Mutter beim Kleiderkauf

    • (1) 30.01.19 - 19:17

      Hallo ihr Lieben,

      ich bin gerade in einer etwas unglücklichen Situation bzw ziemlich traurig.. ich habe einen Termin im Brautgeschäft gemacht und direkt meine Schwester, welche auch Trauzeugin ist, und meine Mama gefragt ob es passt. Meine Mutter hat bisher jedes Mal wenn wir über mögliche Geschäfte gesprochen haben, gefragt ob was wirklich sein muss...so weit fahren...gibts nicht was in der Nähe etc. Sonst sei ja der ganze Tag pfutsch wenn man eine Stunde (so viel zum Thema "weit weg") fahren muss. Eine Reaktion dass sie sich wirklich freut blieb leider aus. Kommentare über die Entfernung habe ich immer runtergeschluckt und mir innerlich gesagt, ach.. so ist sie eben (etwas schwierig)... Ich muss dazu sagen, dass sie nie gerne weg fährt aber wenn es um das Hochzeitkleid der Tochter geht bin ich davon ausgegangen dass dies auch für die Mutter etwas besonderes ist. Kurzum, ich habe von diesem konkreten Termin erzählt und heute kam erneut die Frage warum ich keins hier im Ort kaufe. Der einzige Laden hier hat einen sehr schlechten Ruf und im Schwerpunkt Hofstaat kleider und nixht Brautmode. Sie sagte "ach da wird schon irgendwas dabei sein."
      Durch die vorherigen ständigen Kommentare konnte ich dann nicht mehr zurückhalten und habe ihr vorgeworfen, dass sie doch zumindest für dieses eine Ereignis mal mitkommen kann. Es ging dann in einen Streit über weil ich so enttäuscht war, dass sie immer mit rollenden Augen reagiert hat und das ja ein ach so großes Opfer ist, eine Stunde zu fahren. Ende vom Lied ist, ich habe ihr gesagt dass ich sie nicht mehr dabei haben will wenn man sie schon nahezu überreden muss oder ihr der Aufwand dafür zu groß ist.

      Ich bin total traurig, ich habe mir immer vorgestellt dass es auch für die Mama ein toller Momant wäre wenn ihre Tochter ein Kleid anzieht. Sehe ich das zu streng? Oder zu romantisch?? Zu altmodisch? Gibt es solche interessierten Mütter nur bei "Tüll und Tränen" ;) ?? (Ironie) ich meine...ich kaufe keine Hose sondern mein Hochzeitskleid...
      Wie war das bei euch?

      • Hallo

        ich als Mutter würde über meinen Schatten springen und mit fahren, egal wie.

        Trotzdem kann ich aus der Erfahrung einer Angsterkrankung mit Panikattacken heraus sagen, dass bei mir in einer Akutphase der Krankheit selbst eine Fahrt von 10 min zu einem Albtraum für mich wurde. Sollte sie aus solchen oder ähnlichen Gründen nicht fahren wollen, so müsste ich das akzeptieren, würde aber nicht von dem favorisiertem Laden abweichen.
        Jedoch hätte ich alle Hebel in Bewegung gesetzt und wäre mit meiner Tochter die Stunde gefahren. Notfalls mit Pausen...
        Um nichts in der Welt hätte ich den Kauf des Brautkleides verpassen wollen.

        Meine Tochter hat mich bereits gefragt, ob ich bei ihrem Brautkleidkauf dabei sein möchte, wenn es soweit ist. Und ich freue mich sehr darauf.


        Ich jedoch würde einen Schritt zurück rudern und mit meiner Mutter sprechen, dass Du Dir nichts mehr wünscht, als dass sie beim Kauf dabei bist. Leg ihr in einer ruhigen Minute noch einmal deine Beweggründe für den anderen Brautladen dar. Und sag ihr auch, selbst wenn sie es nicht verstehen kann, dass Du den anderen Laden weiter weg gewählt hast, Du hoffst, dass sie dabei ist.
        Ich könnte mir nämlich vorstellen, wenn Du den Streit mit den von Dir gesagten Worten, dass du sie nicht mehr dabei haben magst, nicht beilegst, Du es irgendwann bereust oder der Brautkleid-Aussuchtag Dir total vermiest wird, weil Du ständig dran denken musst.

        Meine Mama konnte ich leider nicht mitnehmen, da sie bereits einige Jahre verstorben war. So habe ich mein Kleid, das letztlich ein Kostüm wurde (weißes Leinen, ganz schlicht), ganz allein ausgesucht in der Boutique meines Vertrauens, in dem ich schon zuvor viele elegantere Klamotten gekauft habe. Aber ich weiß, dass sie mir dabei sehr gefehlt hat.

