Silopo: warum so viele kaiserschnitte?

    • (1) 03.11.19 - 21:25

      Ich frag mich, warum heutzutage so viele Kinder per ks geholt werden müssen... bei unserem kleinen hieß es 24stunden nach Blasensprung, es würde ein ks empfohlen wegen geburtsstillstand. Zum Glück haben wir uns auch gleich dafür entschieden, denn er hatte die Nabelschnur mehrfach um den Hals gewickelt und wäre auch nur so herausgekommen... na gut... passiert. Aber alle 5(!) Freundinnen/Verwandte, die dieses Jahr entbunden haben, hatten einen sekundären ks (querlage/ kind dreht sich nicht ins becken, Schwangerschaftsvergiftung/2x Plazenta vorm Ausgang). Und sonst lese ich davon auch viel in den diversen Foren... mich interessiert einfach nur, ob jemand mal gehört hat, warum heutzutage (scheinbar) so viele ks nötig sind... ich rede jetzt ausdrücklich nicht von wunsch-ks. Hat da einer Ahnung?

      • (2) 03.11.19 - 21:29

        Naja, früher sind halt oft Mutter und/oder Kind drauf gegangen, weil es das eben noch nicht gab.

        • (3) 03.11.19 - 21:33

          Ja, schon... Da hab ich dran gedacht. Das kann aber irgendwie nicht der einzige Grund sein, denn dann wäre jetzt mein halber Bekanntenkreis ausgelöscht🤭so krass kann das auch früher nicht gewesen sein. Deswegen frag ich mich das ja.

          • (4) 03.11.19 - 22:41

            Natürlich ist das nicht der einzige Grund. Ein wichtiger Grund ist Angst. Es gibt eigentlich nur eine Hand voll Gründe, die einen KS zwingend nötig machen (Geburtsstillstand ist z.B. in der Regel keiner, auch die Nabelschnurum den Hals ist so gut wienie ei n wirklich ernstes Problemdas einen KS nötig macht). Aber fast alle Kliniken leiden unter Zeitdruck und Personalmangel. Gerade kompliziertere Geburtsverläufe erfordern davon viel. Und ein KS ist heute relativ unproblematisch und zudem wirtschaftlich günstiger. Außerdem wurde noch nie ein Arzt verklagt weil er einen überflüssigen KS gemacht hat. Bei Geburt mit unglücklichem Ende ist das fast immer die Regel. So schwindet langsam aber sicher das Wissen bei Hebammen und Ärzten für alles was vom Lehrbuch abweicht, die Angst einen Fehler zu machen nimmt zu und die KS Rate steigt.
            Die WHO hält eine KS Rate von maximal 15% für gerechtfertigt. Und da sind WkS schon mit eingerechnet. Alles was darüber hinaus geht ist nichts weiter als schlechte Geburtshilfe. Aber das will kaum eine Frau hören. Es fühlt sich ja auch viel besser an "gerettet" worden zu sein. Und kein Arzt wird nach einem KS kommen und sagen "oh tut mir leid Frau x, aber den KS hätten wir uns sparen können".

            • Ich denke auch, dass dem Körper heutzutage zu wenig zugetraut wird.
              Natürlich ist im Ausnahmefall ein Kaiserschnitt eine gute Sache, allerdings wird heute teilweise voreilig darauf ausgewichen.

      (6) 03.11.19 - 21:34

      Vielleicht ist das bei dir jetzt irgendwie ein Zufall.
      Ich kenne z.B. niemanden persönlich der ne Sectio hatte.
      Hat aber sicher auch viel mit der Gegend zu tun und speziell mit dem KH in dem man Entbindet. Aber gerade bei deinen Freundinnen waren es ja lauter Gründe wo es halt anders nicht ging.

      • (7) 03.11.19 - 21:36

        Wir sind verteilt auf Augsburg, Frankfurt, Fulda🤔🤷🏼‍♀️

        • (8) 04.11.19 - 08:37

          Hey, ich komme auch aus dem Landkreis Augsburg. Werde ins Josefinum gehen zur Entbindung.
          Hmmm, wie gesagt ich kenne wirklich niemanden der einen KS hatte außer einem Wunschkaiserschnitt.
          Ich dachte immer heute gehen viele wieder eher in Richtung natürliche Geburt. Vielleicht hat es auch was damit zu tun zu welcher Schicht man gehört?!? Ist nicht böse gemeint. Hab ja oben schon geschrieben das es bei den Leuten die du kennst so klingt als wäre es wirklich medizinisch notwendig gewesen.

