2. Kind durch adoption?

    • (1) 07.10.19 - 14:34

      Hallo zusammen,

      ich wäre sehr dankbar für eure Meinung und vielleicht auch Erfahrungen.

      Ich bin 29 und habe dieses Jahr ein Kind bekommen. Ich hatte eine relativ „gute“ Schwangerschaft und schnelle Geburt. Kann mir allerdings überhaupt nicht vorstellen dies nochmal zu machen. Aus verschieden Gründen. Ich hätte jetzt auch kein Riesen Problem es bei einem Kind zu belassen. Allerdings schwirrt mir schon lange (und zwar tatsächlich schon seit Jahren) der Gedanke im Kopf ein weiteres Kind sofern möglich zu adoptieren.

      Ich habe eben die Meinung das es weltweit genug Kinder gibt die ein liebevolles Zuhause benötigen und wir könnten einem Kind eben dieses bieten.

      Ich befinde mich derzeit in dem Dilemma das wir uns einig sind weitere Kinder gerne aber Schwangerschaft + Geburt schließen wir eigentlich aus.

      Mich würde einfach mal eure Meinung dazu interessieren, vielleicht hat ja der ein oder andere auch Erfahrungen diesbezüglich:-)

      • (2) 07.10.19 - 22:56

        Hallo,
        Deine Situation ist doch optimal, um es einfach zu versuchen! Und wenn es nicht klappt, bleibt es eben bei einem Kind.
        Ich würde mich beim zuständigen Jugendamt informieren, ob Paare mit leiblichen Kindern als Bewerber angenommen werden. Habe schon öfter gehört, und in unserer Stadt ist es auch so, dass dies ein Ausschlusskriterium ist. Dann kann man es noch beim kirchlichen Träger (bei uns: Sozialdienst katholischer Frauen) versuchen.

        Viel Erfolg! :-)

        Hallo,

        ich meine hier gab es mal eine ganz ähnliche Frage.
        Ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel, aber ich glaube du hast dich noch nicht sehr intensiv mit dem Thema Adoption beschäftigt. Sicher gibt es viele Kinder, die ein liebevolles Zuhause brauchen, allerdings gibt es gerade in Deutschland weit mehr Paare, die adoptieren möchten, als Kinder, die zur Adoption frei gegeben werden. Viele Paare warten Jahre auf ein Kind, manche warten vergebens. Grundsätzlich werden in D kinderlose Paare bevorzugt und das wie ich finde zu Recht. Auch im Ausland zu adoptieren ist sehr sehr schwierig und dazu meist noch mit hohen Kosten verbunden. Auch dort gibt es Wartezeiten von mehreren Jahren. Ein Kind zu adoptieren ist außerdem keine Entscheidung, die man zwischen Mittagessen und Abendbrot trifft, sondern eine, die schwerwiegende Konsequenzen für alle Beteiligten mit sich bringt.
        Wenn ihr das Bedürfnis habt einem Kind etwas Gutes zu tun, dann denkt intensiv über ein Pflegekind nach, denn für diese werden oft händeringend Eltern gesucht. Das wäre mit eurer Familienkonstellation realistisch, alles andere eher nicht. Sorry, ich denke, das wolltest du nicht unbedingt gehören, aber so ist es nunmal.
        Alles Gute! #klee

        • Der entsprechende Thread ist genau 5 Etagen tiefer.

          Als jemand, der keine eigenen Kinder bekommen kann und nur mittels Adoption eine Chance auf eine Familie hat, habe ich natürlich eine sehr, sehr subjektive Meinung, aber ich sehe das genau wie du. In D kommen im Schnitt mehr als 6 Paare auf 1 Adoptivkind. Würden dazu noch jene Paare kommen, die (pardon für die etwas plakative Schreibweise) keine Lust auf eine weitere Schwangerschaft haben, obwohl sie schwanger werden können - ich glaube, ich würde die Wand hochgehen.

          Liebe TE, bitte fühl dich nicht auf den Schlips getreten: Du hast die großartige Möglichkeit, eigene, leibliche Kinder zu bekommen. Nutze dieses Geschenk, das bekommt nicht jeder. Oder überleg dir wirklich, ob ein Pflegekind etwas für euch wäre. DAS sind die vielen armen Kinder, die ein Zuhause brauchen und oftmals keins bekommen.

          Herzlichst, Artemis

          • (5) 08.10.19 - 14:55

            Hallo,

            erstmal danke für die Antworten.

