Habe ich eine Wochenbettdepression?

    • (1) 03.08.18 - 12:13

      Nach vier Fehlgeburten und 2,5 Jahren unerfüllten Kiwu ist nun seit 18 Tagen unser langersehntes wunschkind Noah auf der Welt. Die Geburt war spontan in 7 Stunden und verlief soweit normal. Aber seit seiner Geburt fühle ich mich oft vollkommen überfordert. Er ist lieb, schreit wenig und schläft nachts gut aber dennoch habe ich eine wahnsinnige Angst das er schreit und ich ihm nicht helfen kann. Mein Mann hat noch 2 Wochen elternzeit und mir graut es vor dem Tag alles alleine machen zu müssen. Ich hab so Angst das ich es nicht schaffe und das er dann schreit bei mir. Auch das stillen ist für mich kein Genuss. Eher gehört es halt dazu weil die Gesellschaft es verlangt. Und dann die Sprüche von außen alá du hast es dir doch so sehr gewünscht, warte ab bis ihr euch eingespielt habt, mach dir nicht soviel Druck. Ich hab so Angst das ich eine Wochenbettdepression habe oder bekomme?!

      • Es klingt ein wenig danach.
        Ich hatte auch heultage aber dann ging es schnell wieder. Hast du eine Hebamme? Mir hat sie sehr geholfen. Vielleicht kannst du dir auch hilfe von oma und opa holen?

        Lg

        Huhu,

        genau diese Angst hatte ich auch! Beim ersten Kind ist es normal denke ich! Ich hatte mega Panik, dass er jeden Moment schreien könnte und ich ihm nicht helfen kann! Ich habe mich nicht mal getraut mit ihm raus zu gehen! Egal ob zu Besuch oder spazieren an der frischen Luft! Aber das legt sich nach ner Zeit! Sprich auf jeden Fall deine Hebamme drauf an falls du eine hast! Aller Anfang ist schwer 😊 Du wirst später darüber lachen

        LG Su mit Elyas 💙 (2 Jahre) an der Hand und Prinzessin im Bauch (28+6 SSW)💗

        Hallo Kopf hoch...
        Als mein Sohn damals 6 Wochen alt war fing es bei mir auch an so wie du es beschreibst...ging Gott sei dank nicht lange...aber wenn es länger anhält hol dir Hilfe damit du dein wunschkind um dem du so gekämpft hast geniessen kannst und du Freude an ihm hast der wird dein Leben so bereichern auch wenn es nicht immer einfach sein wird...und du oft am Limit sein wirst vorallem wenn die ihr eigenen dickschädel entwickeln...meiner ist jetzt 4 und bin mit mein 2 jungen schwanger nach 2,5 Jahren kinderwunsch und 2 fehlgeburten...wenn das gut geht diesmal werd ich so dankbar sein..aber man weiss nie wie die Hormone mit einem alles machen aber alles geht vorbei...

        • Danke für deine Antwort! Wahrscheinlich muss ich mich erst noch an alles neue gewöhnen. Ich dachte immer das ich soooo lange kämpfen musste und eben dann sofort rund um glücklich bin. Das es nicht so ist muss ich erst akzeptieren.

      Mir gings anfangs auch so, ich hatte auch keine Freude am Kind und gedacht ich liebe es gar nicht, eher hat es mich genervt und ich war total überfordert und hab mir ein schlechtes Gewissen gemacht etwas nicht gut zu machen. Ehrlich gesagt hat es 7 Wochen gedauert bis bei mir das Stillen gut funktioniert hat. Jetzt nach 10 Wochen geniess ich es sehr, habe grosse Freude am Kind und diese Angst geht auch weg. Es ist immer noch ein hoch und runter, aber ich versuche keine Erwartungen an mich zu haben, das hilft sehr. Und alle die was sagen, die haben nix zu sagen, einfach versuchen zu ignorieren. Aber ich glaube wenns nach 8 Wochen nicht besser wird würde ich vielleicht schon Hilfe holen.. toi toi!

    Naja, mit "Mach dir nicht so viel Druck" haben die "Leute" ja recht :D

    Die Veränderungen sind enorm, die Hormone, die Anstrengungen der Geburt, das ungewohnte Wesen - und die eigene Erwartungshaltung.

    Stillen IST etwas schönes, aber nicht vom ersten Moment an. Es ist ungewohnt, muss sich einspielen, tut anfangs weh.

    Die Realität nach der Geburt ist eigentlich nie so *traumhaft*, wie man es sich ausgemalt hat.
    Lass auch diese Gefühle zu, sie sind okay, gehören dazu.

