Wunsch-Kaiserschnitt oder normale Geburt?

    • (1) 08.11.19 - 17:25

      Hallo,
      ich bin erst in der 10. SSW, mache mir aber Sorgen bezüglich der Geburt. Bzw ehrt Gedanken.
      Ich habe mal im Krankenhaus eine Frau fast an der Geburt sterben sehen und bin ein bisschen vorbelastet, deshalb habe ich mir immer gedacht: wenn du schwanger bist, machst du einen Kaiserschnitt und machst dir (insofern keinen Probleme oder Komplikationen auftreten) einen Termin und gehst zur Geburt hin.

      So nun habe ich viel gelesen, dass ein Kaiserschnitt schreckliche Schmerzen sein sollen und man einen Tag nicht aufstehen kann, man einen Blasenkatheter bekommt und das Bindungsgefühl fehlen kann.

      Vor der normalen Geburt habe ich Angst, weil es eventuell stundenlang dauern kann und am Ende wird doch ein KS gemacht.. habe auch Angst vor den Schmerzen und dass ich diesen nicht standhalten kann.

      Sind hier Frauen, die vielleicht schon normal geboren haben und einen KS hatten? Oder Frauen, die einen Wunsch-KS hatten und mit ein bisschen erzählen mögen?

      Vielen Dank :)

      • (2) 08.11.19 - 19:25

        Ich hab noch keinen Kaiserschnitt gehabt und bin auch extrem froh darüber.
        Ich habe 2x normal entbunden ohne Probleme,ohne Komplikationen und ohne geburtsverletzungen trotz schwerGeburt. Ich fand die Geburten nicht schlimm und die schmerzen sind danach vergessen. Ich war danach unheimlich stolz darauf das ich es geschafft habe,es genießen konnte mein kleines Wunder sofort auf dem Bauch gelegt zubekommen es streicheln und küssen zukönnen und ausgiebig zu betrachten. Auch konnte ich kurz nach der Geburt wieder aufstehen und laufen. Ich hatte nach meinen Geburten keine Schmerzen und war auch nicht wirklich eingeschränkt.
        Ich persönlich habe mehr Angst vor einem Kaiserschnitt da bei mir nach einer Bliddarm op die nachsorge trotz Überweisung vom Hausarzt vom Krankenhaus nicht gemacht wurde und ich danach noch Jahre probleme hatte... Ich würde mich nur aufschneiden lassen wenn es sich nicht vermeiden lässt und es um leben und tot gehen würde.

        Ich hatte für mich persönlich das Glück, dass es zweimal zu geplanten Kaiserschnitten kam. Eigentlich wollte ich schon immer einen Kaiserschnitt, da ich ganz panische Angst vor Geburtswehen habe, bei deren Intensität schon einige dachten, sie müssen sterben. Und sowas dann über viele viele Stunden aushalten zu müssen... nein davor hat es mir immer gegraut. Also leider kann ich dir nicht wirklich einen Vergleich liefern. Jedoch hatte ich vor meinem 2. Kaiserschnitt Eröffnungswehen und die fand ich schon wesentlich schmerzhafter als die Schmerzen nach dem Kaiserschnitt. Also für mich war der auf jeden Fall die bessere Variante. Natürlich hat man auch nach dem Kaiserschnitt Schmerzen, vor allem beim 1. Aufstehen und am 1. Tag. Für mich waren diese jedoch gut auszuhalten. Ein Gefühl wie ein Brennen einer Wunde eben, gemischt mit „Schmerzen“ als wenn du einen starken Bauchmuskelkater hast. Jedoch alles gedämpft, weil du ja Schmerzmittel bekommst. Dass du am 1. Tag glaubst, nie wieder gehen zu können, kann ich nur bestätigen. Das ist wirklich so. Je öfters du aber aufstehst und gehst, umso schneller verschwinden die Schmerzen und umso schneller bist du wieder fit. Den Katheter hast du nicht lange drin und in dieser Zeit wirst du ihn lieben. Dein Baby stillen oder füttern kannst du natürlich selbst von Anfang an. Dass du die ersten Kackwindeln nicht selber wechselst, ist glaube ich nicht allzu schlimm ;) dazu hast du noch hundertfach die Gelegenheit. Das mit dem fehlenden Bonding ist auch Quatsch. Du bekommst dein Baby nach der Geburt genau so auf die Brust gelegt, wie auch sonst. Zur Untersuchung muss jedes Baby kurz nach Geburt mitgenommen werden, was ja auch gut ist.
        Je näher du am ET den Kaiserschnitt legst, umso unwahrscheinlicher werden Anpassungsprobleme. Meine Große wurde an 38 plus 4 geholt, weil ich eine angehende Schwangerschaftsvergiftung hatte, der Kleine bei 39 plus 5. Beide hatten in allen Apgarmessungen eine 10. Der Kaiserschnitt ist übrigens die Sicherste Variante für das Baby (nicht für die Mutter). Überlege es dir gut und entscheide dann so, wie du dich wohler fühlst, dann ist es auch richtig so.

