Mein Freund möchte meine Tochter adoptieren

    • (1) 20.07.19 - 09:58

      Hallo ihr Lieben,
      Ihr seht ja schon worum es geht. Also mein Freund mit dem ich jetzt seit Nov. 17 zusammen bin würde gerne meine Tochter (bald 4) adoptieren. Wir sind nicht verheiratet und werden auch erstmal nicht heiraten.
      Meine Tochter hat ihn sofort als Papa anerkannt und kennt ihren Erzeuger nicht.
      Der Erzeuger zählt weder Unterhalt noch hat er Interesse an ihr.

      Wir erwarten jetzt ein Baby zusammen und würden es dann gerne mit meiner Tochter auch amtlich mache.

      Hat da jemand Erfahrung oder läuft das nur über diese Stiefkindadoption?

      Danke schon mal und schönes Wochenende

      • Hey, am besten macht ihr das über einen Anwalt. Wir hatten das auch überlegt, es ist genau wie bei euch nur das wir inzwischen verheiratet sind und alle den selben Namen tragen.
        Die Anwältin riet uns davon ab, wenn die Kinder noch so klein sind ist es erst einmal wichtig das sie wissen wie die Verhältnisse sind. Also ganz klar, das er nicht ihr Papa ist, und sie noch einen anderen Papa hat. Sie meinte, das man so etwas lieber machen sollte wenn die Kinder in einem Alter sind, wo sie es verstehen. Also vllt so mit 6 oder 7. Sie hat wohl schon einige Fälle begleitet in denen die Kinder sich später übergangen gefühlt haben und es dann zu Rechtsstreiterein kam. Die Adoption ist nicht rückgängig zu machen und der Erzeuger hat zwei Jahre lang die Möglichkeit sich einzuklagen. Er hat zwar dann nicht mehr die Möglichkeit in der Geburtsurkunde zu stehen aber das Umgangsrecht da kann auch die Adoption dann nichts ändern. Überlegt es euch, wir haben und erst einmal dagegen entschieden. Unserer weiß Bescheid und wenn er nächstes Jahr in der Schule ist, dann werden wir das ganze mit ihm besprechen.

        Lg

        • Oh okay. Damit hab ich nicht gerechnet. Meine Tochter weiß halt nichts von ihm und eigentlich möchte ich das auch nicht. Ich will einfach nicht, dass sie das Gefühl hat, dass da jemand ist der sie nicht mag bzw nicjt liebt. Das macht ja auch etwas mit den Kids.

          Wie ist das denn wenn man heiratet, kann meine Tochter den Namen von meinem Partner dann annehmen?

          Lg

          • Hallo muttivonmucki,

            sofern Du alleine sorgeberechtigt bist und Deine Tochter nicht den Familiennamen ihres leiblichen Vaters trägt, ist eine Einbennenung nach eurer Heirat problemlos möglich. In den beiden anderen Fällen müsste der Kindsvater dem zustimmen, siehe: https://www.neuwied.de/fileadmin/inhalte/standesamt/Merkblaetter/Merkblatt_Namensaenderung_Kinder.pdf.

            Nach einer Eheschließung würde Deinem Partner das "kleine Sorgerecht" gemäß § 1687 b BGB übertragen werden, wieder unter dem Vorbehalt Deines alleinigen Sorgerechts. Mehr Informationen dazu unter: https://stiefmutterblog.com/2016/07/12/kleines-sorgerecht/, generell ein lesenswertes Blog für Patchworkfamilien.

            Falls Ihr euch gegen eine Stiefkindadoption entscheiden solltet, welche jüngst vom Bundesverfassungsgericht für unverheiratete Paare geöffnet wurde, ist zu bedenken, dass Deine Tochter keinerlei Unterhalts- oder Erbanspruch an Deinen Partner hat. Sie wäre gegenüber ihrem Halbgeschwister in diesem Punkt benachteiligt, daran ändert auch eure Trauung nichts.

            Außerdem müsst ihr euch ohne Adoption Gedanken darüber machen, was mit dem Kind im Falle Deines vorzeitigen Todes geschehen soll. Auch zu diesem schwierigen Thema gibt es einen Artikel auf https://stiefmutterblog.com/2017/01/26/tod-im-patchwork/.

