Angst vor dem Wochenbett - Vorsicht, lang!

Ihr Lieben, ich brauche etwas Hilfe zur realistischen Einschätzung des Wochenbettes. Zunächst einmal der Hintergrund meiner Sorgen:

Ich bin im Dezember in die USA gezogen. Wenn es keine Komplikationen gibt, bin ich 48 Stunden nach der Geburt wieder zu Hause. Hausbesuche von Hebammen gibt es nicht bzw. eine Doula würde mit 300 Dollar /Besuch auf unsere eigene Rechnung gehen. Das können wir uns eher nicht leisten.

Zwei Wochen nach ET kommen meine Eltern aus Deutschland. Der Termin wurde von ihnen nicht mit mir abgesprochen, ich wurde vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich habe allerdings zunächst gedacht, dass ich über die Unterstützung dankbar sein werde, denn mein Mann wird sich nicht länger als zwei Wochen frei nehmen können.

Ich bin ein Einzelkind von zwei Einzelkindern. Meine Mutter hat sich seit den achtziger Jahren nicht mehr mit der Thematik beschäftigt und damals auch nicht gestillt. Jetzt höre ich ständig, dass ich mit meiner Mutter dann ja Ausflüge machen kann (Shopping etc) und mein Vater dann das Baby versorgt. Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass frau direkt nach der Geburt wieder aufstehen und sich bewegen sollte, auf gar keinen Fall tagelang mit dem Baby im Bett liegen und kuscheln. Gedacht ist das wohl so, dass ich meine Eltern bekoche und den Haushalt schmeiße, während die beiden sich mit dem Neugeborenen beschäftigen. Das Wort "bonding" hatte meine Mutter noch nicht gehört und wenn ich öfter als alle vier Stunden stillen muss, würde sie sowieso auf Pre umsteigen, weil das ja niemand auf Dauer leisten kann. Ähhh... Nein!

Das widerspricht so ziemlich allem, was ich bisher gelesen habe. Ich möchte meinen Eltern auch gerne einige Dinge im Umkreis zeigen, aber ich werde mit Sicherheit mein Neugeborenes nicht alleine lassen. Und ich werde auch nicht abstillen oder zufüttern, damit das Kind als Kuschel-wanderpokal fungieren kann (das haben sie damals mit mir gemacht, jeder durfte mal).

Ich wüsste gerne, wie eure Erfahrungen in dem Alter warten. Mit welchen Stillzeiten/ mit welcher Stilldauer muss ich rechnen? Worauf muss ich mich (und meine Eltern) vorbereiten? Wie fit warten ihr eine/zwei/drei Wochen nach der Geburt? Es kann ja auch sein, dass der Kleine sich etwas länger Zeit lässt und erst ein paar Tage alt ist, wenn meine Eltern kommen.

Danke auch dafür, wenn ihr bis hierher gelesen habt, denn es ist jetzt doch etwas länger geworden. Meine Mutter meint es wirklich nur gut, aber leider scheint sie völlig unrealistische Erwartungen zu haben. So langsam ist mir klar, warum der Milcheinschuss bei ihr nie kam...

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Hallo!

Wenigstens bist du durch die Andeutungen / Informationen vorgewarnt.

Meine Mutter hat auch nicht gestillt, war der Meinung, dass sie ein Kind bekommt und nicht ich, ... Vor der Geburt war sie dauernd bei uns wo ich sie nur los werden wollte, ...

Eine Freundin von ihr hat dann den erwünschten Kuschel-Flaschen-Enkel bekommen, den sie ohne die Mama durch die Welt kutschiert hat. Da wollte sie dann mit meiner Tochter mitschieben, die aber gerade von mir betuddelt wurde... Da hat Oma dann ´nen leeren Kinderwagen durch die Landschaft geschoben... Aaaah!
Ende vom Lied: Kuschel-Flaschen-bei Oma abgebe-Enkel ist nun Trennungskind.

