Gefühle nach Geburt

    • (1) 07.06.18 - 16:49

      Hallo ,
      Ich habe vor genau 1 Woche entbunden per Kaiserschnitt . Leider war der Kaiserschnitt sehr schlimm für mich da die spinale nicht gewirkt hat und ich den Bauchschnitt gespürt habe . Habe dann eine Vollnarkose erhalten . Als ich wach wurde hat mein Partner schon 2 Stunden das „Bonding“ durchgeführt mit dem Baby . Leider setzt mir der ganze geburtsvelauf sehr zu , den ersten Schrei verpasst zu haben und das ich ihn erst nach Stunden auf den Arm nehmen konnte aufgrund der Nebenwirkungen der Narkose :(
      Nun sind wir seit einigen Tagen zuhause und ich bin total im gefühlschaos. Auf der einen Seite bin ich total glücklich den kleinen zu haben und auf der anderen Seite hab ich solche Ängste was falsch zu machen .

      Besonders zum Abend hin schreit er sehr viel und ich schaffe es nicht immer ihn zu beruhigen weil ich einfach nicht weiß warum er so weint :( in den Momenten bin ich total verzweifelt und empfinde nur Trauer.
      War das bei euch auch so die ersten Tage ? ?
      Ich fühle mich so schlecht weil ich nicht 24stunden Glücksgefühle habe . Ich hab das Gefühl noch nicht angekommen zu sein in der „Mutterrolle“
      Vielleicht erwarte ich auch zu viel nach 1 Woche ??
      Würde wirklich mal gerne wissen wie ihr die Erde Zeit empfunden habt mit Baby ?

      • Da war alles dabei von absoluten Glücksgefühlen bis hin zu richtiger Wut und Verzweiflung. Meine Kleine hat anfangs sehr viel geschrien und ich fühlte mich als hätte ich keinerlei Kraft das alles durchzustehen. Das ist ganz normal, die Hormone spielen verrückt und man muss erstmal lernen mit der Verantwortung und der „fremdbestmmtheit“ umzugehen

        Die Gefühle die du hast sind völlig normal. Mir ging es ganz genauso. Ich war völlig überfordert von allem. Ich hatte keinen KS und die Geburt lief insgesamt so wie ich es mir grob erhofft hatte. Und trotzdem hatte ich diese Gefühle. Jetzt ist mein Sohn 4 Monate alt und ich kann nur sagen: Gib dir und euch mehr Zeit. Ich hab 10 Wochen gebraucht bis ich das erste Mal halbwegs das Gefühl hatte in der neuen Situation angekommen zu sein und mich ehrlich über meinen Sohn freuen konnte. Klingt hart, ich weiß, aber es war so. Im Nachhinein denk ich ob ich vielleicht eine leichte Form von Wochenbettdepressionen hatte?! Ich weiß es nicht und es ist auch egal ob das jetzt die Hormone waren oder "echte" Überforderung. Fakt ist: Seit der 10. Lebenswoche meines Sohnes geht es nur noch bergauf. Ich vergöttere ihn inniglich und genieße jede einzelne Sekunde mit ihm. Er ist immer noch kein "Anfängerbaby" und weint oft abends, aber ich komme damit super klar mittlerweile, weil er den restlichen Tag einfach ein Goldstück ist - und wenn nicht, liebe ich ihn trotzdem 😉 Freu dich auf das was kommt und hab Geduld! ❤

        • Das hast du ehrlich und zugleich schön ausgedrückt. Und ich unterschreibe das genau so, nur dass es bei mir 15 Wochen gedauert hat, bis der letzte Rest Chaos / Wut weg war, sprich es ist zwei Wochen und eine Erkenntnis her.

