Erlebnis Notkaiserschnitt lässt mich nicht los..

Hallo Ihr Lieben!
Ich weiß nicht wo ich anfangen soll..

Möchte gar nicht von dem Geburtserlebnis erzählen, es geht mir einfach darum, dass ich es einfach nicht verdaut kriege und auch nicht wirklich auf Verständnis stoße.
( "Deine Tochter ist gesund, dass zählt!" "Du hattest doch eine Traumgeburt bei Deiner Großen, so haste jetzt beides erlebt!" ect. )

Milla ist jetzt fast 4 Monate alt und ich habe immer noch schlaflose Nächte, da ich es einfach nicht verstehe!

Ich war nicht zur Rückbildung, da ich andere frische Mamis einfach nicht ertrage. Genauso Schwangere. Es hat nichts mit den Personen an sich zu tun.. ich versteh es selber nicht..

Meine Große ist mit einer wundervollen, ambulanten Wassergeburt auf die Welt gekommen und Kaiserschnitt war für mich bisher ein absolutes Fremdwort!

Ich hatte mich so sehr auf die Geburt gefreut und selbst wenn sie in BEL gewesen wäre ( sie hatte sich erst sehr spät gedreht ), wäre für mich eine OP nie in Frage gekommen!
Ich hatte sogar mit dem Gedanken gespielt diesmal eine Hausgeburt zu machen, mich dann aber dagegen entschieden, wegen positiver b-Strep.
Wollte wieder ambulant entbinden und wieder im Wasser.

Fakt ist, dass sie mich im KKH nichts ins Wasser gelassen haben, da ihr CTG für die Wanne kaputt war ( und man brauch ja ein ein Stück Papier, damit man rechtlich abgesichert ist... ) und dann alles schief lief.

Ich sehe mich als Opfer der KKH-Maschinerie.

Wie auch immer.. hat jemand ähnliche Gefühle? Was habt ihr damit gemacht?

Ich breche oft einfach so in Tränen aus und stehe völlig neben mir... ich erkenne mich selbst nicht mehr!

LG
murmel

G

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Ich kann dich sehr gut verstehen. Hatte im Dezember 2010 auch einen Kaiserschnitt. Das Krankenhaus hat mich hierzu über Stunden genötigt ohne medizinische Indikation oder Aufklärung.

Kannst mich gerne per PN anschreiben.

Lg

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Hallo murmel7,

Ich kann Dich auch sehr gut verstehen! Meine Tochter wurde auch vor ca. 14 Tagen, am 6.4. Per Notkaiserschnitt geholt... Ich habe das alles auch noch nicht verdaut, wollte nie einen KS aber nach 36 Stunden Wehen, ging es einfach nicht mehr anders!

Mein Kind und ich waren einfach zu erschöpft und Maja hatte die Nabelschnur um Bauch und Bein gewickelt...

...ich weiß sie hätte gar nicht natürlich kommen können, eben. Wegen der Nabelschnur... Doch trotzdem hat mich das alles sehr überrumpelt...ich war immer gegen einen Kaiserschnitt!

Wenn ich an die Geburt zurück denke ist mir auch noch zum weinen zumute, weil es ganz anders kam als ich mir vorgestellt habe!

Auch mich kannst Du gerne per PN Anschreiben! Du bist nicht allein!#blume

LG Kasandra

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Hallo,

erstmal #liebdrueck. Wenn Du Lust hast schau doch bei unserem Club "Kaiserschnitt-Trauma-Verarbeitung" rein. Dort kannst Du dich mit anderen austauschen, die ähnliches erlebt haben.

LG

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Hallo Murmel,

ich kann dir nur sagen, dass ich dich verstehe und es sehr vielen Frauen auch so geht, vor allem bei einem nicht geplanten Kaiserschnitt.

Ich kenne diesen Spruch so gut..."Sei froh, dass alles gesund ist"

Ich hatte auch einen Notkaiserschnitt, und es ging so schnell, wie in einem schlechten Film und heute würde ich jeden raten sich einer Therapie zu unterziehen, um das Erlebte zu verarbeiten. Das schlimmste war diese Ohnmacht, als hätte man mich misshandelt.

Ich hatte sehr lange damit zu tun und wollte niemals mehr Kinder haben.

Du kannst den Geburtsbericht einfordern und suche dir unbedingt Hilfe in Form eines Therapeuten.

Alles Gute!#herzlich

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Danke!
Ja, den Geburtsbericht habe ich bereits und das schlimme daran ist, ich erkenne eindeutig, dass der Arzt Sätze im Nachhinein hinzugefügt hat!!

Das fatale ist, dass ich außerdem grad eine sehr gute Freundin begleite, die an Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium erkrankt ist, also es wird nicht mehr lange gehen.. Ich kann mich selbst irgendwie nicht ernst nehmen, wenn ich solch ein Schicksal direkt vor mir habe. Verstehst Du das?

Ich fühle mich wie in einer Sackgasse.. ich kann das Geschehene doch eh nicht rückgängig machen.

LG
#herzlich

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Hallo nochmal,

verstehe ich vollkommen. Denn grade, wenn es jemand viel schlechter geht, denkt man es ist bei einem selber ja nur eine Lappalie. Ich habe mich auch oft gefragt: "Was willst du eigentlich? Das Kind gesund, ich auf dem Weg der Besserung. Ich bin doch nicht die Einzige, die einen Kaiserschnitt bekommen hat?Warum stellst du dich so an, hake es ab."

