verwitwert - erneute Heirat im sehr hohen Alter nach über 50 Jahren erster Ehe

    • (1) 29.10.18 - 14:11

      Hallo

      etwas ungewöhnlich

      ein näheres Mitglied unserer Familie wird in einigen Tagen, nach dem Tod des Ehepartners vor 3 Jahren, nun im deutlich fortgeschrittenen Alter (um die 80 Jahre) relativ kurzfristig den neuen Lebenspartner (seit 2 Jahren liiert) ehelichen.


      Niemand ist so wirklich damit einverstanden, da sich der neue LG so einige Dinge geleistet hat, die weder Anstand besaßen, noch moralisch dem Rest der Familie vertretbar waren.

      Eine Einladung haben alle direkt Beteiligten bekommen.

      Ich sehe es so, dass ich als Gast einer Hochzeit dorthin gehe, wenn ich damit einverstanden bin und dann auch gratuliere bzw. dem Brautpaar ein Geschenk zukommen lasse.
      In mir sträubt sich alles wenn ich dran denke, dass ich dort im Standesamt sitzen soll und mir die Zeremonie anschauen muss. Es kommt mir wie ein Verrat an dem verstorbenen Partner vor.
      Also der verbliebene Ehepartner sieht nur noch rosarote Wolken und hat auch so einige Dinge vom Stapel gelassen, die mir durchaus quer runter gegangen sind wie z.B. "dieses hier ist mein Traumpartner", "xy tut alles für mich, das hat "der Verstorbene" nicht getan", " xy ist ja soooo intelligent", usw.

      Da frage ich mich, warum war man 50 Jahre verheiratet und hat 3 Kinder in die Welt gesetzt, einen Familienbetrieb aufgebaut???
      Dieses ist nicht wahr, denn in den über 50 Jahren Ehe (wovon ich bei über 30 Jahren zur Familie gehöre) hat sich der verstorbene Ehepartner so krumm gemacht, immer seine Bedürfnisse hinten angestellt, jedoch wurde das immer als Selbstverständlichkeit genommen... Es war eben so....

      Mit Verrat meine ich, dass ich, wenn ich nun dort sitze (wobei ich das ganze nur an mir vorüberziehen lassen will) und gratulieren würde, wie es "sich gehört", ich ein ganz schlechtes Gefühl dem verstorbenen Ehepartner gegenüber habe, weil ich diese Farce mitmache...

      Aber hingehen will ich schon, weil ich bisher den noch lebenden Partner immer sehr respektiert habe und auch mag. Nur diese Denkweise kann ich einfach nicht nachvollziehen... Als neuen LG absolut, aber Heirat in dem Alter??

      Und gratulieren kann ich einfach nicht über mein Herz bringen. Ich freue mich nicht für die beiden, dann kriege ich nicht hin, und mir wird richtig gehend übel und ich bekomme einen Knoten im Bauch, wenn ich daran nur denke.

      Stelle ich mich an? Muss ich über meinen Schatten springen (können)?

      wie seht Ihr das hier?

      LG und danke fürs Lesen...

      • Hallo,

        so wie du es hier schilderst, kann ich deine Gedankengänge nicht gut nachvollziehen und deine Meinung erscheint mir sehr hart.
        Ich weiß nun nicht was der neue Partner schlimmes gesagt/getan hat, aber der/die Verwandte hat den Tod ihres langjährigen Ehepartners verkraften müssen und jetzt das große Glück im hohen Alter nochmal jemanden gefunden zu haben, der ihm/ihr gut tut und sie/ihn sehr glücklich macht. Darüber würde ich mich unglaublich freuen. Schlechtes Gewissen vor dem Verstorbenen?! Er/sie ist leider tot. Soll der zurückgebliebene Partner nun den Rest des Lebens trauernd da sitzen und verkümmern? Eine angemessene Zeit ist ja auch verstrichen. Und warum ist eine Beziehung ok, aber eine Heirat nicht? Gerade ältere Leute sind da ja vielleicht auch altmodisch und wollen nicht in "wilder Ehe" leben. Oder es fühlt sich eben richtig an und sie möchten es gerne für sich. So what?!
        Auch dass der/die Verwandte nun den alten und neuen Partner vergleicht und vielleicht Dinge an dem Neuen schätzt, die der Alte nicht hatte, finde ich nicht ungewöhnlich. Und gerade in der Zeit in der er/sie zum ersten Mal geheiratet hat, konnte man vor der Ehe nicht auf Probe zusammen leben, da war Scheidung noch keine wirkliche Option und man raufte sich eben zusammen. Das spricht dann doch eher für die Person, dass sie dennoch immer treu zu ihrem Partner stand und eben nicht davon lief, auch wenn aus ihrer Sicht nicht alles rosarot war.
        Und jetzt hat er/sie offenbar nochmal die große Liebe erwischt. Das ist wie ein Sechser im Lotto, warum muss man sich da (böse gesagt) als moralsiche Instanz aufschwingen und ihm/ihr das madig machen?

