Wie kann man bei der Wehe entspannt bleiben?

Hallo, ich bin aktuell mit unserem 2. Kind in der 21. Ssw schwanger. Unsere Tochter ist knapp 2,5 Jahre alt.
Ihre Geburt begann mit einem Blasensprung, knapp drei Wochen vor ET. Ich hatte keine Wehen aber nach dem Blasensprung, im Laufe des Vormittags kamen regelmäßige leichte Menstruationsschmerzen. Das ging den Ärzten zu langsam, sodass ich 4,5 Stunden nach Blasensprung mit Gel eingeleitet wurde. Ab da ging es ab.... bei 2,5 cm MuMU wollte ich bereits eine PDA (fühle mich deshalb immernoch wie ein Versager oder Schwächling.... 😔). In der Situation gab es aber für mich keine Alternative. Die Schmerzen waren so schrecklich, dass ich vor jeder Wehe Panik hatte und mich total verkrampft habe.
An bewusstes Atmen war überhaupt nicht zu denken. Ab der PDA ist der Muttermund in nichtmal einer Stunde komplett auf gewesen, eine weitere Stunde später war die Maus da und mir ging es super.
Wie kann ich es beim nächsten Mal besser machen? Mich entspannen? Was hat euch geholfen? Irgendwelche alternativen Methoden um zu entspannen? Also quasi um das bewusste Atmen einfacher hinzubekommen? Ich hab mich da echt gequält 😕
Ach so, meine Tochter war übrigens ein Sternengucker, vielleicht ist das noch wichtig.
Würde mich freuen, von euren Gedanken, Anregungen und Erfahrungen zu lesen!

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Hallo,
also erstmal: wegen sowas sollte sich keine Frau als Versager fühlen!! Solche Schmerzen hatte man noch nie zuvor im Leben und dass einen diese überrollen können, das ist einfach so🤗 Ich hatte bei meiner ersten Geburt ebenfalls eine PDA, war die letzte Möglichkeit, sonst hätte ich einen Kaiserschnitt bekommen (Lange Geburt, keinerlei Kräfte mehr, Rückenwehen (wie ekelhaft ist das denn bitte🙄). Übrigens meine ich mal gelesen zu haben, dass die Schmerzen bei einer Einleitung auch nochmal stärker sind als normal (nur um dich mal noch etwas zu bestärken☺️)
Ich hab mir da zwar keine Vorwürfe gemacht, dennoch wünschte ich mir bei Kind Nr. 2 eine möglichst „natürliche“ Geburt ohne Schmerzmittel und Co. Zur Vorbereitung war im Schwangerschaftsyoga, ob man es wirklich braucht sei da hingestellt aber es hat mir denke ich schon was zwecks der Atmung und bei mir zu bleiben gebracht. Und ich hab mir eine Kreissaaltasche gepackt, das richtig zelebriert (Kleinigkeiten zu essen (Nüsse, Traubenzucker und Co), einen Saft, Labello, warme Socken, eine CD mit Liedern, die mir Kraft geben etc.) hab mir überlegt, was ich zur Geburt anziehen möchte. So hab ich tatsächlich auch richtig auf die Geburt eingestimmt und mich gefreut. Die Geburt selbst war dann wirklich auch ganz toll. Von Blasensprung bis Kind da fünf Stunden, hab mich viel bewegt (gelaufen und auf Gymnastikball gekreist) und war ganz bei mir und dem Baby.
Natürlich waren auch hier die Schmerzen nicht ohne, aber ganz anders aushaltbar. Wie es gewesen wäre, wenn die Geburt länger gegangen wäre, kann ich natürlich nicht sagen.

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Liebe Grüße

Arlia

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Fühle dich mal ganz doll gedrückt 🥰

Du bist absolut keine Versagerin!!!
Du hast ein Kind bekommen und hast alles gegeben. Eine PDA ist genau dafür da, dass sich die Frauen entspannen und es einfacher wird. Wir sollten froh sein, dass es sowas gibt und es in Anspruch nehmen wenn es möglich und nötig ist 💪🏼 alles gute für die Geburt🌼🌸

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Den ultimativen Tipp zum entspannt bleiben habe ich leider auch nicht.
Ich wurde auch eingeleitet. Der erste Tag war zwar noch nicht total schmerzhaft aber doch recht unangenehm und leider nicht wirksam. Ab Blasensprung in der Nacht hatte ich dann ziemlich schmerzhafte Wehen, die aber wenigstens muttermundwirksam waren. Nach 10 Stunden war ich aber gerade mal bei 5cm und dann auch an dem Punkt, wo ich vor jeder Wehe Angst hatte und mich verkrampft habe. Ich habe dann auch eine PDA bekommen und ab da ging es viel besser vorwärts. Ich konnte endlich wieder entspannen. Eine PDA ist ja nicht nur dafür da, die Schmerzen zu nehmen sondern auch den Geburtsverlauf voran zu bringen.
Teilweise wirken sich stundenlange Wehen ja auch negativ aufs Baby aus.

