Frühchen mit Sehschwäche

    • (1) 10.09.19 - 15:07

      Guten Tag, mich beschäftigt aktuell wieder eine Sache und vielleicht können Sie mir diese erklären und mir einen Tipp geben.
      Mein Sohn (jetzt 6) kam damals als Frühchen bei 35 +2 mit geringem Geburtsgewicht von 1700 g zur Welt.
      Ursache war eine Schwangerschaftsvergiftung und lange "runtergespielte" mangelhafte Durchblutung der Plazenta.
      Er hat sich trotz allem super entwickelt, dennoch blieb eine Sehschwäche von (+7,5 und 8,5), welche bis heute nicht besser wurde und welche man mit der Geburt in Verbindung bringt.

      Lag es an der Unterversorgung während der ganzen SS oder an der frühen Woche zur Entbindung?

      Bin nun wieder schwanger und es wird bereits mit ASS 100 einer Präeklampsie vorgebeugt.

      Kann ich sonst noch irgendwas tun, um das Risiko zu mindern?

      • Liebe liana0919,

        zu den Fragen, Ihre derzeitige Schwangerschaft betreffend, möchte ich Ihnen unser Forum "Frag unsere Frauenärztin" ans Herz legen.

        Zu der Sehschwäche Ihres Kindes: Typische Veränderungen im Bereich der Augen, die bei Frühgeborenen zu Sehminderung führen können, sind eher ein Problem der sehr unreif geborenen Kinder.

        Einer augenärztlichen Untersuchung sollten Frühgeborene zugeführt werden, die entweder jenseits der 32. SSW geboren wurden bzw. bei Geburt weniger als 1.500g gewogen haben oder die zwischen der 32. und 36. SSW geboren wurden und länger als drei Tage Sauerstoff bekommen haben. Diese Gruppen sind so gewählt, da diese Kinder ein höheres Risiko haben, eine sog. ROP (Retinopathie des FG) zu entwickeln.

        Ihre Tochter liegt sowohl in Bezug auf die Reife als auch in Bezug auf das Geburtsgewicht außerhalb der Grenzen für ein erhöhtes Risiko. Ob Ihre Tochter länger als drei Tage Sauerstoff erhalten hat, kann ich Ihrem Beitrag nicht entnehmen.

        Dass die Frühgeburt sich nachteilig auf die Sehkraft Ihres Kindes ausgewirkt hat, halte ich daher für unwahrscheinlich.

        In wie weit die Minderversorgung eine Rolle gespielt haben könnte, weiß ich nicht. Meiner Erfahrung nach, ist es aber keine typische oder besonders häufige Komplikation der Kinder, die mit einem für Ihr Geburtsalter zu geringen Gewicht geborenen wurden.

        Liebe Grüße

        Kinderarzt.jahn

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