        Dabei gehe ich natürlich davon aus, dass die/der Verwandte noch alle Sinne halbwegs beisammen hat und es sich beim neuen Ehepartner nicht um jemanden handelt, der einer dementen Person das Geld aus der Tasche ziehen will. Aber selbst wenn, ist er/sie auf seine alten Tage nochmal so richtig glücklich und allein deswegen würde ICH fröhlich zu dieser Hochzeit gehen und ihnen von ganzem Herzen gratulieren.

        LG, Tina

        Hallo!

        Ehrlicht gesagt klingt all das extrem egoistisch - von DIR!
        Was ist denn deine Erwartungshaltung? Das Hinterbliebene jetzt den Rest seines - vermutlich nicht mehr so wahnsinnig langen - Lebens in demütiger Trauer in Erinnerung an den gestorbenen Partner verbringt?
        Warum bitte das? Macht ihn das wieder lebendig? Hätte der verstorbene das auch gewollt?
        Ich würde die Aussagen vonwegen "Das hat xy nie für mich gemacht" da nicht so wichtig sehen. Zum einen kann es schlicht ein korrekter Fakt sein. Zum anderen kann dies auch eine Art der Trauerbewältigung sein.
        Erwarten jetzt wirklich alle das der 80 jährige Senior jetzt nur noch depressiv daheim sitzt - und vielleicht bestenfalls mal zum Gemeindekaffee geht, um sich mit Anderen in der selben Situation gegenseitig zu bedauern?

        Ganz ehrlich, mir drängt sich da eher der Verdacht auf das die hinterbliebene Familie allesamt egoistisches Pack ist, welches jetzt Panik hat ihr Erbe teilen zu müssen.

        Meine Güte... auch wenn man 50 Jahre verheiratet war, so muss nicht alles in dieser Zeit wunderbar gewesen sein.
        Der Ehepartner ist verstorben! Jeder Witwe/jedem Witwer sollte es gestattet sein, sich auch um die 80 nochmal neu zu verlieben - warum auch nicht?

        Nur weil du ihn nicht magst, muss er der Person aus deiner Familie ja nicht schaden. Sie ist ja wohl alt genug, das alles selber zu entscheiden, oder?

        Es beginnt noch einmal ein neuer Lebensabschnitt, das ist doch schön.
        Soll sie alleine versauern, bis sie einsam selbst verstirbt oder möchtest du vielleicht gleich die Partnerwahl organisieren bzw den Partner bestimmen?

        Ein bisschen Anstand kann man ja wohl auch von dir erwarten.
        Wenn du solche Zweifel hast, sprich dich vorher einmal mit der Dame, ansonsten ist das doch echt nicht dein Problem 🤷🏼‍♀️

      • Hallo,

        und wen geht DAS nichs an? Richtig, es geht dich überhaupt nichts an.... es ist ganz allein die Entscheidung der neuen Eheleute!
        Mein Mann verstarb von über 7 Jahren nach 36 Jahren Ehe und wenn ich einen neuen Partner hätte und diesen auch heiraten wollen würde.... dann bekämen meine Kinder und die restl. Anverwandten eine Einladung und das war es dann auch. Es ist MEINE ureigenste Entscheidung und genau diese hat kein anderer zu beurteilen. Wer damit nicht klarkommt könnte mich dann mal kreuzweise! Sorry, aber ich kann immer noch für mich alleine entscheiden.

        LG

        (6) 29.10.18 - 19:53

        Ich verstehe Dich. In meinem familiären Umfeld hat es sich genauso zugetragen und ich warte nur darauf, bis die Hochzeitsglocken läuten... einzig die Hinterbliebenenrente könnte den beiden da wohl einen Strich durch die Rechnung machen.
        Aber die Sprüche kenne ich auch "das ging mit XY nie, darauf musste ich ja immer verzichten" und von aussen betrachtet sehe ich nur, dass der Verstorbene da auch maximal zu 50% schuld war und selbst gerne dies und jenes getan hätte.

