Unsere Geschichte

    • (1) 14.12.17 - 11:57

      Hallo
      ich dachte, ich starte mal einen Beitrag, der unseren Weg zum Glück beschreibt.
      Vielleicht möchten sich ja welche anschließen.
      Nach 7 ICSI und 2 Kryo haben wir 2011 entschieden, dass dieser Weg für uns zuende ist.
      Im September 11 besuchten wir eine Infoveranstaltung des Jungendamts und erhielten dort alle nötigen Unterlagen. Wir füllten Anträge aus, erstellten Lebensläufe, ließen ein Gesundheitszeugnis anfertigen und holten Gehaltsnachweise und Führungszeugnisse. Im Januar gaben wir alles ab und hatten dann mehrere Termine mit unserer Sachbearbeiterin im Jugendamt. Nach einem letzten Termin, der ein Hausbesuch war, waren wir im Juli 2012 anerkannte Bewerber und wurden in der Bewerberkartei aufgenommen. Da sehr wenige Vermittlungen bei uns im Amt waren, empfahl unsere Sachbearbeiterin, dass wir uns noch bei freien Trägern bewerben sollten. Dies taten wir parallel und waren somit im Juni 13 bei 2 Stellen anerkannt.
      Die Zeit des Wartens war dann relativ kurz.
      Nach 14 Monaten kam der Anruf von unserem Jugendamt, dass ein kleines Mädchen geboren wurde.
      3 Tage nach ihrer Geburt holten wir Ende September 13 unsere Tochter aus dem Krankenhaus ab.
      Es folgte eine 1 jährige Zeit der Adoptionspflege. In dieser Zeit kam unsere Sachbearbeiterin regelmäßig zu Besuch. Nach 8 Wochen erhielten wir die Unterschrift der leiblichen Mutter, dass sie auch weiterhin bereit war, unsere Tochter freizugeben. Ab da bekam die Kleine einen Vormund ,der auch regelmäßig zu Besuch kam.
      Nach knapp einem Jahr bekundeten wir beim Notar unsere Absicht, dass wir die Maus adoptieren möchten.
      Im Oktober 14 war dann der ersehnte Gerichtstermin und im Dezember hielten wir die Geburtsurkunde in unseren Händen.#verliebt
      Wir bereuen keine Sekunde, der Tag des Anrufs war der glücklichste, schönste, aufregendste und verrückteste Tag unseres Lebens.
      Gerne hätten wir ein Geschwisterchen für unsere Tochter, aber ob das jemals geschehen wird, steht in den Sternen.
      Wir sind immer noch so dankbar und wissen um unser großes Glück, ein solches Wunder erleben zu dürfen.
      LG
      katici

      • Hallo.

        Ich finde solche Berichte toll und lese es wahnsinnig gerne.
        Ich glaube DEN besagten Anruf vergisst man nie wieder.

        Vielleicht gibt es ihn ja irgendwann noch einmal.

        Alles Gute

        (3) 15.12.17 - 08:42

        Super schöne Geschichte! ❤️

        Wünsche euch weiterhin alles gute!

        (4) 15.12.17 - 12:55

        Hallo,

        unser Weihnachtswunder fand genau vor 13 Jahren statt. Wir erhielten drei Tage vor Weihnachten den ersehnten Anruf nach gerade mal acht Wochen nachdem wir anerkannte Adoptivelternbewerber waren. Hintergrund war wohl auch dass wir absolut flexibel im Alter und auch bereit gewesen waren ein Kind mit körperlichen Beeinträchtigungen zu nehmen wo noch nicht klar welche Prognose es hat.
        Unser Wunder war damals 1400g leicht und es war fraglich ob es ein Überleben gibt, Mäusekind keine Lust hatte zu leben. Mit ihm gab es von der leiblichen Mutter 10 Geschwister dazu, insgesamt fünf wurden freigegeben. Alle fünf Kids kennen und lieben sich und bei uns läuft generell seine Schwester (2Jahre älter) imaginär mit ;-) . Da ist schon eine große Verbundenheit da.
        Reichlich ein Jahr später war die Adoption rechtskräftig. Danach zogen noch zwei Pflegekinder ein. Wir entschieden uns beim nächsten Kind gegen eine Adoption obwohl die Einwilligung vorlag, da unklar war ob durch den Konsum von Nikotin und Drogen das Gehirn das Säuglings langfristig geschädigt war. Wir waren damals das 7.Elternpaar was gefragt wurde ob es bereit war das Mäuschen zu nehmen. ES war gut so dass wir damals nichts vom kalten Entzug und so vielen am Anfang schrecklich klingenden Krankheiten wussten. Die geistige Entwicklung kam sehr spät aber eine Normalbeschulung ist mit Einschränkungen möglich. Bei der leiblichen Mutter sind Schulden in seinem Namen bei Ämtern angelaufen und wir sind bereits für den kleinen Kerl in Vorkasse gegangen.
        Vor drei Jahren zog nochmal ein Mäuschen ein - bewusst haben wir ein älteres Kind genommen. Die Maus hat noch viele Geschwister und hatte nie gelernt ein Kind zu sein. Unsere Maus hat noch fünf weitere Geschwister, die zwei älteren versorgten die vier jüngsten. Wir wussten lange nicht ob wir sie behalten können und wollen da die Schatten der Vergangenheit zu groß waren. Das war das Thema Crystal Meth noch das geringste Problem, denn die emotionalen Traumatisierungen durch die leibliche Mutter wurden trotz das die Maus bei uns war fortgeführt durch Kontakte.
        Heute lernt unsere Püppi ein Kind zu sein, aber das fällt ihr unheimlich schwer. Sie ist in ihrer Art sich durchs Leben zu begeben geistig anderen gleichaltrigen deutlich voraus. Unsere Maus lehnt den Kontakt zu ihrer Herkunftsfamilie komplett ab. Ihre Mutter hat nur noch zu den Kindern Kontakt die in einem Heim leben in unmittelbarer Nähe von ihrem Wohnort, das älteste Kind ist inzwischen so alt das es selbst entscheiden kann, bei den jüngeren hat die Zeit und die Entfernung einen Menge gebracht.
        Sie wünscht sich einen anderen Namen, weiß das das nicht möglich ist aber da ist im Vergleich zu unsrem mittleren Kind der Wunsch von ihr nach einer Adoption groß. Ihre leibliche Mutter lehnt das ab.