            Ich wollte nochmal ein zwei Sachen klar stellen. Ich habe diesen Gedanken nicht erst seit gestern sondern bereits seit Jahren. Dementsprechend habe ich mich schon weitestgehend informiert. Der nächste Schritt wäre der Anruf beim Jugendamt. Niemand sagt das es einfach ist aber ein eigenes Kind zu bekommen ist auch nicht einfach.

            Finde es trotzdem spannend auch mal einen anderen Standpunkt zu dem Thema zu hören. Allerdings habe ich auch schon gehört das manche Mütter bzw Eltern die ihr Kind nicht halten möchten oder können. Wünsche äußern bspw. das das Kind in eine Familie mit Geschwistern aufwachsen sollen. In solchen Fällen wären ja kinderlose Paare nicht bevorzugt und Menschen wie wir würden dafür an diese Stelle treten. Im Prinzip würde für mich nicht nur Deutschland in Frage kommen sofern alles über eine seriöse Stelle läuft. Es ist bei mir auch nicht der Fall das ich denke ich möchte was gutes tun denn dann könnte ich einfach spenden oder sowas. Mir geht es darum das wir in jedem Fall bereit für weitere Kinder wären und für uns das völlig in Ordnung ist wenn ich es nicht auf die Welt gebracht habe. Das die Kinder selbst wenn sie noch so klein sind eine Geschichte haben ist völlig klar aber ich denke so kann auch ein Kind welches nicht adoptiert wurde während der Schwangerschaft bereits eine Geschichte haben.

            Ein Pflegekind kommt für mich nicht in Frage. Ich ziehe den Hut vor jedem der es kann und macht. Ich finde die Vorstellung ganz schlimm das das Kind nach einer Zeit wieder gehen muss. Und namentlich nie zur Familie gehört. Meine Schwester hat einen anderen Vater als ich und hat deshalb nie unseren Nachnamen gehabt daran hat sie bis heute zu knacken und hat da sehr drunter gelitten. Daher fällt es für mich weg.

            Zum Thema Schwangerschaft kann ich nur sagen selbst wenn es biologisch funktioniert heißt es nicht das die Frau dazu im Stande ist.
            Zudem muss ich sagen ist eine Geburt und dass was mit dem Körper passiert nicht ohne. Und da möchte ich jetzt nicht sagen das ich „kein Bock“ auf eine weitere Schwangerschaft habe sondern das hat eher andere Gründe.

            Ich weiß das eure Kritik nicht böse gemeint ist und ich nehme dies auch gerne an. Wollte mich nur mal erklären das ich es nicht einfach so mir ausgedacht habe. Sondern das das eher ne Herzensangelegenheit ist und wenn dies klappen sollte mit ganz viel Liebe verbunden ist. Wie gesagt wenn der Wunsch der Mutter ist das es mit Geschwistern aufwächst.

            Liebe Grüße

            • hallo.

              das pflegekinderwesen ist soo umfänglich!

              unser pflegekind bleibt für immer, wir haben das volle sorgerecht und er wird unseren Nachnamen bekommen. Besuchskontakte bestehen nicht.

              Besonders bei angenommenen kindern muss man oft über den Tellerrand schauen.

              zum thema " das kind soll mit Geschwistern aufwachsen " ist meisst gemeint das schon ein ado/pflegekind da ist. denn ein Großteil der mamas hat auch angst davor das zwischen leiblichen und angenommenen kind, unterschiede gemacht werden.
              hier hättet ihr mit leiblichen Klind sehr geringe chancen überhaupt in die engere auswahl zu kommen.
              viele haben jahrelang kinderwunsch hinter sich und es ist quasi, ihre letzte chance.

              alles gute

            • (7) 20.10.19 - 13:09

              Ich würde es einfach probieren! Melde dich beim Jugendamt, macht die Seminare und dann schaut weiter! Wir haben ein Pflegekind und es ist oft schwer, wir haben eine sehr schwierige Herkunftsfamilie und Jahre lang Angst um das Kind gehabt. Ich verstehe sehr gut das du diesen Weg nicht gehen willst! An alle anderen, auch kinderlose Paare können ein Pflegekind aufnehmen!

          (8) 09.10.19 - 20:27

          Ein Pflegekind kann man auch aufnehmen, wenn an keine leiblichen Kinder hat. Wäre das nicht eine Möglichkeit für dich?