Aber Empfindungen und Gefühle lassen sich nun mal nicht wegreden, auch nicht mit dem Verstand.Und wenn du ein Trauma hast, geht das auch nicht von allein wieder weg. Bei dir fände ich es fatal, wenn sich wirklich herausstellt, dass dieser Kaiserschnitt vermeidbar gewesen wäre. Nimm dich ernst, du kannst es nicht mehr rüchgängig machen, aber mit professioneller Hilfe wirst de es verarbeiten können und lernst damit zu leben. Spreche doch mal deinen Frauenarzt an, der weiß sicher, wohin du dich am besten wenden kannst.

LG

#winke

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Hört sich für mich ehrlich gesagt sehr nach depression an. Sprich am besten mal mit deiner Ärztin darüber. Nicht, dass das ganze noch eskaliert wenn du es weiter in dich rein frisst.

Dafür muss sich Niemand schämen!

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Wende dich mal an deine Hebamme ob sie eine Hebamme mit Weiterbildung Geburtstrauma kennt.....mir hat diese sehr geholfen

#winke

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Danke Dir!

Ja, meine Hebamme hat mich weiter vermittelt, aber die Kosten für diese spezielle Geburtstrauma-Hebamme sind einfach zu hoch.

Ich hatte ein Gespräch mit ihr, wo für ich hinterher 55€ zahlen musste und irgendwie bin ich mit ihr auch nicht richtig warm geworden.

Mußtest Du das auch selber bezahlen?

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Nein ich musste nix zahlen #gruebel wenn du mir ihr aber eh nicht warm geworden bist, hat es auch keinen Sinn.

Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass die Zeit die Wunden verheilen lässt. Nie vollständig, aber es geht einem irgendwann wieder besser #liebdrueck

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WAS lief den alles schief bitteschön?

weil mir fehlt da grad echt der zusammenhang zwischen "notkaiserschnitt" und "ich durfte nicht in die wanne"

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Wie gesagt, es geht mir nicht darum hier mein Geburtserlebnis zu erzählen, sonder wie es vielleicht anderen ergangen ist, bei ähnlichem Erleben.

Die Hebamme hat mich auf den Gebärhocker gelassen, obwohl mein Muttermund noch nicht weit genug offen war und aufgrund der Schwerkraft und meinem bereits vorhandenem Pressdrang ist der noch gestandene MM-Saum immer wieder zwischen Becken und Kinds Kopf eingeklemmt, ist dann so angeschwollen, dass er sogar aus der Scheide raus getreten ist.

Zum Glück hat der Arzt das Problem erkannt, mich schnell vom Hocker runter geholt ( in vierfüßler, kopf unterhalb vom becken.. ) und dann sogar noch in einer fast 2 stündigen Aktion versucht, diesem Saum wieder zurück zu schieben, was aber nicht gelang.
Da er eher immer noch mehr anschwoll und blau wurde, brach er dann irgendwann ganz schnell ab= gefahr das der MM reißt und schon lag ich im OP.

So, dass war die Kurzversion. Auch wenn es mir darum grade echt nicht geht!

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#augen

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Liebe Murmel,

ich weiß wie Du Dich fühlst.

Auch mein Schatz kam am 22.2.12 per Not-Ks und auch ich wollte nie einen KS :-( !

Bei mir wurde eine Einleitung gemacht, ein Tag zuvor Geburtsbeginn (Mumu geöffnet) und auf Grund von Schwangerschaftsdiabetes haben se am 21.2.12 begonnen.

Um 5.30 wurde begonnen und um 5.08 Uhr am nächsten Morgen war er geboren.

Es war nicht schön, erst hab ich ne PDA bekommen, weil ich nicht mehr konnte, dann kamen Ärzte uns Hebammen haben meinem Schatz Blut aus dem Kopf abgenommen u. kaum waren die Werte da ging es so verdammt schnell :-( ...

Ich verarbeite auch immer noch und es ist wirklich nicht einfach, vorallem erwische ich mich, wie ich neidisch werde, wenn andere ihre Babys gleich spüren konnten u. überhaupt spontan entbinden durften.

Rede einfach, reden ist hier wohl die beste Medizin, denn das Erlebte lässt sich nicht mehr ändern. Ich rede auch oft drüber, mir egal ob es andere nicht mehr hören können. Geweint habe ich auch viel ... #schmoll

Kopf hoch und #liebdrueck

Freagelchen,

mit #baby-boy 2 Monate fest an der Hand

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Hallo

Hmmm#kratz - mir fehlt ehrlich gesagt der Zusammenhang zwischen Notkaiserschnitt (mit Betonung auf NOT) und Wassergeburt....
Dass sie Dich nicht in die Wanne lassen wollten, weil das CTG kaputt war; schön und gut. Aber da macht man trotzdem keinen NOT-Kaiserschnitt, wenn es medizinisch nicht indiziert ist!? Hättest Du tatsächlich die Gesundheit Deines Kinders aufs Spiel gesetzt, nur um auf eine "natürliche" Geburt zu bestehen?

Alles andere was Du schreibst ("Ich breche oft einfach so in Tränen aus und stehe völlig neben mir... ich erkenne mich selbst nicht mehr!") klingt sehr nach postnataler Depression. Lass Dir bitte helfen!

LG
Dani