RSV Prophylaxe

    • (1) 18.10.18 - 16:12

      Sehr geehrter Dr. Jahn,
      meine Tochter kam 12 Wochen zu früh am 20.7.2017. Das erste Jahr bekam sie außer anderem auch die RSV Prophylaxe. Für die kommende Saison wurde ihr es weiter von Frühchenambulanz empfohlen, aber die Kasse hat es abgelehnt. Mich würde Ihre Meinung interessieren. Soll ich drauf bestehen oder es akzeptieren.
      Dazu paar Infos: sie wurde 8 Stunden intubierrt, danach verlief alles prima. Sie trägt keine Folgeschäden oder Entwicklungsschäden davon, was uns wahnsinnig freut :-). Trotzdem denke ich, dass wir es auch der Impfung zu bedanken haben und fürchte mich jetzt schon vor dieser Saison. Ihre zwei Brüder besuchen die Schule, also Herst und Winter verläuft bei uns leider nicht ohne Krankheiten.
      Vielen dank für Ihre Antwort
      LG

      • Liebe dankamamka,

        Es freut mich zu hören, dass es Ihrer Kleinen so gut geht. Mit einem Frühgeborenen der 28+XSSW verbringt man eine lange Zeit mit Höhen und Tiefen in der Klinik. Das war bestimmt nicht immer leicht.

        Und jetzt haben Sie schon den ersten Geburtstag Ihrer Tochter gefeiert. Klasse.

        Nun aber zu Ihrer Frage...

        Die Prophylaxe zur Vermeidung einer Infektion mit dem RS-Virus unterliegt in Deutschland und anderen Ländern bestimmten Regeln. Die Therapie ist recht teuer und daher wird nur eine bestimmte Gruppe von Patienten mit diesem Medikament behandelt.

        Für die erste RSV-Saison nach der Geburt Ihrer Tochter ist die Indikation gestellt worden. Für die zweite Saison scheint sie nach Ihrer Schilderung, wie es Ihrer Tochter geht, nicht die Voraussetzungen zu erfüllen, die eine Behandlung rechtfertigen.

        Der gemeinsame Bundesausschuss beschließt solche Dinge. Dort steht (https://www.g-ba.de/downloads/39-261-694/2008-06-19-AMR4-Palivizumab_BAnz.pdf):

        "Palivizumab ist in Deutschland zugelassen zur Prävention der durch das Respiratory-Syncytial-Virus (RSV) hervorgerufenen schweren Erkrankungen der unteren Atemwege, die Krankenhausaufenthalte erforderlich machen, bei Kindern mit hohem Risiko für RSV-Erkrankungen:

        – Kinder, die in der 35. Schwangerschaftswoche oder früher geboren wurden und zu Beginn der RSV-Saison jünger als 6 Monate sind.

        – Kinder unter 2 Jahren, die innerhalb der letzten 6 Monate wegen bronchopulmonaler Dysplasie behandelt wurden.

        – Kinder unter 2 Jahren mit hämodynamisch signifikanten angeborenen Herzfehlern."

        Ihre Tochter ist über 6 Monate alt und scheint nicht zu den Gruppen zu gehören, die hier benannt sind. Ist es so? Wenn nicht, wäre eine Prophylaxe möglich. Besprechen Sie das gegebenenfalls mit Ihrem Kinderarzt.

        Liebe Grüße

        Kinderarzt.jahn

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