Heirat nach 21 Jahren?

    • (1) 28.03.19 - 13:56

      Hallo Zusammen,
      vielleicht bin ich hier falsch, da ja hier eigentlich alle in Vorbereitungen stecken, aber ich hoffe, ich störe nicht.

      Mein Partner und ich sind seit 21 Jahren zusammen, haben Kinder und Eigentum. Wir haben uns nie bewusst gegen eine Hochzeit entschieden, aber eben auch nie bewusst dafür. Unsere Eltern sind getrennt und alle 4 sogar teilweise schon 2x geschieden und das hat uns vermutlich irgendwie geprägt.

      Mir kommt seit der Geburt der Kinder immer häufiger der Gedanke zu heiraten, aber ich habe ja sogar selbst das Gefühl, den Moment verpasst zu haben.
      Auf der anderen Seite, ist es mir zunehmend wichtig, auch mit einem Namen eine Familie zu sein. Neben dieser vielleicht romantischen Idee, geht es aber auch um ganz schnöde, praktische Dinge. Wir lieben uns nach wie vor und das allein ist der richtige Grund, sber alle erwarten es, rechnen damit. Keine Überraschung. Es wäre „nur“ noch eine letzte Formalität ein Vorgang. Ich weiß nicht, ob Ihr mich versteht. Es ist alles so verkopft.

      Im Umfeld hört man auch immer wieder von langen Beziehungen, die kurz nach der späten Hochzeit scheitern. Auch davor habe ich, wenn auch vielleicht unbegründet, Angst!

      Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht?

      • Macht doch einfach was ihr denkt, aber heiratet nicht aus der Pflicht oder Erwartung heraus, denn das ist definitiv zum Scheitern verurteilt.

        Also wenn ihr nach 21 Jahren das Gefühl habt, euch fehlt dieser Schritt noch und ihr beide voll (!) dahintersteht, dann macht es doch. Ihr könnt ja nur zum Standesamt gehen und den Zettel ohne großes Bohei unterschreiben, falls euch das lieber ist. Und wenn ihr es nicht wollt, ist doch auch alles in Ordnung, denn es ging 21 Jahre auch ohne Trauschein.

        Was die Erfahrungen angeht... Naja, ich hab nach zehn Jahren geheiratet, weil Kind und Absicherung etc. und ich war einfach der Meinung, dass es nach so langer Zeit einfach an der Zeit war. Pustekuchen, im Nachhinein hat es die Dinge verschlechtert, mir wäre es lieber gewesen nochmal zehn Jahre zu warten, aber dann nicht mal eben auf die Schnelle und mit sehr vielen Kompromissen. Das ist nun auch seit drei Jahren Ehe das Streitthema Nummer 1. An sich läuft es harmonisch, an unseren Gefühlen hat sich nicht viel geändert und auch so ist alles beim Alten, aber diese über den Zaun gebrochene Turbo„hochzeit“ war einfach ein Fehler.

        (3) 28.03.19 - 19:19

        Bekannte haben pünktlich zur "silbernen wilden Ehe" geheiratet. Hatten das schon Jahre davor geplant weil sie das lustig fanden

        • (4) 28.03.19 - 20:48

          Das ist natürlich auch eine Idee, es bei all dem Alltag, doch wieder zu etwas besonderem zu machen.

          Ich brauche bestimmt keinen großen Rummel, aber nur weil wir schon so lange zusammen sind und es der letzte logische Schritt wäre, möchte ich doch feiern können, ohne das alle nur sagen, das das aber mal Zeit wurde.
          Ich möchte ein "oh wie schön" und kein " na endlich"!
          Schizophrenerweise finde ich aber gleichzeitig, dass es nach der langen Zeit auch irgendwie albern wirkt, wer weiß wie groß zu feiern.

          Ich würde ihn natürlich heiraten, wenn er mich fragen würde. Aber diese Frage soll auch für mich noch etwas besonderes sein und ich befürchte er und alle anderen sehen das eher so als Formalität, etwas was man eben beim Abendbrot sachlich bespricht.

          Ihr seht heiraten ist (für mich) eher kompliziert. ;-)
          Vielleicht wäre es besser es sein zu lassen, ging ja so auch sehr gut.

          • (5) 28.03.19 - 23:09

            Andererseits sollte einem von euch was zustoßen hat der andere kein Anrecht darauf eine Auskunft zu bekommen (ärztliche Schweigepflicht und so). Meine Schwägerin war im letzten halben Jahr 2x auf der Intensiv und es war ein riesen Akt damit mein Bruder (sind nicht verheiratet) sie besuchen durfte.

