Trauzeugin, ja oder nein?

    • (1) 13.04.18 - 22:03

      Hallo zusammen!
      Heute kam die Frage meiner langjährigen Freundin "Willst du meine Trauzeugin sein?"...und nein eigentlich will ich nicht.
      Sie rennt in ihr Unglück, schon wieder. Ich halte die Hochzeit für eine äußerst schlechte Idee, das weiß sie auch, da kann ich doch nicht ihre Trauzeugin sein!
      Das Problem ist, sie hat NIEMANDEN sonst. Oh je...ich würde gerade ihr alles Glück der Welt wünschen, aber sie sieht es wieder nicht kommen!
      Für sie bedeutet der Poste Trauzeuge tatsächlich sehr viel, was es mir um so schwerer macht..
      Sie ist auch ein Typ Mensch, der Enttäuschungen verdrängt und NIE NIE NIE auf andere sauer ist (psychisch gesund ist sie nicht, sie ist seit 10 Jahren in Therapie)

      Was würdet ihr tun? Zusagen trotz der Bedenken oder Ablehnen?

      Danke und LG #winke

      • Ablehnen
        Ich würde ihr einen Brief schreiben, denke das ist effektiver als ein Gespräch.
        Sag ihr, dass du sie lieb hast, aber aus den und den Gründen du die Funktion der Trauzeugin nicht übernehmen kannst. Allerdings solltest du damit rechnen, dass eure Freundschaft mit deiner Entscheidung auch vorbei sein könnte. Mach dir klar wie viel dir ihre Freundschaft bedeutet. Könntest du den Verlust verschmerzen oder doch entgegen deiner Überzeugung Pobacken zusammen kneifen und schon mal den JGA planen?

        • Danke!
          Sie würde mir die Freundschaft nicht kündigen, sie würde es in sich reinfressen, wie immer. Und das will ich nicht.
          Ich muss mich entscheiden, ja, aber das fällt mir so verdammt schwer. Wenn sie mir nicht so wichtig wäre, würde ich nicht eine Sekunde überlegen. Ich kann aber nicht freudestrahlend daneben stehen, wenn ich SEHE, dass ihr dieser Mensch nicht gut tut.
          So böse es klingt, ich hoffe, dass es sich bis dahin "von selbst erledigt", weil sie seinem Druck nicht standhält.
          Ich hab sie schon mal, quasi ausgebuddelt.

          LG #winke

      (4) 13.04.18 - 22:27

      Eine Trauzeugin ist, wie der Name schon sagt, eine Zeugin bei der Trauung.
      Du bist damit nicht verantwortlich für das Eheglück deiner Freundin.
      Tu ihr den Gefallen oder sag halt ab, wenn du ihren Entschluss negativ bewerten willst.

      • (5) 13.04.18 - 22:47

        Nein, für das Eheglück bin ich nicht verantwortlich. Mir geht es ausschließlich um sie, ich kann sie nicht noch dazu beglückwünschen, wenn ich sehe, wie sie wieder in so einer ungesunden Partnerschaft steckt.
        Ich bin in einer Zwickmühle, einerseits will ich nicht, andererseits würde ich um ihretwegen gern wollen.
        Bewerten will ich nichts, ich würde mir soo wünschen, dass es gut wird. Was ich sehe, ist leider etwas anderes.

        LG #winke

    (6) 13.04.18 - 22:52

    Ich an deiner Stelle würde annehmen. Es ist ihr Wunsch dich an ihrer Seite zu haben, du für sie da bist an diesem besonderen Tag. Wenn sie heiratet ist ihr überlassen und mehr wie deine Meinung dazu zu äußern kannst du nicht. Aber für sie würde ich es tun

  • (7) 14.04.18 - 00:34

    Als Trauzeugin unterschreibst du die gültige ehe mit. Wenn du also Einwände gegen die Hochzeit hast, lass es. Du könntest dich selbst doch nicht mehr im Spiegel ansehen, wenn du es tust. Sei offen und ehrlich. Genau das wünscht man sich doch von einer Freundin. Sie braucht keine Trauzeugen für die Hochzeit. Man darf eintn, zwei oder gar keinen benennen. Und ich selbst könnte niemals etwas mit meiner unterschritten bezeugen, hinter dem ich nicht stehe. Also lehne ab.

Du musst sie ja nicht beglückwünschen, im Sinne , dass sie geheiratet hat, aber alles Glück für eine bessere Zukunft wünschen, wäre angebracht#schein.

Wir leben heute in einer Zeit, wo kaum Freunde noch ein NEIN vertragen oder die Wahrheit schätzen. Wenn du möchtest, dass die Freundschaft ohne Kratzer weiter besteht, mach ihr den Gefallen. Du sollst ja nur die Ehe bezeugen und nicht den Segen geben;-)

(10) 14.04.18 - 08:21

Da würde ich auf mein Bauchgefühl hören.