Wochenbett: Halte dir alles vom Hals was geht und kuschele.
Stillkinder hängen in der ersten Zeit gerne seeeehr lange an der Brust. Man kann Glück haben, dass man ein pflegeleichtes Schlaf-Baby erwischt, das alle paar Stunden zum Essen aufwacht (unsere Nr. 2), aber sie können... gerade auch nachts und da wird Oma ja wohl schlafen... sehr anstrengend sein.

Wenn du noch kannst, dann führe ein klärendes Gespräch über Bonding und Stillen mit deiner Ma, vielleicht hilft auch ein Buch (la leche liga o. ä.).

Ich empfehle dir auch noch ein Tragetuch. Da kann dann keiner mehr ran.

Alles Gute und starke Nerven,
Gruß
Fox

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Ja, das klingt ziemlich exakt nach meiner Mutter. Ich habe so das Gefühl, dass sie der Meinung ist, dass ihr das Kind "zusteht". Sie hat mich damals mit ihrer Mutter und Schwiegermutter geteilt, jetzt soll ich mein Kind mit ihr teilen. Zumindest für die zwei Wochen, in denen sie "Zugriff" hat. Eine RingSling ist schon auf dem Weg zu mir. Ich bin mir inzwischen ziemlich sicher, dass meine Mutter keine Ahnung vom Stillen hat und der Meinung ist, dass das mit zehn Minuten alle vier Stunden erledigt sein sollte.

Vielen Dank für deinen Beitrag, ich fühle mich gerade so schön verstanden.

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Hallo meine Gute.

Ach herje... Da holst du dir aber was schönes ins Haus...

Also ganz ehrlich, wer nicht ruhig ist und mit dem zufrieden ist was du machst, der soll den Mund halten! 80er ist out!

Ich musste mich auch vor meiner Oma rechtfertigen warum und wieso und immer der Satz "bloß nicht zu viel!" ja...Damit das Kind mit einem Jahr komplett autark und selbständig ist :-D ;-)

Zum Thema stillen: Jedes Kind ist unterschiedlich! Mein Sohn trinkt immer alle 4h! Kannst eine Uhr nach Stellen :-D und Dann brauch ich nie länger als eine halbe Stunde und er ist satt. Das ist aber von Persönchen zu Persönchen unterschiedlich.

Shoppen sollte kein Problem sein. allerdings ging es mir persönlich nach 2 Wochen noch gar nicht so blendend das ich Stunden lang laufen wollte :-D

Und wenn dann nehmt euer Kind mit, so kann der Opa nicht rein pfuschen und du hast es bei dir :-)

Wochenbett heißt nicht umsonst so! Du sollst dich ausruhen und dein Kind kennen lernen!

Kein kochen für andere und jemanden hinterher putzen!

Ich hab lange gebraucht um in den Alltag zu finden. Manchmal war ich froh wenn ich mir um 14 Uhr schon die zähen geputzt hatte :-D

Ich kann dir nur raten: es ist dein/euer Kind! Ihr zieht es groß und müsst so leben. Es bringt euch doch nichts euch zu verbiegen nur weil das andere so für besser empfinden. Hör drüber hinweg und lass dich nicht ärgern. Du machst das mit Sicherheit super toll :-)

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Ich habe nicht vor, mich zu verbiegen. Ich fürchte allerdings, dass ich entweder nicht genug Kraft haben werde, mit ihr zu diskutieren oder aber, je nach Hormonstatus, die Situation eskalieren könnte, wenn ich ihr nicht jetzt schon klar mache, was sie erwartet.

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Dann mach ihen das jetzt schon klar! Somit hast du hoffentlich nachher mehr Ruhe :-)

Bedanke dich dafür das sie kommen und dich unterstützen möchten! :-D Aber Erziehungsratgeber brauchst du nicht.