          Auch ich hatte lange Angst vor einer Wochenbettdepression. Vielleicht hatte ich eine. Ich war mittlerweile vor zwei Wochen mit Nummern und Namen von Fachleuten ausgestattet. Da kam die Erkenntnis:

          Ich bin eine HSP (hochsensibel also). Soweit bekannt. Aber HSPs haben manchmal ganz böse Probleme mit dieser Situation, wenn Kinder plötzlich das Leben bestimmen und viel brüllen usw. Beidseitig vollkommen normales verhalten. Auch nicht-HSP-Mütter haben da schon Probleme. Nur haut es ihnen, grob gesagt, emotional nicht so hart in die Fresse. (sry)

          Jetzt sind HSP übrigens keine schlechten Mütter. Sie müssen nur mehr verarbeiten und ihren Weg finden. Ob allein oder mit Hilfe anderer (Partner, Familie, Freunde), das ist ihr Ding.

          Übrigens hört man sehr viele Mütter sagen, dass sie oft auch richtig wütend auf das kleine geliebte Nervenbündel gewesen sind. Gedanken, die man nicht aussprechen dürfe. Das hören aber nur, wenn denn, Mütter zu anderen vertrauten Müttern sagen. Das hilft tatsächlich, den man ist nicht mehr die einzige Hexe auf dem Blocksberg, wenn man sich mal offenbart.

          LG und alles Gute

          • Ach so:
            Ich habe meinen Frieden gefunden.
            Außerdem entwickelt sich die Kleine so toll. Ist so fröhlich. Ich singe und spiele viel mit ihr. Oder sie mit mir?

            Wochenlang haben wir abends versucht, sie sanft einschlafen zu lassen bei uns. Und heute frage ich mich: Warum habe ich mich die letzten Wochen zuvor eigentlich nie gegen 18:30 dazu gelegt, Gesicht an Gesicht, das sie liebevoll und strahlend abtastet, an einer meiner Haarsträhnen herum erstellt, bis sie einen meiner Finger umfasst und damit zufrieden einschläft? Das ist so wunderschön. Wo war ich nur so lange?

            Und ich liebe.

      Hi,
      lass dich mal lieb drücken. Ich kann deine Gefühle sooo gut verstehen, mir ging es nach meiner geburt auch sehr schlecht. ich hatte auch nen KS und mein kleiner kam direkt auf die intensiv. ich hab ihn erst 10 stunden nach seiner geburt dass erste mal gesehen.
      Ich hab die ersten 2 Wochen nur geweint weil ich mich nicht als Mama gefühlt hab.
      Gib dir Zeit. Es hat fast 3 Wochen gedauert bis ich dass erste Mal überhaupt ein glücksgegühl hatte. Mittlerweile ist mein kleiner 7 Monate alt und ich liebe ihn so sehr!
      Mach dir keinem Stress oder Druck und such dir eine vertrauensperson mit der du darüber reden kannst. Ich hatte damals viel mit meinem Mann geredet weil ich mich geschämt hab anderen leuten zu sagen wie es mir geht.
      Lg Kristina

    • Hast du eine nachsorgehebamme? Sprich mit ihr!

      Dass Babys grad abends weinen ist normal, sie verarbeiten ihren Tag und lassen ihren Frust raus. Auch dass sie vermehrt am Abend trinken bis hin zum dauertrinken ist normal. Sei einfach für deinen Zwerg da und halte ihn. Wenn es euch gut tut legt euch ins Bett uns kuschelt und stillt...

      Sollte es anhalten kannst du auch evt mal bei einem. Ostheopath vorstellig werden und gucken lassen, ob dein Baby Blockaden hat.

      Um dein bonding nach zu holen legt euxh nackig oder nur mit Windel. Zusammen ins Bett und kuschelt bis ihr nicht mehr könnt. Du bist noch im. Frühen Wochenbett und solltest eh viel Ruhe halten nach der OP.

      Und auch Angst und Gefühlschaos werden mit. Der Zeit besser. Sind aber total normal. Gib dir und dem. Kleinen Zeit dass ihr euch kennen lernt und aufeinander einspielt

      • Das wird besser werden. Meine ist jetzt 10,5 Wochen, hatte eine sekundäre Sectio und Frage mich jetzt nanchmal noch Sachen, die ich nie erfahren werde. Ich habe sie nach dem Kaiserschnitt nicht direkt gezeigt bekommen, weil sie wegen grünen fruchtwasser nicht so schön aussah. Ich wüsste auch gerne was da dann gemacht würde, wurde sie z.B. gebadet?