        Wenn Trauerbewältigung den anderen Hinterbliebenen weh tut... dann muss man sich eben überlegen, was einem wichtiger ist. Das neue Glück des Hinterbliebenen oder der eigene Seelenfrieden... ich habe bis auf weiteres egoistisch entschieden, also meinen Seelenfrieden über die familiäre Harmonie gestellt.

        Die Entscheidung musst Du für Dich auch treffen.

      • (7) 29.10.18 - 21:33

        Ich sehe das so:
        Jeder Mensch verändert sich und genauso verändern einen Beziehungen/Ehen. Gerade für das Alter was du beschreibst wurden Ehen häufig aus Zweck geschlossen. Es waren die Kriegs-/Nachkriegsjahre, die Menschen waren gebeutelt und haben Sicherheit/ Halt gesucht. Liebe war nicht wichtig. Irgendwann kam dann der Alltagstrott. Letztendlich kann man nie hinter die Fassade blicken ob jemand damit glücklich ist.
        Mein Opa hat auch immer erzählt, was er für meine Oma alles getan hat und sie auf einen Thron gehoben. Wir wissen aber wie es teils wirklich war. Das war halt die Generation wo der Mann das Sagen hatte...

        Nun hat die Person aus deinem Kreis einen neuen Menschen gefunden und dabei vielleicht auch ein paar verborgene Wünsche entdeckt. Bedürfnisse, die beim ersten Ehepartner hintenan gestellt wurden. Andere lassen sich nach 30 Jahren plötzlich scheiden... Man muss nicht jede Entscheidung gut heißen. Einen geliebten Menschen aber glücklich zu sehen, sollte Anlass genug sein um über den eigenen Schatten zu springen und zumindest für den einen Tag ein Lächeln zu verschenken!

        Liebe Doucefrance,

        ich meine dich als sehr besonnenes Forumsmitglied zu kennen. Jedenfalls erinnere ich mich, dass ich desöfteren deine Beiträge gelikt habe.

        Ich glaube, ich kann dich verstehen.
        Dein Post ist etwas durcheinander und es werden einige Dinge vermischt, ich versuche das mal aufzudröseln:

        - Du mochtest den Verstorbenen sehr, hegst immer noch Sympathie und liebe Gedanken an ihn -> denek, dadurch findest du es so schlimm, was gerade passiert. Vorallem dass der Tote nicht geehrt wird scheint dir zu schaffen zu machen. Ein Geankenspiel: Wäre ie Hochzeitsgeschichte für dich genauso schlimm, wenn der Hinterbliebene Partner die Erinnerung an den Verstorbenen ehrenvoller behandeln würde. ( "Die Zeit mit X war schön, ich bin traurig, dass er/sie nicht mehr da ist, aber ich freue mich, für meinen Lebensabend nochmal einen lieben Partner gefunden zu haben, der mich über die Trauer hinwegtröstet")
        - Du magst den neuen Partner nicht, weil es ihm an Anstand mangelt, nach Interepretation der ganzen Familie?
        - Du denkt, es wäre Verrat am Andenken der alten Liebe, wenn man diese neue Liebe feiert?

        Ganz viele dieser Themen gehen dich im Grunde überhaupt nichts an. Es ist rein die Entscheidung der Überlebenden Person wie sie ihr Leben weiterführt.

        Vielleicht hilft es dir diese Punkte zu klären, um klarer rauszufinen WAS genau dir diesen Knoten in den Hals macht.

        Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen. #winke

      (10) 30.10.18 - 22:02

      Hallo

      Oh je das klingt nach starken Gefühlen für den verstorbenen Partner.
      Ich denke du hast die Person sehr gern gehabt.
      Trotzdem kann auch ich deine Ansichten nicht teilen.
      An deiner Stelle würde ich der Hochzeit fernbleiben.

      Grundsätzlich hat jeder Mensch das Recht sich zu verlieben und zu heiraten, egal in welchem Alter.
      Meine Eltern waren 58 Jahre verheiratet.Sollte meine Mutter sich nochmal verlieben, würde ich mich für sie freuen.
      Wäre mein Vater übrig geblieben , hätte ich sogar versucht, ihn aktiv zu unterstützen, damit er nicht alleine bleibt.
      Meine Mutter kommt gut alleine zurecht und will keinen Partner mehr.
      Die verwitwete Mutter einer Freundin ( 87J. ) hat jetzt den dritten Lebensgefährten innerhalb von 15 Jahren.Leider stirbt man bekanntlich in diesem Alter und sie hatte schon zwei mal das Pech.Meine Freundin ist froh, wenn ihre Mutter einen Partner hat.Die Frau ist sehr aktiv und verreist immer noch sehr gerne.
      Manche Leute sind ,besonders im Alter, nicht zum allein sein geeignet.

