Standesamt

    • (1) 27.09.13 - 12:54

      Hallo liebe Urbiagemeinde,

      brauche mal dringend eure Ideen. Ich komme einfach nicht weiter :(

      Folgendes Problem.

      Wir heiraten nächstes Jahr im Mai. Location ist (nach langer Suche) gebucht. Dj und Moderation steht auch schon fest. Die Location liegt ca 40 km von uns weg. Wir feiern mit ca. 80-90 Personen. Die Hälfte der Gäste muss eine Strecke von 50 km fahren, die andere Hälfte ca.400 km. Jetzt sollte die Feier um 15 Uhr beginnen bzw. die Gäste sollten um 15 Uhr an der Location antreffen, dort gibt es dann Sektempfang mit Canapes, Kaffee und Kuchen gibt es erst gegen 22 Uhr (deutsch-russische Hochzeit).

      Meine Vorstellung war, dass wir uns gegen 14 Uhr standesamtlich Trauen lassen, denke das dauert ca.20-30min. Das Brautpaar würde dann zum Fotoshooting verschwinden und die Gäste sollten dann zur Location fahren.

      Und nun zu meinem Problem:

      Wir finden,

      1. kein Standesamt was an einem Samstag nach 12 Uhr traut,
      2. überhaupt soviel Platz hat, dass ca.90 Personen mit dabei sein können. :(

      Mein Wunsch war eine Trauung im Freien an einem Schlösschen oder an einem See. Aber da sind die Standesämter auch extrem unflexibel. Machen nur sehr sehr wenige und die haben meistens nur eine Samstagtrauung im Monat, die nicht auf unser Datum fällt.

      Naja, wie auch immer. Falls wir nun doch um 12 Uhr die Trauung abhalten müssen, was mache ich die 2 1/2 Std mit meinen Gästen???

      Ach ich finde das langsam extrem Deprimierend.

      LG
      wedding-in-the-sun

      PS: Ich habe mein Brautkleid gebraucht gekauft, ist in einem top Zustand, muss es aber wohl etwas ändern lassen. Einen Schneider kenne ich leider nicht. Denkt ihr ich könnte das in einem Brautgeschäft machen lassen? Komme aus dem Raum Düsseldorf in NRW.

      • Hi,

        wow, 90 Personen zur Trauung ist schon mal ne Hausnummer... Kenne ehrlich gesagt kein Standesamt wo so viele Leute reinpassen. Alternative wäre vielleicht ne Videowand, also Übertragung nach draußen. Aber wem nehmt ihr dann mit rein und wem sagt ihr, sorry nur Außenansicht möglich...?

        Was hälst Du/ihr denn von einer freien Trauung unter freiem Himmel? Also ihr geht zu zweit oder nur jeweils mit den Eltern auf ein Standesamt, lasst euch trauen und haltet dann nochmal eine freie Trauung mit allen Gästen ab. Da seid ihr unabhängig von Zeit und Ort. Suche bei g**gle doch einfach mal nach freien Traurednern und lasst euch beraten.

        Wegen Deinem Kleid würde ich auch über g**gle oder örtliches Telefonbuch nach Schneidern schauen. Im Brautladen denke ich kommst Du teurer oder sie machen es evtl. gar nicht, weils nicht bei denen gekauft wurde.

        Viel Erfolg.

        LG bernina

        ich wollte das gleiche wie bernina vorschlagen. also die trauung alleine (oder fast) ein paar tage davor. oder am samstag vormittag nur mit den eltern zum beispiel.

        und dann eine freie trauung entweder gleich bei der location oder an einem nahegelegenen ort. so eine freie trauung muss ja nichts religiöses sein, aber einfach jemand, der nochmals ein schöne zeremonie mit ein paar gedanken zum thema partnerschaft und ehe macht.

        grüsse, ks

        Hallo,

        bei uns war es ähnlich...

        Wir wurden um 12 Uhr getraut. Wir haben auch "nur" standesamtlich geheiratet. D.h. auch wir durften nur wenige Gäste mitnehmen. Unsere Gäste kamen auch alle von weit weg. Einige wollten unbedingt bei der Trauung dabei sein. Die Trauung fand um 12 Uhr statt, die Feier um 17 Uhr. Die Gäste, die mit im Standesamt dabei waren, sind einfach nach der Trauung in die einzelnen Hotels gefahren um dort einzuchecken. Das zieht sich ja dann auch erstmal hin.