            Heiratet doch zum 25-jährigen nur mit den Kindern. Meinetwegen in Kombination mit einem tollen Urlaub und später macht ihr eine Sommergartenparty wo ihr halt nebenbei die Hochzeit feiert.

      Wir haben nach 17 Jahren Beziehung geheiratet und es war super.
      Zu dem Zeitpunkt hat eh niemand mehr erwartet, das wir heiraten, wir mussten nicht, wir wollten einfach. Es war für uns der richtige, passende Zeitpunkt, die Ehe einzugehen und ein großese Fest zu feiern. So wie wir es wollten. Wir hatten die finanziellen Mittel dazu.
      Die Leute haben sich für uns gefreut, es war einmalig, der Mittelpunkt bei einem großen Fest zu sein. So viele liebe Worte, nette Gesten, Geschenke... für uns einfach unvergesslich.

      Macht es, wenn ihr es wollt und macht es so, wie ihr es wollt. Es ist euere Leben, euer Fest. #liebdrueck ... wenn kümmerts, was die Leute reden oder denken....

      • ... Nachtrag: bei unseren Eltern war es wirklich so, dass sie sagten "oh wie schön", und nicht "na endlich".

        Wir waren aber unkompliziert, was das vorher anhing. Mir kam der Gedanke beim bügeln, ich hab gewartet, bis mein Schatz zu Hause war und dann hab ich ihn gefragt, ob wir heiraten wollen. Und er sagte Ja und dann haben wir überlegt, wie und wo und wann und was...

    Hallo,

    ich würde da auf jeden Fall auch den Aspekt der Absicherung mit sehen. Das klingt zwar echt immer blöd, aber für den Fall, dass einem von euch etwas passiert, erhält der andere zumindest Witwenrente. Gerade wenn man Kinder und Eigentum hat, ist das nicht so außer Acht zu lassen. Und dann natürlich wenn es ums Thema Erbe geht ... als Verheiratete hat man nunmal mehr Erbrecht als Unverheiratet, auch was Freibeträge beim Finanzamt hinsichtlich Erbschaftssteuer angeht. Wie gesagt, klingt alles nicht so romantisch, ist aber nicht von der Hand zu weisen.
    Ich kenne selbst Pärchen, die nach sehr langer wilder Ehe genau aus diesen Gründen geheiratet haben.
    Und ich wette, eure Kinder freuen sich wie Bolle auf eine Hochzeit von euch. Das mit der Beziehung auseinander gehen halte ich persönlich für Unsinn. Da gibt es sicherlich andere Gründe.

    Liebe Grüße und Alles Gute
    Anne

    Hallo,

    ich war mal Standesbeamtin und das älteste Pasr, das ich getraut habe, war über 60. Es war wundervoll.
    Die beiden heirateten aus ähnlichen Gründen wie ihr und hat im Anschluss wohl noch eine Gartenparty gemacht. Also alles locker und zwanglos, ohne diesen Heiratskitsch. Vielleicht wäre das bei euch auch denkbar?

    Ihr könntet zB in ganz kleinem Rahmen heiraten und dann einige Wochen oder Monate später eine Party steigen lassen. Dann liegt der Fokus nicht so auf dieses „na endlich...“.

    LG

Huhu,
Ich kann dir von meinem Onkel und meiner Tante berichten. Sie sind seit über 35 Jahren zusmmen, haben im Februar diesen Jahres nur zu 2 geheiratet und im Mai feiern sie bei sich im Garten. Sie haben auch 2 gemeinsame Kinder und ein Haus. Also ich denke es ist egal, wie lange man zusammen ist, wenn ihr es für euch wollt - dann tut es!
Alles Liebe für euch

Für mich wäre das mit dem gemeinsamen Namen usw. Unsinn, es ging ja bislang auch so. ABER man kommt in das Alter, in dem man irgendwann vorsorgen möchte, d.h. Erbschaft, Rente usw.
Dafür finde ich es absolut legitim.

  • Hallo,
    Unsinn würde ich es nicht nennen, aber wir war ein gemeinsamer Name bis zu den Kindern auch nicht so wichtig. Inzwischen mag ich es jeden Tag weniger, dass meine Kinder nicht so heißen wie ich. Beim Arzt werde ich z.B. in schöner Regelmäßigkeit gefragt, ob ich eigentlich die Mutter sei.
    Das nervt einfach.

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