        Vor zwei Jahren zog dann nochmal ein Baby ein - ein Hundebaby und nun sind wir komplett. Unsere Hundedame ist der Seelenkumpel von allen Kids ;-)

        Viele Grüße Geli

      • Hallo,
        Auch ich möchte meine Geschichte erzählen oder zumindest kurz anreißen.
        Von der anderen Seite... ich bin ein pflegekind.. ein Opfer des JA..
        Ich wurde meiner herkunftsfamilie viel zu spät entrissen. Diese hatten massive alkoholprobleme, waren sehr Jung, u auch sonstige Probleme der Unterschicht kamen hinzu... ich erlebte eine lange traurige Geschichte, immer hin u her gereicht zwischen verwantenpflege, Kinderheim u Elternhaus. Bis das JA endgültig entschied, dass das Kinderheim der beste Ort für mich wäre.. dort blieb ich bis ich ca 3,5 Jahre alt war. Dann kam ich in eine sehr liebevolle pflegefamilie. Ich hatte einige Störungen. Von Kapitalismus, über essen klauen u im Zimmer verstecken bis hin zu schlimmen Albträume u einnässen. Dies alles war geschuldet, das ich in den 3 wichtigsten Jahren keine bezugsperson hatte.
        Ich lebte 7 Jahre glücklich in der pflegefamilie. Meine (Pflege) Mama konnte aufgrund eines gendefekts keine leiblichen Kinder bekommen. Sie hat einen jungen adoptiert u dann kam ich.
        Nach diesen 7 Jahren kam ich zurück in meine herkunftsfamilie bzw (diese hatten sich bereits getrennt) zu meiner leiblichen "mutter" zurück.. es war furchtbar. Ich rutschte ab, blieb nicht lange dort, zog zu meinem leiblichen "vater" auch da würde ich nicht glücklich, also zurück zur leibl. Mutter.
        Von da aus bin ich abgehauen u hab freiwillig in einem mädchenheim gewohnt . das ganze hin u her dauerte fast 5 Jahre. Dann bin ich wieder auf eigene Faust zu meiner pflegemutter gefahren u stand vor ihrer Tür (die Ehe zu meinem pflegevater war mittlerweile daran zerbrochen das ich nicht mehr da war). Sie hat mich ohne zu zögern wieder bei sich aufgenommen. Bis alles mit dem JA geklärt war, dauerte es allerdings noch ein Weilchen. Ich war ja immer noch nicht volljährig...
        Dort ist es aber nach meinen fast 5 Jahren Abwesenheit auch nicht mehr gut gegangen. Ich konnte keine Grenzen akzeptieren, u meine Mama konnte nicht akzeptieren das ich viel zu schnell erwachsen geworden war. Also bin ich dort nach einer Zeit auch wieder abgehauen u hab mir mit Hilfe des JA eine eigene Wohnung gesucht.. nach dem etwas Gras über die Sache gewachsen war, konnten meine pflegemama u ich uns wieder annähern. Wir waren auf einem sehr guten weg, als sie leider an Krebs verstorben ist. Es ging alles ganz schnell... ich hätte ihr noch so vieles sagen wollen..

        Ich habe trotz dem ganzen kack trotzdem geschafft mein Leben in die richtigen Bahnen zu lenken, ich bin Erzieherin geworden u liebe meinen Job mit Herz u Seele! U ich bin meinen pflegeeltern dankbar bis an mein Lebensende!!
        Aus mir ist nur so eine starke Frau geworden, weil sie mir gezeigt haben, wie leben auch sein kann!!

        An alle pflegeeltern da draußen: ihr macht einen großartigen Job! Es muss schlimm sein mit der Angst zu Leben, das das Kind jeder Zeit wieder weg genommen werden könnte...

        Darüber konnte ich mit meiner Mama nie reden..u diese Ängste verstehe ich erst seit dem ich selber Mama bin!
        Ganz liebe Grüße
        Von einem pflegekind

      • Du wurdest nach 7!!! Jahren rückgeführt??? Was waren das für Ämter und Richter?!

        • Ja genau. Ich kann es heute auch kaum fassen. U es hat meiner Psyche wirklich einen gehörigen Knacks verpasst. Vor allem weil zwischen beiden Familien einfach Welten lagen. Meine pflegeeltern waren gut situiert. Wir hatten ein Haus, mein pflegevater ist Anwalt in einem großen Unternehmen, meine pflegemama Hausfrau u gute Mutter.
          U in meiner herkunftsfamilie herrschen harz4, Alkohol u Gewalt....

          Nun gut, heute kann man das natürlich nicht mehr ändern, aber ich Wunder mich heute noch sehr darüber wie es damals gelaufen ist...

          Lg

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