Und rede mit deinem Partner über deine Ansichten und Vorhaben und auch deine sorgen. So kannst du von ihm den richtigen Rückhalt erwarten :-)

Bleib stark :-)

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Guten Morgen

Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau was ich dir raten soll! Kurz will ich dir meine Erfahrung erzählen:
Wir hatten keinen planmäßigen Start mit einer Woche Kinderklinik nach der Geburt! Die Hormone fuhren mit mir Achterbahn, körperlich war ich fit aber nur am heulen. An einem Tag im kg hat mich Widerwillen meine Schwester besucht und es tat dann doch sehr gut und war schön, wenn auch stressig!
Meine Eltern haben sich am Tag nach der Entlassung angekündigt und nicht abwimmeln lassen, aber sie bleiben nur einige Stunden und das war echt.... Naja wie soll ich sagen?! Also dein Text über deine Mutter trifft zu 100% zu nur dass bei meinen noch dieses "verwöhn-Thema" ganz weit oben stand! Gsd war mein Kind so ein 4-Stunden Exemplar, sonst hätte meine Mutter auch sofort pre gekauft! Naja jedenfalls waren sie da und ich habe im Nachhinein noch ca ein halbes Jahr mit der ganzen Situation mit kh gekämpft und auch der Besuch ( und noch später folgende) haben nicht dazu beigetragen dass es mir besser geht! Ich wollte nur kuschelnd mit meinem Kind da sitzen, essen, spazieren gehen etc wann MIR danach ist! Ich denke, dazu ist Wochenbett auch da! Sollte ich nochmal ein Kind bekommen, würde ich da mehr durchgreifen und die Türe abschließen und das Telefon abstellen!
So ist jetzt lang geworden, was ich sagen wollte: es ist eine unglaublich intensive emotionale, bezaubernde, unwiederbringliche Zeit die man nach seinen Wünschen, Vorstellungen gestalten sollte!
Liebe Grüße
Lucky

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Ich wohne auch im Ausland und hier bekommt man auch keine Hebammenbetreuung zu Hause. Das ist auf alle Fälle machbar, mach dir deswegen keine Sorgen. =)

Man muss sich halt selbst kümmern. Zum Beispiel stillen. Schau mal bei YouTube, da gibt es gute Videos, die die Anlegetechnik zeigen, verschiedene Stillpositionen usw.

Hoffentlich kommt dein Baby vor oder am ET, dann habt ihr zwei Wochen zum Kennenlernen. Dann hast du auch Milch bevor deine Mutter kommt ;)

Rede auf alle Fälle mit deiner Mutter (oder schreib ihr nen Brief, damit sie die wichtigsten Punkte nicht vergisst).

Ich finde, es hilft, wenn man sich etwas kompromissbereit zeigt. Deine Eltern kommen extra angereist um ihr Enkelchen zu sehen. Sie wollen Fotos mit dem Baby auf dem Arm und KiWa schieben. Das geht sicher. Mehr kann man mit so einem kleinen Kind eh nicht machen. Es schläft sowieso die meiste Zeit. Lass sie doch das Kind halten, während du in Ruhe duschst.

Alles andere: da musst DU halt den Mund aufmachen, wenn dir was nicht passt. "Es wurde mir mitgeteilt..." Na ja. ;) Ich denke nicht, dass deine Mutter damals nach der Entbindung stundenlang rumgelaufen ist. Ja, es stimmt schon, dass frau mobil sein sollte. Aber das bezieht sich eher auf vom Bett zum Klo laufen.

Kochen und Lebensmittel holen müssen deine Eltern machen. Kannst du dir nicht dein Lieblingsessen wünschen?

Überlege dir schon mal Sachen, bei denen du Hilfe brauchst und dann spann deine Eltern ein.

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Kochen und Lebensmittel holen...

