4 Wochen wieder eingesetzt. Kurz und gut : Ich denke, mein Körper und meine Psyche haben alles soweit ganz gut überstanden.
Jetzt meine Frage : Mein Mann und ich wollen baldmöglichst wieder versuchen schwanger zu werden. Meine Frauenärztin gab mir den Rat mindestens 3 Monate nicht schwanger zu werden. Diese 3 Monate sind Anfang August rum. Ich denke da geht es in erster Linie um die Vitamin (Folsäure) und Mineralien Regeneration im Körper.
Gibt es aus Ihrer Sicht noch andere Gründe noch (ggf. sogar länger) zu warten? Ich bin nun schon 36 und höre langsam die Uhr ticken. Ich möchte einfach nicht unnötig Zeit verschenken :-)

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Liebe Jana,

Es tut mir sehr leid, dass du diese Erfahrung machen musstest. Ich habe selber eine MA in der 17. SSW Anfang April diesen Jahres hinter mir. Sowohl meine damalige Frauenärztin als auch meine jetzige haben mir bestätigt, dass man nach der ersten Regel wieder anfangen kann, sollte der Kinderwunsch weiter bestehen. Ich habe expliziert nach diesen 3 Monaten Wartezeit gefragt. Hauptgrund ist: die Rückbildung. Meine Maus ist bereits in der 13. SSW unbemerkt verstorben, sodass bei mir die Gebärmutter noch nicht sehr geweitet war. Ich schätze, dass das bei dir anderes sein könnte. Ich würde also nochmal checken lassen, ob die Größe deiner Gebärmutter wieder im Normalzustand ist und die Rückbildung sozusagen vollendet ist. Dann spricht zumindest nach Aussage meiner Ärzte nicht gegen eine erneute Schwangerschaft.

Viele Grüße und ganz viel Kraft
Sonnenschein

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Vielen Dank für deine Antwort und dir auch viel Kraft für alles Weitere!

Das sind schon scheiß Erfahrungen, die wir da machen mussten.

Mein Mann und ich schauen trotzdem mit Zuversicht in die Zukunft. Das Leben ist schön, trotz aller Tiefschläge die es so bereit hält....

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Liebe Jana,

Erstmal tut es mir unglaublich Leid was euch passiert ist, wir haben selber unseren Sohn letztes Jahr verloren bei 18+6. So wie bei dir war keine AS nötig alles kam von alleine mit.
Ich bewundere gerade extrem deine Stärke, ich wäre zwar am liebsten sofort wieder schwanger gewesen, aber psychisch hätte ich das nicht ausgehalten. Meine FA empfohl uns damals 3 Zyklen, im KH ein Jahr.
Ich hatte einen Rückbildungskurs gemacht für Sternenmams.
Bei mir kam der Zusammenbruch so richtig erst 6 Monte später als wir einen Abgang hatten bei 4+6. Mittlerweile glaube ich, dass mein Körper und meine Seele wussten, dass ich noch nicht bereit war.
Wenn ihr euch psychisch bereit fühlt, lasst die Verhütung weg und schaut was passiert.
Da gibt es meiner Meinung mach kein richtig oder falsch. Das wichtigste ist das man mental bereit ist.

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Vielen Dank für deine Antwort. Es tut mir auch sehr leid was euch passiert ist.

Ich habe schon mal darüber nachgedacht, ob bei mir "irgendwas nicht stimmt im Oberstübchen" 😉 weil ich die Sache so stabil überstanden habe.

Ich war keine 24 Std. im Krankenhaus. Ich wollte einfach heim, wenn der Gyn grünes Licht gibt. Mit der Psychologin im KH habe ich auch gleich am Morgen besprochen was passiert ist, habe geheult, habe mich schnell wieder gefangen. Zügig alle notwendigen Entscheidungen getroffen, die nach so einem Ereignis zu treffen sind und gesagt " jetzt muss das Leben weiter gehen". Ich habe mir dann 3 Wochen Krankschreibung gegönnt und einfach ein paar schöne Dinge gemacht, die ich davor nur aufgeschoben habe. U.a. Freundinnen treffen, den Kummer rausquatschen oder mal ins Museum und mit meinem Mann zu nem Rockkonzert gehen.

Ich glaube bei mir stimmt aber alles "da oben". Ich habe ja nichts verdrängt, im Gegenteil. Ich habe das Thema für mich einfach totgequatscht 😜 Ich bin wahrscheinlich einfach ein äußerst pragmatischer Mensch mit großer Resilenz.