        Ich wünsche Dir, dass sich doch noch alles so wendet, wie Du es Dir erhofft und vorgestellt hast.

        LG

        (3) 30.01.19 - 19:38

        Hallo,
        ich finde nicht, dass du übertreibst.
        Wenn eine meiner Töchter irgendwann mal heiratet, würde ich mich sicher sehr freuen, beim Brautkleidkauf dabei sein zu dürfen. Auch meine Mutter hätte sich das sicher gewünscht, die wohnt aber leider selbst viel zu weit weg, das wäre tatsächlich zu umständlich geworden.
        Ganz sicher musst du nicht im Laden um die Ecke kaufen, nur damit es möglichst nah für sie ist...! Allein die Aussage ist schon schräg "ach, da wird schon irgendwas dabei sein". Man will ja auch nicht einfach IRGENDWAS anziehen, oder?
        Ich würde in dem Fall sagen: Wer nicht will, der hat schon. Du entscheidest, WO du suchen möchtest- und entweder ist ihr der Anlass die Strecke wert oder eben nicht.
        Immerhin hast du deine Schwester dabei, das ist doch auch schon sehr schön...
        LG und viel Erfolg bei der Suche!

        Ich finde, heute wird viel zu viel Tamtam um das Brautkleid gemacht. Das Fernsehen schürt riesige Erwartungen... Habe selten gesehen, dass so viel Gewese um die Ringe gemacht wird und die trägt man ein Leben lang und nicht nur einige Stunden.
        Deine Mutter sieht es wahrscheinlich ähnlich.

        Ob man als Mutter nicht trotzdem einfach nachgeben kann und der Tochter zuliebe.... Ich täte es. Denn als Mutter will man doch nichts anderes als glückliche Kinder.

        • Da schliesse ich mich an. Wenn ich schon sehe, mit wie vielen Leuten die oft im Geschäft aufkreuzen und jeder hat eine eigene Meinung 🤤.
          Ich hätte auch keine Lust, da erst ewig durch die Gegend zu fahren, um ein Kleid zu kaufen, was man nur wenige Stunden anhat. Da kann ich die Mutter verstehen.
          Mein Kleid war damals ein Spontankauf. Um Fenster zufällig gesehen, in den Laden, anprobiert. Hat gepasst, sah gut aus.....fertig. Das Ding war in einer halben Stunde durch....
          LG
          Elsa01

          Wir haben in der Tat viel Gewese um unsere Ringe gemacht 😂.
          Und niemand, wirklich niemand konnte nachvollziehen das unsere Ringe so teuer waren.
          Da hab ich auch gesagt, dass Brautkleid trag ich ein paar Stunden, die Ringe bestenfalls ein Leben lang.

      Der Kauf des Kleides mag für dich ein großereignis sein, aber nicht für jeden. Akzeptier das und nimm jemanden mit. Der Lust hat, falls du Unterstützung benötigst

      Ich hab zwar nur einen Sohn, aber wenn der irgendwann auch so ein Tamtam ums Heiraten macht, bin ich froh, wenn er mich außen vor lässt. Ich kann diese Aufregung im Brautkleider und Hochzeiten nicht ganz verstehen, ich mein es geht um einen hässlichen Fetzen Stoff, den man ein paar Stunden, wenn überhaupt, zur Vermählung trägt und dann endet die Feier doch eh in einem großen Gelage und die meisten Bräute haben sich etwas Bequemes angezogen.

      Wir hatten überhaupt keine Feier und ich wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen meine Mutter damit zu belästigen noch bei der Klamottenwahl mitzuhelfen. Ist ja auch nicht ihre Eheschließung.

      • Hallo,
        Vielen Dank für die Rückmeldung von euch. Da merkt man tatsächlich wie sehr die Meinungen auseinander gehen.. ich habe die ganze Sache wohl etwas zu romantisch gesehen und dachte immer, das wäre für Mütter gleichermaßen schön wie für die Tochter. Demnach habe ich etwas geschockt reagiert, als eine völlig andere Reaktion kam. Nun ja, ich werde es dann ihr überlassen ob sie möchte oder eben nicht.
        Liebe Grüße

    Grundsätzlich kann ich deine Enttäuschung nachvollziehen.

    Allerdings macht man sich selbst das Leben unnötig schwer, wenn man seine Erwartungen in andere Menschen projiziert!

    Deine Mutter hat dir ja schon mehr oder weniger subtil versucht klar zu machen, dass sie kein Interesse hat, wegen deinem Brautkleid allzu viel Zeit zu investieren. Darum darfst du dich auf ihre zunehmend ablehnenden Kommentare auf dein Nachfragen nicht wundern. Das solltest du einfach akzeptieren. Sicher gibt es andere Themen, mit denen deine Mutter mehr anfangen kann.

