Masernimpfung

    • (1) 23.05.17 - 23:19

      Hallo. Ich bin aktuell in der 34+2 ssw. Aus gegebenem Anlass habe ich in meinen impfpass geschaut ob ich gegen Masern geimpft wurde. Ich habe festgestellt dass ich lediglich einmal gegen Masern geimpft wurde. Jetzt mache ich mir entsprechend sorgen um mich und mein baby. Mein dreijähriger Sohn ist voll durchgeimpft. Geht in die Kita und ich weiss nicht wie ich mich jetzt entsprechend verhalten soll. Sowohl vor als auch nach der Geburt.

      LG Simone

      • Hallo grinsekeks83,
        bitte entschuldigen Sie die verspätete Antwort. Meine Kollegin hat mir übergeben, dass ich ein paar Schwangerschaft-Fragen übernehmen mag und ich habe Ihre leider übersehen.

        Tatsächlich ist bei Ihnen unklar ob ein ausreichender Schutz vorliegt, da nicht bei allen geimpften Kinder eine einmalige Impfung ausreicht und ein sicherer Schutz erst nach der 2. Impfung gegeben ist. Hier könnte nun auch der Nestschutz für Ihr Baby fehlen, denn normalerweise schützt eine immunisierte Mutter Ihr Kind über das Stillen.
        In der Schwangerschaft sollte normalerweise keine Impfung erfolgen, das es sich um einen Lebend-Impfstoff handelt. Nur bei Exposition mit dem Erreger kann eine passive Immunisierung erfolgen. Dies gilt auch für zu kleine Babys, welche noch nicht geimpft werden konnten (jünger als 9-10Monate).
        Gut ist, dass Ihr Sohn komplett geimpft ist, denn hier liegt sicher das größte Risiko einer Ansteckung.

        Besprechen Sie nach der Entbindung wann die Auffrischt-Impfung bei Ihnen erfolgen soll. Es spricht nichts gegen Stillen nach der Impfung, deshalb kann diese m.E. zeitnah erfolgen.

        Alles Gute!

        MK

        Ein Auszug aus "Erkrankung in der Schwangerschaft" von W.Rath, Thieme, 2009:
        "Das Risiko für Abort, intrauteriner Fruchttod und Frühgeburtlichkeit ist bei mütterlichen Masern besonders von der Mitte des zweiten bis zu Beginn des dritten Trimenons erhöht. Entgegen früheren Berichten sind jedoch keine Fehlbildungen oder systematischen Entwicklungsstörungen zu befürchten.
        Masern am Ende des dritten Trimenon und um den Entbindungstermin herum können zu neonatalen Masern mit Auftreten der Symptome um den 10.-12. Lebensweg führen. Dies ist jedoch relativ selten der Fall und das Risiko von (pneumonischen) Komplikationen ist gering. Bei früh postnatal erworbenen Infektionen mit früh auftretenden Infektionen nach dem 14. Lebensweg sind die Masernverläufe meist mild und unkompliziert".

        Hier ein Auszug der Info-Seite des RKI:
        Bei abwehrgeschwächten Patienten, ggf. Schwangeren oder sehr jungen Kindern unter 6 Monaten ist eine postexpositionelle Prophylaxe von Masern nach individueller Risiko-Nutzen-Abwägung auch als passive Immunisierung durch eine Gabe von humanem Immunglobulin innerhalb von 2 – 6 Tagen nach Kontakt prinzipiell möglich (s. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission: www.stiko.de). Bei der Entscheidung, ob diese Personen angesichts einer möglicherweise komplikationsreicheren Masernerkrankung zum Beispiel Gemeinschaftseinrichtungen wieder betreten können, sollten weitere Faktoren (Anzahl und Dauer von Kontakten, Wahrscheinlichkeit von weiteren möglichen empfänglichen Personen etc.) in Erwägung gezogen werden.

        Die komplette Info-Seite:
        http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Masern.html

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