"Standesamtrede" - nix persönliches?

    • (1) 22.05.12 - 22:48

      Hallo Zusammen,

      wir heiraten Mitte Juni und unsere Standesbeamtin hat damals bei der Anmeldung zur Eheschließung nichts bzgl. unserem Kennenlernen o.ä. gefragt! Is das normal? Wird da einfach nur ein Standardtext runtergerattert? Wie war das denn bei Euch?

      • War bei uns genauso. Allerdings haben wir am selben Tag auch kirchlich geheiratet und die Pastorin hat schon im Vorgespräch mit uns persönliches abgefragt um es dann in der Kirche bei ihrer Ansprache zu verwenden.

        Ich bin Standesbeamtin in einer kleinen Gemeinde. Wer bei uns heiratet, macht die Anmeldung persönlich bei mir und ich lerne "meine Kundschaft" bei diesem Gespräch auch ein bisschen kennen und kann mir Notizen machen, die ich dann für meine Rede verwende.

        In größeren Städten ist es aber meist so, dass ein Sachbearbeiter nur für die Anmeldungen zuständig ist und der Eheschließungsstandesbeamte das Paar dann erst bei der Eheschließung sieht.
        Wenn dann im 20 min Takt getraut wird, hat man eben "Standardansprachen".

        Bei meiner eigenen Eheschließung hat mich mein Ex-Chef (Bürgermeister meiner Heimatstadt, wo ich die Ausbildung gemacht habe) getraut. War natürlich sehr persönlich.
        Der eigentliche Standesbeamte macht aber auch nur Standardansprachen, da es dort so läuft, dass die Anmeldung bei einem anderen Kollegen gemacht wird.

        Ansonsten würde ich einfach mal nachfragen ob Ihr etwas persönliches einbringen könnt, dass dann bei der Trauung verwendet wird.

        Hallo.

        Ich war vor kurzem (18.05.2012) bei einer Hochzeit (Standesamt) und es war vieles Persönliches dabei.

        Es hörte sich so an, wie eine kleine Geschichte, die bis zur Trauung (wie man da gerade sitzt) geschrieben wurde und alles was danach kommt ist dann halt die Fortsetzung.

        Angefangen halt wo man sich kennengelernt hat (zB.: Disco) und dass man auf einen Anruf gewartet hat oder angerufen und sich immer wieder mal getroffen hat usw.
        Und was man so noch zusammen unternommen hat *so wichtige Station - oder Dinge die sich wiederholen* bis zum Zeitpunkt JETZT - da kam halt die Überleitung nach dem Motto: und nun haben sie sich entschieden sich das Ja-Wort zu geben usw..... und dann halt Ringtausch...
        Dann wurde noch ein kleiner Textteil von Silbermond / Das Beste vorgelesen.
        Achso: Beide Lieder die vom Brautpaar ausgesucht wurden, wurden komplett abgespielt *weiß nicht, ob das auch überall gemacht wird / fand ich aber gut, nur dass die Standesbeamtin im Lied 3-4x erwähnte: Das ist nun ihr Lied, das hören wir uns komplett an*

        Alles in allem war es sehr schön gemacht, vom Text her *man merkte, dass sich die Standesbeamtin Mühe gegeben hat, es zu personalisieren auf die Beiden*
        Ich fand es nur blöd, dass sie alles abgelesen hat (ja auch der erste Teil: Mein Name ist .... hatte sie den Blick auf ihren Zettel) - wäre wahrscheinlich besser gewesen, sie hätte sich nur Stichpunkte gemacht und erzählt *aber vielleicht fühlte sie sich so sicherer*

        Ich weiß ja nicht ob ihr noch nen Vorab-Termin habt - aber ich weiß, dass das Brautpaar 2 Wochen vor der Hochzeit noch einen Termin bei der Standesbeamtin hatte. Vielleicht haben sie die persönlichen Sachen da abgesprochen *das weiß ich leider nicht, aber könnte ja sein*

        Jetzt bin ich noch trauriger, dass ich mit fast 29 Jahren nicht in den Genuss des heiratens gekommen bin :-(

        LG

      • Hallo,

        da ich auch eine Standesbeamtin bin, kann ich Dir meine Erfahrungen mitteilen.
        Wir haben jährlich ca. 250 Eheschließungen. Die Anmeldung der Eheschließung erfolgt
        bei den Kolleginnen im Heiratsbüro.

        Da ich im Geburtenbüro tätig bin, sehe ich das Brautpaar vor der Eheschließung nicht.

        Nur zur Info, wir sind acht Standesbeamte -verteilt im Heirats-, Geburten- und Bestattungsbüro.
        Somit sieht das Brautpaar bzw. der Standesbeamte sich erst im Trauraum.

        In kleineren Gemeinden kennen sich die meisten eher noch persönlich.

        Persönliche Ansprachen kann auch ein Trauzeuge, Familienmitglied, Freund etc. vortragen.

        Für längere Ansprachen kann auch ein freier Redner engagiert werden.