    (12) 31.01.19 - 19:11

    Ich finde du übertreibst ganz und gar nicht.
    1Stunde Fahrtweg ist nun wirklich nichts.
    Meine Mama pendelt jeden Tag 1,5 Stunden pro Arbeitsstrecke. Da hatte ich mehr Bedenken ihr am Wochenende wieder solch ein weiten Fahrtweg aufzubrummen.
    Aber logisch wäre ihr kein Weg zu weit gewesen für mein Brautkleid.
    Sie wollte unbedingt dabei sein! Kam danach auch zur Anpassung und Abholung mit.

    (13) 31.01.19 - 22:48

    Das ist halt immer eine persönliche Sache.

    Meine Mutter hat ihre Mutter damals nur (bzw. hauptsächlich) mitgenommen, weil sie wusste, dass es ihrer Mutter wichtig ist. Eine wirkliche Hilfe war sie ihr bei der Wahl nicht.
    Jetzt ist sie aber selber so, dass sie auch gerne dabei sein möchte. Mit einer meiner Schwestern ist sie dafür 1,5h zu einem Laden gefahren, der meiner Schwester gefällt (die schneidert selber, also kann man sich auch sein Kleid aus den anprobierten "zusammenbasteln"). Meine andere Schwester wollte nur ihre Trauzeugin (=beste Freundin) dabei haben. Das hat meine Mutter etwas enttäuscht/verletzt, aber sie hat es akzeptiert.

    Ich würde einfach direkt fragen. "Mama, für mich ist das etwas Besonderes, was ich gerne mit dir teilen möchte. Ich denke, dass es auch für dich besonders ist. Möchtest du mitkommen?" Dann weiß sie, worum es dir geht (nicht nur aus Anstand gefragt o. Ä.) und sie kann auch sagen, wenn sie das nicht möchte.
    Für dich wäre das natürlich traurig, aber sicher angenehmer, als wenn sie schlechte Stimmung verbreitet;-)

    (14) 01.02.19 - 02:52

    Ich verstehe dich absolut. Aber ich denke es kommt stark auf euer Verhältnis an. Für mich wäre es nie in Frage gekommen ohne meine Mutter mein Kleid zu kaufen, auch wenn ich durch den Kauf mit einer Freundin schon wusste, was ich will. Wir sind 3,5 Stunden dahin gefahren und sie wäre enttäuscht gewesen, wenn ich sie nicht dabei hätte haben wollen.

    (15) 14.02.19 - 16:59

    warum lässt du deine Mama nicht zu hause?
    Das Kleid kannst du mit deiner afreundin auch alleine aussuchen.
    Warum daraus immer ein TamTam gemacht werden muss.

    (16) 22.03.19 - 10:47

    Also, ich bin selbst Mama einer Tochter, die zwar erst Teenie ist, aber ich habe dennoch meine sehr eigene Meinung zum Thema Heiraten...
    Mir ist das zu viel Tamtam um Kleid und Co. Manche Bräute sehen in ihren Kleidern aus wie gesprengte Kopfkissen, auch bei "Tüll und Tränen" und anderen Affenshows dieser Art. Man gibt Tausende Euros für einen Fummel aus, der nur einmal getragen wird, und letztendlich wird aus der Heirat eine Show gemacht, um irgendwelchen Leuten irgendwas zu beweisen. Dabei geht es doch letztendlich um das Paar, das sich das Ja-Wort gibt, und nicht den anderen.
    Ich habe diese Einstellung schon immer gehabt und meine erste Hochzeit war für mich der Horror, weil mein damaliger Mann sich eine klassische Heirat in Weiß wünschte mit allem SchnickSchnack, was überhaupt nicht mein Fall ist. Ich habe mir ein Kleid gekauft, das ich nie wieder aus der Reinigung abgeholt habe. Die Ehe ist auch längst geschieden; die große Hochzeit war jedenfalls nicht die Basis für eine gute Ehe. Falls ich nochmal heirate, werde ich es so tun, wie ich es will: In Jeans, weißem T-Shirt, und mit dem Motorrad zum Standesamt fahren + Grillen mit Freunden im Garten. Mehr nicht. Denn mir geht es um das "uns" als Paar. Zum Glück ist mein Freund genauso eingestellt wie ich.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Falls meine Tochter irgendwann auch mal so ein Tamtam um ihre Hochzeit machen will, kann sie das gerne tun. Ich begleite sie auch zum Aussuchen des Kleides, aber ich werde keinen Affentanz daraus machen und zig mal in der Weltgeschichte deswegen rumreisen. Man ist deshalb keine schlechte, desinteressierte Mutter, wenn man nicht auf Tüll steht.

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