            Einen schönen Sonnabendnachmittag 🙋

            • Deine links haben mir auch geholfen.
              Nur komisch, dass das JA hier dies abstreitet. Also dass es das kleine Sorgerecht nicht gibt und Vollmachten keine Wirkung haben. (Ich habe das alleinige Sorgerecht für meinen Sohn).
              Mein Mann und ich sind verheiratet, (haben geheiratet da war mein Sohn acht und er wollte selber den Namen meines Mannes annehmen, ich hätte sonst einen Doppelnamen genommen. Mein Sohn hatte auch meinen Nachnamen), mein Sohn nennt meinen Mann auch Papa und bekommt sein drittes Geschwisterchen (wir sagen nicht "halb..")
              Mein Mann darf quasi nichts, außer finanziell für ihn aufkommen, Lebensgemeinschaft.
              Der leibliche Vater "existiert" schon zu Beginn der Ss nicht mehr und zahlt auch nicht .

              Mit diesen Paragraphen werde ich noch mal zum JA gehen.

              Dankeschön

              • Liebe milchreis1989,

                es freut mich, dass ich Dir helfen konnte. Gut, dass Du Dich informierst! Allerdings ist es wahr, dass Vollmachten nicht rechtssicher sind. Denn es ist nicht möglich Teile der elterlichen Sorge per Unterschrift auf einen Dritten zu übertragen, hierzu muss der Beschluss eines Richters ergehen. Wenn ich es richtig verstanden habe, erfolgte keine Stiefkindadoption. Somit ist Dein Ehemann auch nicht zum Unterhalt verpflichtet, der Anspruch besteht gegenüber dem leiblichen Vater.

                Ich wünsche Dir alles Gute und das mit dem Jugendamt eine Lösung gefunden werden kann!

                Einen schönen Sonnabend 🙋

                PS: Du hast nach § 13 SGB X das Recht, zu Gesprächsterminen mit Behördenvertretern in Begleitung eines Beistandes zu erscheinen. Das kann im Prinzip jeder sein, beispielsweise eine Freundin. Du kannst aber auch eine rechtskundige Person, wie den Mitarbeiter einer Sozialberatungsstelle (zum Beispiel: Caritas, Diakonie, AWO) um Beistand bitten.

                • Wow, vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
                  Nein, Unterhalt muss mein Mann nicht zahlen. Da war aber eine "Lebensgemeinschaft" führen, kommt er aber für ihn auf (ich arbeite zur Zeit nicht, da noch zwei kleine Kinder und ich bin schwanger). Dadurch, dass wir eine Lebensgemeinschaft führen, hat mein Sohn auch keinen Anspruch auf Unterhaltsvorschuss.

                  Ich wünsche dir ebenfalls alles Gute und vielen Dank nochmal!

            Du bist ja ein Engel! Vielen, vielen Dank dafür! Das hat uns sehr geholfen. :)

          Hallo,

          dafür kannst du ja nichts, aber: meine Güte ist dieser Stiefmutterblog böse! Ich habe einige Beiträge gelesen und bin jetzt auf einem ganz anderen Level, wenn es um die Erhaltung meiner Beziehung mit dem leiblichen Vater geht.

          Hier liest man das meist anders, im Patchwork-Forum wird man eher niedergemacht, wenn man seine Abneigung gegenüber den Stiefkindern öffentlich macht. Fakt scheint aber zu sein, dass sich viele das Bonuskind wegwünschen.

          Gruß

          • Guten Tag carohase,

            ich gebe Dir uneingeschränkt recht. Hauptsächlich lese ich die informative Kategorie "Recht und Unrecht", dafür nehme ich den Rest billigend in Kauf ;-) Eben klassisches Rosinen rauspicken.

            Danke für die Rückmeldung!

            Einen lieben Gruß zurück

        "Nach einer Eheschließung würde Deinem Partner das "kleine Sorgerecht" gemäß § 1687 b BGB übertragen werden"

        Naja,
        wenn man den Paragraphen mal liest kommt man sehr schnell drauf das das reine Augenwischerei ist.
        Defakto gibt es kein "kleines Sorgerecht". In besagtem Paragraphen stehen keine Rechte welche nicht jeder x-beliebige andere Mensch auch haben würde ....

    (14) 20.07.19 - 20:04

    Ja, das geht ohne Probleme, weil ja das Sorgerecht bei dir liegt.

    Den gleichen Gedanken wie du hatte ich auch, ich will es nicht. Aber in unserem Umfeld kennen alle unsere Familie, ich hätte es schlimm gefunden wenn er es durch jemanden einfach so erfährt. Wir haben uns zusammen gesetzt und ich habe Fotos von seiner Geburt an raus gesucht und immer dann mit ihm erzählt, woran er sich noch erinnert und ihm dann halt auch erklärt wann wir zusammen gezogen sind und das er da ja dann schon da war. Mein Mann saß daneben und hat dann mit ihm besprochen was ein Vater denn ist, was er für Aufgaben hat. Dem kleinen war schnell klar, das mein Mann der jenige ist der diese Aufgaben übernimmt und nicht der Erzeuger.
    Das Verhältnis hat sich nicht geändert, er ist immer noch sein Papa, er sagt ihm wie lieb er ihn hat und die zwei sind nicht zu trennen. Der kleine fragte auch nicht weiter. Er wusste nun bescheid und gut war, die fragen kommen vielleicht wenn er älter ist, aber vielleicht auch nicht.
    Denk bitte daran das deine Tochter ein Recht auf die Wahrheit hat, wenn sie so klein sind und ihr ein gutes familiäres Verhältnis habt, dann wird sich das vermutlich nicht ändern. Wir waren zuvor extra bei der Familienberatung um das Vorgehen zu besprechen, vllt auch was für euch

