Pflegekind und Vollzeitjob...?

    • (1) 01.01.18 - 14:01

      Eine kurze und konkrete Frage: ist ein Pflegekind und ein Vollzeitjob vereinbar....? Gibt es da Erfahrungen?

      K

      • (2) 01.01.18 - 18:08

        Hallo,

        Ich denke die ersten Jahre eher nicht, oder soll dein Partner Elternzeit nehmen? Dann wäre es sicher möglich. Aber eine Bezugsperson sollte schon vorhanden sein, wegen Bindungsaufbau etc.

      (4) 01.01.18 - 19:52

      Hallo,

      den Vorbereitungskurs habe ich im letzten Herbst gemacht.

      Dort wurde ganz klar kommuniziert, das ein Pflegekind im Baby/Kleinkindalter nicht fremdbetreut werden soll. Ein Elternteil sollte in den ersten 1-2 Jahren in Elternzeit gehen.
      Damit das Kind ankommen kann und eine feste Bezugsperson hat.
      Später wird es natürlich ganz normal in den Kindergarten/Schule gehen. Dann kannst Du wieder arbeiten gehen aber Vollzeit wird wohl nicht möglich sein. Auch bei Aufnahme eines größeren Pflegekindes wird Vollzeit schwierig sein.

      Du hast mir auf mein Posting alleinstehend und Pflegekind aufnehmen etwas weiter unten geantwortet, deswegen fasse ich es hier etwas zusammen. Selber bin ich auch ohne Partner, arbeite aber auf selbstständiger Basis viel von zu Hause aus.
      Werde bei Aufnahme eines Pflegekindes meine Aushilfe fest anstellen, damit ich in Elternzeit gehen kann.
      Trotzdem werde ich oft dann abends in mein Büro gehen müssen, welches bei mir im Haus ist.

      Ich hoffe ich konnte Dir etwas helfen.

      Lg Janina

      • (5) 01.01.18 - 22:10

        Verstehe und danke für deine Antwort.

        Ich habe in der Tat an ein älteres Kind gedacht, mindestens Grundschulalter. Meine Tochter ist 13, ein Kind das etwas jünger ist als sie wurde in die famillie gut reinpassen ;-)

        Wir haben einfach gut Platz, 2 Zimmer stehen frei und ich könnte mir vorstellen noch ein Kind zu begleiten. Ich denke ich mache den Kurs einfach und schaue was da auf mich zukommt, bzw. Wie sich das Gefühl entwickelt...

        K

    (6) 02.01.18 - 07:11

    Guten Morgen,

    kommt auf das Kind an würde ich sagen.
    Im allgemeinen kann man wohl sagen das die Jugendämter es am liebsten hätten wen dauerhaft einer für das Kind da ist.
    Ich neige dazu Entscheidungen zu treffen die für unsre Familie richtig sind und so habe ich vor 2,5 Jahren eine Vollzeitausbildung zur Erzieherin angefangen. Ich dachte mir Fachwissen könnte nicht schaden bei einem PK.
    Ich war mir aber sicher das unser Pflegetochter (jetzt 7) das packt.

    Das Jugendamt hat nicht einen Ton dazu gesagt, ich habe sie aber auch nicht gefragt.
    Ich bin in 6 Monaten fertig mit der Ausbildung und hätte hinterher gern einen Job der 30 Stunden die Woche hat. Vollzeit ist machbar bei uns aber auf Dauer auch mega anstrengend.

    LG dore

  • (7) 02.01.18 - 13:41

    Hallo,

    meiner persönlichen (nichtfachlichen) Meinung nach ist dies zumindest am Anfang einer Pflegschaft nicht möglich.

    Ein Pflegekind läuft nicht "nebenbei". Alle Pflegekinder haben viele schlimme Erfahrungen machen müssen (auf die einzelnen gehe ich jetzt nicht ein). Auch wenn es "nur" Vernachlässigung ist.... Und dies arbeiten die Kinder dann in den Familien auch auf. Und insbesondere wenn Du ein älteres Kind aufnehmen möchtest, hat dies ja auch schon einiges an Erfahrungen, Bindungsabbrüchen und weiteres erlebt.

    Hier muss das Kind aufgefangen werden, meist sind auch Therapien notwendig. Dann sind Besuchskontakte mit der Herkunftsfamilie wahrzunehmen, Hilfeplangespräche mit dem Jugendamt. Und das normale Leben mit läuft ja auch noch weiter.

    Hier bei uns wird für die Aufnahme eines Pflegekindes vorausgesetzt, dass zumindest in der Anfangszeit (ca. 1 Jahr) ein Elternteil zuhause bleibt. Ebenso soll ein Kinder unter drei Jahren nicht fremdbetreut werden und anschließend möglichst nur den halben Tag. Viele der Kinder haben in den ersten Lebensjahren so viel versäumt an Bindung, Aufmerksamkeit, Fürsorge, dass dies dann nachgeholt wird.