Meine Eltern bräuchten einen internationalen Führerschein, um hier Auto fahren zu dürfen. Mein Vater hat gesagt, dass er keine Lust hat, im Urlaub Auto zu fahren. Er will ausschließlich Zeit mit seinem Enkel verbringen und wenn der irgendwo hin geht, kann ich ja fahren.

Meine Mutter hat Angst vor allem Unbekannten, auch vor dem Straßenverkehr hier und vor Gasherden. Da ich einen Gasherd besitze, lehnt sie kochen strikt ab.

Ursprünglich hatte ich mir das auch so vorgestellt, dass die beiden das Einkaufen und Kochen übernehmen, das wäre nämlich tatsächlich eine Entlastung gewesen.

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Uh willkommen in den 70er und 80er Jahren. Damals gab es sowas wie ein Bonding nicht, anlegen bzw füttern nur alle 4 std, zufüttern bereits im Krankenhaus, Wochenbett was ist das Frau war ca. 10 Tage im Krankenhaus und danach sollte alles weitergehen wie davor auch, Rückbildung äh was macht Frau da
Da hast du noch viel überzeugungsarbeit zu leisten.

Wochenbett ohne Hebamme währe ich die erste Zeit aufgeschmissen gewesen

Kind hat mehr als 10% Gewicht verloren, viel geschrien, Brust verweigert, kein Milcheinschuß, sie hat mit mit und meinen Mann über die Geburt (die nicht einfach war) gesprochen, sie war da als ich nach zwei Wochen nur noch geheult habe Mann auf Dienstreise, alle Arbeiten wieder und ich hocke mit Schreibaby zu Hause.
Das war kein leichter Start und selbst bei mir war die Hebamme nicht so oft wie es die Kasse zahlt.
Ich hatte eine klasse Hebamme, manche die mit ihrer nicht so gut zurecht kamen würden das nächste mal keine nehmen, manche entscheiden sich bewusst gegen eine.

Hast du die Möglichkeit vorab einen Säuglingspflegekurs zu besuchen? Gibt es Stillkaffees oder ähnliches?

Kannst du die Douala kurzfristig buchen so als Rückversicherung?

Ich musste nach zwei Wochen wieder den Haushalt alleine machen, ging alles bis auf schwer tragen und geputzt habe ich auch nicht wirklich. Spazieren bin ich viel gegangen, großartige Ausflüge währen mir nichts gewesen.

Rede mit deiner Mutter, erkläre warum was so ist.
Gerade mit füttern nach Bedarf ist die Reaktion von älteren ehr positiv. Rückbildung was wird da gemacht? Meine Schwiegermutter gleich ich nehm solange das Baby. Als der Kurs rum war mach noch einen das ist wichtig.
Meine Mutter hat sich auch schon als stolze Oma gesehen die ihr Enkelkind gleich überall rumzeigen wollte. Monatelanger Kampf im Vorfeld, das Baby war drei Wochen alt wir waren beide fix und fertig, sowas kenne ich nicht und rumtragen, zeigen war kein Thema mehr im Gegenteil sie ist jetzt ein Verfechter von Kind zu Mama und Ruhe.

Sag was du willst und das Bestimmt den Rest laß auf dich zukommen.

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Hey,

Also zum stillen kann ich fir leider nichts sagen, da ich die flasche gebe. Zum wochenbett folgendes: ich hatte einen dammriss und scheidenriss ersten grades. Die ersten zwei tage nach der geburt konnte ich absolut nicht aufstehen weil mein kreislauf komplett im Keller war. Danach hat es ungefähr zwei Wochen gedauert bis ich länger als eine halbe stunde laufen oder stehen konnte wegen dem beckenboden. Sitzen konnte ich auch erst nach circa 2 wochen ohne starke schmerzen. Ich persönlich war also gezwungen 2-3 wochen viel zu liegen da ich ansonsten nur schmerzen hatte. Um das baby habe ich mich die ganze zeit gekümmert während mein mann den haushalt geschmissen hat. Die zeit wirst du brauchen und die solltest du dir auch nehmen. So kann man sich auch in ruhe an das baby gewöhnen.