    Es ist ein sehr großer Fehler dein kind mit einer Lüge aufwachsen zu lassen! Das wird ihr Leben für immer prägen. Vier du dir dessen bewusst?

    Ein kind sollte frühzeitig kindgerecht aufgeklärt werden.
    Einfach das es noch einen anderen mann gibt, den mama mal geliebt hat und irgendwann kam SIE, sag ihr, wie "vorname" sich gefreut hat, zeig ihr Bilder. Leider ist xxx nicht mehr bei uns und dann bring ihren jetzigen papa ins Spiel.

    Mit Kindern macht das garnichts. Den Schaden den du anrichtest mitfahren deinem schweigen, ist viel schlimmer.
    Kinder MÜSSEN für eine Adoption auch zwingend die Wahrheit kennen.

(16) 23.07.19 - 09:10

Das ein leibliche Vater nach einer Adoption noch irgendwelches umgangsrecht zugesprochen bekommt, habe ich noch nie gehört! Er ist NICHT mehr der Vater und hat keinerlei Rechte

  • Das ist ein Irrglaube. Er kann zwar nicht mehr in die Geburtsurkunde aber er hat zwei Jahre Zeit seine rechte einzuklagen.
    Waren ja extra beim Anwalt.

Hallo, ich finde das zu früh. Ihrr seid jetzt auch noch nicht so lange zusammen. Wenn überhaupt würde ich es in Erwägung ziehen wenn ihr heiratet. Zumal sie noch so klein ist. Wenn er sich um sie kümmert ist das doch toll auch ohne Adoption. Hast du ein komisches Gefühl weil es nicht " sein" Kind ist und ihr jetzt ein gemeinsames bekommt?

  • Hallo,
    Bei sowas scheiden sich anscheinend die Geister. Ich finde es weder zu früh, noch habe ich ein komisches Gefühl, weil er nicht der leibliche Vater ist. Es gibt einiges drum herum was ich hier natürlich nicht preisgeben werde. Wenn man sowss natürlich nicht weiß, kann man schon mal denken dass es vielleicht ein bisschen schnell geht.

    Aber mein Partner liebt meine Tochter und sie liebt ihn. Er ist ihr Papa.

(20) 21.07.19 - 18:29

Hallo,
ich würde es ihr auf jeden Fall erzählen, dass ihr Erzeuger ein anderer ist. Meine Mutter hat mit 13 erfahren, dass ihr Vater nicht ihr biologischer Vater ist und auch wenn dieser nie einen Unterschied zwischen ihr und den Geschwistern gemacht hat, hat es Sie damals sehr belastet. Sie hat sich einfach sehr verraten von ihren Eltern gefühlt und das belastet die Beziehung der 3 bis heute.
Also, eine Stiefkindadoption hin oder her, aber deiner Tochter so etwas zu verschweigen ist einfach nicht fair und raus kommt es eigentlich immer.

Nur Stiefkind Adoption, man muss ein jahr verheiratet sein und der leibliche Vater muss zwingend zustimmen

(22) 26.07.19 - 21:57

Stiefkindadoption funktioniert nur, wenn ihr verheiratet seit und seid mind. einem Jahr in einem Haushalt lebt.

Guck dir mal die Seite an:
http://www.stiefkind-adoption.de/

Hallo
Wir haben gerade den Fall

Mein Freund hat aus vergangener Beziehung 1 Tochter 9 Jahre

Nach 7 Jahren machtlosen Kampf gegen die Mutter um ein normales umgangsrecht zu bekommen, haben sie sich jetzt geeinigt, dass ihr neuer Mann (verheiratet sei 2017) seine Tochter adoptiert

Mein Freund war nur der bezahlidiot und durfte seine Tochter 1h alle 2 Wochen in Begleitung der Mutter sehen,


Sie erhält auch den Familiennamen von der kindsmutter (neuer Mann hat ihren Namen angenommen)

Mein Freund musste dem allem zustimmen, namenänderung und adoption

Kind weiss darüber auch Bescheid

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