Lichen Sclerosus in der Schwangerschaft - Kortison?

    • (1) 22.06.18 - 10:40
      Inaktiv

      Hallo Frau Dr. Weigert,

      ich leide seit Jahren unter Lichen Sclerosus und habe bisher die betroffenen Stellen mit Protopic behandelt und in der 3./4. ssw abgesetzt, als ich positiv getestet hatte. Seit dem habe ich akute Schübe und das Jucken ist nachts am schlimmsten, so schlimm dass ich kaum noch schlafe. Meine FÄ und meine Hautärztin arbeiten leider nicht zusammen. Ich bekomme immer eine Info und soll diese dann mit der anderen Ärztin besprechen, das geht jetzt schon seit 2 Wochen so das hin und her und ich weiß mir nicht mehr zu helfen, eine Lösung gibt es noch nicht. Im Moment Creme ich eine Zinkoxidsalbe, was aber den Juckreiz nicht wirklich behebt.
      Ich habe Angst, dass die Folgen auch schädlich für mich oder das Kind sein können, wenn ich die Krankheit nicht behandle (Krebsrisiko). Prednisolon wurde mal angedacht, was aber nur ein leicht wirksames Kortison (Klasse I) ist und evtl nur Symptome kurzfristig lindert, aber den Verlauf der Krankheit nicht stoppt. Empfohlen sind kortisonsalben der Kl. III-IV. Und selbst bei der geringen Kl. I gibt es schon Risiken bezüglich Fehlbildungen, Diabetes usw.
      Welche Behandlung wird einer Schwangeren mit dieser Krankheit empfohlen?
      Wie gefährlich sind die Kortisonsalben der verschiedenen Klassen?
      Welche Möglichkeiten gibt es?

      • Hallo artemis,

        es gibt keine konkreten Empfehlungen für die Schwangerschaft leider. In den ersten 12 Wochen würde ich soweit möglich versuchen Kortisonpräparate weg zu lassen und symptombezogen zu therapieren, da auch bei Salben ect ein Übertritt nicht ausgeschlossen ist. Im weiteren Verlauf bei Anwendung von Kortison jeglicher Klassen sollten engmaschige Wachstums und Entwicklungskontrollen des Feten gemacht werden.

        hier die Empfehlung von embryotox: Zitat:
        Planung einer Therapie oder Planung einer Schwangerschaft unter Therapie: Eine indizierte systemische oder lokale Behandlung mit Prednisolon darf auch in der Schwangerschaft erfolgen. Wenn es therapeutisch möglich ist, sollte die Erhaltungsdosis zwischen Woche acht und elf möglichst 10 mg/Tag nicht überschreiten. Notfallbehandlungen und die Therapie einer akuten Krankheitsexazerbation unterliegen keinen Dosisbeschränkungen.

        Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft: Bei einer selten erforderlichen, höher dosierten Behandlung über viele Wochen sollte das fetale Wachstum regelmäßig sonographisch überwacht werden. Dauert die Therapie bis zur Geburt, muss eine Nebenniereninsuffizienz des Neugeborenen bedacht und gegebenenfalls behandelt werden.Zitatende.

        das sollte ihren Ärzten helfen. Alles Gute. fw

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