Bei einer weiteren Schwangerschaft beachten?

    • (1) 17.03.17 - 17:35

      Sehr geehrte Frau Dr. Kolsch,

      mein Sohn wurde im September 2016 bei 35+5 per Kaiserschnitt mit 42 cm und 1800g geboren.
      Der Kaiserschnitt erfolgte wegen der Diagnosen velamentöser Nabelschnuransatz und Vasa Praevia. Die Besonderheit wurde in der 18. SSW bei der Pränataldiagnostik festgestellt und verhärtete sich mit jedem weiteren Kontrolltermin (alle 4 Wochen). Die Wahrscheinlichkeit das sich die Diagnose(n) wiederholen sollte ja relativ gering sein.
      Meine Frage bezieht sich eher auf die Vermeidung eines erneuten so geringen Geburtsgewichtes.
      Wir wurden nur durch eine ICSI schwanger und unser Sohn war schon in frühen US kleiner.
      Bei den US-Terminen bei der Pränataldiagnostik wurde immer ein ein- oder beidseitiger Gefäßwiderstand gemessen. Aber hier hatte man uns immer beruhigt und gemeint, dass keine Problematik vorliegt.
      Das Gewicht wurde immer mit den Worten erklärt: "Es gibt nunmal dicke und dünne Menschen. Und Sie sind ja auch eher zierlich.". Somit haben wir uns keine weiteren Gedanken gemacht.
      Beim Kaiserschnitt wurde uns gesagt, dass die Plazenta wohl eher (zu) klein sei und damit auch das geringe Geburtsgewicht unseres Sohnes erklärt werden könnte.
      Was bedeutet eine zu kleine Plazenta? Wäre unser Sohn nicht schon früher geholt worden, hätte eine Gefahr für ihn bestanden?
      Ich bin mir nicht sicher, ob wir bei einer nächsten Schwangerschaft wieder zur Pränataldiagnostik überwisen werden. Wir wollten keine Nackenfaltenmessung und mein FA schickte uns dann zur "Sicherheit" (wenn sie schon mit Hilfe schwanger werden mussten, dann gehen wir auf Nummer sicher) zum Organscreening. Mein FA ist von der alten Schule und wird wohl beim nächsten Mal schon in Ruhestand sein. Die anderen Ärzte in der Praxis machen die US alle selbst, sind aber keine ausgewiesenen Pränataldiagnostiker.

      Jetzt ist es leider doch etwas länger geworden, aber ich hoffe Sie können mir eine Einschätzung/einen Rat geben.

      Herzlichen Dank,
      azrae

      • (2) 18.03.17 - 09:31

        Hallo,
        da haben Sie wirklich eine unangenehme Diagnose gehabt in der letzten Schwangerschaft. Gut, dass Ihr Sohn gesund und munter zur Welt gekommen ist. Eine durch ICSI/IVF entstandene Schwangerschaft bringt eine Reihe von Risikoerhöhungen mit sich. Dazu gehören Anomalien der Plazenta (6x erhöhtes Plazenta Praevia-Risiko), des Nabelschnuransatzes (1:300 für Vasa praevia im Gegensatz zu 1:ca. 2500 bei spontan entstandenen SS), sowie Fehlbildungen beim Kind. Dazu kommt ein erhöhtes Risiko für Praeeklampsie, Plazentainsuffizienzen und Frühgeburtlichkeit.

        1800g in der 36. SSW ist schon ein sehr geringes Kindesgewicht, dazu passt ja die kleine Plazenta.
        Meine Empfehlung:

        Eine Gerinnungsdiagnostik liegt ja wahrscheinlich vor? Falls nicht, wäre dies sinnvoll.
        Das Praeeklampsie-Risiko sollte eingeschätzt werden (z.B. beim Pränataldiagnostiker im I. Trimenon: Messung der Widerstände der Aa. uterinae und Biochemie: PAPP-A), und ggf. ASS zur Verbesserung der Plazentaentwicklung empfohlen werden.
        Ein Gestationsdiabetes sollte ausgeschlossen werden. Ein GDM führt nicht immer zu kräftigen Kindern, er kann auch eine Plazentainsuffizienz begünstigen.
        Übergewicht reduzieren, aber auch eine Mangelernährung vermeiden, Nikotin-, Alkohol-,Drogenkonsum einstellen.
        Dass ich bei Z.n. ICSI und Ihrer Anamnese wieder eine Feindiagnostik mit Dopplerkontrollen im Verlauf empfehle versteht sich von selbst.

        Ich wünsche Ihnen alles Gute!

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