Pflegekind? Partner weiß nichts von Gedanke.

    • (1) 22.01.19 - 13:17

      Hallo ihr Lieben.

      Ich habe vor 18 Monaten unser absolutes Wunschkind Louis zu Welt bringen dürfen. Wir mussten sehr lang warten.

      Ich habe schon damals als wir nicht schwanger wurden über ein Pflegekind oder Adoption nachgedacht.

      Jetzt bestärkt mich das Gefühl wieder so sehr.
      Ich habe für mein Kind so viel liebe und bin gern Mama auch wenn es nicht immer einfach ist. Also frag ich mich wieso nicht ein zweites Kind in Pflege nehmen einem Kind was es nicht so gut erging oder das keine Familie hat aufnehmen und ihm eine Familie geben mit liebe Geborgenheit und allem was dazu gehört. Ein leben geben was jedes kind verdient hat.

      Ich habe diese Gedanken meine Mann noch nie mitgeteilt. Weiß also nicht wie er über so was denkt.

      Aber wie läuft so was ab wo meldet man sich an oder wie lang dauert so was dann in der Regel?

      LG Franzi und danke schonmal für eure Antworten

      • Du solltest als erstes mit deinem Mann darüber reden.

        So ein Gedanke muss auch wachsen. Und es müssen beide absolut dahinter stehen.

        Wenden müsst ihr euch ans Jugendamt. Es wird Seminare und Überprüfungen geben. Wie lange, ist unterschiedlich. Bei uns hat es 4 bis 5 Monate gedauert. Bis pk einzog 3 Jahre.

        Ihr habt dafür noch ganz viel Zeit. Euer Kind sollte auch erst ein Alter haben bei den es zurückstecken kann.
        Unser Umständen braucht ein pk sehr sehr viel Zuwendung.

        Belese dich zum Thema Bindung, Traumatisierung, FAS und über die rechtliche Situation von Pflegekindern und Pflegeeltern. Vielleicht bietet euer Jugendamt Infoabende an, die kann man vorab besuchen.

        Hallo Franzi,
        Ich würde auch an erster Stelle mit deinem Mann sprechen.

        Bei uns in der Stadt läuft das Thema Pflegekind über freie Träger. Das heißt die führen die gesamte Überprüfung und Schulungen durch. Wir hatten uns damals aber auch erst beim JGA gemeldet. Die haben uns dann die drei freien Träger genannt und dort haben wir dann einen Termin für ein Info Gespräch ausgemacht.2 Wochen nach der Info hatten wir schon das Seminar, dann sehr schnell die Hausbesuche und das Abschlussgespräch.
        Das ganze hat vielleicht so 3 Monate gedauert. Ende Oktober waren wir mit allem durch und am 21.12 haben wir einen Anruf bekommen mit einem Kindervorschlag. Waren also noch nicht mal 2 Monate.
        Man kann ziemlich genau angeben, welches Kind zu einem passen würde und was man sich zutraut und was nicht.
        Wir haben zum Beispiel ganz klar gesagt, dass wir unseren Wunsch nach einem leiblichen Kind noch nicht abgeschlossen haben oder dass für uns FAS ein Problem wäre.Das alles wurde soweit wir das bis jetzt abschätzen können sehr gut berücksichtigt und auch nie in Frage gestellt. Wir hatten nicht einmal das Gefühl, dass man uns zu irgendetwas überreden möchte.
        Ich glaube alles steht und fällt mit einem guten Betreuer beim JGA oder halt dem freien Träger.

        Achja, wir mussten uns anders als bei unserer Adoptionsüberprüfung auch nicht bei unserem zuständigen JGA für die Pflege melden. Mit denen waren wir vorher schon nicht so zufrieden und sind dann bezüglich Pflege direkt auf ein anderes JGA zugegangen. Das war gar kein Problem.

        • Ich kann dir noch ein ganz tolles Buch empfehlen "Überraschung inklusive - was man mit Pflegekindern erleben kann". Habe es in einer Nacht ausgelesen, weil es so schön geschrieben ist und uns in der Entscheidung noch einmal so richtig bekräftigt hat.

      Zuerst solltest Du natürlich mit deinem Mann reden.

      Dann solltest Du Dir vor Augen führen, dass ein Pflegekind nicht einfach nur ein Kind wie deines ist, dem man ein Zuhause gibt. Dieses Kind hat schon eine Mutter und es hat auch schon einen Vater, nur funktionieren diese nicht in ihrer Elternrolle aus unterschiedlichen Gründen. Dennoch sind diese Plätze sehr wahrscheinlich fest besetzt. Du hättest eben doch eine andere Rolle als jetzt gegenüber deinem Kind auch wenn Du sie gleich behandelst und liebst

      Es bedeutet auch in den meisten Fällen kein gesundes Kind dem bloß etwas Liebe fehlt, zu sich zu nehmen, sondern einem traumatisierten Kind eine stabile Familiensituation vorzuleben, wobei Du die Verbindung zu den leiblichen Eltern halten (lassen) musst, mitunter deren Forderungen entsprechen musst und Umgang ermöglichen musst. Dazu besteht die Möglichkeit, dass das Kind wieder zurück zu seinen leiblichen Eltern geht oder sich nicht in eurer Familienstruktur fügen kann und anderwertig betreut werden muss.

      Du hast das richtige Ideal, aber dir ist die weit weniger rosarote Praxis noch sehr fremd. Und über die solltest Du dir realistische Vorstellungen erarbeiten und dein Mann auch. So ein Kind braucht möglicherweise sehr viel Unterstützung und kann auch Einfluss auf euren Sohn haben, der nicht nur "gut" ist. Verstehst Du. Es ist eine sehr wichtige Entscheidung, die die ganze Familie betrifft.

      Stimmen die Faktoren, die persönliche Haltung, sind die Erwartungen realistisch, dann kann es die absolut richtige Entscheidung sein und eine große Bereicherung für alle.

      Ich habe aber auch schon Familien an ihren Pflegekindern zerbrechen sehen, weil das Jugendamt nicht gut beraten oder unterstützt hat, und deshalb sage ich Dir das. Es muss sehr gut überlegt sein, man muss persönliche Grenzen für sich feststecken, damit ihr und das Pflegekind wirklich eine richtige Chance habt. Mutterliebe allein tut es in meinen Augen nicht.

Top Diskussionen anzeigen