        Und die Gäste, die dann erst zur Feier kommen, brauchen ja nicht so früh anreisen.

        Wie lange soll Euer Fotoshooting denn dauern? Wieso sollen Eure Gäste denn überhaupt um 15 Uhr in der Location sein, wenn Ihr sowieso erstmal zum Fotos machen weg seid?

        LG

      • Das ist normal für Standesämter - wie wäre es denn mit einer standesamtlichen Trauung im kleinsten Kreis und einer freien Trauung, wo alle dabei sind?

        Ich habe jedenfalls noch keine standesamtliche Trauung mit 90 Personen erlebt.

        • Wir waren so viele Personen bei der standesamtlichen Trauung.
          Hier kann man nämlich im Heimatmuseum im Freien unter einer großen Linde heiraten oder- wie bei uns wegen des schlechten Wetters - in einem Raum im Heimatmuseum.
          Und da werden Trauungen auch samstags nachmittags abgehalten, ggf. auch noch um 17 Uhr - wenn auch nur an einem Samstag pro Monat- aber wenn man sich rechtzeitig informiert, wie die Termine sind, kann man ja auch die Location danach aussuchen - und nicht umgekehrt.......

          Getraut wird - zumindest hier in Hessen - nur in Räumlichkeiten die allgemein für diese Funktion gewidmet sind. D.h. man kann nicht einfach sagen, ich möchte an diesem See oder in dieser Burg getraut werden, wenn das kein "genehmigter Trauort" ist. Aber zumindest hier im Umkreis gibt es einige Möglichkeiten, sich woanders als im meist kleinen Trauzimmer des Rathauses trauen zu lassen.

          Wenn ihr das nicht schon gemacht habt, dann würde ich nochmal alle Standesämter in der Nähe eurer Location abtelefonieren, ob bei denen größere Trauräumlichkeiten vorhanden sind und ob die das an eurem Wunschtermin machen würden. Ihr müsst ja nicht in dem Standesamt eures Wohnortes getraut werden.

          Wenn die Trauung wirklich schon um 12 Uhr ist und es euer Essen dann erst gegen Abend gibt, würde ich mir überlegen, doch etwas mehr anzubieten als kleine Häppchen, denn vom Frühstück wird es dem ein oder anderen dann vielleicht doch etwas lang. Vielleicht eine Suppe oder so.

          LG

      Also 90 Personen ist ja wirklich viel. Ich komme auch aus dem Raum Düsseldorf und wir hatten vor unserer kirchlichen Trauung die standesamtliche Trauung in einem kleinen Museum, direkt neben der Kapelle. Wir waren um die 30 Personen und füllten das kleine Museum zu einem Drittel aus, also hätten noch 60 mehr reingekonnt (rein theoretisch), aber die 60 hätten das Paar sicher nicht sehen, aber hören können. (Räumlichkeiten gemütlich und verwinkelt und voll mit Ausstellungsstücken7Möbeln) Du musst ja nicht in deinem Wohnort zum Standesamt, hast du in Nachbarorten auch schon gefragt?

      Gibt es in deiner Nähe keine Änderungsschneiderei? Google da mal oder guck im Branchenbuch.

      LG
      Merline

      Mit ein paar Scheihnchen extra ist doch bestimmt was zu machen ;-)#kratz.
      Finde es schon schade das die Standesämter sich so quer stellen auch am Sa zu trauen.

      Das Problem haben wir zum Glück nicht.

      Lg und alles Gute

      • Ich bin Standesbeamtin und kann Dir versichern, dass auch die paar Scheinchen extra nicht helfen.

        Ein Standesamt hat nur bestimmte Räumlichkeiten zur Verfügung, die extra für Trauungen "gewidmet" sind und bestimmte Voraussetzungen erfüllen müssen.
        Es ist also Sache der Stadt/Gemeinde, wo überall getraut werden darf.

        Wir bekommen für die Samstagstrauung übrigens kein Extrageld, auch wenn die Trauungen extra kosten!
        Auch wir haben Privatleben und möchten unser WE nicht ständig unterbrechen um jemanden an 52 Samstagen im Jahr zu verheiraten.
        Zumal es für uns auch schwierig ist, immer so weit vorzuplanen!