    Ich kann mich Artemis und Rosaundkeks nur anschließen.
    Eine Adoption ist nichts, was man mal eben so macht. Wir haben das ganze Adoptionsverfahren durch, mussten uns vor dem Jugendamt "nackig machen". Danach mussten wir noch lange anderthalb Jahre warten bis endlich der Anruf vom Jugendamt kam. Nun warten wir seit zwei Jahren auf ein zweites Kind und langsam stirbt die Hoffnung.
    Wenn es euch wirklich nur darum geht, einem Kind was Gutes zu tun, dann informiert euch doch mal über Pflege. Ich sehe es übrigens so, dass wir unsere Tochter nicht aus Gutherzigkeit adoptiert haben, denn Adoptionsbewerber gibt es genug. Wir haben es überspitzt gesagt aus purem Egoismus getan... weil wir eine Familie gründen wollten und keine andere Möglichkeit sahen. Trotzdem haben wir uns mit der Thematik auseinandergesetzt. Biographiearbeit, Suche der Ursprungsfamilie, Auswirkung auf die Bindung etc. Auch wenn man ein Baby direkt nach der Geburt aufnimmt hat dieses sein Päckchen zu tragen. Und diese Arbeit damit würde ich nicht annehmen wollen, wenn ich selber ein Kind bekommen könnte. Selbst wenn Geburt und Schwangerschaft auch kein Zuckerschlecken sind.

    hallo.

    alles gute noch!

    du solltest es ganz realistisch sehen und dich von dem gedanken verabschieden "gutes tun" zu wollen denn es ist nunmal so das nur wenige kinder zur ado frei gegeben werden und dem gegebenüber viele paare stehen. im pflegekinderwesen ist die Relation leider eine ganz andere.

    hier sind leibliche kinder auch eher ein "Ausschlusskriterium" bei einer Ado. für viele ist es die einzige Chance ihr leben mit einem kind zu teilen. alles gute

    • Danke.

      Witziger Weise habe ich schon gelesen das es Paare gibt die ein Kind trotz leiblichem Kind adoptiert haben. Es scheint ja doch zu gehen auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht so hoch ist.

      Ich finde es schade, dass es so abgetan wird. Wenn jeder so schnell aufgeben würde dann würde es viele wundervolle Sachen nicht geben. Ich werde mich die Tage mal beim zuständigen Jugendamt informieren. Weiß jemand ob man sich auch bei einem anderen Jugendamt bewerben könnte wenn es bei dem einen nicht klappt weil es ein Kriterium ist?

      Ich bin eben der Meinung es passiert uns ja nichts und wenn nie ein Anruf kommt dann soll es so sein und wenn doch dann freuen wir uns und sind bereit diesen Weg zu gehen. Aber es von vorne rein nicht zu wagen wenn man dazu bereit wäre fände ich verwerflich.

      Liebe Grüße

      • hallo

        natürlich kocht jedes Jugendamt sein eigenes süppchen und euch bei eurem Jugendamt eingehend zu informieren ist sicherlich sehr richtig! Geht euren weg wenn er sich für euch richtig anfühlt!👍
        das bewerberverfahren muss bei euren heimatjugendamt gemacht werden und dann könnt ihr euch auch fremd bewerben.
        viele versuchen es in den neuen Bundesländern und sehen dort in manchen Kommunen höhere chancen! Alles Gute

        (13) 09.10.19 - 09:20

        Ich denke, hier will niemand etwas abtun, sondern dir nur realistische Fakten an die Hand geben :-)

        Mit Sicherheit gibt es Jugendämter, die auch Familien mit eigenen Kindern als Bewerber annehmen. Genauso gibt es Jugendämter, die ausschließlich Säuglinge vermitteln und ältere Kinder bloß in Pflege geben. Manchen Jugendämtern ist sogar das Alter der Bewerber komplett wurscht.

        Was die Frage nach anderen Jugendämtern betrifft kurz meine Erfahrung: Wir hatten uns in unserem Heimat-Jugendamt erkundigt, uns aber nicht beworben, weil uns das "Vergabeverfahren" der Kinder nicht gefiel (man steht quasi einfach Schlange und bekommt irgendwann das nächstbeste Kind. Jeder Bewerber wird gleich bewertet, es gibt kein Matching). Wir dürfen uns aber sofort im Jugendamt des nächsten Landkreises bewerben, denen ist unser Wohnort egal.

        Du siehst, die Palette ist riesig. Da hilft nur nachfragen. Viel Glück!

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