Wenn du nicht dabei sein möchtest oder nicht Trauzeugin sein möchtest, dann ist das in Ordnung.
Für sie da sein, kannst du ja trotzdem. Vielleicht sogar einfacher.
Z.B. falls sie später erkennt, dass diese Ehe ihr nicht gut tut, kommt sie vielleicht sogar eher zu dir, als wenn sie wüsste "du hast es geahnt und hast es trotzdem gemacht" so eine Art zusätzliche Scham.

Respektieren, dass es für sie wichtig ist, geht ja trotzdem. Auch, wenn du es nicht machst.

Finde heraus, was DIR gut tut und entscheide dann.

(11) 14.04.18 - 09:19

Auch wenn es dir wahrscheinlich schwer fällt, weil du das Unglück schon kommen siehst, würde ich annehmen. A ist es ihre Sache wen sie heiratet und B bist du halt ihre Freundin. Es ist IHR besonderer Tag (noch zumindest 😀) und ich würde es als Freundin falsch finden, sie nicht dabei zu unterstützen. Und ja, auch als Freundin hilft man wieder aus der Patsche, wenn Sie feststellt, dass es ein Fehler war. Das macht halt eine wahre Freundschaft aus. Man trifft halt im Leben auch mal dumme Entscheidungen, aber umso wichtiger ist es doch jemanden zu haben, der einem den Rücken stärkt.

(12) 14.04.18 - 09:35

Ich würde es machen. Sie ist deine beste Freundin und möchte dich an ihrer Seite haben. Rein DAS zählt.
Ob sie mit dem Typen glücklich wird liegt nicht in deiner Hand und hat mit deinem Amt nix zu tun.

Vielleicht ist er für SIE ja doch die Erfüllung.... wer weiß ;-)

Nach der Trauung wünscht du ihr ja "viel Glück" für die Zukunft und nicht nach dem Motto: herzlichen Glückwunsch zu DIESEM MANN!#schein

(13) 14.04.18 - 09:36

Ich finde eine ziemlich schwierige Entscheidung.

Einerseits die Ehe, die du für eine echt schlechte Idee hältst, das vorprogrammierte Unglück etc. Da würde ich auch zum ablehnen neigen.

Andererseits ist es ihr Herzenswunsch, sie hat sonst niemanden, es ist ihre Entscheidung, und sie will dich wirklich. Das würde mich vielleicht zum (seufzend) annehmen bringen.

Vermutlich würde ich für mich dieses Amt quasi ein bisschen erweitern und umformulieren. Als Zeichen sehen, dass ich sie in den (absehbar kommenden) schlechten Zeiten von Anfang (Trauung) bis zum Ende (Trennung?) begleiten und unterstützen werde. Und das zumindest einer bei der Veranstaltung dabei ist, der klar sieht und (symbolisch) eine schützende Hand über sie hält.

LG

PS ich habe auch so eine Freundin, bei der ich mir manchmal "nicht schon wieder" denke.

Oh, das Problem kenne ich !!

Ich habe damals" ja" gesagt, damit unsere Freundschaft nicht in die Brüche geht. Mir war klar, dass sie jemanden braucht wenn die Ehe aus ist.

Ich habe mehrfach versucht ihr diese Beziehung auszureden, ohne Erfolg, da habe ich mich dafür entschieden MIT ihr diesen harten Weg zu gehen.
Ich denke ein "nein" zur Trauzeugin hätte auch dazu geführt, dass ich erheblich weniger Anteil gehabt hätte. So war ich immer nah dran, auch an dem "Kerl". Ich konnte viel besser Situationen einschätzen, besser beraten, den Mann im Auge haben.

Das war auch genau richtig, die Scheidung war mies, die Kinder haben gelitten und meine Freundin auch. Und ja, da war sonst niemand, der für sie da war, irgendwie waren in der Situation alle "Freunde" weg.

Bei ihrer zweiten Ehe hat sie sich ganz offiziell mein "Okay" geben lassen.

(15) 14.04.18 - 10:40

Hallo,

ich würde auch ablehnen, wenn ich hinter diese Eheschließung nicht voll und ganz dahinter stehe. Auch wenn es meine beste Freundin wäre.

Sag ihr ruhig Deine Ansicht und was Du denkst, dass sie Dir zwar sehr wichtig ist, aber Du denkst, dass sie in ihr Unglück rennt.

Ich wünsche Dir alles gute.

Easy

(16) 14.04.18 - 22:47

Danke für eure Antworten. Ich konnte einiges hilfreiches mitnehmen!

Ich habe mit ihr gesprochen..ich werde nicht ihre Trauzeugin sein, aber ich werde zur Hochzeit gehen. Ich war ehrlich zu ihr und unter diesen Umständen empfindet sie es als nicht richtig. Die Absage war schon eine Enttäuschung, aber sie sieht es als Zeichen unserer Freundschaft, dass ich ehrlich war.
Sie hat selbst Zweifel. ABER sie hat immer und bei jeder Entscheidung Zweifel. Das hat sie mit Hilfe ihrer Theraputin gelernt zu ignorieren...
Ich hoffe es wird für sie und ihre Kinder nicht zum absoluten Desaster (schon wieder), werde sie aber begleiten falls doch.