    (10) 03.11.19 - 21:35

    Hallo, ich denke, dass da folgende Kriterien mitspielen:

    Sterberate von Mutter und Kind ist gesunken, da solche Gefahren erkannt und behandelt werden können

    Krankheiten gibt es immer, aber sind im Wandel (man schaue nur auf die ganzen Krankheiten, die es früher gab, aber heute eher nicht mehr oder gar nicht (Pest) und diese, die es vielleicht erst neuerdings gibt und das immer häufiger (wobei da halt früher auch einiges unbekannt war, aber es soll ja neue Sachen geben wie AIDS, glaube ich?)

    Natürlich macht man auch aus Vorsicht oft einen KS, obwohl es vielleicht noch nach viel oder wenig Zeit irgendwie glimpflich ausgegangen wäre...

    Der erste Absatz ist aber wohl der größte Punkt.
    lg

    Zum einen sind manche Kliniken nicht auf Risikogeburten ausgelegt, manche lehnen zum Beispiel die Geburt in Beckenendlage ab, andere ermöglichen trotzdem eine natürliche Geburt. Ich wage auch zu behaupten, dass manchmal auch etwas die Profitgier mit spielt, denn an so einem Kaiserschnitt wird mehr verdient als bei der natürlichen Geburt 🤷🏼‍♀️
    Interessant ist auch der Trend, dass in den alten Bundesländern die Kaiserschnittrate höher ist, als in den neuen.
    Ich komme aus Sachsen, da liegt die Rate bei 24% und ist somit am niedrigsten Saarland hingegen bei 37%.
    Bei meiner Schwangerschaft bestand eine Nabelschnuranomalie, trotzdem war Kaiserschnitt eigentlich nie wirklich ein Thema, woanders hätte man da eventuell eher zum Kaiserschnitt geraten.

(13) 03.11.19 - 21:43

Hallo,
Erstmal gibt es offiziell in DE keine Wunsch-KS. Ich hatte aber ehrlich gesagt auch einen KS, da meine Maus in BEL lag, wenig Fruchtwasser da und auch meine erste Geburt war.

Tatsächlich kann man wohl schlecht sagen, wer an solchen Sachen gestorben wäre.
Ich stelle mir auch die Frage, wenn wir in einer anderen Zeit gelebt hätten, ob wir beide das gut überstanden hätten.

Ich kann mir gut vorstellen, dass die Ärzte lieber auf Nummer sicher gehen wollen.
In den USA sollen wohl deutlich mehr KS gemacht werden, weil die Ärzte so sicherer sind als bei einer normalen Geburt. Wenn etwas schief geht werden wohl gerne die Ärzte verklagt.

In sofern nehme ich die KS gerne an, weil die Folgen möchte ich mir nicht vorstellen.

  • (14) 03.11.19 - 21:47

    Ging uns auch so... Beim kleinen war stets alles ok, aber ich hatte eine sehr erfahrene Hebamme dabei, von der ich wusste, dass sie eigentlich die natürliche Geburt bevorzugt. Als die dann zum ks riet , weil eben Infektionsgefahr 24h nach blasensprung und es ging seit stunden nix voran, war es uns auch lieber, gesichert ein gesundes Kind im arm zu haben.

    • Ich hatte auch einen Blasensprung ohne Wehen und wurde eingeleitet, jedoch ging nach vielen Stunden Wehen auch nichts voran und ich hab die Schmerzen nicht mehr aushalten wollen. Nachdem endlich beim 5. Versuch die PDA-Anlage endlich glückte, ging es rasant innerhalb von weniger als einer Stunde von 3 cm Muttermund auf 10 cm, also wie man sieht, manchmal kann auch die Schmerzlinderung in so einem Fall die Lösung sein, ist aber natürlich kein Garant.
      Mich wundert es allerdings, dass sie bei dir nach 24 Stunden schon den Kaiserschnitt angesetzt haben, mir wurde gesagt, dass sie wenigstens 48 Stunden gewartet hätten. So unterschiedlich handhaben das die Kliniken.

