Schöne Geburt

Man hört meist nur von schmerzhaften, traumatischen Geburten... Hatte denn hier jemand eine einigermaßen erträgliche oder vielleicht sogar schöne natürliche Geburt? Was hat euch dabei geholfen?

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Hallo,

ich würde behaupten, die Geburt meines zweiten Kindes war vollkommen okay (schön, naja, es hat schon weh getan). Auf jeden Fall war sie für eine Klinikgeburt ziemlich selbstbestimmt, denn ich habe keinerlei Interventionen zugelassen.
Danach habe ich mich super gefühlt. Konnte direkt aufstehen und fühlte mich emotional wie auf Droge (so nach dem Motto: Was hast du da gerade geschafft! Das war der Wahnsinn, das hast du genial gemacht!).

Was mir geholfen hat?
Ich habe mir nicht rein reden lassen, bin meiner Linie treu geblieben.
Im Vorfeld habe ich viel gelesen (Hausgeburten, Alleingeburten) und fühlte mich gut informiert.
Jetzt erwarten wir in Kürze unser drittes Kind und diesmal habe ich meinen Mann besser vorbereitet, so dass er ganz genau weiß, was er zu tun hat. Was ich auf keinen Fall möchte, etc.
Außerdem möchte ich mehr auf meine Atmung achten. Das funktioniert aber nur, wenn ich ganz bei mir bleiben kann und da kommt mein Mann wieder ins Spiel, der für mich reden darf.

Ich persönlich brauche keine Wannengeburt, Aromaöl oder besondere Musik. Ich möchte am liebsten in Ruhe gelassen werden und einfach mein Ding durchziehen.
Es hat aber (leider) eine nicht so schöne Geburt gebraucht, um das heraus zu finden.

Ich glaube, heutzutage ist das große Problem, dass die Frauen alles über sich ergehen lassen, ihre Männer hilflos zuschauen und die Ärzte und Hebammen permanente abgesichert sein möchten. Das führt dann zu einem total unnatürlichen Geburtsklima und zieht gerne Interventionen nach sich, die schnell im Teufelskreis enden.
Wenn man es schafft, seine Selbstbestimmung nicht an der Kreißsaaltüre abzugeben, kann das Erlebnis durchaus positiv sein.
Mich hat die Geburt meines Sohnes nachhaltig gestärkt und geprägt.

LG

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Vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrung! Hast du vielleicht einen Lesetipp zu den genannten Themen?

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Es gibt zwei Bücher, die ganz gut sind:
- Die selbstbestimmte Geburt von Gaskin
- Alleingeburt von Schmid

Wichtig ist, dass man sich immer nur heraus zieht, was für einen passt / wichtig ist.

Ansonsten google einfach unter Stichworten, wie Alleingeburt, Hausgeburt, selbstbestimmte Geburt,... Da gibt es jede Menge zu lesen.

Ich wollte mich auch noch eingehender über Hypnobirthing informieren, da ich ein paar Ansätze ganz gut finde, habe es aber bisher nicht geschafft und weiß nicht, ob ich es jetzt noch zeitlich hinbekomme.

LG

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Hallo, ich habe die Geburt meiner Tochter als gut empfunden - trotz Einleitung (10 Tage über Termin). Von der ersten Wehe hat es 4 Stunden gedauert. Was mir geholfen hat? Es einfach auf mich zukommen lassen, ohne große Pläne oder ähnliches (habe auch keinen Geburtsvorbereitungskurs gemacht). Ich wollte, dass meine Kleine gesund geboren wird. Ob nun natürlich, mit PDA, mit Kaiserschnitt. Ehrlich gesagt, war mir das egal. Ich habe den Hebammen im Krankenhaus vertraut und trotz Schichtwechsel genau vor den Preßwehen hat alles super geklappt ;) Außerdem habe ich mich über dasThema Hypnobirthing informiert. Fand ich spannend, auch wenn ich nicht alles eins zu eins übernehmen wollte.

Also mein Rezept war glaube ich, dass ich dem Ereignis so weit wie möglich gelassen entgegen gesehen habe und darauf vertraut habe, dass ich das schaffe.