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Vielen Dank für deine ehrliche Antwort. Ich hatte schon von Anfang an Angst vor dem Geburtsschmerz und mache deshalb seit der 15. Woche Schwangerschaftsyoga und Beckenbodenübungen. Außerdem habe ich das Hypnobirthing Buch gelesen und übe regelmäßig die Atmung. Demnächst will ich auch mit Dammmassagen anfangen. Ich habe keine Ahnung, ob das alles wirklich hilft, aber zumindest habe ich inzwischen keine Angst mehr vor der Geburt. Wenn ich trotz allem eine PDA brauche, kann ich jederzeit Eine bekommen. Ich weiß, dass das bei dir schief gelaufen ist, aber ich entbinde in einer wirklich sehr guten Klinik.

Jetzt lese ich gerade ein Buch über das Stillen und habe mich auch zu einem Stillkurs angemeldet. Der wochen- und monatelange Schlafenntzug in Verbindung mit Hormonchaos macht mir viel mehr Angst als die Schmerzen. Vor allem wenn ich darüber nachdenke, mich auch noch bei meiner Mutter für alles rechtfertigen zu müssen, was ich tue oder nicht tue.

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Also den wochenlangen Schlafentzug steckt man (wobei ich nicht von allen sprechen kann) erstaunlich gut weg. Es ist irre, was der Körper so leisten kann, wenn er muss. Nach 8 Monaten merke ich jetzt, dass ich etwas ausgebrannt bin und blicke zurück und denke "Wow. Hast du voll gut gemacht. Aber jetzt mal wieder eine Nacht richtig durchschlafen wäre toll".

Deine Eltern klingen leider sehr anstrengend. Als würden sie erwarten, dass du direkt nach der Geburt noch die Gastgeberin und Fremdenführerin spielst. Schieb dem sofort einen Riegel vor und mach ihnen klar, dass sie nur da sind um den Enkel kennenzulernen, aber er definitv die meiste Zeit bei dir sein wird. Das klingt echt nach einer krassen Situation aber sie haben den Besuchstermin ja nun mal nicht mit dir abgesprochen.

Ich hatte ziemlich Glück. Mein Baby hat eigentlich nur geschlafen zwischen dem Stillen. Das wollte er aber mindestens alle 2 Stunden und intensiv. Die erste Zeit drehte sich eigentlich alles nur um Brüste. Besuch war da sehr anstrengend, weil auch da hat das Kind ja Hunger und nicht jeder ist gleich sicher genug, um vor anderen Leuten zu Stillen. Die ersten Wochen dauern die Mahlzeiten auch recht lange. Man kann leider gar nicht sagen, wie dein Baby wird. Vielleicht wird es ein Vielschläfer. Vielleicht will es jede Minute auf dir verbringen. Vielleicht bist du nur am flennen weil du von allem so überwältigt bist. Sich dann noch mit den Verwandten auseinanderzusetzen stelle ich mir sehr sehr hart vor. Kann der Besuch um ein paar Wochen verschoben werden? Flüge sind wohl schon gebucht und alles?

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Ich würde dir raten, das Thema jetzt schonmal mit ihnen zu besprechen. Sag doch, dass du das Gefühl hast, dass viel von dir erwartet wird so kurz nach der Geburt, und, dass du glaubst, dass ihre Erwartungen an den Besuch wahrscheinlich enttäuscht werden würden.

Ich kann dir in allen Punkten die du genannt hast Recht geben... Vielleicht kannst du dir auch nochmal ein bißchen was durchlesen über Babys und Stillen, so dass du dich sicherer fühlst falls du doch argumentieren musst.

