Feindiagnostik

    • (1) 25.09.17 - 15:45

      Hallo Frau Dr.Endreß,
      Was halten Sie von einer feindiagnostischen Untersuchung? Ich bin in der 11 Woche, meine Gynäkologin hat gesagt dass ich keine RisikoPatientin bin. Sie es mir generell nicht raten würde, allerdings, da ich eine Kollegin habe, die auch bei ihr Patientin ist ein schwerkranken Kind hatte, was in solch einer Untersuchung raus kam. Würde sie es mir freistellen und mir eine Überweisung geben können. Liebe Grüße

      • Liebe Kascharina,

        wenn es keinen medizinischen Grund für eine eingehendere Diagnostik bei Dir gibt, liegt es in Deinem persönlichen Ermessen und auch an Deinem Sicherheitsbedürfnis, ob Du eine Untersuchung machen lassen möchtest oder nicht. Als Paar sollte man sich über die Möglichkeiten der Untersuchungen informieren, aber sich auch überlegen, was man mit einem möglicher Weise nicht so guten Ergebnis überhaupt machen würde. Hätte das Konsequenzen für Euch?

        Je nachdem, in welcher Schwangerschaftswoche man untersucht, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Kollegin aus "Frag die Pränataldiagnostikerin" Frau Dr. Kolsch ist hierfür Spezialistin, sollten Fragen offen sein. Hier zwei Auszüge aus der Homepage der Praxis, in der sie arbeitet:
        > Eine Ersttrimester-Diagnostik kann zwischen den Schwangerschaftswochen 11+1 und 13+6, also am Ende des ersten Drittels einer Schwangerschaft durchgeführt werden. Bei einem sogenannten Ersttrimester-Screening (ETS) wird eine frühe Organuntersuchung, eine Nackentransparenzmessung und eine Laboruntersuchung zur Früherkennung von Präeklampsie vorgenommen. Das ETS ist kein Bestandteil der regulären Vorsorgeuntersuchung bei unauffälligen Schwangerschaften, folglich werden die Kosten für diese Untersuchungen von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.< Siehe auch https://www.praenatalplus.de/leistungen/ersttrimester-diagnostik/

        > Eine Ultraschalluntersuchung ist eine nebenwirkungsfreie Möglichkeit, bereits zu einem frühen Zeitpunkt in der Schwangerschaft Kontakt zu dem ungeborenen Kind herzustellen und Aussagen über seine Entwicklung zu treffen. Ein eingehender Organ-Ultraschall kann von uns zwischen der 20. und 21. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden. Diese Untersuchung ist deutlich umfangreicher, als der gemäß den Mutterschaftsrichtlinien vorgesehene Ultraschall für diesen Zeitraum. Eine so ausführliche Untersuchung erfordert nicht nur spezielle Gerätschaften, sondern auch viel Erfahrung seitens des untersuchenden Arztes.

        Die Feindiagnostik mit Ultraschall nimmt bei guten Untersuchungsbedingungen ungefähr 30 bis 40 Minuten in Anspruch, ausschlaggebend sind dabei die Lage des Kindes und die Stärke der mütterlichen Bauchdecke.

        Mithilfe der Ultraschall-Diagnostik können sämtliche darstellbaren Organe des ungeborenen Kindes untersucht werden. Auch die die Funktion des kindlichen Herzens und das Durchblutungsverhalten in den Gebärmuttergefäßen kann überprüft werden. Allerdings kann ein, wenn auch sehr umfassender, Ultraschall niemals alle körperlichen Erkrankungen oder chromosomalen Fehler aufzeigen.

        Die Ultraschall-Feindiagnostik dient vielmehr dazu, Risikoschwangerschaften zu begleiten und/oder eine exakte Diagnose nach Auffälligkeiten in der Vorsorge zu stellen. Sollten wir in dieser ausführlichen Untersuchung eine Erkrankung oder Fehlbildung Ihres Kindes diagnostizieren, werden wir mit Ihnen gemeinsam rechtzeitige Maßnahmen für den weiteren Schwangerschaftsverlauf (u.a. weitere Untersuchungen, Therapien) ergreifen oder die Geburt durch Einbindung weiterer Spezialisten und in enger Kooperation mit der Entbindungsklinik mit Ihnen planen.

        Ob es einen Überweisungsgrund für eine Ultraschall-Feindiagnostik gibt, entscheidet Ihr Gynäkologe bzw. Ihre Gynäkologin. Selbstverständlich können Sie eine Ultraschall-Feindiagnostik auch als Selbstzahler in Anspruch nehmen.<
        Siehe auch https://www.praenatalplus.de/leistungen/ultraschall-feindiagnostik/

        Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig bei der Entscheidungsfindung helfen.
        Alles Gute!
        Dr. Endreß

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