Ringelröteln

    • (1) 14.03.17 - 12:49

      Hallo!
      Ich bin heute bei 13+2 schwanger. Mein Sohn und meine Tochter waren wohl an den Ringelröteln erkrankt. Der typische Gesichtssausschlag war bei einem Kind in KW 8, bei dem anderen in KW 10 zu sehen. Da es ihnen sonst gut ging und beim ersten Kind der Ausschlag auch schnell wieder weg war, habe ich es erst jetzt durch einen Bluttest beim 2. Kind erfahren. Ich habe natürlich auch einen machen lassen. Leider habe ich heute nur den IgG Wert erfahren: 37. Kann dieser Wert allein für sich aussagen, ob die Infektion schon länger zurück liegt und Immunität angenommen werden kann, oder muss ich tatsächlich warten, bis der IgM da ist? Wie würde bei einem positiven IgM weiter vorgegangen werden?
      Vielen Dank!

      • Hallo,
        das IgG ist mit 37 schwach erhöht (negativ < 35). Erst positive IgM-Titer sprechen für eine frische oder kürzliche Infektion. Isoliert vorliegende IgG-Titer sprechen für eine durchstandene Infektion mit Immunität, d.h. zum aktuellen Zeitpunkt kann man nicht abschließend sagen, ob es eine alte oder frische Infektion ist.

        Wünschenswert wäre hier ein Titer zu einem Zeitpunkt VOR der Schwangerschaft.

        Ganz allgemein kommt es bei einer frischen Parvovirus-Infektion in 1/3 der Fälle zu einer Übertragung auf das Kind.Es treten keine Organfehlbildungen auf, jedoch können abhängig vom Schwangerschaftsalter Aborte und eine fetale Anämie auftreten (1-13%). In 80% der Fälle treten kindliche Symptome innerhalb von 2-4 Wochen auf. Ab dem vermuteten Infektionszeitpunkt sollten für 12 Wochen regelmässige US-Kontrollen (alle 7-14 Tage) zum Ausschluss eines Hydroas/Anämie (Messung der Blutflussgeschwindigkeit in der mittleren Gehirnarterie A. Cerebra media) erfolgen. Nach der 30. SSW sind fetale Anämien nicht mehr zu erwarten. Tritt eine Anämie auf, können bereits vorgeburtlich Bluttransfusionen über die Nabelschnur verabreicht werden.

        Die Prognose ist, auch bei wiederholtem Transfusionsbedarf, gut!

        Warten Sie erstmal in Ruhe die Befunde ab. 60-70% der Erwachsenen haben bereits Antikörper und sind geschützt.

        Alles Gute!

        • Hallo!
          Ich habe heute die Ergebnisse vom Ringelröteltest meines Sohnes erhalten: IgG=199, IgM<20. Als das Blut abgenommen wurde, hatte er die typischen roten Wangen und Ausschlag am ganzen Körper. Spricht das nun für eine weiter zurückliegende oder relativ frische Infektion? Im Laborbericht stand wohl nur "Infektion durchgemacht, Immunität anzunehmen".
          Viele Grüße

          • Hallo,
            der Laborbericht gibt ja schon selbst die Antwort, dass es sich wahrscheinlich nicht um eine akute Ringelröten-Infektion handelt und Immunität vorliegt (niedriges IgM, hohes IgG). Warum Ihr Kind trotzdem die typischen Symptome gezeigt hat und was differentialdiagnostisch in Frage kommt weiß Ihr Kinderarzt besser.
            Damit könnte es doch sein, dass es tatsächlich damals keine RR waren und auch Sie sich nicht angesteckt haben. Oder haben Sie mittlerweile auch Ihr komplettes Labor?

            VG

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