        Um das Bonding nachzuholen hat meine Hebamme meine kleine Maus nach dem ersten Baden mir nackig und noch feucht auf den bauch/ die Brust gelegt. Ich natürlich auch nackt. Das ist dann so bisschen wie frisch entbunden. Da genießt sie das stillen besonders. Kannst du ja auch mit deinem Partner nachholen. Das haben wir dann noch öfter gemacht.

    Erstmal Glückwunsch zu deinem Wurm.
    Deine Gefühle sind vollkommen normal, aber sprich mIT deinem Mann, Mama, Hebamme irgendwem drüber.
    Ich hatte nach zwei Tagen Wehen auch einen KS, zum Glück mit PDA aber sie musste auch zum Absaugen gleich den OP verlassen. Mein Mann hat das kuscheln übernommen. Aber auch als ich von OP in den Kreißsaal geschoben wurde und die Kleine zum ersten mal im Arm hatte, hat sich in meinem Kopf fast alles um die Schmerzen gedreht und wann ich endlich Schmerzmittel bekomme. Dieses unglaubliche Glücksgefühl von dem alle berichten blieb einfach aus.
    Mittlerweile ist sie fast 5 Monate, kuscheln haben wir ganz viel nachgeholt und ich bin über glücklich aber die Gedanken zurück am den KS treiben mir immer noch Tränen in die Augen und das Gefühl als würde ein Stückchen fehlen.

    LG butterfly

    (10) 07.06.18 - 21:10

    Hallo. Fühle dich auch von mir gedrückt. Ich selber hatte zwar keinen Kaiserschnitt, aber eine Freundin von mir und die hatte auch die erste Zeit sehr damit zu kämpfen.
    Ich hatte eine natürliche und spontane Geburt. Ich habe den ersten Schrei meiner Tochter gehört, sie wurde mir dreckig wie sie war sofort auf den Bauch "geschmissen" usw. Die besten Voraussetzungen also für Glücksgefühle hoch 10. Aber auch ich hatte diese nicht. Ich war viel zu aufgeregt alles richtig zu machen (macht eh niemand und das wird auch nicht verlangt) und hatte solche Panik davor, dass sie nicht mehr aufhört zu schreien. Abends hat auch sie sehr viel geschrien. Da hieß es dann oft 6 Stunden lang dauerstillen. Wir waren alle 3 manchmal wirklich am Ende unserer Kräfte. Da blieb nicht viel Zeit für einen vor Glück explodierenden Torso.
    Aber das kommt. Anfangs sind es nur kleine Momente. Die werden dann immer länger und irgendwann sitzt man plötzlich auf dem Sofa und heult vor Freude und Muttergefühlen weil ein so kleiner Wurm einen laut angelacht hat. Das war bei mir so um die 11. Woche rum. Also bitte lass euch Zeit, setze dich nicht unter Druck. Es kommt alles von ganz alleine. Rede viel (so wie du es brauchst) über deine Gefühle und Erlebnisse bei der Geburt, damit du das gut verarbeiten kannst.
    Ich wünsche dir alles Gute.

    Echte Muttergefühle hatte ich erst nach 2 Jahren. Das 1. Jahr war grob zusammen gefasst eine Katastrophe. Und das alles trotz spontaner Traumgeburt. Deine Gefühle sind also erstmal normal, Kaiserschnitt hin oder her. Führe dir vor Augen, dass die Narkose notwendig war. Dein Baby ist geboren und nun auf dich angewiesen. Hab keine Angst. Du bist nicht alleine. Versuche deinem Mutterinstinkt zu folgen und scheue nicht davor zurück nach Hilfe zu bitten. Ihr müsst euch beide langsam kennen lernen und dein Baby muss auf der Welt ankommen.