        90 Personen ist eine Hausnummer, die wir in unserem Ort mit 2 Räumlichkeiten überhaupt nicht wuppen könnten. Auch in der nächstgrößeren Stadt ist es schlicht unmöglich, so viele Leute unterzubringen.

        Vielleicht sollten die Bräute in spe mal grundsätzlich daran denken, dass die standesamtliche Trauung eigentlich "nur" ein Verwaltungsakt ist, der normalerweise sehr nüchtern vollzogen wird.
        Dass wir versuchen, diesen Akt etwas festlicher zu gestalten, ist unser Entgegenkommen (und es macht auch Spaß).
        Wir sind aber nicht die Eventhansel für das Brautpaar.

        Standesamtliche Trauung im kleinen Kreis und danach große Feier mit allen Gästen!

        • (10) 28.09.13 - 20:03

          Hi,

          da muss ich Dir zustimmen.

          Auch wenn wir in der Großstadt ein größeres Trauzimmer haben, ab 40 Personen ist Schluß. Früher haben wir "reingequetscht" was ging. Das waren etwa 70 Personen, aber das war auch nicht mehr schön.

          In den Sommermonaten haben wir jeden Samstag 8 Termine, die sich aber glücklicherweise auf viele Standesbeamte verteilen.

          Es ist also schon ein Unterschied, ob man drei, vier mal im Jahr samstags arbeitet, oder fast jeden Samstag trauen darf. Zumal unter der Woche, ja auch das Publikum bedient werden will. Das würde in eingen kleineren Städten und in Gemeinden für den Standesbeamten eine 6-Tage-Woche bedeuten.

          Abgesehen davon ist der Bedarf an Wochenendtrauungen enorm. Soviel Nachfrage, wie in der Großstadt vorhanden ist, könnten wir zumindest von Mai bis September an jedem Samstag 100 und mehr Trauungen durchführen. Abgesehen vom Personal, sind da noch die begrenzten Räumlichkeiten. Und alle 10 Minuten eine Trauung will ja auch niemand...

          Viele Grüße,
          lachris

          • (11) 28.09.13 - 21:14

            Eben.
            Ich bin nicht nur Standesbeamtin für Trauungen, sonder das laufende Tagesgeschäft muss ja auch noch gemacht werden.
            Dadurch, dass wir eine kleine Gemeinde sind, ist unser Standesamt auch noch zuständig für Friedhofsverwaltung (geschickt, weil Sterben und Beerdigen Hand in Hand laufen), Gewerbe, Renten und Soziales.
            Wir sind 2 Standesbeamtinnen im Jobsharing - d.h., wir arbeiten Teilzeit und müssen die kompletten Trauungen abdecken.
            Momentan ist es noch so, dass wir keine bestimmten Samstage anbieten. Wenn eine Anfrage kommt und wir haben privat noch nichts vor, dann nehmen wir den Termin an.
            Gut, das sind bei uns ca. 30 im Jahr, kein Vergleich zu ner großen Stadt, aber wir haben ja auch noch ein Privatleben und Familie.
            Zusätzlich machen wir Vertretung im Einwohnermeldeamt.
            Und dann möchten wir ja dem Brautpaar trotzdem einen schönen Moment bescheren und versuchen bei der Anmeldung einige private Dinge rauszukriegen um die Rede dann individuell auf das Brautpaar zu schreiben.
            In der Regel schreibe ich die Traureden immer zuhause, irgendwann abends.

            Unsere Hauptamtsleiterin und auch der Bürgermeister sind derzeit dabei zu überlegen ob wir die Samstagstrauungen entweder auf bestimmte Termine beschränken oder sogar ganz streichen und dafür dann eben die Möglichkeit eines Freitagnachmittag anbieten.
            Ich selber habe übrigens standesamtlich Freitags um 17.00 Uhr geheiratet und danach eine große Party mit 150 Gästen gefeiert.

            LG
            Jenny

            • Ich denke, es widerspricht dem dienstleistungsgedanken. Die meisten Leute haben keinen freien Samstag, also warum sollen Standesbeamte da nicht arbeiten, dann gibt es halt einen anderen Tag frei. Bei uns ist Samstag kein Problem, es kostet halt mehr.

              Der Beamte sollte für den Bürger da sein. Dieser zahlt ja auch für dessen Arbeit. Über steuern, abgaben und gebühren.

