HILFE! Akute Nasennebenhöhlenentzündung

    • (1) 25.04.17 - 17:12

      Hallo!

      Seit Januar habe ich eine verstopfte Nasennebenhöhle, die ich mit den üblichen Hausmitteln (Rotlicht, Dampfbäder, Nasenspülungen) einfach nicht in Griff bekommen hab. Seit Samstag ist es nun so schlimm, dass mir meine ganze betroffene Gesichtshälfte weh tut.

      War heute beim HNO und der hat mir ziemlich deutlich gemacht, dass ich um eine OP nicht herumkomme, wenn wir das nicht schnellstens in den Griff kriegen.. Also hat er nach Medikamenten gesucht und gesucht... Gegen Amoxicillin bin ich allergisch.. Er hat mir letztendlich Sinupret, abschwellendes Nasenspray für Kinder und Clindamycin verschrieben. Letzteres muss ich 7 Tage lang 4 Mal täglich nehmen! Ich könnte schon weinen, wenn ich nur daran denke, was ich da meinem Ungeborenen antue.. Aber die Alternative ist eben MRT und OP...

      Was mache ich denn jetzt bloß? Kann ich Sinupret und das oben genannte Antibiotikum nehmen?

      Ich bin echt verzweifelt...

      Vielen Dank!

      Jule (22.SSW)

      • Liebe Fraeulein.smilla,

        eine Infektion im Körper bedeutet immer Stress und Stress kann wiederum zu Wehen führen. Außerdem können lokale Infektionen auch mal zu einem systemischen Problem werden. Deswegen rate auch ich - ebenso wie Dein HNO-Arzt - ganz dringend zu einer "Sanierung" des Herdes.

        Es gibt etliche Antibiotika, die man in der Schwangerschaft bedenkenlos einnehmen kann, weil sie dem Ungeborenen nachweislich nicht schaden. Zu diesem Gruppen gehören die Penicilline, Cephalosporine und Makrolide. Auch das Clindamycin darf - nach strenger Indikation - eingenommen werden. Siehe auch

        https://www.embryotox.de/clindamycin.html

        Auch Nasenspray ist unbedenklich.

        Die Einnahme von Sinupret schätze ich nicht als unbedenklich ein. Es enthält unter anderem Eisenkraut, dieses ist in der Schwangerschaft nicht indiziert, da es weheninduzierende Stoffe enthält. Bitte besprich die Einnahme mit Deinem HNO- und Frauenarzt!

        Ein MRT-Bild (Magnetresonanztomographiesystem (Kurzform: Kernspintomograph, MRT-Gerät)) basiert auf magnetisch erzeugten Schnittbildern, das heißt man hat hier kein Risiko einer Strahlung. Zur Diagnosesicherung und Entscheidung, welches Vorgehen das Beste ist, ist es in der Schwangerschaft bedenkenlos einsetzbar.

        Wenn man mit einer OP einen Infektionsherd sanieren kann, ist das durchaus eine Überlegung wert. Man kann trotz Schwangerschaft operiert werden. Es gibt Narkosemittel, die nicht schädlich für das Kind sind.

        Bitte besprich die Situation mit deinem Frauenarzt und Deinem HNO-Arzt. Gemeinsam solltet ihr im Sinne des Kindes handeln!

        Gute Besserung!
        Julia aus dem Team Dr. Kolsch

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