Neugeborenen-Hörscreening

    • (1) 15.11.17 - 20:33

      Unsere Tochter ist zwar kein Frühchen, trotzdem hier für Sie als Kinderarzt die folgenden Fragen:

      11.02.
      Geburt im Krankenhaus und U1 durch Hebamme

      13.02.
      OAE auffällig

      14.02.
      U2 durch Kinderarzt (Oberarzt im Krankenhaus, den wir im Folgenden weiter als Privatpatienten aufgesucht haben, im Folgenden nur „Kinderarzt“), OAE auffällig, kein Hinweis auf auffällige OAE im U-Heft, Entlassung aus dem Krankenhaus

      12.03.
      U3 durch Kinderarzt, OAE auffällig, kein Hinweis auf auffällige OAE im U-Heft

      09.04.
      Wiederholung OAE durch Kinderarzt, OAE weiter auffällig, Überweisung an HNO

      16.04.
      HNO-Termin, lt. Arztbrief mit Diagnose „Ausschluss Hörminderung“ und Befund „Ohrmikroskopisch bds. unauffällig. Die otoakustischen Emissionen ließen sich bds. regelrecht ableiten“.

      Wir haben uns nun (nach U5 und BERA s. u.) die Belege angefordert. Der HNO bedauert sehr, dass seine Dokumentation / die Daten des Messsystems wegen eines technischen Defektes verlorengegangen sind.

      13.05.
      U4 durch Kinderarzt, keine eigenen Hörtests durch Kinderarzt mehr mit Verweis auf HNO-Termin am 16.04.

      28.08.
      U5 durch Kinderarzt, keine eigenen Hörtests durch Kinderarzt mehr mit Verweis auf HNO-Termin am 16.04.

      Da unser eigener Verdacht auf eine Hörstörung aber immer größer wurde, haben wir in einer Pädaudiologie eine BERA unter Vollnarkose durchführen lassen: Unsere Tochter ist hochgradig bis an Taubheit grenzend bzw. bis an Taubheit grenzend schwerhörig!

      Nun unsere Fragen:
      - Ist das Vorgehen des Kinderarztes mit den in der sog. „Kinder-Richtlinie“ festgelegten Anforderungen an die Früherkennung von Hörstörungen bei Neugeborenen vereinbar?
      - Warum wurde nach den ersten fehlgeschlagenen OAE keine Kontroll-AABR durchgeführt?
      - Warum wurden die auffälligen OAE nicht im U-Heft dokumentiert?
      - Hätte eine frühere BERA unserer Tochter die Vollnarkose bei der späteren BERA erspart?
      - Ist der bei unserer Tochter im Rahmen der U 4 diagnostiziert „Schiefhals“ zur besser hörenden Seite ein Indiz für die Schwerhörigkeit?

      • Liebe Sabine1234,

        ich kann verstehen, dass Sie nach Antworten suchen. Schwierig ist immer, eine Situation retrospektiv zu beurteilen und eine objektive Aussage zu treffen. Es steht mir nicht zu, die Umstände zu beurteilen, die diesen Verlauf nach sich gezogen haben, da ich nicht persönlich daran beteiligt war. Ein Gespräch mit den beteiligten Ärzten kann hier sicher Aufschluss geben.

        Die Empfehlung des g-ba ist eindeutig und die aktuelle Version für Sie frei zugänglich unter:

        https://www.g-ba.de/downloads/62-492-1427/RL_Kinder_2017-05-18_iK-2017-07-25.pdf

        Hier finden Sie alles zu diesem Thema, von den Stufen der Untersuchungsmethoden bis zur Dokumentation.

        Lieben Gruß

        Kinderarzt.jahn

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