heimliche Trauung - wie den Eltern/Schwiegereltern mitteilen?

Hallo zusammen,

mein Verlobter und ich heiraten am 29.03.2017 an der Ostsee heimlich.
Als Gast ist nur unsere gemeinsame 4-jährige Tochter anwesend und die Fotografin ;-)

Es weiß niemand bescheid, außer meiner besten Freundin.

Jetzt bin ich nur total ideenlos, wie wir unsere Eltern darüber informieren sollen. Ich will nicht einfach hinfahren und nebenbei sagen, ach übrigens, wir haben geheiratet.
Ich dachte an eine Grußkarte "Just Married", und als Text irgendwie sowas wie Herzlichen Glückwunsch zur Schwiegertochter/Schwiegersohn, oder sowas.

Habt ihr Ideen für mich, wie Ihr es mitteilen würdet?

Vielen Dank schon mal im Voraus.

Liebe Grüße
Jen

Deine Eltern sind dir nicht mehr wert, als so eine geschmacklose "Just married" - Karte?
Hast du kein gutes Verhältnis zu deinen Eltern?
Wenn ihr gerne allein heiraten wollt, ist das zu respektieren, aber warum dürfen sich deine Eltern nicht vorher mitfreuen?

wir wollen es nicht sagen, weil sie es nicht verstehen würden, warum wir in so kleinem kreis heiraten wollen. da es unsere hochzeit ist, wollen wir nicht mit ihnen diskutieren, warum wir den einen oder anderen nicht einladen.

die karte war eine 1. idee...

Also liegt es doch am Verhältnis zu den Eltern. Schade eigentlich.
Im Idealfall sollte das Verhältnis Eltern/erwachsene Kinder von Liebe und gegensetigem Respekt getragen werden.
Für mich als Mutter wäre es die größte "Strafe" gewesen, wenn eine meiner Töchter geheiratet hätte, ohne dass ich davon weiß.

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Ganz ehrlich? Wenn ich meinen Eltern nachträglich so eine Karte servieren würde, würden sie mich vor die Tür setzen - zu Recht.

Ich habe Verständnis dafür wenn ihr alleine heiraten wollt (auch wenn ich es nicht nachvollziehen kann. Ich persönlich möchte meine Familie dabei haben, aber das ist jedem selbst überlassen). Eure Familien werden aber - zu Recht - traurig / sauer / enttäuscht darüber sein, dass ihr dieses Erlebnis nicht mit ihnen teilen wolltet. Ihnen dann noch eine pseudo-witzige Karte zu überreichen, die das ganze auch noch verbildlicht fände ich ziemlich dreist.

Seid doch konsequent und behaltet es für Euch. Solch eine Karte finde ich total peinlich und unangebracht.

Warum willst du es Ihnen überhaupt sagen?

Wenn ihr ohne Eltern heiraten wollt ok...traurig für die Eltern aber eure Sache. Aber es ändert sich ja nichts und irgendwann bekommen sie es schon mit. Einen Grund euch zu gratulieren haben sie ja nicht.

Hallo Jen, ich kann deinen Beweggrund zur "heimlichen" Hochzeit absolut nachvollziehen. Auch ich habe meinen jetzigen Mann vor knapp einem Jahr im kleinsten Kreis geheiratet, d.h. nur unser Sohn war dabei. Wir haben im Vorfeld einige Feiern, auch im engsten Familienkreis, erlebt und festgestellt, dass Familienmitglieder zu Hochzeitsmonstern werden ... da wurde dann rumgemäkelt an der Sitzordnung, Rechenschaft gefordert über Kleinigkeiten (warum macht ihr das so) und irgendwie war das alles einfach nur stressig für das Brautpaar.
Die Nachricht über die Heirat haben wir unseren Eltern allerdings persönlich übermittelt, allerdings auch erst ca. 1 Monat später und zeitversetzt (wir wohnen weiter weg). Die Reaktion reichte von Freude und Glückwünschen bis hin zu totalem Unverständnis, was aber vorauszusehen war.
Eine Karte hätte ich als feige empfunden und irgendwie doof. Egal wie ihr es macht, steht zu eurer Entscheidung, denn es hat immer irgendjemand was zum Meckern. Ach ja und geniesst v.a. euren Tag, denn das ist er.

