Erzieherin in der Jugendarbeit 12ssw, was darf ich und was nicht ?

    • (1) 06.11.17 - 15:57

      Hallo. Ich bin in der 12ssw und hier kommt meine Vorgeschichte, bevor es zu den Fragen kommt:
      Ich habe Fragen, die mir noch nie ein Arzt/ eine Ärztin/ meine Gewerkschaft beantwortet hat.
      Ich bin Erzieherin und arbeite in einem Schülerheim. Hier sind Jugendliche ( teils vorbestraft, aggressiv und sehr anstrengend), die ihre Ausbildung machen und zu weit weg von der Schule wohnen, untergebracht. Diese sind im Schnitt zwischen 15-25 Jahre alt.
      Wir haben ständig Krankheitserreger (zB. Magen-Darm, Noro-Virus ) im Haus. Klar, denn die Jugendlichen (200 Schüler die Woche) kommen aus ganz Bayern zu uns.
      Meine jetzige Frauenärztin hört mir nicht zu, wenn ich das Thema 'Arbeit' anspreche, unterbricht mich und sagt, sie könne da überhaupt nichts sagen und machen, ich soll zum Betriebsarzt gehen.
      Das ist meine erste Schwangerschaft. Ich bin sehr verunsichert und weiß nicht genau wo ich mich hinwenden kann, mit meinen Sorgen und Ängsten.
      Der Betriebsarzt ist nicht sonderlich einfühlsam, hat nie Zeit um mir zuzuhören und stellt mir lediglich ein Schreiben aus mit dem Satz 'Ist für den Beruf geeignet' .... Er hört mir also nicht zu :D
      Wo kann ich mich hinwenden, wenn ich erfahren möchte, wie lange, wie und vor allem ob ich noch Arbeiten darf/kann.
      Die Gewerkschaft leitet mich von einem Mitarbeiter zum nächsten - eine Antwort bekomme ich nicht.
      Steht mir bei dem Stress, dem (Zeit-)Druck, den aggressiven Jugendlichen, der ständigen Alleinarbeit, der hohen Infektionsgefahr, ein BV zu ? Wenn ja, mit wem kann ich darüber sprechen ?
      Ich finde im Internet auch leider nichts zu der Schwangerschaft in der Jugendarbeit, einem BV in der Jugendarbeit o.ä.
      Hilfe :( Wo kann ich mich hinwenden ?
      Vielen Dank und LG

      • (2) 07.11.17 - 03:37

        Hallo :)
        Ich bin ebenfalls Erzieherin und befinde mich in der 26.ssw mit meinem ersten kleinen Wunder. :)

        Als ich von meiner Schwangerschaft erfuhr und mein Frauenarzt dies bestätigt hatte, ging ich sofort zu meiner chefin.
        Diese stellte mir sofort ein BV aus und schickte mich am nächsten Tag zum Betriebsarzt, welcher mir ein BV schriftlich gab.

        Seit dem bin ich zu Hause.
        Lohn bekommst du zb weiterhin ganz normal.

        Liebe Grüße Dilan mit Bauchbewohnerin 💕

        Liebe Dajana.,

        Dein Arbeitgeber ist - nach Kenntnis einer Schwangerschaft - rechtlich dazu verpflichtet, deinen Arbeitsplatz so zu gestalten, dass er keine Gefahr für Mutter und Kind darstellt. Eine Beurteilung erfolgt in der Regel durch den Betriebsarzt.

        Ansprechpartner und auch Bescheiniger eines Beschäftigungsverbotes ist Dein behandelnder Frauenarzt (nur in Ausnahmefällen auch Dein Arbeitgeber; https://www.haufe.de/personal/arbeitsrecht/mutterschutzgesetz-aenderungen-durch-die-reform_76_407566.html). Er kann überprüfen, ob Deine Arbeit eine Gefahr für Dich oder das ungeborene Kind darstellt. Welche besonderen Situationen hierfür eine Voraussetzung sind (z.B. Risikoschwangerschaft, Mehrlingsschwangerschaft, Nachtarbeit, Gefahrenstoffe am Arbeitsplatz usw.) findest Du im Mutterschutzgesetz:
        https://www.gesetze-im-internet.de/muschg/MuSchG.pdf

        Sollten sich beide zuständigen Anlaufstellen (Betriebsarzt und Frauenarzt) nicht verantwortlich fühlen und sollte Deine Situation tatsächlich nicht den Schutzvorgaben entsprechen, fallen mir nur folgende Anlaufstellen ein:
        - einen anderen Frauenarzt aufsuchen und um eine zweite Meinung bitten
        - den Hausarzt um Mitbeurteilung bitten
        - den Betriebsrat einschalten
        - Interessenvertretung Erzieher/in kontaktieren und um Rat/Unterstützung bitten

        Viel Glück!
        Dr. Endreß

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