Ich habe alle 2 Stunden gestillt, in den ersten Wochen 40 Minuten pro Mahlzeit. Ich war sehr schnell fit, konnte sofort aufstehen und mich nach ein paar Tagen in der Wohnung problemlos bewegen. Im Bett gelegen habe ich gar nicht. Das scheint aber die Ausnahme zu sein. Meine Verletzungen wurden genäht, haben aber nicht mehr weh getan.

Das Stillen war aber nicht ganz einfach, wunde schmerzende Brustwarzen, etc. Ich kann dir nur raten, wenn du Stillen willst, halte dir vielen Besuch vom Leib ;)

Ich hatte in den ersten 2 Wochen zweimal Besuch und empfand das schon als viel und anstrengend. Nach 3 Wochen war die Schwiegerfamilie da, und das war furchtbar....

Zu dem Theme "Opa passt auf das Baby auf und ihr geht Shoppen": Bitte kläre sie jetzt schon auf, dass das nicht drin ist. Ich habe nach der Geburt dem Besuch das Baby zwar immer ein paar Minuten in den Arm gegeben, habe mich dabei aber mehr als unwohl geüfhlt. Das aller--allerletzte worauf ich Lust hatte war shoppen.

Es ist als bleibt die Welt stehen, dich interessiert nichts mehr, außer das Baby....

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Die realistische Einschätzung des Wochenbetts kann ich aus eigener Erfahrung so beschreiben:
ich hatte trotz wunderbarer Geburtshausgeburt einen Dammriss 3ten Grades und bin zwar gleich nachhause, aber ins Bett. Und da blieb ich auch eine Woche. ich konnte noch nicht mal selber wickeln. Damit hätte ich nie gerechnet, aber es kam so.
Nach 2 Wochen ging es dann so la la. Am 10. Tag nach der Geburt musste ich mit Mini zum Kinderarzt und dann war ich wieder im Bett, weil ich so platt war.

Ich hätte mich um Besuch oder die Ansprüche von Besuchern nicht kümmern können. Mein Baby war fast den ganzen Tag über an meiner Brust und als die Großeltern zu Besuch kamen, nahmen sie sie zwar mal auf den Arm, aber der Opa konnte sich nicht ums Enkelkind "kümmern" wie es vor hatte, denn Babys Bedürfnisse waren ausschließlich Stillen und auf einem Arm oder Schoß liegen. Wie will dein Vater denn das Baby "versorgen"? Das geht ohne dich nicht. Das muss denen irgendwie noch klar werden...

Ich persönlich finde es ganz wichtig, dass man einfach Ruhe hat im Wochenbett, keinen Ansprüchen gerecht werden muss und keinen Druck hat irgendetwas erledigen zu müssen. Du weißt ja vorher einfach nicht wie es dir nach der Geburt gehen wird. Körperlich wie seelisch.

Außerdem brauchst Du die Zeit um dich mit dem Baby einzuleben.

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Da fällt mir ein: ich habe mich auch viel mit Hypnobirthing (da fehlt irgendwo noch ein h ) beschäftigt und fand es großartig! Und hilfreich!

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Oha, da hast du ja Großeltern Technisch in die Vollen gegriffen.
Ich würde an deiner Stelle versuchen mir Hebammen Unterstützung im Notfall über Skype zu holen. Ergoogel mal einige in Deutschland, hast du vielleicht noch Freundinnen hier die dir möglicherweise eine empfehlen können?

Ich bin ganz ehrlich, ich würde diesen Besuch im Wochenbett, denn da bist du zu diesem Zeitpunkt noch, verschieben. Min 8 Wochen würde ich haben wollen um sicher zu sein das alles so weit wupt und sich eingespielt hat.
Auch das du deine Mutter oder beide durch die Gegend kutschieren sollst, ist absolut utopisch. Kurz mal schnell was einkaufen stellt einen in der ersten Zeit schnell vor Hindernisse.