Ich würde es auch für mich behalten, oder eben all diejenigen einladen, die es wissen sollen.
Wir haben auch überlegt, wer es unbedingt wissen soll und sich bitte mit uns freuen soll... waren 3 Elternteile (eins verstorben), die einzige Schwester und ein Onkel samt Frau und Kind - also 7 Gäste... die haben es auch erst kurz vorher erfahren und haben sich alle riesig gefreut und gerne mit uns in diesem kleinen Kreis gefeiert. Der Rest der Familie hat es ohne unser Zutun von unseren geschwätzigen ( ;-) ) Müttern erfahren - aber wegen uns hätte es das nicht gebraucht, alle die uns wirklich wichtig sind aus der Familie waren da.
Worauf ich hinaus will: Wer es euch nicht wert ist, mit euch feiern zu dürfen... wozu da dann noch informieren danach? Das nicht einladen ist je nach Bindung schon eine ordentliche Ohrfeige, danach dann noch "juchheisah" informieren ist nochmal ein Tritt in die Magengrube on top. Kann man machen, ist aber kacke.

Ich will nicht einfach hinfahren und nebenbei sagen, ach übrigens, wir haben geheiratet.

Warum nicht? Das ist doch jetzt das mindeste, was ihr machen müsst. Es persönlich sagen und versuchen zu begründen. Ich glaube ihr wisst gar nicht welche Enttäuschung es für eure Eltern ist, es nicht vorher zu wissen und nicht dabei sein zu dürfen. Überlegt euch lieber wie ihr das erklären wollt. Natürlich kann man aber noch mit einer lustigen Karte noch was draufstehen.

Vielen Dank für eure Antworten.

Ich werde hier jetzt nicht weiter darauf eingehen, wie unsere Familienverhältnisse sind und warum wir uns so entschieden haben.

Wie schon gesagt, diese Kartenidee war ein 1. Gedanke, der nicht gut war.

Mein Verlobter und ich werden uns nochmal ein paar Gedanken dazu machen.

Wenn das Verhältnis eh nicht so dolle ist, dann würde ich gar nichts sagen.
Ihr wollt sie nicht dabei haben, nur für Euch heiraten und dann bleibt es auch Eures.

Sonst könnte man meine, ihr sagt es nur wegen irgendwelcher Geschenke.

Wir haben standesamtlich nur zu zweit im Winterurlaub geheiratet. 1,5 Jahre später war dann die kirchliche Trauung im großen Kreis. Dies wurde vorher an alle Verwandte klar kommuniziert, jeder wußte Bescheid. Verstehe auch nicht, warum man das verheimlichen sollte. Jedes Brautpaar feiert so, wie die beiden das für richtig halten.
Wir haben nach der standesamtlichen Hochzeit ein paar nette Zeilen gedichtet und von unserer Trauung berichtet und mitgeteilt, dass wir uns darauf freuen, mit allen in 1,5 Jahren kirchlich zu feiern, dazu Bilder von der Trauung.
Alle haben sich riesig mit uns gefreut und uns beglückwünscht.

Und total schön fand ich, dass zum Zeitpunkt unserer Trauung zu zweit sich am anderen Ende Deutschlands meine Eltern und Schwiegereltern getroffen haben und gemeinsam essen gegangen sind und auf uns beide angestoßen haben.

Plant ihr denn eine Nachfeier oder wenigstens ein gemeinsames Essen später? Darauf würde ich dann Bezug nehmen, in welcher Form auch immer ihr es dann euren Eltern mitteilt.

Hallo,

Wenn ich richtig gelesen habe könnte eure Beziehung zu den Eltern besser sein. Die Wahrscheinlichkeit dass sich also der Nachwuchs verplappert ist Gering?

Eine Karte würde ich nicht machen weil es wie "gewollt und nicht gewusst wie" ausschaut . Die Arbeitskollegjn meines Vaters hat es ähnlich wie ihr gemacht und den Mund gehalten. Irgendwann fielen dann die ringe auf und dann wurde es gesagt.