        (4) 08.11.19 - 22:47

        Hey

        Da ich wirklich enorme Angst vor einer normalen Geburt habe, habe ich mich für einen Kaiserschnitt entschieden
        Bei meinem Bruder hörte das Herz auf zu schlagen und endete in einem Notks und hätte es 2 Minuten länger gedauert wär er heute nicht bei uns..
        Aber das ist natürlich nicht alles.. ich hab auch schon viel von meinem engeren Umkreis an geburtsberichte mitbekommen und die sind für mich Horror (fast alle waren halt einfach schrecklich)

        Ich denke ein Kaiserschnitt ist auch nicht ohne aber ich hatte bereits mehrere Op's & hab davor keine Angst

        Lg 😊

      • (5) 09.11.19 - 14:54

        Eine Geburt ist immer schwer, aber es stimmt, was gesagt wird: Wenn man das Kind im Arm hat, vergisst man das alles und ist nur noch glücklich.
        Im Normalfall läuft eine spontane Geburt gut ab. Die Ärzte und Hebammen haben Erfahrung, die größten Risikofaktoren werden oft schon vorher erkannt. Ich kenne viele Frauen, die spontane Geburten hatten. Zwei brauchten am Ende die Saugglocke (ich auch bei einer fast), aber bei keiner kam es dann doch zu einem KS.

        Bei einem KS kann es genauso zu Komplikationen kommen. Das ist eine große OP. Ich bin froh, dass ich da bislang drum rum gekommen bin.
        Ich denke, dass es für das Kind besser ist, wenn es selbst den Termin bestimmen kann und die Hormone, die bei der Geburt ausgeschüttet werden sind auch wichtig. Es macht ja einen Unterschied, ob du mit der Sonne aufwachst oder dir jemand um 4 Uhr morgens das Licht anmacht und "Aufstehen!" brüllt😉
        Meine Schwägerin hatte danach mit der Narbe Probleme. Sie fand die natürliche Geburt angenehmer als den Kaiserschnitt.

        Glaub mir, du kannst den Schmerzen standhalten. Wir Frauen sind stärker, als wir oft glauben!

        • (6) 10.11.19 - 18:45

          Ich habe das nie verstanden, dieses "man vergisst hinterher alles". Und ich würde das auch heute keinesfalls bestätigen - ich werde die Schmerzen niemals vergessen, auch wenn man die genaue Art vermutlich so nicht mehr wiedergeben kann.

      Ich hatte alle Varianten der Geburt 😅 ich hatte eine Not Sectio wegen Geburtsstillstand, eine spontane Geburt, eine geplante Sectio auf Grund des großen Babys und eine spontan geplante Sectio.

      Für mich waren die Schmerzen/Probleme nach der Sectio immer wesentlich schneller und besser zu verkraften. Ich war nach KS 1+2 nach 48 Stunden zu Hause, und nach KS 3 war es ein Tag mehr, da der KS erst Abends gemacht wurde. Ich war nach der spontanen Entbindung nach 12 Stunden daheim. Allerdings bin ich zwei Mal gerissen und wurde zusätzlich geschnitten, da es zur Schulterdystokie kam. Grundsätzlich würde ich schon nochmal spontan entbinden, wenn ich allerdings weiß, dass mein Kind groß ist oder es zu Problemen kommen könnte, würde ich wieder zum KS tendieren (Kinderplanung ist definitiv abgeschlossen)...

      Ich würde nie freiwillig(!) einen KS machen lassen. Ich habe meinen Sohn normal geboren. Die Geburt dauerte insgesamt 4 Stunden. Die Geburt war schön und verlief ohne Probleme, aber trotz natürlicher Geburt hatte ich starke Bindungsprobleme, man könnte eigentlich von Anpassungsschwierigkeiten reden. Also soviel dazu. Tat die Geburt weh? Scheiß weh, aber jede Sekunde war es wert und ich möchte die Erfahrung nicht missen.

      Eine Freundin bekam ihr Baby vor kurzem nach 36 Stunden. Und sie hat es auch überlebt.

      Eine andere Freundin von mir bekam ihr Kind aufgrund von Querlage per KS. Die OP verlief zwar ok, aber noch heute, 7 Jahre später schmerzt die Narbe bei Wetterumschwüngen und Überanstrengung.

      Ich bin eine die ein paar Stunden nach der Geburt des ersten Kindes fast verblutet wäre. Spontan entbunden nach 5stunden. Ich bin jetzt mit Kind zwei schwanger, schon in der 41ssw. Und ich habe nicht einmal an einem Wunschkaiserschnitt gedacht. Ein gutes. Krankenhaus merkt sofort, wenn etwas nicht stimmt. Mach dir kein Kopf... Das sind Sonderfälle und selbst nach einem Kaiserschnitt kann genau so etwas passieren, mit blutungen und und

      Ich hatte eine normale Geburt. Die Geburt war wirklich nicht schön...es wurde der kristeller Griff gemacht und dann wurde mein kleiner mit der saugglocke geholt. Es wurde einfach gehandelt, ich konnte nicht mit entscheiden. Hab mich total hilflos gefühlt...
      Muss dazu sagen, dass die Herztöne von meinem kleinen schlecht waren.
      Dadurch hatte ich dann noch mit Stuhlinkontinenz zu kämpfen...