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Du bist keine Versagerin! Du hast ein Kind zur Welt gebracht, damit ist deine Leistung automatisch großartig! 💗

Ich glaube, deine erste Geburt wäre ohne Einleitung besser gelaufen. Und dafür kannst du nichts. Warum haben sie schon nach 4,5 Stunden nachgeholfen? 😔

Ich kann dir von meinen 2 Geburten berichten.
Meine erste lief ähnlich wie deine erste. Blasensprung, ab ins KH. Der Muttermund ging langsam auf aber stetig auf. Leider ging es der Hebamme nicht schnell genug und ich bekam einen Wehentropf. Ab da waren die Wehen unerträglich schlimm, ich verkrampfte, meine Tochter verkeilte sich. Endete leider im KS. Ich bin mir sicher, hätte man meinen Körper machen lassen, wäre alles gut gelaufen. Also sehr ähnlich wie bei dir mit den unerträglichen Wehen.

Meine 2. Geburt begann ebenfalls mit einem Blasensprung. Nur: zu mir hieß es, 24 Stunden Zeit, bis nachgeholfen wird. Die Wehen kamen von alleine und waren effektiv. Ebenfalls sehr, sehr schmerzhaft, aber aushalltbar. Ich bin mir sicher, dass der Einsatz von Medikamenten unnatürlich schmerzhafte Wehen verursacht.

Kannst du im Voraus erfragen, ab wann nachgeholfen wird und ggf ausdrücklich vermerken, dass du das erst nach einer gewissen Anzahl von Stunden willst? Kannst du ggf in einer anderen Klinik entbinden?

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Also zum einen bist du absolut kein Versager
Streich das direkt aus deinem Kopf
Ich habe fünf Kinder und bei der vierten wurde eingeleitet weil über 12 Std nach Blasenriss keine Geburtswehen anfingen und ich muss sagen,es ist kein Vergleich zu normalen wegen die von allein ohne Hilfe kommen. Die eingeleiteten waren von jetzt auf gleich sofort stark und alle drei Minuten. Ich hatte Glück das es da nur noch eine Std dauerte bis sie da war

Bei der letzten Geburt hätte ich die beste Hebamme dabei die man haben kann
Bei jeder wehe habe ich mein ne Beine Steiff durchgestreckt und immer kam sie von hinten und haute mir ihre knie in meine Kniekehle so das ich die Beine nicht durchgestreckt hatte und es hat etwas geholfen mit dem Schmerz aushalten während der wehe

Vielleicht versuchst du das, vorausgesetzt es geht das du stehen oder laufen kannst im Kreissaal oder davor oder sonst wo

Ich bin mit dem sechsten jetzt schwanger und bin gespannt was meine Hebamme wieder mit mir anstellt,vorallem weil ich wohl eine Hausgeburt machen werde 😅

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Ich hab 3 Geburten "hinter mir".

Bei Nummer 2014 hatte ich leuchte wehen, ab 3 cm mutternund aber gar keine mehr. Nach 2 Stunden bekam ich nen wehentropf. Ich reagierte mit enormen wehen, kaum zu ertragen. Eine wehe folgte der nächsten. Ein wehensturm, wie er im buche steht. Ich konnte nicht mehr denken. Bekam dann auf drängen meines Mannes eine PDA. Es dauerte noch 9 Stunden bis meine Große da war. Insgesamt war ich 22 Stunden im Kreißsaal.

2017 hatte ich einen blasensprung. Ich wollte es "ohne alles" probieren. Ich ging extra in eine antrophosophische Klinik, da ich so selbstbestimmt und mit möglichst wenig Intervention entbinden wollte.
Den blasensprung hatte ich nachts um 1. Aber keine wehen. In dieser Klinik wird erst nach 24 Stunden eingeleitet. Nach 12 Stunden wurde ich ungeduldig. Ich wollte irgendwas. Bekam dann irgendwas homöopathisches. Irgendwann hatte ich dann wehen. Aber ich hatte Pausen dazwischen. Ich wollte zwar auch "alles", bekam aber nur buscopan 🙈. Ich war insgesamt 17 Stunden im Kreißsaal.

Bei Nummer drei Ende Februar wußte ich was ich wollte. Selbstbestimmung. Die Sicherheit einer Toilette im Kreißsaal 😂🙈.PDA oder nicht war mir egal. Ich hatte wieder nen blasensprung, wieder ohne wehen. War in einer "normalen" Klinik. Nach 22 Stunden wollten sie langsam einleiten. Ich bat emdarun es zunächst mit Globuli usw zu versuchen. Als dies nichts half, ließ ich mir eine viertel cytotec geben. Keine 1 1/2 Stunden später hatte ich wehen. Aber ich konnte mich darauf einlassen. Ich habe die wehen als Wellen anerkannt, ich wusste, sie geht wieder und ich hab ne Pause. Ich hatte den Podcast "die friedliche Geburt" ausgewählt gehört (Spotify oder Youtube). Ich hatte versucht mich darauf einzustellen, dass ich die wehen einfach akzeptiere.