Mein Mann und ich haben uns übrigens heimlich verlobt und nach den Reaktionen danach einen großen Polterabend gemacht wo sich die Eltern einmischen konnten. Dafür war die Hochzeit dann so dass keiner was wusste bis auf tag,Zeit und Ort ????

Viel Glück geli

An sich finde ich nichts schlimmes daran im kleinen Kreis zu heiraten. Aber ich würde es vorher sagen.

Ich hoffe nur das meine Tochter mich bei ihrer Hochzeit dabei haben möchte. Sie darf gerne ganz klein Heiraten. Aber ich möchte liebend gern beim ja Wort dabei sein und ein Taschentuch benutzen.
Es wäre ein Schlag ins Gesicht wenn sie iwann kommt und sagt sie ist verheiratet. Würde mir echt Gedanken machen warum sie mich nicht dabei haben wollte. Und ich denke auch das die Mutter-Tochter-beziehung einen knacks bekommt.
Zumindest die Eltern und Großeltern gehören für mich mit dazu.

Würdest du nicht auch gern bei deiner Tochter dabei sein? Oder zumindest vorab davon wissen?

Oder zumindest dann nach der Hochzeit essen gehen und das so feiern mit den Eltern. Damit würde ich mich auch arrangieren können. Nur das heimlich wäre für mich nicht schön

Die Diskussion kann beendet werden.

Wie es der Teufel will, haben meine Schwiegereltern in Spee es selbst herausbekommen.

Also haben wir es ihnen und meinen Eltern erzählt. Sie haben sich alle total gefreut, und niemand hat uns Vorhaltungen gemacht, dass wir uns so trauen lassen, wie wir es wollen. Alle fanden es gut, dass wir uns endlich trauen lassen, da wir ja schon fast 20 Jahre zusammen sind.

Also muss sich niemand mehr indirekt äußern, was wir für schlechte Menschen sind (mehr oder weniger), weil wir es auf unsere Weise machen, ohne die Eltern und alle anderen im Vorfeld zu informieren.

Wir lagen mit unserer ursprünglichen Vermutung falsch, dass sie es nicht verstehen würden. Da sind unsere Eltern doch offener und moderner, als vielleicht andere hier in der Runde.

Es ist auch interessant zu lesen, dass man automatisch ein schlechtes Verhältnis zu den Eltern/Schwiegereltern haben muss, wenn man mal nicht das Standartprogramm einer Hochzeit durchziehen möchte.

Leben und leben lassen!

Ich wünsche euch dennoch einen schönen Sonntag.

Hallo,

ganz einfach: viele Mitglieder haben hier selbst Kinder. Wir als Eltern sind bei den wichtigsten Ereignissen unserer Kinder dabei - angefangen von der Geburt, vom ersten Schritt, vom ersten Wort, der Einschulung, der ersten guten Note, der ersten schlechten Note, der ersten Liebe, Liebeskummer usw. Wir freuen und leiden mit den Kindern. Wir machen uns ständig Gedanken, Sorgen, Vorwürfe, sind aber voller Liebe und Stolz. Kannst Du nicht verstehen, daß wir auch gern bei der Hochzeit dabei sein würden? Oder wir möchten es doch gern wissen. (Ich gehe einfach mal von normalen Familienverhältnissen und -beziehungen aus.)
Nein, ich bin kein Fan von heimlichen Hochzeiten und Wir-wollen-nur-für-uns-sein. Zwar haben wir als Eltern kein Anrecht auf die Anwesenheit der Hochzeit, aber ich hoffe, daß die Kinder es verstehen, daß wir gern diesen Moment mit ihnen teilen möchten. Und dann komme ich Respekt zurück - wir als Eltern müssen das Leben der Kinder respektieren, ihren Weg, ihre Entscheidung, wie sie leben wollen. Aber haben wir Eltern nicht auch etwas Respekt verdient, um bei der Hochzeit auf eine Art und Weise dabei zu sein, selbst wenn sie nur zu zweit bei der Hochzeit sind?
Ich verstehe es nicht, warum Eltern und Schwiegereltern von einer Hochzeit oder Hochzeitsfeier ausgeschlossen werden, aber später sollen sie auf die Enkelkinder aufpassen, Interesse zeigen, beim Hausbau helfen, als Notfallhelfer fungieren, finanziell aushelfen usw.
Schön, wenn Deine Eltern so offen und verständnisvoll reagieren, aber ich glaube, im Innern sind sie doch etwas verletzt.

