Kath. Hochzeit nach Scheidung möglich?

    • (1) 02.01.12 - 23:57

      Hallo, ich bin ein wenig irritiert und vielleicht kann mir jemand helfen... mein Mann und ich (standesamtlich sind wir schon verheiratet) wollen im Juni diesen Jahres katholisch heiraten. Nun war ich aber schon evangelisch verheiratet - ich bin immer noch evangelisch. Mein Mann ist katholisch und möchte nun auch gerne katholisch heiraten. Nun fragte uns heute der kath. Pator im ersten Telefongespräch, ob meine Ehe annuliert worden sei. Natürlich nicht, ich bin "nur" geschieden worden. Eine Annulierung ist auch gar nicht möglich, glaube ich, da ich aus meiner ersten Ehe einen Sohn (ev.) habe.
      So, nun meine Frage: können wir noch katholische getraut werden?

      Haben da die katholischen Pastöre einen gewissen "Spielraum" und können ggfs. ein "Auge zudrücken"?

      Ich habe immer gedacht, wir Evangelisten können noch ein 2. Mal in der Kirche getraut werden - ... ich habe das Brautkleid (nicht in weiß!!!) doch schon.
      Wer weiß Antwort????

      Liebe Grüße
      gluecksmama02

      • Hallo,
        eine katholische Trauung ist nicht möglich, aber eine Segnung.Ihr müsst nur einen verständnisvollen Pfarrer finden.Ich (kath.) war ich in erster Ehe mit einem geschiedenen Katholiken verheiratet.Allerdings kannte der Pfarrer meine Familie gut.Die Zeremonie in der Kirche war auch ohne das Sakrament sehr feierlich.

        L.G.

      Hi,

      nein das geht nicht.

      Nur wenn das entsprechende Bistum die Evangelische Ehe annulieren lassen würde, wäre das möglich und das wirst Du kaum durchbekommen.

      Die Evangelischen annulieren übrigens nicht. Es ist unnötig, da die evangelische Trauung, ja kein Sakrament ist.

      Warum sich aber die Katholen dazu erdreisten, über die Annulierung einer evangelischen Eheschließung entscheiden zu wollen, ist für mich ein Rätsel.

      Meines Erachtens hängen die Ihr Fähnchen, wie sie es brauchen. Auf der einen Seite ist die Evangelische Eheschließung kein Sakrament auf der anderen Seite huldigt man plötzlich der Ökumene und erkennt die ev. Ehe an, aber nur um dann über deren Annulierung entscheiden zu dürfen.

      Ich kann Dir aber verraten, dass auch eine evangelische Eheschließung nicht so problemlos sein wird.

      Die kirchliche Trauung bei einem evangelischen Pfarrer ist dabei nicht das Problem.
      Sondern dass Dein Mann einen Dispens (Erlaubnis) seiner Kirche dazu benötigt.

      Klar kann man verschweigen das man evangelisch heiratet/geheiratet hat, aber wenns doch raus kommt, bekommt ein Katholik die Sakramente entzogen.

      Wir hatten so einen Fall in der Familie.

      Ich kann nur sagen, was bin ich froh, das ich nicht katholisch bin.

      VG lachris

      • >>>Warum sich aber die Katholen dazu erdreisten, über die Annulierung einer evangelischen Eheschließung entscheiden zu wollen, ist für mich ein Rätsel.<<<

        Wo erdreisten sie sich denn?

        • Weil die Katholische Kirche prüft, ob eine Eheschließung die nach ev. Recht weder einer Scheidung noch Annulierung bedarf, nach katholischem Recht annuliert werden kann.

          Das Verfahren kann bis zu mehreren Jahren dauern und man muss sein Innerstes offenlegen, um geltend zu machen, dass es für die erste Ehe einen Annulierungsgrund gibt. Ohne Garantie, dass tatsächlich eine Annulierung erfolgt.

          Entweder ich erkenne eine ev. Ehe als vollwertig an oder nicht.

          Aber ich kann nicht sagen einerseits ist es kein Sakrament und kommt eher einer Segnung gleich.