LG #winke

(17) 16.04.18 - 10:51

Trauzeugin bedeutet das Du Zeuge der Trauzeremonie bist. Du muss doch nicht mit die Ehe einverstanden sein oder die Ehe für gut halten, so sieht es rein rechtlich aus.. Die beiden Sachen haben absolut nichts mit einander zu tun.. Übrigens finde Ich nicht das es in Ordnung ist, dass Du deiner Freundin mitteilst, dass Du es falsch findest das sie ihren Freund heiratest. Es sei das er sie misshandelt, ist aber hier nicht das Thema.. Vielleicht sind deine Sorgen ja berechtigt, aber das hat mit das Thema nichts zu tun. Deiner Freundin liebt ja offensichtlich ihr Freund, sonst würde sie ihn ja nicht heiraten..

Hätte Ich als deiner Freundin aber gewusst, das Du gegen meiner Ehe bist, wurde es rein emotional für mich als Braut bedeuten, dass Du niemals in Frage kommen würdest als Trauzeugin.. Wer nicht mit meinen Mann oder meine Ehe einverstanden ist, hätte Ich gar nicht zu meiner Hochzeit eingeladen. Warum sollte einer Freundin von mir den schönsten Tag meines Leben mit mir feiern, wenn sie der Meinung ist, dass mein Mann der falsche für mich ist.. Das hätte Ich nicht gewollt.

Wenn nur standesamtlich geheiratet wird, braucht deiner Freundin gar keine Trauzeugin, ist nur in der Kirche erforderlich. Jeder kann übrigens Trauzeuge werden, sogar Angestellte aus der Kirche oder der Nachbar, mit wem man sonst nichts zu tun hat..

Wenn deiner Freundin schon weißt das Du die Eheschließung nicht unterstützt, verstehe Ich beim besten Willen nicht, dass sie Dich überhaupt fragt. Nun, wenn es so viel für deiner Freundin bedeutet, das Du Ihre Trauzeuge bist, obwohl Du offensichtlich nicht mir die Ehe einverstanden bist, wurde Ich in deiner Stelle zusagen, weil es gar keine Bedeutung hat. Wenn Du aber so sehr gegen die Ehe bist dass Du deswegen Ablehnst, finde Ich das es nur fair wäre, wenn Du auch nicht als Gast erscheinst bei der Feier..

  • (18) 18.04.18 - 17:22

    Ich habe ja nun mit ihr gesprochen, ich habe ihr freie Wahl gelassen, ob ich als Gast kommen soll oder unter diesen Umständen nicht. Sie will, dass ich komme. Sie will mich dabei haben. Und sie kennt meine Meinung zu ihrer Beziehung schon länger. Die “Beziehung“ besteht seit 9 Monaten.( ich weiß, das muss nichts heißen) Sie ist was Beziehungen bzw Männer angeht nicht sie selbst, sie ist froh, dass sie einen “Dummen“ gefunden hat, der sie nimmt. Sie hat ganz große Komplexe und null Selbstvertrauen. Und am Ende ist sie wieder die Dumme.
    JEDER in ihrem Umfeld findet die Hochzeit mindestens zu früh, die meisten sehen es ähnlich wie ich.
    Aber nun sie ist alt genug. Wenn nicht die Kinder wären, würde ich mich nur halb soviel sorgen.

    LG #winke

    • (19) 10.05.18 - 05:38

      Hallo,

      Meine Hochzeit fanden damals auch alle zu früh (wir haben nach einem Jahr geheiratet) und teilweise wollte man es mir ausreden.
      Jedoch war ich mir meiner Sache sicher.
      Wir sind mittlerweile 9 Jahre glücklich (!!!) verheiratet und die Zweifler von damals ruhig.

      Meine Schwester war übrigens meine Trauzeugin, obwohl sie mir die Ehe erst ausreden wollte. Sie wusste dass mir der Tag wichtig ist und es mir wichtig ist, dass sie an meiner Seite ist.
      Ich habe es ihr damals nicht übel genommen, weil ich ja wusste dass sie mein Bestes will.

      Wenn es also eine gute Freundin ist würde ich den Trauzeugen machen.

      Grüssle

Ich würde ablehnen und erklären, warum. Und vielleicht auch sagen, dass Du hoffst, dass Du Dich täuschst und sie glücklich wird. Und dass Du ihr auch bereit bist zu helfen, aber eben nicht als Trauzeugin. Ich könnte diese "offizielle Funktion" nicht wahrnehmen, wenn nicht von der Eheschliessung nicht überzeugt wäre. Aber es ist schwierig, das ist klar.
Alles Gute!
Ks

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