Stillen, pumpen, zufüttern und von vorne

Guten Tag,

ich habe eine drei Wochen alte Tochter. Da sie nach der Geburt innerhalb von vier Tagen 15% abgenommen hat, mussten wir zufüttern. Sie hat zu Beginn an der Brust nicht getrunken.

Also haben wir über Fingerfeeder/Sonde, später über Fläschchen Prenahrung und abgepumpte Muttermilch gefüttert, zeitgleich versucht, sie an der Brust zum trinken zu bringen. Nach 1,5 Wochen klappte das dann ganz gut.

Nur trinkt sie sich an der Brust nicht satt, sondern nutzt das zum snacken, kuscheln usw. und dehnt die Stillmahlzeiten auf gut eine Stunde aus, in der sie immer wieder einschläft, wenn ich sie wecke /stimuliere wieder die Brust fordert, wieder schläft, nur nuckelt usw. Sie trinkt auch (wenn ich anschließend abpumpe, sehe ich das), aber sie trinkt sie nicht satt. Sobald der Hunger groß wird, verweigert sie weinend die Brust und will die Flasche. Zufüttern muss ich noch ca. 200ml Pre, ganz reicht die Brust auch mit Abpumpen nicht.

So weit, so nachvollziehbar, die Flasche ist scheinbar trotz der Medela Calma-Sauger die bequemere Nahrungsquelle. Nur fehlen mir die Kapazitäten, das zu bieten. Im Moment bin ich in einem Kreislauf aus Bruststillen, abpumpen, Flasche oder umgekehrt gefangen und mache tatsächlich kaum etwas anderes.

Was ja soweit noch machbar wäre, aber mein Mann hat nur einen Monat Elternzeit und so werde ich bald mit unseren beiden Töchtern (die große ist 2,5 Jahre alt und extrem verunsichert durch die neue Situation - sie ist im Moment kaum zu händeln) alleine sein. Ich habe im Moment fast die Befürchtung, dass ich ganz auf Pre umstellen muss, weil ich die Zeit schlicht nicht haben werde, dieses Ritual weiterhin zu praktizieren. Meine Hebamme riet mir, nur noch die Brust anzubieten, aber das bedeutet, dass ich 24/7 oben ohne auf der Couch sitze und versuche, meiner Kleinen auch bei Hunger die Brust schmackhaft zu machen. Das kann ich einfach nicht leisten.

Haben Sie noch eine andere Idee?

Vielen Dank,
Emilia

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Hallo Emilia,

diese Art der Nahrungsaufnahme ist für die Mutter wirklich ein Fulltimejob. Ich glaube was deine Hebamme meinte war, dass du das 1-2 Tage durchziehen sollst, damit die Flasche keine Alternative mehr ist und die Milchproduktion nochmal angekurbelt wird.
Ansonsten sehe ich leider auch keine Alternative die nicht auf kurz oder lang ein Abstillen zur Folge hat.
Vielleicht hat eine Stillberatung noch eine andere Idee.

Alles Gute
Hebamme Sarah

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Ich würde auf jeden Fall statt der Flasche mit einem Brusternährungsset füttern, damit es nicht zur Saugverwirrung kommt. Sie meint dann, dass sie an deiner Brust saugt, kriegt aber über einen Schlauch eigentlich Pre… die ganze Arbeit wäre dann umsonst, wenn sie irgendwann die Brust komplett verweigert.

Ansonsten würde ich auch bei jeder Stilleinheit parallel zum Stillen die andere Brust abpumpen (mit einer elektrischen Pumpe und einem Pump-BH handsfree) 1. meint dein Körper dann, dass er mehr Milch produzieren muss, 2. wird durch den Milchspendereflex, den deine Tochter beim Stillen auslöst, der Pumperfolg gesteigert… wenn du das 1-2 Wochen regelmäßig machst, könnte die Milchmenge gut gesteigert werden und deine Tochter hat eine prall gefüllte Brust, wo sie sich dann auch leichter tut… das ist ein ziemlich langwieriger Prozess, jedoch könntest du im Idealfall bis dein Mann wieder mit der Arbeit beginnt, komplett auf Stillen umstellen…

Ich drück dir die Daumen!