Alles Gute für Dich :)

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Hallo,
ich fand eigentlich alle meine drei bisherigen Geburten sehr gut! Klar, die Schmerzen waren schon da, aber ich bin damit gut zurechtgekommen und hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, Schmerzmittel zu benötigen. Die Geburten dauerten zwischen 36h ab Wehenbeginn und 4h.
Ich habe immer in der Klinik entbunden, nie wurde mir eine Intervention aufgeschwatzt oder über meinen Kopf etwas entschieden. Eigentlich wurde ich immer in Ruhe gelassen, wusste aber: Wenn ich Hilfe brauche, ist jemand für mich da. Ich durfte mich frei bewegen und die Geburtsposition selbst bestimmen
Was mir geholfen hat: Absolute Ruhe, um mich auf mich und die Signale meines Körpers konzentrieren zu können; Bewegung (Beckenkreisen) während den Wehen, viel aufrechte oder halbaufrechte Positionen; und besonders wichtig ist tatsächlich die richtige Atmung ruhig und tief in den Bauch.
Ich bin jedes Mal ohne nennenswerte Verletzungen davongekommen; vielleicht hat auch die Geburtsposition dazu beigetragen (immer aufrecht kniend am Kopfende des Bettes- das soll ja den Damm schonen).
Ich hoffe sehr, dass die baldige vierte Geburt genauso gut abläuft wie die bisherigen!
LG

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Meinst du, wenn das Kopfende so hochgefahren ist? Das hab ich bei der Besichtigung im ks gesehen. Alles Gute für das 4. Mal🙏💕

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Ja, genau! Das ist super, man kann oben das Kopfende "umarmen" und unten die Knie in die Unterlage stemmen. Freiwillig würde ich es nie mehr anders machen wollen...

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Ich fand meine beiden Geburten wirklich schön, trotz oder vielleicht auch gerade weil ich bei beiden eingeleitet wurde.
Beide gingen schnell und waren total komplikationslos.
Klar, sind Wehenschmerzen nicht zu unterschätzen, aber man übersteht sie.

Geholfen hat mir einfach positiv und unvoreingenommen in die Geburten reinzugehen. Selbst bei der zweiten hatte ich absolut keine Angst, höchstens Respekt vor dem was kommt. Genauso wenig habe ich mich vorher mit Geburtsberichten beschäftigt.

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Hier ich... Vor drei Wochen. Es war magisch und meine absolute Traumgeburt 😍 Meinen Bericht findest du in den Geburtsberichten... ♥
Geburt Nr. 2 war schon total toll, zuhause und jetzt Nr. 3 auch wieder zuhause.. Besser und schöner gehts nicht, somit ist die Familienplanung abgeschlossen. ♥

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Ich bin eingeleitet worden, zwischendurch hab ich mich gefragt, warum ich mir das antue.... ABER
Ich empfand trotz allem meine Geburt als schön. Ich hab aber auch von Anfang an alles offen gelassen. Mit schmerztropf und später pda war es super erträglich und wir haben viel mit der Hebamme gescherzt.
Und es war tatsächlich so, als ich die Mausi auf der Brust hatte, waren die schmerzen vergessen und ich einfach nur glücklich.

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Ich kann dir auch gerne von meiner Geburt vor 6 Wochen berichten. Ich bin völlig unvoreingenommen und ohne jegliche Vorstellungen zur Geburt gegangen. Hatte auch keinerlei Angst, was für mich eher untypisch ist. Das einzige was ich gemacht hatte war der Geburtsvorbereitungskurs und der hat mir gerade mit der Atemtechnik sehr geholfen.

Die Geburt an sich ging über 40h, davon die ersten 24h aber mit sehr unregelmäßigen Wehen und absolut harmlos. Als es ernster wurde sind wir ins Krankenhaus. Ich hatte eine Hebamme, die war ein absoluter Traum. Sie hat verstanden was mir gut tat und ich hab mich auf all ihre Tipps eingelassen. Sogar auf die Badewanne, die war das einzige No Go für mich. Und was soll ich sagen, es hat mir wirklich geholfen. Im Endeffekt ging die
Geburt ohne PDA und mit wenig Schmerzmitteln über die Bühne. Zum Schluss wurde mit einer Art Saugglocke nachgeholfen und ich hatte einen Dammriss zweiten Grades, der genäht werden musste.