    Dies ist aber wohl unterschiedlich geregelt. Aber während der Seminare wird das (zumindest bei uns ) auch gut erklärt.

    Ich finde es aber toll, dass Du auch einem "älteren" Kind die Möglichkeit geben möchtest, in einer Familie aufzuwachsen. Für viele ältere Kinder fehlen die Plätze.

    Liebe Grüße

    Delenn

    (8) 02.01.18 - 19:50

    Hallo,

    ich weiß nicht wie es das JA sieht, aber aus Erfahrung ist es nicht wirklich machbar. Ke älter die sind, desto größere “Päckchen“ bringen die Kinder mit. Es sind Kinder die psychisch/ körperlich vernachlässigt würden, sexuell misshandelt würden, Mutter Alkohol/Drogen Probleme hat, FAS im spiel ist...
    Du musst viel Zeit und Kraft in die Kinder stecken, da wird es mit Vollzeit sehr schwierig.

    (9) 07.01.18 - 15:37

    Ein Pflegekind IST ein Vollzeitjob!

    (19) 14.01.18 - 21:16

    Deshalb werden z.b. lieber Familien genommen, die sich leisten können, dass einer zu Hause bleibt und nicht arbeitet.

    • (20) 14.01.18 - 21:33

      Verstehe. Es geht bei mir nicht um das „sich leisten“ sondern eher um die uberzeugung „für sich zu sorgen“. Abgesehen davon bin ich alleinstehend, hätte ich mich damals auf den Mann als Versorger verlassen, hätte ich jetzt nicht so ein entspanntes leben mit einem guten Job.

      Ich hatte auch nie den Willen mit anderen Familien zu konkurrieren, wenn diese „lieber genommen werden“ dann ist es sicher gut so. Ich hatte eher die Idee auch etwas gutes zu tun. So zu sagen „on top“ zu den anderen Familien ;/)

Nicht zwangsläufig. Darüber hinaus ist keins meiner Kinder ein Job. Beide haben sich völlig gesund entwickelt und mein Mann und ich arbeiten.

Hallo Kulka,

Du möchtest gerne einem Kind im Grundschulalter eine Familie ermöglichen? Respekt! Denn leider ist es eher die Ausnahme, dass so große Kinder noch in eine Familie kommen! Entweder findet sich keine, weil die meisten doch eher ein kleines Kind wünschen, oder! ACHTUNG Kinder in dem Alter oft als nicht mehr familienfähig gelten. Denn je größer das Kind, desto größer der Rucksack, vereinfacht gesagt. So hat es unter Umständen 5 oder 6 JAHRE keine sichere Bindung erfahren dürfen, wurde evtl über JAHRE vernachlässigt, misshandelt, etc. In dieser schlimmen Zeit hat das Kind Überlebensstrategien entwickelt, die es nicht so schnell wieder ablegen kann. Daher würde ich sagen: ganz besonders bei einem älteren PK ist eine Vollzeitstelle nicht möglich, sofern man dem Kind aufrichtig die Möglichkeit geben möchte, Bindung zu erfahren und eventuell (!!!) zu gesunden.
Ich kenne spontan mind 4 Pflegefamilien. Für drei ist die Betreuung des oder der PflegekindEr mehr als Vollzeitstelle genug. Eine Mutter arbeitet jetzt nach 5 Jahren wieder ganz wenige Stunden, um sich etwas Erholung zu gönnen.
Vorgestellt hatten sich die meisten, nach einiger Zeit wieder zumindest Teilzeit einzusteigen.

Ich wurde vor Aufnahme unserer Tochter gefragt, ob ich auch bereit sei, ihre Kigazeit Zuhause zu sein, da oft keine große "Belastbarkeit" bei Kindern mit ähnlicher Biographie vorliege. Sie wird bald eins.

Ich finde es toll, dass du dir vorab solche Fragen stellst!

Liebe Grüße!

(23) 14.01.18 - 00:54

Ich habe Zwillinge mit 4 Jahren aufgenommen. Anfangs ging ich weiter Vollzeit arbeiten. Die zwei waren schließlich in der KiTa. Recht schnell musste ich feststellen, dass das mehr als anstrengend war. Ich ging auf Teilzeit runter. Damit ging es eigentlich gut. Aufgehört habe ich dann aufgrund meiner Schwangerschaft. Arbeiten mit Pflegekindern geht also (wobei dies natürlich keine Garantie ist - kommt immer aufs Mäuschen an). Man muss es testen.

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