Regelungen für Ehevertrag bei ungleichem Einkommen?

    • (1) 28.05.17 - 10:14

      Hallo zusammen,

      ich wollte mal fragen, ob ihr mit Eheverträgen geheiratet habt und wenn ja, wie insbesondere die Regelungen bei ungleichem Einkommen und Vermögen aussehen.
      Wir (Beide 26) haben mittlerweile ein einjähriges Kind und aus Gründen der Absicherung ist eine Hochzeit denkbar, allerdings soll es einen fairen Ehevertrag geben, da mein aktuelles Gehalt etwa dem 2,5 fachen meiner Freundin entspricht, Tendenz steigend. Sie hat keine Lust auf eine Karriere und wäre am liebsten Vollzeitmutter, was ich allerdings bewusst nicht möchte. Meine Überlegung war eine 1/3 zu 2/3 Regelung. Diese soll für die Zugewinngemeinschaft und die Altersvorsorge gelten und würde aus meiner Sicht dem Stand entsprechen, als ob wir beide normal weiter arbeiten. Trennungsunterhalt lässt sich nicht ausschließen und sehe ich für das eine Jahr auch als unproblematisch an. Wie sieht es mit dem nachehelichen Unterhalt aus? Diesen würde ich gerne ausschließen, da nach der Ehe jeder für sich selbst verantwortlich sein soll.
      Das Anfangsvermögen und Erbschaften sind soweit ich es bisher verstehe sowieso unberührt von der Ehe und würden bei einer Scheidung rausgerechnet?

      • (2) 28.05.17 - 10:24

        Gibt beim Bundesjustizministerium wunderbare Broschüren über Ehe, Eherecht und Gesetz - welches du auch im Vertrag nicht ausschließen kannst!

        Aber mal im Ernst: ich finde e gut, im Vorfeld auch über den Fall der Fälle zu sprechen (habe ich ebenfalls mit meinem Mann getan), aber manche Sachen KANN man einfach nicht in Geld und andere Sachen auswiegen...

        Deine zukünftige hat bereits Einbußen in Rente und es ist mit Kind relativ unwahrscheinlich, dass sie die Karriereleiter noch sehr viel mehr erklimmen wird-zumal Frauen oft in der Teilzeit-falle stecken.... und unter anderem nehmen die Frauen dies auch auf sich, damit die Kinder der Väter auch versorgt sind!

        Warum macht ihr nicht eine normale zugewinngmeinschaft? Sämtliches Vermögen vor der Ehe bleibt unberührt und auch das Erbe, welches in der Ehe anfallen würde bleibt unberührt (Achtung: gefährliches Halbwissen!) und sonst ist es halt bei euch ich so: du verdienst anscheinend die Kohle, während sie sich für spätere Jahre jetzt schon "opfert", um unter anderem EUER Kind zu betreuen.

        Wie gesagt, vernünftig, den Fall der Fälle durchzukauen, aber es hör sich schon ein bisschen abgeklärt an....

        • (3) 28.05.17 - 10:42

          Danke für deine Antwort :)
          Ich verstehe die Denkweise sehr gut, allerdings habe ich mein hohes Einkommen mit harter Arbeit erreicht. Für Sie steht die Arbeit nicht im Vordergrund, das ist auch absolut in Ordnung. Sie will aus persönlichem Interesse keine Karriere machen.

          Ich möchte nicht, dass Sie zu Hause das Leben einer Hausfrau führt, sondern auch arbeiten geht, die Einbußen durch Teilzeit bin ich auch gerne bereit auszugleichen, ggfs. auch mit nachehelichem Unterhalt.

          Sicherlich klingt das hart kalkuliert, ich habe aber zu viele negative Erfahrungen, was Scheidung und Gerichtsurteile angeht im Familien und Bekanntenkreis erlebt. Ich möchte also nicht nach 20 Jahren vor dem persönlichen Ruin stehen, obwohl ich hart dafür gearbeitet habe.

          • (4) 28.05.17 - 11:12

            Naja, aber sie sitzt ja nicht zu Hause, lackiert sich die Nägel und trinkt Cosmopolitain. Sie betreut Euer Kind. Irgendwie klingt es so, als wolltest Du sie zum Arbeiten zwingen, damit sie Dir nicht auf der Tasche liegt. Vielleicht solltet Ihr das mit dem Heiraten vergessen. Einige wichtige Dinge kann man ja auch so regeln.

            • (5) 28.05.17 - 12:21

              Das behaupte ich auch nicht, Kinderbetreuung sehe ich auch als vollwertige Tätigkeit an, aber mit 3 Jahren wird er auch in den Kindergarten gehen. Mir geht es absolut nicht darum, dass sie mir auf der Tasche liegt. Als Familie teile ich auch gerne mein Einkommen und wenn die Ehe ein Leben lang hält, umso besser. Die Statistik sagt allerdings etwas anderes und ich habe keine Lust möglicherweise als Betrogener auch noch in den finanziellen Ruin getrieben zu werden.