Vielleicht hört es sich schlimmer an als es ist, ich kann absolut positiv zurück denken. Ich habe mich zu 100% verstanden gefühlt, hatte meinen Mann an der Seite und habe mir einfach keine Gedanken gemacht.

Versuch nicht zu viel zu lesen und dir keine Gedanken zu machen. Das wird schon. Jeder hat ein anderes Empfinden 😉

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Positive Geburtsberichte kenn ich fast nur im Zusammenhang mit Hausgeburten. Selten aber durchaus Existent sind aber auch klinikgeburten.

Das Problem ist, die meisten melden sich nur zu Wort wenn etwas negativ ist, nur wenige machen auf positive Erfahrungen aufmerksam. Daher das subjektive empfinden - alle haben nur horrorgeburten.

Zumal die Definition was jemand als Horror empfand höchst individuell sein kann. Es gibt Geburten da würde jeder Geburtshelfer sagen "au backe war das knapp am limit" und die Frau sagt aber "wow was für eine tolle Erfahrung"... bei anderen ist aus Sicht der Geburtshelfer (war bei mir so) fast alles super gelaufen so im Vergleich was sie sonst so erleben und die Frau kommt sich danach vor wie geschändet und verstümmelt.

Fakt ist... es gibt Frauen die spüren tatsächlich keine Wehenschmerzen! Gar keine! Ist aber irre selten!

Dann gibt's die, die sagen, die Geburt war anstrengend und kräftezehrend aber nicht im Sinne von schmerzhaft. Das sind Frauen sie gut mental vorbereitet sind, wenig bis keine Störung unter der Geburt hatten, deren Wünsche und Grenzen zu jeder Zeit respektiert worden sind und die voll in ihrer Wehentrance aufgehen konnten. Diese Frauen sind wie in einem meditativen nicht ansprechbaren Zustand. Dem ideal unter der Geburt. Vorbereitung... konzentriertes atmen und eine gelungene Athmosphäre sind hier die 3 Schlüssel zum Erfolg. (Das letztere ist halt im KH selten umsetzbar.)

Ne Katastrophe ist es fast immer dann, wenn die Geburtshelfer übergriffig nach Schema f arbeiten... 0 Empathie haben... man viel allein und gefühlt hilflos in der Schwebe hängen gelassen wird... man ständig bedrängt und gegängelt wird... Medikamente ungefragt verabreicht werden (ja nicht selten wird ein Wehentropf auch noch als Vitaminlösung verkauft) und man in geburtspositionen gedrängt wird, die nur dem Geburtshelfer dienlich sind ... für die Gebärende aber Folter gleicht.

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Ich kann mich in allen Punkten bzgl. Einstellung und Vorbereitung beisha anschließen.

Mein erstes Kind kam vor 16 Jahren zur Welt. Es war alles andere als schön.
Bei der zweiten Schwangerschaft 5 Jahre später wusste ich ganz genau das ich das so nicht nochmal erleben möchte. Leider war auch diese Geburt sehr sehr traumatisierend durch diverse vorher bekannte Umstände.

Es hat viele Jahre gebraucht bis bei uns wieder ein Kinderwunsch aufkam.
8 Jahre nach unserem zweiten Sohn erblickte unsere erste Tochter das Licht der Welt. Nach einer wunderschönen, selbstbestimmten und ganz natürlichen Geburt im Geburtshaus in Begleitung unserer Lieblingshebamme 💕
Dieses Gefühl ist unbeschreiblich ... Und hat mich, neben unzähligen Gesprächen mit meiner Hebamme während der Schwangerschaft, ein Stück mit dem erlebten versöhnt und einiges geheilt.
2 Jahre später kam unsere zweite Tochter zur Welt. Es war eine wunderbare Hausgeburt 💕

Die Geburten meiner Töchter haben mich sehr verändert. Sie haben mir so unheimlich viel Kraft gegeben und Mut und Zuversicht! Und ich bin sehr dankbar das ich sie so erleben durfte!

Im März erwarten wir unser fünftes Kind. Wir bereiten uns wieder auf eine Hausgeburt vor, und ich freue mich schon sehr darauf!