Geburt & Wochenbett

    • (1) 11.10.17 - 22:11

      Wem war die Geburtsart total egal?

      Ich stöbere gern durch das Geburtsforum und habe festgestellt, dass mich einige Beiträge doch befremden. Zum Bespiel wird einer Userin gratuliert, weil sie beim ersten Kind aus BEL entbunden hat, und zwar mit den Worten "ich wünschte, es gäbe mehrere Frauen wie dich". Ich will hier die Leistungen der Frau auf keinen Fall schmälern und freue mich, dass sie mit ihrer Entbindungsart glücklich ist, doch frage ich mich, ob es hier noch weitere Userinnen gibt, denen - wie mir - die Entbindungsart total egal und eine reine Risikoabwägung war. Die nie eine "Traumgeburt" hatten und diese umsetzen wollten, sondern rein nach den medizinischen Fakten entschieden und es keine Sekunde - trotz Komplikationen - bereut haben. Natürlich verstehe ich Userinnen, die sagen XY hatte ich, war schlimm und möchte ich nicht wieder. Es kommt mir aber häufig so vor, als wird einem völlig überhöhten Ideal hinterhergerannt und wenn es dann nicht genau so läuft, wie geplant, fühlen sich diejenigen ungerechtfertigterweise als Versager.
      Ich möchte hier nicht werten, wir sind alle voll mit Hormonen und manche Geburten verlaufen einfach "scheiße". Schlimm finde ich aber, dass man scheinbar eine perfekte Geburt (z.Zt. spontan ohne Schmerzmittel) haben muss, um mithalten zu können bzw. stolz sein zu können.
      So...das waren meine Gedanken an einem Mittwochabend.

      Vg
      Butterblume, die auch bei der nächsten Geburt den Umständen entsprechend entscheiden wird und keine Geburtsform ausschließt

      • da stimme ich dir voll zu. richtig stolz dürfen nur die sein, die es so natürlich ( spontan und ohne PDA ) wie möglich geschafft haben. und selbstverständlich muss gestillt werden..

        für mich nicht nachvollziehbar.

        jede frau die ein kind geboren hat, muss stolz auf sich sein.

        für mich stand fest, es gibt nur eine natürliche geburt wenn die kleine unter 4 kg wiegt, kopf unten und nicht über termin. am termin hätte ich mich einleiten lassen.

        sonst einen KS.

        ich habs nach blasensprung und 40 std. später natürlich geschafft mit PDA.

        und beim zweiten kind gibts definitiv einen KS. ich hatte enorme geburtsvestzungen und diese 40
        std. nummer möchte ich umgehen beim nächsten mal.

      Hallo :)

      Mir!

      Ich hatte keinerlei Pläne oder sonstiges für die Geburt meines Kindes. Ich hab von Anfang an gesagt, dass ich alles auf mich zukommen lasse. Wenn es ein Kaiserschnitt wird, dann wird es halt einer, wenn ich eine PDA will, dann nehm ich eine, wenn ich geschnitten werden muss, dann ist das so.

      Hauptsache mein Kind liegt danach gesund und munter in meinen gesunden Armen.

      Ich hab nichts geplant und verstehe auch nicht, wieso man das macht. Es kommt sowieso meistens anders.

      Ich hab noch nicht mal einen Geburtsvorbereitungskurs besucht. Mein Körper weiß schon was er tun muss. Und das wusste er auch.

      Spontane Geburt am ET, dauer 3 std und ohne Schmerzmittel. Klar bin ich stolz auf mich, aber das wäre ich genauso bei meinem Kaiserschnitt.

      Immerhin hab ich mein Kind "gebaut" und ausgetragen, ganz egal wie es geboren wurde.

      Darum wird meiner Meinung nach viel zu viel Wind gemacht.

      Du bist also nicht alleine damit :)

      Liebe Grüße :)


    Mir ist das egal.
    Ich bevorzuge eine spontane Geburt aber wenn es so sein muss dann ist es eben so.
    Mir hat eine mama sogar erzählt dass sie keine Schmerzmittel nehmen möchte weil das DEN WERT DER GEBURT MINDERN würde. Ich war geschockt. Wie kann man so etwas sagen???
    Ich verstehe es auch nicht wenn Mütter sagen: nach einem KS ist es schwer eine Bindung zum Kind aufbauen!
    Ich trage mein Kind so lange mit mir. Die Bindung kommt doch nicht erst nach der Geburt sondern die hat man doch schon während der Schwangerschaft...