              Von mir aus muss es keine Ehe geben, sie träumt jedoch davon. Das verstehe ich auch und ich möchte ihr auch eine Absicherung geben, falls mir etwas passieren sollte. Es muss ja nicht nur der negative Fall eintreten :)

              • (7) 28.05.17 - 13:25

                Wie gesagt, ich kann es schon verstehen, gerade wenn man im Bekanntenkreis böse Scheidungen mitbekommen hat. Da möchte man bestimmt einige Sachen vorher zumindest Angesprochen haben.

                Mein Mann und ich haben lange über Ehevertrag geredet, uns über Zugewinngemeinschaft informiert- und uns intensiv damit auseinander gesetzt, wie eine Rollenverteilung im Bezug auf geplante Familie aussieht, wer welche Erwartungen hat, welche Ansprüche, und welche Ängste.... Deshalb begrüße ich es wirklich, dass man sich auch über den Fall der Fälle unterhält. (Ob eine Trennung dann auch so läuft, wie es im durchgespielten Gedankenspiel ist, ist nochmal eine andere Geschichte).

                Aber: Das Geld, was du dir/ der Familie hart erarbeitest, kommt ja auch daher, dass du Vollzeit arbeitest (evtl. auch mit einigen Überstunden). Und das funktioniert nur, weil deine Frau das Kind (evtl irgendwann die Kinder) mittags/ nachmittags aus dem Kindergarten abholt, damit DU weiterhin arbeiten kannst und deine Stunden nicht reduzieren musst- und somit ein volles Gehalt bekommst und dort keine Abstriche machen musst! Und in meinen Augen fällt es somit unter Zugewinngemeinschaft. Du arbeitest für die Familie im Berufsleben hart und sie nimmt dafür Abstriche für die Kinderbetreuung in Kauf, was im besten Fall dann für beide Seiten eine wunderbare Verbindung ist. In meinen Augen genau das, was unter Zugewinngemeinschaft entsteht.

                Wenn es bei euch in einigen Jahr(zehnten) zur Trennung kommt, könnte deine Frau echt mies die rote Karte gezogen haben.

                Sie hat auf Rentenpunkte verzichtet, wird es schwer haben, mit Kind/Jugendlichem eine Vollzeitstelle als Alleinerziehende zu bekommen, hat auf Jobaussichten verzichtet (Berufserfahrung, Weiterbildungen, Fortbildungen)- und im Falle der Scheidung hast du schön die Kohle abbekommen, dir ein berufliches Netzwerk aufgebaut, bist gut abgesichert. Und sie steht da, und hat während der Kleinkindbetreuungszeit-, Schulzeit auf sämtliche berufliches Vorankommen verzichtet. Zum Wohle eures Kind/ Kinder und auch für deine berufliche Karriere, damit du dieses Netzwerk aufbauen kannst, weil SIE die Kinder aus dem KiTa abgeholt hat, den Haushalt geworfen hat, die Hausaufgaben betreut hat....

                Und dies hat wirklich teilweise erst Auswirkungen im Rentenalter! damit der Mann weiterhin seine Rentenpunkte sammeln kann- inklusive Vollzeitgehalt und ohne Unterbrechungen im Beruf durch Schwangerschaft, Mutterschutz und sich daraus eventuell gegebener Elternzeit sehe ich es persönlich so, das eine Ehe teilweise nur unter Zugewinn laufen kann, denn beide geben das, was geht und harmonieren so in der Familie.

                Ich weiß, das was ich schreibe, hat das typische Rollenbild. Aber bei mir und meinem Mann ist es ähnlich. Er verdient auch wesentlich mehr als ich (deshalb hatten wir auch im Vorfeld über Rollenverteilung gesprochen und was finanziell möglich ist und was einfach nicht geht und wie wir uns beide mit Kindern eine Betreuung vorstellen -selber, Fremdbetreuung, etc-).

                Mein Job hat mir immer sehr viel Spaß gemacht, ich bin wahnsinnig gerne zur Arbeit gegangen. Nur mit dem Kind ist es in Vollzeit einfach nicht mehr möglich- also ab in Teilzeit. Und damit sind meine Verdienstmöglichkeiten nicht mehr gegeben wie vorher auch werde ich natürlich nicht mehr in der Karriere berücksichtigt (klar, Führungsrolle mit der Stundenanzahl ist einfach nicht machbar!). Und ich nehme es in Kauf- FÜR meine Familie, für meinen Mann. Ich finde es beruhigend zu wissen, dass mein Mann dies auch weiß, da ich immer unabhängig bleiben wollte- aber ich musste auch meinen Blickwinkel ändern und lernen, dass es in einer Familie wirklich nur ein MITEINANDER ist. in allen Belangen. In der Betreuung, in der Finanzierung, in dem Haushalt, in dem "Rücken-frei-halten", in der Freizeitgestaltung. Einfach überall.

