MMRV

    • (1) 20.08.18 - 14:35

      Guten Tag, ich habe eine Frage zur Masernimpfung, da ich große Angst vor der Folgeerkrankung SSPE habe. Ich selbst hatte Wildmasern und nach einem Antikörper Test zeigte sich, dass ich extrem hohe Antikörper habe, über 2000, die ich demnach auch meinem Baby (er ist allerdings kein Frühchen) mitgegeben habe. Nun heißt es dass man laut RKI frühestens ab 11 Monaten impfen kann, jetzt habe ich folgende Frage: was würde passieren wenn mein Baby bis dahin immer noch Nestschutz von mir hat, würde die Impfung dann gar nicht greifen und ich sollte doch etwas länger mit der ersten MMRV Impfung warten? Was ist das absolute Maximum bis wann ein Baby das voll ausgetragen ist und bei dem die Mutter sehr sehr stark Wildmasern hatte Nestschutz hat laut Wissenschaft? Und was würde wiederum eine schlechte Immunantwort bezüglich der Impfung zum Thema SSPE bedeuten?
      Vielen vielen lieben Dank!

      • Liebe wunder44,

        Unter Nestschutz versteht man den natürlichen Schutz des Neugeborenen durch von der Mutter zum Kind übertragenen Antikörpern. Sie selbst haben Masern gehabt und Antikörper gebildet, die sie an Ihr Kind weitergegeben haben. Im Vergleich zu Müttern, die "nur" geimpft sind, sind Kinder deren Mütter die Erkrankung selber durchgemacht haben, besser geschützt.

        Leider bleiben diese Antikörper nicht ein Leben lang in Ihrem Kind und schützen es. Nach etwa 2 bis 4 Monaten werden diese Antikörper zunehmend abgebaut und das Immunsystem Ihres Kindes muss die Abwehrfunktion zunehmend selbst übernehmen.

        Durch eine aktive Impfung wird das Immunsystem angeregt, Antikörper gegen die Erkrankung zu bilden, gegen die geimpft wurde. Nach Komplettierung der Impfung besteht dann der entsprechende Schutz. Und hier liegt auch der Unterschied zu den geliehenen mütterlichen Antikörpern.

        Dass im Alter von 11 Monaten mütterliche Antikörper die Impfung beeinflussen, halte ich für äußerst unwahrscheinlich und ein Aufschieben der Impfung für nicht sinnvoll, da sie Schutz gegen die Erkrankung und somit auch gegen die Komplikationen erzeugt.

        Auf der Seite des RKI findet sich ein sehr ausführlicher Ratgeber (https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Masern.html). Dort ist auch die sehr seltene Spätkomplikation der Maserninfektion, die SSPE benannt.

        Lieben Gruß

        Kinderarzt.jahn

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