Kids helfen mit nur ein paar Klicks

    • (1) 18.01.19 - 13:05

      Hallo,

      Ich möchte euch die Geschichte meiner Tochter erzählen. Ich lasse mit Absicht ihren Namen weg.

      Unsere Maus ist 6. Ihre Mutter ist psychisch krank. Immer wieder sind die beiden umgezogen, haben bei diversen Freunden gewohnt. Die Kleine war auch ein paar Monate im Kinderheim während ihre Mutter in Therapie war.
      Mit 2 musste sie die Obhut ihrer Mutter verlassen und wurde in eine sehr nette Bereitschaftspflegefamilie untergebracht. (Für alle die das Thema nicht kennen, diese Familien sollten Kinder für einige Wochen betreuen bis geklärt ist ob das Kind wieder zu den leiblichen Eltern kann, oder aber in eine Dauerpflegefamilie für mehrere Jahre / immer untergebracht werden können.) Alles war neu, sie verstand nicht was passiert, warum ihre Mama weg ist und sie in diesem fremden Haus bei den Leuten die sie nicht kennt bleiben soll. Alles riecht anders und außer ein paar wenige Anziehsagen und einem Kuscheltier hat sie nichts von ihrem alten Leben dabei.
      Mit der Zeit versteht sie, dass niemand ihr weh tun möchte. Im Gegenteil. Alle sind nett. Jeden tag spielt jemand mit ihr, liest ihr vor, kuschelt… sie darf hier auch bald zum Kindergarten und findet Freunde. Nach einiger Zeit ist dieses fremde Haus ihr zu Hause. Sie ist ein Mitglied dieser Familie. Zumindest so ihre Empfindung. Maus hat eine Bindung zu der Bereitschaftspflegefamilie aufgebaut.
      Eines Tages kommen zwei Fremde zum Kaffee vorbei. Und auch die Woche drauf. Dann kommen sie öfters, spielen auch mal mit ihr. Das eine mal fährt die kleine Maus auch alleine mit den beiden Eis essen – lecker! Das Mal darauf besuchen sie die beiden. Immer öfter und länger.
      Und dann kommt es. Sie soll dort schlafen. Mehr als dass, sie soll dortbleiben! Aber sie hatte doch gerade ein neues zu Hause gefunden. Was hat sie falsch gemacht? Warum muss sie da weg?! Sie versteht es nicht. Sie fühlt sich verloren und alleine.

      Unsere Tochter war 9 Monate in der Bereitschaft die eigentlich nur einige Wochen dauern sollte… sie hat – obzwar sie dann schon in Obhut des Jugendamtes / des Staates war – einen erneuten Bindungsabbruch erlitten. Aus meiner Sicht als (Pflege)Mutter nach 3,5 Jahren mit dem Kind, war es vermutlich der härteste Schlag für ihre Psyche Sicherheit zu erfahren die dann brutal weggerissen wurde.
      Das Ergebnis: wir haben eine 6-Jährige die nach 3,5 Jahren bei uns immer noch Verlustängste hat und Psychologische Hilfe braucht.
      Eine Bereitschaftspfegemutter, Tabea, versucht das Ganze dank einer Petition voran zu bringen und politische Aufmerksamkeit auf diese Kinder zu lenken. Bitte helft mit! Schaut euch die Petition an, unterschreibt und leitet sie weiter! Wir können den Kleinen helfen, ihnen allen den schweren Weg etwas leichter machen. Die Bereitschaftszeit kürzen, wenn Tabea Erfolgreich nach Berlin kommt zum Vorsprechen.
      Die Kinder werden es uns allen danken!
      Danke,
      Chris
      https://www.openpetition.de/petition/online/schnellere-entscheidungen-fuer-das-kindeswohl

      • Hallo Chrispol,

        Das ist wirklich ein wichtiges Thema!
        Auch uns steht eventuell bald diese Anbahnungsphase bevor
        "Unser" Kleiner lebt bereits seit 1,5 Jahren bei der Bereitschaftspflege. Ich würde mich freuen, wenn du mir ein bisschen über eure Anbahnungsphase nach so einer langen Zeit bei der Bereitschaftspflege berichten würdest. Ich habe großen Respekt vor dem, was dort auf uns zukommt.

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