          Andererseits muss die dann aber Annuliert werden, als sei es eine vollwertige Eheschließung.
          Während die ev. Kirche, die die Ehe geschlossen hat, selbst der Überzeugnung ist, eine Annulierung sei für eine erneute Eheschließung nicht notwendig.

          Klar ist eine Scheidung nie toll und man sollte alles für den Erhalt der Ehe zu tun. Aber manchmal ist das nicht möglich. Insbesondere weil eine Partei die "Mitarbeit" verweigert.

          Man selbst ist dann noch nicht mal Schuld, weil man sich ja bemüht hat, aber wird dann bestraft, indem die Kirche Ihre weitere Unterstützung entzieht.

          Die Kirche soll meines Erachtens für die Menschen da sein, die an sie glauben und Ihnen nicht den Rücken zudrehen, wegen irgendwelcher Prinzipien.

          Da muss man sich doch nicht wundern, wenn immer mehr austreten.

          Ich verstehe ja, wenn die Kirche nicht bequem sein will, und nicht alles akzeptiert.

          Aber wenn jemand die Sache wirklich ernst nimmt, sich bemüht hat und sich wirkliche Gedanken zur Scheidung gemacht hat, sollte meines Erachtens die Kirche diese Person in Glaubensfragen unterstützen.

          Warum soll man kein neues Glück erfahren dürfen, während der Andere (dem die Kirche wahrscheinlich mittlerweile egal ist) schon wieder neu (staatlich) verheiratet ist.

          Warum soll man bis das der Tod einen scheidet, ein Leben neben einem Alkoholiker, Schläger oder ähnlichem aushalten?

          Alles nur, weil man einmal einen "Schwur" geleistet hat? Steht in der Bibel nicht, dass man nicht schwören soll? Gibt es nicht den Verzeihenden Gott, sondern nur Gott den Prinzipienreiter?

          Ein schwieriges Thema.

          Ich jedenfalls hab es mir damals nicht leicht gemacht. Zum Glück bin ich evangelisch und zum Glück wurde mir zugehört.

          Mögen strenge Katholiken die Sache anders sehen.

          Ich hoffe für Sie, dass sie nie bis an ans Lebensende an einen Menschen gefesselt sein werden, der nicht mehr derselbe ist, wie die Person, die man einmal geheiratet hat.

          Denn ob all dies Erdulden und Ertragen einen Platz im Paradies sichert, ich weiß es jedenfalls nicht.

          • Hallo,

            vielen lieben erst einmal für die vielen Informationen.

            Bei uns ist zwischenzeitlich auch schon einiges passiert. Gestern abend haben wir mit dem kath. Pastor gesprochen, der genau das bestätigt hat, was Du geschrieben hast.

            Heute morgen habe ich dann mit dem Bischöflichen Generalvikariat gesprochen. Beides sehr nette Menschen, aber auch an das Kath. Kirchenrecht gebunden. "Ein Auge zudrücken" wollte und kann unser Pator nicht. Zum einen, weil es im Eheprotokoll eingetragen werden muss, dass ich schon einmal verheiratet war und dann muss natürlich auch die Annulierung eingetragen werden und zum anderen könnte er es mit seinem Gewissen auch nicht vereinbaren. Da ich ja praktisch noch verheiratet bin, wäre das ja Bigamie.

            Eine Annulierung ist in der kurzen zeit bis Juni absolut nicht machbar, das Bischöfliche Vikariat spricht von einem Jahr. Es werden Zeugen aus der Zeit der Ehe gehört, allerdings niemand, bei ich nicht möchte, dass er befragt wird. Ich dürfte mir die entsprechenden personen aussuchen. Mein Ex-Mann könnte die Annulierung auch nicht verhindern.
            Eine ev. Trauung kommt für meinen Mann nicht in Frage, er würde die Erlaubnis von seiner Kirche auch nicht bekommen.