LG
Enne

Vielleicht wäre es aber auch sehr hilfreich gewesen dieses kleine Detail, dass ihr bereits seid 20 Jahre ein Paar seid mitzuteilen. Natürlich macht man unter diesen Umständen kein Riesenfest mehr, wenn man quasi fast Silberhochzeit feiern kann. Sich jetzt über die Kommentare aufzuregen, wenn man so eine wichtige Info einfach weglässt, ist schon etwas daneben.

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Wir haben die Eltern hinterher zuhause zum Kaffee eingeladen, um denen die "Urlaubsfotos" zu zeigen.war aber unser Hochzeitsalbum.

Wir haben auch heimlich geheiratet. Für uns war es aber eine Muss-Ehe. Wir waren vorher schon 12 Jahre zusammen, hätte auch so bleiben können, aber es gibt halt Umstände, da ist man verheiratet einfach besser gestellt.

Zu seinen Eltern haben wir gar kein Verhältnis. Deshalb wissen die von nichts.

Meine Eltern, zu denen wir übrigens ein sehr gutes Verhältnis haben, haben es zwei Monate später erfahren - an Heilig Abend am Mittagstisch. Meine Mutter kennt ein Pärchen, die auch einfach nur aufs Standesamt gegangen sind und gut war. Da ist es mir dann auch rausgeplatzt. Meine Mutter hat sich gefreut, war gar nicht böse und hatte wirklich für uns Verständnis. Mein Vater hat erst gar nichts kapiert. Vielleicht war er ein wenig traurig, dass er nicht dabei war. Aber letztendlich hat er sich auch gefreut. Meine Schwester hat es nicht so gut aufgenommen. Aber auch das ist vergessen. Sie hat dann übrigens im Mai darauf groß gefeiert. Das fand meine Mutter übrigens total daneben, weil es die zweite Hochzeit meiner Schwester war und meine Schwester immer rumgejammert hat, dass sie nicht viel Geld hat.

Sagt es euren Eltern persönlich. Vielleicht schon vor eurer Reise an die Ostsee. Arrangiert nach eurer Reise ein kleines Familienessen und gut ist. Wenn eure Eltern etwas für euch übrig haben, dann werden sie es verstehen.

Hi!

Ich finde es absolut in Ordnung wie Ihr das vorhabt und würde in Anbetracht der Umstände auch die Eltern formlos informieren und vielleicht später noch mit Ihnen schön essen gehen und das nachfeiern.

Wir haben hier das gleiche Thema - ich würde gerne heiraten und den Tag nur mit meinem Partner begehen. Es ist für mich ausgeschlossen, diesen Tag im Kreise der Familie zu begehen. Meine Familie käme damit gut klar, ob es bei seiner Familie so ist, glaube ich allerdings nicht. Finde diese unterschwellige Erwartungshaltung seiner Familie grauenhaft - mit Mitte 40 sehe ich mich nicht in der Berichtspflicht und auch die Wünsche der Familie spielen für mich keine Rolle

Lg

Wir haben es der Familie von meinem Mann kurz vor der Hochzeit gesagt, wir haben im Ausland geheiratet und die waren nicht eingeladen und wir wollten eigentlich nach der Hochzeit mit ihnen nachfeiern.

Tja, die haben unsere Entscheidung im Ausland zu heiraten nicht nachvollziehen können, es gab keine Gratulation, keine Geschenke, keine Worte, daher auch kein nachfeiern.

Ich wollte damit nur sagen, dass manchmal auch ein vorheriges ankündigen nichts bringt. Wir haben nicht heimlich geheiratet, kennen uns seit 20 Jahren und trotzdem war seine Familie nicht begeistert von unseren Plänen.

Macht das was ihr für richtig haltet.