      L.G.

      (11) 31.10.18 - 12:56

      Ich sehe es so: mit über 80 führt man nicht mehr 10 Jahre ein Beziehung bis man evtl. heiratet.

      Auch weiß man nicht, wie glücklich diese lange Ehe wirklich war und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass xy dieses und jenes gemacht oder nicht gemacht hat, was sicher nicht immer toll war.

      Wenn dir die verstorbene Person sehr wichtig war, kann ich dich sogar verstehen, auch sind derartige Bermerkungen für dich nicht witzig, aber das ist einzig und allein dein Problem.
      Ich finde du solltest zur Trauung gehen, lächeln und dich für die Personen freuen.
      Ich finde es sehr schön, wenn man eben nicht automatisch allein ist, nur weil man alt ist

      (12) 01.11.18 - 01:55

      Hallo,
      ich kann Dich gut verstehen.
      Der Vater meines Partners ist bereits verstorben und ungefähr 3 Monate nach der Beerdigung, nach 30 Jahren Ehe, lernt seine Mutter jemand neues kennen.
      Der ist ihre große Liebe und der einzige, dersie je glücklich gemacht hat und ihre Kinder hätten ja jetzt ihn und Zitat: „damit ist die Zeit der Trauer vorbei“
      Ich mochte meinen Schwiegervater gern und die Art und Weise, wie sie heute über ihn redet, empfinde ich als ungerecht und da möchte ich mich nicht dran beteiligen.
      Je mehr sie versucht, ihren Freund als neues „Familienoberhaupt“ durchzudrücken, desto mehr ziehen wir uns zurück.

      Grundsätzlich gönne ich ihr/gönnen wir, ihr Glück, aber sie drängt Ihre Kinder (alle schon ü40) ihn als neuen Vater zu betrachten und versteht nicht, das man das als Verrat betrachten könnte. Nicht der neue Partner ist es, der uns stört, sondern das vergessen und das herabwürdigen des verstorbenen Partners.

      Allerdings würde sie aufgrund der Witwenrente nie erneut heiraten, aber wenn würde ich auch hingehen und mitfeiern, denn letztlich ist es Ihr Leben und Ihre Entscheidung. Ob man heiraten muss, will ich nicht beurteilen, aber wenn es das ist, was sie wollen, dann musst Du das akzeptieren. Also ja, ich finde Du musst aber Deinen Schatten springen.

      (13) 01.11.18 - 02:12

      In der Generation trennte man sich nicht. Fertig.

      In dem Alter entscheidet jeder selbst wen er heiratet. Und dazu hat die jüngere Generation ÜBERHAUPT NICHTS zu sagen.

      Also mein Opa ist jetzt das dritte mal verheiratet. Seine erste Frau ist sehr früh an Brustkrebs verstorben, ich glaube meine Mutter war da 10. Dann gab es eine eine neue Frau in seinem Leben, die dann auch vor ein paar Jahren gestorben ist und nun ist er wieder verheiratet. Warum nicht, wenn es ihn glücklich macht.

      Meine Großeltern sind 50 Jahre verheiratet.
      Sie hätten sich niemals getrennt. Egal was wäre.
      Vordergründig ist immer alles super.
      Aber meine Oma hat mir schon Sachen anvertraut...oh man...
      Naja, im Endeffekt hofft sie, dass sie früher als mein Opa stirbt damit er merkt, was er an ihr hatte und sich quasi vor Schmerz verzehrt.
      Aber immer lächeln und Ja und Amen sagen...das ist schon immer das Leben gewesene
      Trennen? O-Ton: „Weißt du, früher musste man mit dem Partner zusammenbleiben, egal was kommt und was er gemacht hat. Heutzutage ist das Gott sei Dank anders.“
      Damit will ich sagen, dass vordergründig immer viel vorgespielt wird. Glaube, besonders von Älteren wird da gerne viel geschluckt und einfach akzeptiert...hingenommen.

      Ich würde es dem verbliebenen Partner schlicht und einfach gönnen, auch wenn ich es Vorspielen müsste. Was wirklich in der 50 jährigen Ehe war, wissen nur die Partner selbst. Kein anderer.
      Gönne es :-)

      50 Jahre Ehe und 3 Kinder bedeuten nicht, dass es die große Liebe war. Früher hat man "durchgehalten" und die Faust in der Tasche gemacht.
      Wäre es dir lieber, wenn er als Trauerkloß in der Ecke sitzen würde? Freu dich einfach für sein spätes Glück, alles andere kannst du nicht beurteilen.

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