    Ein Säugling ist nicht immer rund um glücklich und zufrieden. Auch sie weinen und schreien, um sich in der neuen Realität zurecht zu finden.
    Ich geh da immer der Reihe nach die folgenden Punkte durch:
    - Hunger?
    - Windel?
    - Kleidung/Temperatur?
    Wenn sie trotzdem weinen, dann verarbeiten sie irgendwas. Im Arm halten, einfach "da" sein und es zulassen.

    Wenn dir das Stillen grad unangenehm ist, dann schau deinem Kind dabei aufmerksam zu. Erfreu dich daran, wie zufrieden es trinkt, dass es dabei einschlummert, deine Nähe genießt.
    Das hilft auch bei Stillproblemen am besten: kann es die Brustwarze gut in den Mund nehmen? Liegt es gut oder ungeschickt? Fehlt evtl der Anreiz (vorher etwas Milch anregen hilft)? Kommt zuviel Milch (kurz abtupfen und neu anlegen)?


    Die erste Zeit ist anstrengend und die neue Mama muss definitiv nicht freudestrahlend sein. Versuch es einfach zu nehmen, wie es ist.
    Im Wochenbett soll alles fließen dürfen - vor allem auch Tränen!
    (Manchmal hilft als Anregung auch ein entsprechender Film)

    Wenn du das Gefühl hast, dass du Hilfe möchtest, brauchst, dich unverstanden fühlst - dann rede mit einer Hebamme (so man denn eine hat oder findet).
    Vielleicht hilft auch der Kontakt zu einer Stillgruppe/Säuglingsgruppe.

    Alles Liebe.

    • Danke für deine liebevolle Antwort. Ich hab eine Hebamme und mit ihr bereits darüber gesprochen. Sie sagt meine Gefühle sind völlig normal. Leider wird durch Werbung und das allgemeine Bild einer Mama immer suggeriert das man glücklich sein muss. Muss man aber nicht. Ich liebe meinen kleinen Spatz und meine Gefühle sind das reinste auf und ab. Aber solche Nachrichten wie von dir tun da einfach gut.

Die anderen haben dir ja schon gute Unterstützung gegeben :)
Sieh es nicht so eng. Du musst dir keinen Druck machen. Niemand ist perfekt und außerdem ist alles noch so frisch, auch ein Herz muss sich erst einmal an all das neue gewöhnen, egal wie lange man vorher versucht hat Mama zu werden. Das Ding Ist ja auch, das dein Körper nach der Schwangerschaft sich hormonell neu einstellt, auch das sorgt für ein gefühlschaos. Man denke nur an die Pubertät, wo auch die Hormone durchdrehen! Fühl sich gedrückt, entspann dich und lass es einfach auf dich zukommen. Du hast eine Hebamme, sie wird dich bestimmt gut unterstützen und kann dir bei allen Fragen weiterhelfen. Man muss nicht alles selber wissen und können, man muss nur wissen, wo man Hilfe bekommt und das hast du mit deiner Hebamme ;)

Ich hatte selbst bei Kind 1 eine schwere Wochenbettdepression und bei Kind 2 eine leichte.
Leider habe ich die Erfahrung machen müssen, dass weder Hebamme noch Frauenärztin bei Kind 1 hilfreich waren...
deswegen hier noch der Tipp: Schatten und Licht.de mit Listen und Fachleuten (!) in ganz Deutschland.
Hole dir wirklich Hilfe, wenn du merkst, es geht nicht mehr. Eine unbehandelte Wochenenbettdepression ist erstens gefährlich und zweitens kostet es dich so viel wertvolle schöne Zeit mir deinem Baby.
Alles Gute dir! Und: es geht vorbei!!!

Wenn du merkst du kannst nicht mehr und alles ist schwarz such dir professionelle Hilfe!!! Es ist normal etwas verunsichert zu sein, sich Stress zu machen. Von daher haben die Leute recht: setz dich nicht unter Druck. Du musst nicht die glücklich lachende Mutter sein. Aber die positiven Gefühle sollten doch überwiegen. Und wenn du nicht stillen willst dann still ab. Stillen war für mich z.b. ein Graus. Ich habe abgestillt, damit ging es mir besser. Auf Dauer bin ich dann aber doch in eine Depression gerutscht. Ich bin erst nach über 2 Jahren aufgeblüht. Ich habe mir keine Hilfe geholt und das ganze 1. Babyjahr "verpasst".

  • Genau!
    Ich habe mir bei Kind 1 Hilfe geholt und war nach ca 5 Monaten „wiederhergestellt“.
    Bei Kind 2 war ich schon vorbeugend während der Schwangerschaft unter Beobachtung und habe sofort Hilfe bekommen, als die Depression nach der Geburt wieder kam. Nach 8 Wochen war der Spuk vorbei und ich konnte mein Baby endlich genießen:)

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