            Wir sind nun am überlegen was wir tun wollen. Vermutlich läuft es darauf hinaus, dass wir die Feier und alles absagen. Von dem Geld machen wir eine Reise nach Wuppertal, haha. Braucht jemand noch ein schickes Hochzeitskleid???
            Tja, Humor ist, wenn man trotzdem lacht!!!

            • Was würde gegen eine Segnung sprechen? Was ist Euch so sehr wichtig an der "richtigen" Trauung?

              LG,

              Hermiene

              • Wir haben auch an eine Segnung der Lebensgemeinschaft oder Familie gedacht, so als Übergang bis zur richtigen Trauung, die wir dann im kleinen Kreis nachholen würden.

                Unser Pastor hat dazu leider gesagt, dass er nichts machen dürfte. Also auch keine Segnung.

                Ich muss zugeben, dass meinem Mann als Katholik die kath. Trauung deutlich wichtiger ist als mir. Wobei ich mich deutlich mehr in das Thema reinlese als mein Mann.

                Mittlerweile ist das Ganze aber "angekommen" und "gesackt" und wir haben auch schon einen Teil darüber informiert.

                Wir werden uns wahrscheinlich in einer kleinen Kirche alleine das gegenseitige Versprechen geben.

                • Schade natürlich, wenn dem Pfarrer da die Hände gebunden sind.

                  Aber ich wünsche Euch trotzdem einen wunderschönen und bedeutungsvollen Tag!!!!

                  WIr sind beide katholisch und mein Freund ist (aus verschiedenen Gründen) ausgetreten - trotzdem wollte er unbedingt die Kinder taufen lassen, ich hätte gewartet bis sie sich selbst entscheiden könnten. Natürlcih haben wir sie dann taufen lassen und für beide Pfarrer war der Kirchenaustritt meines Freundes auch kein Problem.

                  LG,

                  Hermiene

          (14) 04.01.12 - 20:28

          #danke

          (15) 05.01.12 - 01:00

          Hi!

          Bei einigen Punkten bin ich ganz bei dir;-), aber:

          "Alles nur, weil man einmal einen "Schwur" geleistet hat? Steht in der Bibel nicht, dass man nicht schwören soll?"

          Es geht bei der Trauung nicht wirklich um einen Schwur, sondern eher um einen Bund. Solche werden durchaus auch in der Bibel geschlossen.

          "Entweder ich erkenne eine ev. Ehe als vollwertig an oder nicht. Aber ich kann nicht sagen einerseits ist es kein Sakrament und kommt eher einer Segnung gleich."

          Soweit ich weiss, steht im CIC ziemlich klar und eindeutig, dass eine Ehe sakramentalen Charakter hat, wenn eine Ehe zwischen zwei Christen geschlossen wird. D.h. Wenn zwei Protestanten heiraten anerkennt die kath. Kirche die Ehe vollständig an und bezeichnet sie durchaus als Sakrament, welches sich die Eheleute gegeben haben. Deshalb kann die kath. Kirche, diese Ehe trotz ziviler Scheidung auch nicht einfach als aufgelöst oder ungültig betrachten, auch wenn es bei der ev. Kirche so ist. Aus Sicht der kath. Kirche wurde das Sakrament gespendet und kann nicht wieder oder nur schwerlich gelöst werden. Einen neues Ehesakrament kann nur empfangen werden, wenn man im Witwenstand neu heiratet oder wenn die Ehe von Beginn an ungültig war.

          Und zuletzt:
          "Warum soll man bis das der Tod einen scheidet, ein Leben neben einem Alkoholiker, Schläger oder ähnlichem aushalten?"

          "Ich hoffe für Sie, dass sie nie bis an ans Lebensende an einen Menschen gefesselt sein werden, der nicht mehr derselbe ist, wie die Person, die man einmal geheiratet hat.

          Denn ob all dies Erdulden und Ertragen einen Platz im Paradies sichert, ich weiß es jedenfalls nicht. "

          Das alles verlangt die kath. Kirche nicht. Es gibt das Recht sich zu trennen (ebenfalls CIC), gerade und vorallem, wenn solche schwerwiegenden Gründe vorliegen.

          Grüsse

          serdes

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