Hier! :-)
Ich fand es immer befremdlich, wenn Frauen schon voll den Plan von ihrer Entbindung hatten. Ich hab immer gedacht: woher soll ich wissen was ich unter Wehen will? Ich hab immer gesagt ich lass es auf mich zukommen und schließe nichts aus. So war es dann auch. :-)

Hallo.

Mir war es auch egal.

Ich habe zwei Kaiserschnitte hinter mir. Der erste vor 7 Jahren war doch sehr spontan. Ich war Montags bei meiner Ärztin und die sagte mir dann 9 Tage vor ET, dass das Baby doch schwerer ist als gedacht und ich sollte mich an das Krankenhaus wenden, in dem ich entbinde. Gesagt, getan. Gewicht wurde zu dem Zeitpunkt auf 3600 geschätzt. Zudem ein Sternengucker. Und der Arzt sagte dann, dass ein Kaiserschnitt wohl einfacher wäre. Und das war für mich völlig in Ordnung. MiR war wichtig, dass es dem Kind gut geht und sie gesund geboren wird.

"Morgen früh, 8 Uhr". So seine Aussage. Das war schon etwas überraschend :-)
Geboren wurde sie dann mit 3730 gr und 37cm KU. Und ich wusste "das war schon gut so".

Und auch bei der 2. Haben wir aus dem gleichen Grund uns für einen KS entschieden. Im Nachhinein zum Glück. Denn dabei wurde eine Uterus ruptur festgestellt.... Hätte ich also wehen bekommen und normal entbinden wollen, hätte das auch nicht schön ausgehen können.
Ein Grund, warum eine 3. Schwangerschaft für mich leider ausgeschlossen ist.

Ich finde, jeder muss das für sich entscheiden. Es gibt kein richtig oder falsch. Und schon gar nicht muss man sich für seine Entscheidung rechtfertigen. Wer ist denn heute schon das Maß der Dinge? Niemand. Leben und leben lassen. Klar darf man seine Meinung äußern. Aber dennoch sollte man den Respekt vor anderen nicht verlieren....

LG

Ich habe bei meinem ersten Sohn gar keine Vorstellung oder Pläne gehabt wie er zur Welt kommt und es war mir eigentlich auch egal.
Andere betiteln seine Geburt als Traumgeburt , weil er binnen 3 Stunden da war....Nunja ich seh das ein bisschen anders. Es tat eben einfach scheiß weh und eine PDA war aus Zeitgründen nicht mehr möglich. Schön fand ich tatsächlich nur das Ergebnis.

Jetzt bei Nummer 2 lasse ich es auch einfach auf mich zu kommen. Ich bin zwar nicht scharf auf einen KS, aber der wäre mir lieber als ewige Quälerei oder Spielereien mit der Saugglocke. Hauptsache er kommt da raus und uns geht es beiden gut.

Sehr befremdlich finde ich Frauen, die ganz romantisch die Geburt planen mit Musik, Kerzen und Wanne....Mir war unter der Geburt mein Umfeld sowas von schnurz und in der Wanne in dem Siff (immerhin kommt da mehr als das Kind raus) zu entbinden wäre auch nix für mich.

  • :-D Das mit der Wanne dachte ich mir auch. Bei meiner Krankenhausführung zeigte mir die Hebamme dann auch das Badezimmer, in dem die Frauen ihre Stunden vor der Geburt verbringen können. Es gab viele verschiedene beruhigende Schaumbäder und Licht zum Dimmen etc.
    Klar ist es schön, wenn manche Frauen dadurch abschalten und entspannen können. Aber man hat doch den Eindruck wenn eine Geburt kein Wellness- oder "Ich bin im Einklang mit meiner Weiblichkeit"- Erlebnis war, ist irgendwas schiefgelaufen. Die Erwartungen sind halt sehr hoch. Wenn nicht gleich überschäumendes Glück einsetzt, sondern Unsicherheit oder etwas langsames Kennenlernen, dann war da wohl was nicht richtig...

Hi,
Mir war es egal, Mutter und Kind gesund, das ist wichtig.

Die angeheiratete Tante brachte 2 Kinder mit in die Ehe, Sohn 1 gesund, Sohn 2 Sauerstoffmangel unter der Geburt, schwerst behindert.