                Ich will dir hier keine Vorwürfe oder so machen, aber dir aufzeigen, auf was deine Frau alles verzichtet und dass es einfach auch auf jahrelange Sicht etwas ist, worauf Sie für dich und das Kind bereits verzichtet. Also eher Denkanstöße.

                Ich bin jetzt nicht auf den Punkt eingegangen, ob deine Frau jetzt gar nicht mehr arbeiten soll/ möchte oder nur Teilzeit oder Vollzeit. Da habe ich jetzt nur "meine" Erfahrungen einfliessen lassen, dass es mit Kind sehr, sehr anstrengend ist, Vollzeit zu arbeiten, besonders wenn der Mann keinen 40-Stunden Job hat und zusätzlich einige Dienstfahrten und -reisen unternimmt und nicht immer greifbar ist, um die Kinder von der Betreuung (Krippe, KiTa, Schule etc) abzuholen, sondern ich als Teilzeit-Mutti bin da die Konstante.

                Idas ist jetzt auch echt viel viel länger geworden als beabsichtigt... #sorry

                Naja, egal ;-)

                Liebe Grüße

                • (8) 28.05.17 - 15:12

                  Über das Thema Ehevertrag haben wir gesprochen und das wäre für Sie auch in Ordnung. Für mich geht es vor allem auch um Erfahrungen, wie andere das Thema geregelt haben.

                  @julefu84: Ich habe mich vielleicht misslich ausgedrückt. Ich bin nicht gegen eine Zugewinngemeinschaft, diese sollte aber anteilsmäßig nach dem Einkommen gehen. Meine Freundin strebt keine Führungsposition an und hat auch kein Interesse an einer großen Weiterbildung, ich dränge anscheinend eher darauf. Die Aufteilung 1/3 zu 2/3 war daher aus meiner Sicht ein fairer Vorschlag, weil sie dann mindestens so viel bekommt, als hätte sie dauerhaft in Vollzeit mit ihrem potenziell zu erzielenden Einkommen weitergearbeitet. Gleiches gilt auch für die Rentenpunkte.

                  Sicherlich spielt auch der Aspekt „den Rücken freihalten“ eine große Rolle, aber bisher war das nicht der Fall und mein Einkommen ist bereits jetzt, mit 26, relativ hoch. Von weiteren Steigerungen würde Sie daher genauso profitieren, zumindest auf prozentualer Basis.

      Wir waren vor einigen Jahren beim Notar, weil wir Dinge rund um Testament, Patientenverfügung, etc. pp klären mussten.

      Damals kam am Rand auch das Thema Ehevertrag auf. Der Notar sagte, sowas lohnt sich nur bei vermögenden Leuten - sprich: du bringst ein hohes Vermögen in Form von Geldanlagen, Immobilien, Bargeld mit in die Ehe, sie hat dagegen gar nichts oder nichts Bedeutendes. Ein sehr großer Unterschied zwischen den Gehältern berechtigt auch zu einem Ehevertrag. Aber 2,5-fach ist leider lächerlich. Sorry!!! Selbst wenn du 5.000€ netto verdienen würdest und sie nichts, wäre ein Ehevertrag lächerlich.

      Wenn dir das so wichtig ist, dann solltest du zum Notar gehen und dich beraten lassen. Er wird dir schon was aufquatschen, wenn du so mit dem Gehaltszettel wedelst wie hier bei Urbia. Und wenn du schon mal da bist, dann bespreche mit dem Notar auch die Erbregelungen. Sie würde nämlich ganz schön was erben, wenn du auf einmal dahin scheidest. Würdest du ihr das auch nicht gönnen?

      • Ich finde das nicht per se lächerlich. Es könnte z.B. ein Unternehmen dran hängen mit Mitarbeitern, unterstützungspflichtige Kinder, andere regelmässige Zuwendungen. Aus meiner Sicht gibt es zahlreiche legitime Gründe, hier die rechtlichen Verhältnisse zu regeln. Es wäre ja auch ungerecht den Mitarbeitern eines Unternehmens gegenüber, dass sie den Job verlieren, weil das Unternehmen in einen Ehestreit hineingezogen wird.

    (12) 31.05.17 - 23:30

    Und Gütertrennung?

    Geht einfach zum Notar und formuliere als Laie mit deiner Frau was ihr euch vorstellt. Er bringt das in Textform und fertig.

    (13) 19.06.17 - 18:42

    Also wir handhaben das ziemlich einfach:

    Nix gibt's. Weder so rum noch so rum.

    Mein Zukünftiger verdient das dreifache von mir. Und? Für mich ist es unvorstellbar im Falle einer Scheidung jemals einen Euro für mich von ihm zu erhalten. Klar, Kindesunterhalt ist ja was anderes. Anfangsvermögen bleibt im Eigenbestand des jeweiligen, eventuell vorkommendes Erbe gehört demjenigen der erbt. Schluss.

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