              Gruß

              Manavgat

              • Bei uns ist Samstag auch kein Problem aber eben nicht alle 52 Samstage im Jahr.
                Und ich finde es mittlerweile schon etwas dreist, dass man seine Hochzeit bis ins Detail plant und dann ganz zum Schluss erst auf "uns" zukommt und teilweise auch sehr ausfallend wird, wenn es eben nicht klappt.

                Ich bin übrigens nicht verbeamtet und zahle ebenso Steuern.
                Wir bieten 5 Tage die Woche eine Dienstleistung an und auf Anfrage auch gerne Samstags - aber eben nicht jeden Samstag.

                • Also Ausfallend war hier, glaube ich, keiner. Trotzdem ist es schon nicht schön, wie sich manch ein Standesbeamter querstellt.

                  Für sehr viele Bürger ist eine standesamtliche Trauung sehr wichtig. Es gibt genug Leute die nicht in der Kirche heiraten dürfen/wollen. Die sich keinen freien Redner/Theologen zusätzlich leisten können. Eine Hochzeit ist extrem Teuer und ist hoffentlich ein einmaliges und einzigartiges Erlebnis im Leben. Und da ist halt die standesamtlich Trauung das A und O.

                  Da ist es schon enttäuschend, wenn man sich seine Vorstellungen nicht erfüllen kann, weil Standesbeamte keinen Schritt von ihren Regeln und Vorgaben abtreten. Was spricht dagegen wenn das Brautpaar sich einen schönen Ort in der Nähe des zuständigen Standeamtes aussucht, um dort im Freien zu Heiraten? Wieso muss es unbedingt ein Trauzimmer sein? Wieso darf die Familie nicht komplett zusammen feiern? Wieso muss man einen Teil seiner Familie von dem wichtigsten Moment an diesem Tag ausschließen?

                  Diese ganze Bürokratie könnte man vermeiden. In vielen anderen Ländern der Welt kann man sich überall und zu jeder Zeit Trauuen. Das sollte man hier langsam auch einführen.

                  Und noch was, wenn ich meine Hochzeit nach den Vorstellungen eines Standesbeamten feiern würde, dann würde ich wahrscheinlich die nächsten 2 Jahre nicht verheiratet sein. Denn dann hätte ich keine Location, keinen DJ und das wichtigste: Keine Gäste.

                  • ...Da ist es schon enttäuschend, wenn man sich seine Vorstellungen nicht erfüllen kann, weil Standesbeamte keinen Schritt von ihren Regeln und Vorgaben abtreten. Was spricht dagegen wenn das Brautpaar sich einen schönen Ort in der Nähe des zuständigen Standeamtes aussucht, um dort im Freien zu Heiraten? Wieso muss es unbedingt ein Trauzimmer sein? Wieso darf die Familie nicht komplett zusammen feiern? Wieso muss man einen Teil seiner Familie von dem wichtigsten Moment an diesem Tag ausschließen?...

                    Das liegt aber nicht am Standesbeamten. Wir haben Vorgaben an die wir uns halten müssen - ob wir das nun selber gut finden oder nicht.

                    Natürlich merken auch die Verantwortlichen, dass es immer mehr standesamtliche große Trauungen gibt und dass die Leute diesen Akt auch feierlich haben wollen und die standesamtliche Zeremonie die kirchliche Zeremonie ersetzt.
                    Es gibt ja auch schon Standesämter die sehr schöne Räumlichkeiten anbieten - sofern vorhanden.
                    Es ist aber auch ein personelles und organisatorisches Problem.

                    https://www.mannheim.de/presse/neu-eheschliessungen-unter-freiem-himmel
                    http://www.swp.de/geislingen/lokales/taele/Standesamtliche-Trauungen-im-Freien;art5565,2102591
                    http://wadgassen.de/fileadmin/user_upload/Buergerservice/Standesamt/Eheschl__ausserhalb_d__St_Amt_Veroeffentlichung_12_08_2010.pdf

                    Ausfallend wurde hier im Forum keiner. Das bezog sich auf Erfahrungen, die wir hier gemacht haben, im Standesamt.
                    Meist wenn es um die Beschaffung von Papieren geht. Es müssen einfach bestimmte Dinge vorgelegt werden, da kann und darf ich keine Ausnahme machen.
                    Oder auch Wunschtermine, die wir nicht berücksichtigen können
                    Ostersamstag, Heiligabend, Silvester - alles schon gehabt.

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