Hausgeburt im Nachbarort mit Zwillingen. Der führende Zwilling verkeilte sich, Rettungswagen, Kaiserschnitt, schwerstbehindert, der Bruder verstarb im Mutterleib.

Neffe von der Arbeitskollegin, Sauerstoffmangel, gerade noch die Kurve bekommen. Epilepsie Anfälle im 1 Lebensjahr, schwerst Pflegefall.

Ich bin kein Freund von Operationen, der Kaiserschnitt 2006 war meine 1. Und der 1. Krankenhausaufenthalt. 2007 Karpaltunnel, 2010 Kaiserschnitt.

Mein äußerliches Becken ist innerlich nicht gebärfreudig. Auch war die Wand der Plazenta hauchdünn. Ich hatte Wehen, aber nicht so richtig, 4 cm auf, nach 12 Std. Immer noch, die Wehen führten zu nichts.

Spontan hätte schief gehen können, so wurde der sich nicht öffnende Mutter und als Hinweis genommen, das es wohl nicht vorwärts gehen soll. Der Zwerg hatte auch die Nabelschnur um den Hals, es hätte nicht bis raus gereicht.

Ich habe 2x über 24 Stunden mit Wehen herumgemacht, irgendwann will man ein gesundes Kind im Arm, dann ist die Art, sowas von egal.

Freundinnen hatten 3 Eierköpfe von der Saugglocke, die Kids wollten nie den Kopf angefasst bekommen, Mützen ein graus, Kapuze ging.

Gesund aus der Geburt rausgehen, das sollte das oberste Ziel sein!

Gruß Claudia

  • Da kann ich dir nur zustimmen. Manchmal hat man den Eindruck, dieses Ziel ist nur noch nebengeordnet, weil man ja nicht als Schwächling gelten will.

    Überspitzt sehen für mich manche Dialoge so aus:
    X: Ich habe Schwangerschaftsdiabetes und will meine Zwillinge, die in BEL liegen, zu Hause selbstbestimmt gebären, aber mein Arzt sagt, das würde er nicht tun. Ich will in kein Krankenhaus, wo alle nur an Kaiserschnitten verdienen wollen.
    Y: Lass dir nix einreden und suche dir ne gute Hebamme. Du musst nur auf dich vertrauen.

Ich bin grundsätzlich auch deiner Meinung, dass heutzutage eine Geburt für die meisten Frauen wie ein Wettbewerb ist. Bei mir im Kindergarten sind auch viele Frauen, die damit angeben, dass sie keinerlei Schmerzmittel gebraucht hätten und die Geburt nur rekordverdächtige 5 Stunden gedauert habe. Da frage ich mich dann manchmal, ob das wirklich immer so stimmt oder ob sie sich das Ganze nicht doch schönreden. Bei manchen habe ich dann im nachhinein erfahren, dass sie irgendwann um einen Kaiserschnitt gebettelt haben oder die Saugglocke zum Einsatz kommen musste. Natürlich darf jede Frau zu Recht stolz auf ihre Geburt sein, aber man sollte dann nicht auf dienigen Frauen herabschauen, die eine PDA oder sogar einen Kaiserschnitt hatten. Ich glaube auch, dass gute Geburten nicht unbedingt was mit persönlciher Leistung zu tun haben, sondern vielmehr auch die äußeren Umstände oder der Zufall ausschlaggebend sind.

Mir war die Geburtsform eigentlich auch nie wichtig und ich war für alles offen. Ich hatte lediglich den Aufklärungsbogen für die PDA bereits im Vorfeld ausgefüllt, da mir das wichtig war. Leider musste dann plötzlich eine Einleitung gemacht werden, was ich eigentlich nie wollte. Letztendlich wurde es wegen schlechter Herztöne und Geburtsstillstand ein sekundärer Kaiserschnitt. Ich selbst habe mich damals nicht als Versager gefühlt, aber mein Umfeld sieht das leider anders. Es wird mir bei jeder sich bietenden Gelegenheit suggeriert, dass ein Kaiserschnitt grundsätzlich schlecht sei und eine Spontangeburt etwas absolut Erstrebenswertes. Ich versuche, das nicht an mich heranzulassen, aber das ist leichter gesagt als getan. Bindungsprobleme hatte ich allerdings nie gegenüber meinem Kind, da dieses ja schließlich 40 Wochen lang in meinem Bauch war.

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