Klar habe ich gerade in der ersten Zeit immer wieder mal geweint, wenn ich alleine war. Hin und wieder gab es ein paar Trigger wie die Schwangerschaft einer guten Bekannten, die sie 2 Wochen nach unsere Katastrophe bekannt gegeben hat.

Und jetzt habe ich grad PMS Phase, da kullern auch ab und zu mal die Tränchen. Blöde Hormone 😝

Mich macht am Meisten das Warten gerade etwas verrückt. Ich fühle mich wieder allgemein gut und möchte gern wieder "scharf schießen". Aber die Vernunft verbietet es nunmal. Man will ja nicht die nächste Katastrophe herauf beschwören... Ein ganzes Jahr werden wir keinesfalls warten. Ich futter fleißig weiter Folsäure und trinke Eisensaft um die Speicher wieder zu füllen und dann gehts im August wohl wieder los mit dem Matratzensport 🤣🤣🤣

Wie ging es denn bei euch weiter? Habt ihr noch einmal den Mut gefunden oder gebt ihr euch jetzt mehr Zeit? Hast du dir professionelle Hilfe geholt nach deinem Zusammenbruch?

Ich hatte auch nachgedacht zum Psychologen zu gehen, aber ich habe mich dann entschlossen erst einmal ein paar Wochen zu warten und zu schauen wie es mir geht. Jetzt geht es mir eigentlich wieder wie vorher, nur mit einer dunklen Erinnerung mehr.

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Also von deiner schreibweise würde ich sagen, bist du definitiv bereit!! Ja ich bin seit Dezember bei meiner Therapeutin und Heilpraktikerin. Alles für Geist und Seele. Wir sind aktuell schwanger in der 9.ssw. Ich hab ein sehr gutes Gefühl und bin total zuversichtlich. Tatsächlich ist Angst nicht wirklich mein Begleiter, wenn mir das jmd vor einem Jahr gesagt hätte, ich hätte es nicht geglaubt.
Ich hab meinen Frieden gefunden und freu mich so viel aus der Situation gelernt zu haben, über die kurze Begleitung unseres Sohns, es hat unsere Beziehung enorm gefestigt.

Mit dir ist absolut alles in Ordnung, jeder Mensch ist anderes und geht mit der selben Situation anderes um😊da gibt es keinen Anleitung wie man zu trauern hat.

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Hallo Jana,
auch von mir mein herzliches Beileid.
Mir stellt sich natürlich in erster Linie die Frage, ob die Infektion schon behandelt ist oder ob deshalb vielleicht noch gewartet werden soll. Generell ist es immer gut, erstmal alle Lücken zwecks Mineralien und Vitaminen aufzufüllen, aber ob diese wirklich da sind, sollte dann erst durch eine Blutuntersuchung untersucht werden. Wenn der Körper wieder einem regelmäßigen Zyklus folgt, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass er auch wieder eine Schwangerschaft willkommen heißen kann. Wenn man 3 Zyklen abwartet, hilft man dem Körper sicherlich, erstmal wieder zu kräften zu kommen. Du scheinst aber auch so wieder fit zu sein. Ich denke es wäre ok, wenn es wieder klappt.
Alles Gute, Hebamme Jana

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Vielen Dank für die Antwort!

Ich wurde vom Krankenhaus nach der Fehlgeburt antibiotisch abgeschirmt. D.h. 5 Tage 2 verschiedene Antibiotika. Nach 1 Woche erste Kontrolle bei meiner Frauenärztin. Dann nach weiteren 2 Wochen zweite Kontrolle. Bei dieser wurde ein Abstrich und ein kleines Blutbild gemacht. Da ich keinen Anruf meiner Ärztin bekommen habe, gehe ich davon aus, dass alles gut war und keine Infektion mehr vorliegt.

Ich hatte in der SS einen Polypen am Gebärmutterhals, der mit Progesteron behandelt wurde und sich daraufhin nach innen zurück gezogen hat. 2 Wochen vor der Fehlgeburt hatte ich leichte Blutungen und einen Gewebeabgang. Ich nehme an, dass dies der abgestorbene Polyp war. Der Vertretungsarzt damals hat keinen Abstrich gemacht und wollte sich das Gewebe (Foto) nicht ansehen.Er hat bloß den PH Wert gemessen. Ich nehme, dass ich da bereits die Infektion hatte.

Es ist halt alles irgendwie dumm gelaufen. Dieser Vertretungsarzt sieht mich jedenfalls nicht wieder 😝

Ich denke es ist jetzt alles wieder gut und ich kann einer neuen Schwangerschaft relativ angstfrei entgegen sehen. Nur wenn sich dann wieder ein Polyp entwickeln sollte werde ich sicherlich etwas nervös 😅