        LG
        M.

        hi,

        wir haben ziemlich weit weg von unserem wohnort gehreiratet und die standesbeamtin wollte extra, dass wir hinkommen, damit wir ihr noch einige sachen über unser gemeinsames leben erzählen. mit viel anstrengung und planung habe ich es dann geschafft und war drei stunden bei der standesbeamtin. ende vom lied war, dass ich ihr ganzes leben kenne, fotos ihrer familie sah, sie mir von ihren umbauplänen vom haus erzählte und so weiter.

        die trauzeremonie hat eine andere standesbeamtin vorgenommen und lediglich unsere namen waren das "persönliche" und trotzdem war es wunderschön. es war ein sehr, sehr schöner text und danach haben uns einige leute gesagt, dass sie ganz beeindruckt von der trauung waren und es vom text her das beste war, was sie je gehört hatten.

        allerdings habe ich mich auch um musiker bemüht, die die trauung lockerer machten. hätten wir diese nicht gehabt, wären wir in 15 minuten wohl schon wieder draußen gewesen. es war alles ziemlich schnell.

        eine halbe stunde vor uns hat ein paar geheiratet (wir waren die letzten an dem tag, daher konnten wir uns zeit lassen) und meine größte angst war es, dass es so abgeklatscht aussieht, die raus und wir rein, gäste vermischt oder wir stehen schon draußen, während die noch am reis werfen sind. 10 minuten vor trauung waren wir dann vor ort und außer ein paar reiskörnern auf der straße war von den anderen nichts zu sehen, die waren schon lange mit dem auto weg!

        wie gesagt, ich war mit unserer trauung, auch wenn nichts persönliches vorkam, mehr als zufrieden. persönliche worte gab es auf der feier genug. ich habe meinen mann für die zeit an meiner seite gedankt und damit alle zu tränen gerührt.

        lg

      • wir hatten auch nichts persönliches in unserer trauung, aber trotzdem war es wundervoll!!

        die standesbeamtin hat ein puzzle vorbereitet was wir innerhalb einer minute machen musste, die trauzeugen musste vorher eins rausholen und in der rest zeit die stücke noch einsetzen....auf dem puzzle stand dann ein toller spruch, der uns unsere ehejahre bisher immer sehr gut begleitet hat und manchmal zu 100% gestimmt hat......man kann fast sagen, hätten wir mal immer nach dem spruch gehandelt, wären wir ohl nicht schonmal kurz vor einer trennung gestanden...

        und den rest der rede hat sie halt af dem spruch passend abgestimmt, ich fand es toll....aber im prinzip ists wurst was da gelabert wurde....am schönsten ist ja dann doch das ja sagen, der ringtausch und der kuss......gesagtes vergisst man so schnell, ein ja behält man im herzen :)

        Also wir haben neulich in Freiburg geheiratet (also auch ein relativ großes Standesamt) und wir haben unsere Standesbeamtin vor der Trauung noch nie gesehen. Trotzdem hat der Mitarbeiter, der mit uns das Vorgespräch gemacht hat, ein paar persönliche Details erfragt. Nicht viele, aber immerhin. Wir haben dann z.B. gesagt, dass wir bei der Trauung fast auf den Tag genau 3 Jahre zusammen sein werden (lediglich 2 Tag liegen dazwischen). Die Standesbeamtin hat das dann eingebaut. Das hat der Sache einen persönlichen Touch gegeben, auch wenn es ansonsten wohl ihr Standardtext war. Ich denke das könnte jedes Standesamt hinbekommen, egal ob groß oder klein!

        LG Brijuni

        Hi,

        kann auch ein Vorteil sei #schwitz
        Uns hat der Bürgermeister vor Ort getraut und er wollte besonders witzig und persönlich sein aber das ging komplett in der Hose, war eher a bisserl peinlich, weil er sich gerne selber reden hört und ziemlich eingebildet ist.

        Dann lieber Ruckzuck nett und fertig.

        Grüsse
        lisa

        Hallo,

        grundsätzlich ist die standesamtliche Trauung nur ein Verwaltungsakt. Wenn Du es persönlicher haben möchtest, ruf doch nochmal an und frag, ob die das machen wollen und können.

        Gruß Lucccy

        Das kenn ich so nicht. Wir haben die Anmeldung der Eheschließung bei der Beamtin gemacht, die uns dann trauen sollte. Sie hat mit uns gesprochen und sich Notizen gemacht. LEider wurde sie in der Woche vor der Hochzeit krank #schock Also bekamen wir Mittwoch nachmittag einen Anruf, von ihrer Kollegin, die uns über die Umstände informierte und wir haben nochmal telefonisch die Notizen der Kollegin besprochen. Sie hat trotz der kurzen Zeit eine schöne Rede geschrieben und es war toll- obwohl ich mich an den Inhalt nicht mehr genau erinnern kann, da läuft irgendwie alles wie im Film ab :-)

        Vielleicht könnt ihr aber ein Ehegelübde einbauen? Das ist was ganz persönliches, wo jeder von euch zu Wort kommt und ihr dem anderen noch einmal sagt, was ihr für ihn empfindet.

        LG Steffi

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