      Ich frage mich nun auch was ich bei meiner nächsten Schwangerschaft machen soll.
      Denke es wird ein Kaiserschnitt - davor habe ich zwar ziemliche Angst aber ich möchte auf keinen Fall eine dauerhafte Inkontinenz riskieren.

      (11) 10.11.19 - 11:45

      Ich denke, was dir helfen würde, ist eine außerklinische Geburt. Eine Hebamme, die dich die ganze Schwangerschaft betreut, die dir deine Ängste und Sorgen bzgl. einer natürlichen Geburt nehmen kann, dich stützt und begleitet, bis dein Baby in deinen Armen liegt. Die dir eine wundervolle Geburt ermöglichen kann. Und das kann es wirklich werden. Ein wunderschönes Erlebnis, woran du zurück denkst und dir die Tränen in den Augen stehen vor Glück.

      Ich habe 2 natürliche Geburten erlebt.
      Die erste fand im KH statt. Es war weniger schön.
      Die 2. im Geburtshaus. Es war sooo wunderschön, dass ich immer sentimental werde, wenn ich zurück denke.

      Ich muss dich ermutigen, es zu versuchen!
      Natürlich gibt es auch schöne Geburten im KH, aber die Wahrscheinlichkeit ist außerklinisch einfach höher.

      Alles Liebe!!

      (12) 10.11.19 - 18:54

      Ich kann das absolut verstehen. Ich hatte anfangs auch mit einem Kaiserschnitt geliebäugelt, aber mein Krankenhaus hätte das eh nicht gemacht und die Hebamme meinte auch, man solle es lassen, wenn nicht unbedingt notwendig - es ist eine extrem große OP, man darf das nicht verharmlosen.

      Letztlich hatte ich 11 Stunden Wehen und dann eine Not-Sectio mit Vollnarkose. Ich kann dir also nicht sagen, ob eine Geburt letztlich schlimmer geworden wäre als der Kaiserschnitt - es war schon nicht ohne, mit PDA ging es dann halbwegs. Es ist absolut machbar aber klar: Wehtun wird es wie Sau :-D Mir wäre es trotzdem lieber gewesen als der Kaiserschnitt. Tagelang Antibiotika, permanent Schmerzen, große Narbe, Katheter, Bindungsschwierigkeiten...auch das geht vorbei, klar, aber wenn es nicht unbedingt sein muss, würde ich es lassen. Die Frau im Zimmer nebenan hat es beispielsweise auch normal probiert und dann nach 15 Stunden gesagt, dass sie nicht mehr kann und einen Kaiserschnitt will - war dann kein Problem. Die Option hast du ja immer, das würde ich im Vorfeld einfach mal bei der Geburtsplanung alles durchsprechen.

      (13) 11.11.19 - 12:33

      Ich hatte einen Wunsch-KS, aber ich würde dir raten dich ausführlich über mögliche Risiken zu informieren.

      Beide Geburten haben Vor- und Nachteile, beide können relativ komplikationslos verlaufen oder auch komplikationsreich - wie es bei einem letztendlichen werden wird, kann einem keiner sagen. Bei einer Spontangeburt besteht zumindest die Chance es ohne große Verletzungen zu überstehen, bei einem KS hat man immer eine Narbe, egal ob mit oder ohne Komplikationen. Leider gibt es aktuell keine individuelle Risikobewertung was den Geburtsmodus angeht, sodass man nur nach Bauchgefühl gehen kann.

      Du musst dich informieren, was bei welcher Geburt der Worst Case für dich wäre und womit du im Zweifel besser Leben kannst.

      Ich hatte übrigens keinen Zweifel daran, dass ich einen Kaiserschnitt will, keine Minute. Es gibt konkrete Punkte, warum ich mich persönlich für einen KS entschieden habe, aber ich möchte dich nicht beeinflusst, du musst diese Entscheidung alleine treffen und deine Prioritäten selber setzen. Es ist eine große Bauch-OP und ich würde niemals jemanden raten sich "grundlos" operieren zu lassen!

      Meine Entscheidung habe ich nicht bereut, ich hatte keine Komplikationen (zum Glück), klar hatte ich Schmerzen, aber nach 6Tagen ging es mir wieder ganz gut ohne Schmerzmittel. Ich empfand die Geburt als sehr schön, denke gern daran zurück und vermisse nichts - Das ist aber mein persönliches Empfinden, andere Frauen können das ganz anders sehen. Deswegen muss jede Frau da ihre eigene Entscheidung treffen.

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