    Hmm.. als sie geboren wurde, hätte ich zwar Glücksgefühle, die hatten aber nichts mit meiner Tochter zu tun. Ich war glücklich, dass die Geburt ohne Komplikationen und Schmerzen vorbei ist. Ich fand mein Kind hässlich und war enttäuscht, dass ich sie nicht schön finde und sie nicht so liebe, wie ich es mir vorstellte. Ich habe sie zwar keine Sekunde aus den Augen gelassen, hab sie nicht mal von einer Hebamme anfassen lassen, habe Nachts trotz Einzelzimmer nicht schlafen können, da ich Angst hätte, dass jemand reingeht und sie anlässt. Es war ein Fühsorgeinstinkt da, aber kein Glück, keine Freude und ggf. keine Liebe. Es hat dann ein paar Wochen gedauert bis ich mich abgöttisch in sie verliebt hab.

    (13) 08.06.18 - 23:50

    Huhu.
    Ich hatte die gleichen Umstände bei der Geburt meines ersten Sohnes wie du: geplanter kaiserschnitt, Betäubung hat nach mehrmaligen drauf hinweisen nicht gewirkt und beim schnitt haben sie es dann eingesehen und mir super schnell ne vollnarkose gegeben. Als ich dann wieder aufwachte war alles vorbei, ich verwirrt und müde und als mir mein Kind hingehalten wurde und ihm zum ersten mal sehen durfte, sah ich ihn doppelt.
    2 tage später fing ich andauernd an zu weinen. Weiß nicht mehr wieso. Einfach weil es beim ersten Kind die krasseste Umstellung ist. Es wird nie wieder so wie vorher. Nie wieder. Ich hatte Angst vor der Verantwortung. Diese wollte ich auf einmal nicht mehr haben. Ich glaube ca 1-2 wochen und immer dann mal wieder habe ich geweint. Die gabzen Hormone. Die Umstellung usw. Überfordgerung. Wenig Schlaf. ....

    Ja. Osteopath würd ich die auch raten. Leider war ich mit unsrem 1. Sohn erst mit 14 Monaten dort da ich vorher nie was davon gehört hatte. Er hatte bis dahin blokkaden in der Hüfte und wollte nicht sitzen und nicht laufen. Nachdem wir dort waren stellten wir ihn zu hause hin und er lief einfach los...Sehr krass. Mit unsrem 2. Waren wir auch kurz nach geburt dort. War aber alles gut. Er hat die Milch nicht vertragen und Bauchschmerzen. Hab nach 2 wochen auf milch gegen Koliken oder so (ist schon etwas her) gewechselt. Hat sofort gewirkt.

    Bald wird es besser. Das ist der Anfang. Glaub mir. Es muss sich alles einspielen. Das Leben muss man ab jetzt umkrempeln.

    Drück dich dolle.
    Alles wird gut 😚🤗

    Als mein Sohn endlich auf meiner Brust lag, war ich gefühlsmäßig auch total abwesend - ich konnte emotional nicht begreifen, dass das mein Kind ist, welches ich neun Monate unter meinem Herzen getragen habe.
    Als wir dann auf die Station verlegt wurden, lief bei mir alles völlig routinemäßig ab. Da ich beruflich eh mit Kindern arbeite, war es für mich nichts Neues, ein kleines Kind zu versorgen, es zu wickeln und so. Ich hab das alles so direkt gemacht, ich merkte genau, wann braucht er eine neue Windel, wann braucht er Ruhe, wann braucht er Nähe. Aber das Gefühl dabei fehlte in den ersten Tagen. Ich hatte mich auch gefragt, ob ich durch meinen Beruf so abgebrüht bin, das ich meinem eigenen Kind keine super tiefe, echte Zuneigung entgegen bringen kann, weil ich schon so viele Kinder betreut habe!
    Bei mir spielte auch noch mit rein, das es mit dem Stillen nicht klappte. Ich fühlte mich so richtig mies und unfähig. Aber die Gefühle waren irgendwann einfach da! Sie haben sich eingeschlichen und sind immer größer geworden! Anfangs ganz zaghaft, so nach Ende der ersten Woche, danach immer stärker.

    Ihr braucht halt Zeit, dein Herz braucht Zeit! Und vorallem spielt dein Körper doch noch etwas verrückt mit der Hormonumstellung. Nimm es gelassen und versuch dich zu entspannen :)

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