Schwangerschaft nach Hellp

Hallo ich weiß Nichtgebrauch ich hier richtig bin. Ich hatte sehr schlimmes Hellp in meiner ersten Schwangerschaft mit Blutdruck von teilweise 200 zu 120. War auch ab der 24 . Woche deshalb im Krankenhaus. Meine kleine kam dann in der 29. Woche zur Welt als stark hypothrophes Frühchen. Jetzt stelle ich mir die Frage was wäre wenn ich nochmal schwanger werden würde. Sie sagten mir ich können dann was einnehmen. Tritt diese Krankheit dann nicht mehr auf?

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Liebe Aidahope,

wie hoch Dein individuelles Risiko ist, in einer erneuten Schwangerschaft wieder an einer Gestose/einem HELLP zu leiden, kann Dir nur Dein behandelnder Frauenarzt sagen. Bitte besprich Dich mit ihm, so dass er Dich - bei Kinderwunsch - von Anfang an gut überwachen kann.

Hier ein interessanter Auszug aus der Pharmazeutischen Zeitung (https://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=38476):

> Als besonders gefährdet für eine Prä­eklampsie gelten Frauen mit Übergewicht, chronischer Hypertonie, Nierenerkrankungen sowie bei vorbestehendem Diabetes mellitus beziehungsweise einem Gesta­tionsdiabetes. Auch hypertensive Erkrankungen in einer vorhergehenden Schwangerschaft, Mehrlingsschwangerschaften, eine familiäre Disposition und höheres Alter (über 40 Jahre) sind bekannte Risikofaktoren. Besondere Achtsamkeit benötigen Frauen mit neu aufgetretenem Bluthochdruck in der Schwangerschaft. Statistisch betrachtet entwickelt jede zweite von ihnen im weiteren Schwangerschaftsverlauf eine Präeklampsie. Auch bei vorbestehender chronischer Hypertonie ist das Risiko erhöht. Eine sichere Vorhersage ist bisher nicht zuverlässig möglich. Neben den allgemeinen Risikofaktoren gelten vor allem pathologische Durchblutungsmuster in der Uterusarterie, wie sie mithilfe der Doppler-Sonografie entdeckt werden können, als Frühindikator für eine Präeklampsie. Verschiedene Parameter werden derzeit als Biomarker für die Vorhersage einer Präeklampsie diskutiert, etwa die Werte von Serumkreatinin und Aspartat-Trans­aminase, die Thrombozytenzahl und die Blutdruckentwicklung.

Die Entbindung ist die einzige kausale Therapie der Präeklampsie. Da eine vorzeitige Geburt, vor allem vor der 34. Schwangerschaftswoche, ein Gesundheitsrisiko für das Kind bedeutet, stellt die Behandlung immer einen Kompromiss zwischen den Risiken für Mutter und Kind dar. Für die Gesundheit der Mutter sind die Blutdruckwerte von besonderer Bedeutung, auch wenn sich Eklampsie und HELLP-Syndrom in manchen Fällen ohne gleichzeitige Hyper­tonie entwickeln können. Bei der Therapie gelten allerdings andere Regeln als bei Nicht-Schwangeren, da eine zu starke Senkung des Blutdrucks das Wachstum des ungeborenen Kindes verzögern kann. Viele gängige Antihypertonika wie ACE-Hemmer und Diuretika sind außerdem in der Schwangerschaft kontraindiziert. Bei Blutdruckwerten oberhalb von 160-170/ 100-110 mmHg erfolgt die Akutbehandlung stationär. Dabei werden in der Regel Nifedipin oder Urapidil eingesetzt. Das früher gebräuchliche Dihydralazin wird heute nur noch selten zur intravenösen Akuttherapie verwendet, da erhebliche Nebenwirkungen bei Mutter und Kind auftreten können.

Bei schwerer Präeklampsie wird auch Magnesiumsulfat intravenös verabreicht, um Eklampsien zu verhindern. Bei leichten Formen der Gestationshypertonie und Prä­eklampsie sowie nach stationärer Ersteinstellung werden viele Schwangere ambulant behandelt. Mittel der Wahl zur Langzeitbehandlung der Hypertonie in der Schwangerschaft ist α-Methyldopa. Als eingeschränkt geeignet gelten Nifedipin und selektive β1-Blocker, vor allem Meto­prolol. International wird vor allem Labetalol eingesetzt, das in Deutschland aber nicht auf dem Markt ist. Schwangere mit Hypertonie sollen sich schonen und Stressfaktoren möglichst ausschalten. Spezielle Gestosediäten mit niedrigem Energie- oder Salzgehalt werden nicht empfohlen.<

Alles Gute und viel Glück!
Dr. Endreß