      • Ich hatte eine pda mit wehentropf. Trotzdem blieb der mumu auf 9cm. Sie haben gesagt, dass man auch warten könne, sie raten aber zum ks, denn es wird einen Grund geben, dass es nicht voran geht... tatsächlich wäre er mit der Nabelschnur um den hals auch nicht natürlich gekommen. Dafür war sie nicht lang genug.

(17) 03.11.19 - 21:52

Weil es für Ärzte die sichere Variante ist.

  • (18) 04.11.19 - 10:07

    Ich denk eher, weil es für das Kind die sicherere Variante ist.

    • (19) 04.11.19 - 10:58

      Die Spätfolgen für das Kind sind auch nicht schlecht. Ich bleib bei den Ärzten die sich absichern wollen, weil viele Eltern am liebsten auch einen Kindergarten verklagen würden, weil das Kind einen blauen Flecken hat 🤷🏻‍♀️. Viele sind einfach nur mehr bescheuert. Ds sieht man an Kinderwagenkindern die mit 4 Jahren noch drinnen sitzen usw.

      • (20) 04.11.19 - 11:38

        Ja ok..wenn sich die Ärzte absichern wollen, wählen sie ja dann die Variante mit den wenigsten Risiken. Ist dann ja schon nachvollziehbar. Ich will als Mutter ja auch die Geburtsvariante,die am sichersten für mein Kind ist (und von mir aus auch am wenigsten einklagbar). Kommt ja dann aufs selbe raus.
        Spätfolgen kann es natürlich immer geben, bei beiden Geburtsvarianten.

(21) 03.11.19 - 21:52

Ich denke, es ist ein Zufall. Man wird ja meist erst hellhörig, wenn es einen selbst betrifft ;-) als ich nicht schwanger werden konnte, war gefühlt jede 2. Frau auf der Straße schwanger oder schon einen Kinderwagen. Letztens saß ich in meiner Mama-Runde und erzählte, dass wir in die uniklinik mussten nach der Geburt. Zack, stimmten 2 weitere mamas mit ein. 3 von 6! Bis dahin kannte ich niemanden, dem es auch so erging.

Außerdem ja... Es gibt ne Studien, wo vorallem in unikliniken schnell ein ks gemacht wird. Stellenweise auch zu früh. Wir sind eine sehr aufgeklärte Gesellschaft, manche Frauen haben große Angst und ganz erlich.... Ich bekam von außen immer so toll vom ks berichtet... Als wäre das viel besser als eine normale Geburt 🤷‍♀️ letztenendes vergisst man im Alltag, dass es eine große Bauch OP ist...

Hmm.. Ich kann das irgendwie so gar nicht bestätigen. Eine Bekannte von mir hatte eine schwere Geburt mit Saugglocke, und eine Freundin die erst vor kurzem entbunden hat hatte eine ss-Vergiftung, aber scheinbar war genügend Zeit. Das Kind ist ganze 3 Tage später natürlich geboren.

Hallo,
Bei uns in der Familie ist es tatsächlich zufällig so, dass sowohl ich als auch meine Schwester einen KS hatten. Bei mir war es die erste Geburt, Kind in BEL und Drehung aufgrund von Besonderheiten der Gebärmutter unmöglich. Risiko einfach zu hoch. Wäre nicht die Technik von heute, hätte keiner gewusst dass ich die Fehlbildung habe und Kind in Bel liegt. Also würde man die natürliche Geburt starten. Welche Folgen es für mein Sonnenschein hätte, will ich gar nicht vorstellen.
Bei meiner Schwester war der erste KS ein Notfall-KS. Sie hat über mehrere Tage versucht aber MUMu ging einfach nicht auf. Dann absackende Herztöne und schnell auf den OP Tisch. Ohne diesen KS wären entweder meine Nichte oder meine Schwester nicht mehr da. Die beiden hatten Blutunverträglichkeit und es war sehr hart an der Grenze. Bei der zweiten Geburt war erst natürliche Geburt geplant. Leider hat keiner meiner Schwester geglaubt dass die Fruchtblase geplatzt ist und sie wurde mit Wehen nach Hause geschickt. Nicht mal 2 Stunden später war sie mit Blaulicht und wieder Not-KS dort.
Daher bin ich sehr froh dass Die Ärzte jetzt schneller zu KS greifen.
Ich glaub Technik und vermindertes Risiko machen es einfacher und die Risiken der natürlichen Geburt werden minimiert (man hat somit als Arzt vieles im Griff).

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