Ich hatte zwei tolle Geburten, die zweite sogar zu Hause. Trotzdem waren gerade die Wochen nach meiner ersten eine totale Umstellung.
Aus heutiger Sicht und dem was ich heute weiss, war meine Große ein super einfaches Baby, wenn man weiss wie reagieren. Damals war ich einfach geflasht.
Sie hing mir gefühlt das erste halbe Jahr nur am Busen, ich hatte Milch noch und nöcher, ich hätte drei Kinder stillen können und es hätte gereicht. Sie brauchte das aber einfach. 4 Stunden Stillpause, kam dann mit ca. einem Jahr. Und gerade in der ersten Zeit gibt es bei allen Babys, auch Flaschenkindern, Clusterfeeding Phasen. Das ist dann einfach so, da kannst du dich nur mit Baby ins Bett legen und das Kind machen lassen. Zudem ist Stress für das Stillen sehr störend, es kann schnell ein Milchstau entstehen.
Sie brauchte auch im ersten halben Jahr ständigen Körperkontakt, alleine schlafen war nicht und wir sind seit dieser Zeit auch überzeugte Familienbettler.
Das alles klingt erst mal viel, aber zum Glück wächst man da wirklich schnell rein und hier bei Urbia habe ich in der Schwangerschaft schon so einiges aufgeschnappt, das hilft.

Als dann unser Mini kam, lief es einfach. Ich wuste was zu tun ist und habe das Kind machen lassen.

Wie lange hast du denn noch bis zur Geburt? Ich kann dir gerne noch ein paar Info seiten etc . verlinken und ein paar Bücher Tipps.
LG
Cloti

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Hallo Cloti,

An Infos mangelt es mir nicht. Ich lese derzeit "the nursing mothers companion", sozusagen die amerikanische Still-Bibel. Neben dem normalen Geburtsvorbereitungskurs haben wir nächsten Monat auch noch einen Stillkurs und einen Kurs zur Babypflege. Ich entbinde in einem Krankenhaus, in dem 24 Stunden Rooming in, Hautkontakt direkt nach der Geburt und Stillberaterinnen selbstverständlich sind. Ich wiederhole derzeit am Telefon meiner Mutter gegenüber auch immer wieder, dass heute viele Dinge anders gesehen werden als vor dreißig Jahren, dass sie gerne mein Haus putzen darf wenn sie hier ist und das ich, wenn ich irgendwo hingehen sollte, nur mit dem Baby zusammen dorthin gehen werde. Es scheint aber nicht alles durchzusickern.

Ich habe mich gefragt, ob es eine Art "Stillbroschüre für Angehörige" gibt, die ich meiner Mutter zukommen lassen kann. Ich habe schon bei der Stillkommission des BfR nachgesehen, aber nichts entsprechendes gefunden. Ein ganzes Buch zum Thema wird sie wohl eher nicht lesen.

Der Besuch lässt sich nicht verschieben, da meine Eltern nicht nur die Flüge, sondern vorher auch noch eine Rundreise gebucht haben. Der Termin steht und ich werde irgendwie damit umgehen müssen. Gott sei Dank kommen meine Eltern Freitags abends an, so dass die ersten zwei Tage mein Mann dabei sein wird. Meine Mutter ist allerdings ziemlich gut darin, mich alleine abzufangen und mir ihre "Erwartungen" darzulegen.

Hinzu kommt noch, dass meine Mutter vor hat, spontan mit dem Rauchen aufzuhören. Das ist zwar erst mal ganz toll von ihr, endet aber in der Regel damit, dass sie sehr gereizt ist und sehr schlechte Laune hat. In Verbindung mit mir als wandelnde Wochenbett-Hormonbombe ist das Desaster vorprogrammiert. Ich denke, das ich vorher schon mal Nikotinpflaster besorgen werde. Wenn es mir zu blöd wird, bekommt sie eins davon. Damit muss ich mich in der Situation nicht auch noch rumschlagen.

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Hier geht es ums Wochenbett für Großeltern:

http://www.vonguteneltern.de/?p=2457

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