Warum ich das alles erzähle:ich bin mittlerweile davon überzeugt, dass der wehentropf und die damit verbundenen Interventionen Schuld waren, dass es a) so lang dauerte und b) die wehen so heftig waren. Wie bei dir also auch. Ich bin überzeugt, hatte man meiner Tochter, mir und meinem Körper Zeit gelassen, dann wäre es anders verlaufen. Aber es war keien erste Geburt, ich hatte keien ahnung und allem mehr vertraut als meinem Körper.
Das war bei Nummer zwei und nimmer drei ganz anders.

Daher mein Tipp :trau dich nein zu sagen (warum 4 Stunden nach blasensprung einleiten?). Sage es vorher deinem Mann, das er auch genau weiß, was du willst jndim Zweifel für dich entscheiden kann und hinter dir steht. Versuche dich ein bisschen mehr mit dem Thema wehen als Wellen zu beschäftigen und den Schmerz anzunehmen.
Im Zweifel fordere den geburtsberuxht an. Vllt kannst du dann besser abschließen, weil du z. B. Ne Erklärung hast, warum so früh eingeleitet wurde.

Alles Gute

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Bei meiner letzten Geburt im Oktober hab ich mich einfach voll und ganz darauf fokussiert dass mich jede Wehe meinem Kind ein Stück näher bringt. Ich hab die Wehe positiv angenommen und geatmet was das Zeug hält🤣 Wirklich tiiiiief einatmen und lange ausatmen. Während der Wehe hatte ich allerdings trotzdem immer den Gedanken "Gleich verlangst du ne PDA" als die Wehe dann weg war "Ach eine schaffst du noch" und so gings dann 7 Stunden😅

Bei meiner ersten Geburt hatte ich auch ne PDA und es war himmlisch😍 Bei Nummer zwei bekam ich während des legens Presswehen und es hatte sich somit erledigt. Joa und Nummer drei hab ich tatsächlich so geschafft. Wie du aber an meinem Gedankengang siehst, war die Option auf jeden Fall in meinem Kopf.

Wenn es wirklich gar nicht mehr geht, lass dir eine geben. Deshalb bist du kein Versager!!! Zumal ne PDA ja wirklich genial ist👍

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Um dich zu bestärken:
Natürliche Wehen arbeiten mit dem Körper, da werden Hormone ausgeschüttet, die den Schmerz lindern.

Eine Einleitung ist immer ein Eingriff in dieses natürliche hormonspiel darum sind diese Wehen für viele Frauen schmerzhaft. Natürlich ist aber eine Einleitung manchmal nicht umgänglich und dann immer noch besser als ein Kaiserschnitt.

Also erstmal möglichst entspannt ran gehen.
Dann probier einfach schon ganz am Anfang aus, was dir am besten hilft. Wie atmen, welche Position! Meins war kniend vor einem pezziball, Knie schön breit und dann drauf kreisen. Ich habe immer auf uuuu vertönt... konnte ich mir vorher nie vorstellen 😅

Probier rum, kannst du auch jetzt schon machen.

ABER auch eine pda macht dich nicht zur Versagerin! Den Muttermund kann man nunmal nicht direkt entspannen, sondern der wird unterbewusst gesteuert. Manche Frauen verkrampfen einfach bei Schmerzen recht schnell 🤷‍♀️ das ist nichts schlimmes.

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Bei mir war es ähnlich wie bei dir. Die erste Geburt war furchtbar. Mein Sohn war ebenfalls ein Sternengucker und das ist ja schonmal eine sehr ungünstige Ausgangslage. Mir wurde gesagt, ich solle meinen Pressdrang unterdrücken. Das habe ich getan, musste dann aber ziemlich laut werden. Nach Stunden hat man mir gesagt, dass wenn ich so schreie, da unten ja gar kein Druck ankomme. Mir hat keiner gesagt, dass das ich jetzt pressen darf.
Damit hab ich sehr lange zu kämpfen gehabt. War es doch meine Schuld, dass es so furchtbar war und das Kind dann mit der Saugglocke geholt wurde? Hätte ich es vermeiden können?
Eigentlich habe ich das erst überwunden, nachdem mein zweiter Sohn auf der Welt war. Ich habe mir geschworen, dass so etwas nicht mehr passiert. Dass ich selbstbestimmt entscheide was passiert und was nicht und ich über jeden Schritt informiert werden möchte. So bin ich auch in die Klinik. Ich habe das von Anfang an so gesagt und mit der Hebamme vereinbart, dass sie mir den letztmöglichen Zeitpunkt der PDA mitteilt (bei der ersten Geburt hieß es dann nämlich irgendwann, es sei zu spät, obwohl die Geburt noch Stunden ging). Ich habe davor auch viel mit meiner Hebamme gesprochen und sie gab mir Tipps, wie man sich unter der Geburt entspannt.
Mir hat geholfen, dass ich in der Wanne war. Das hat mich sehr entspannt. Dann habe ich jede Wehe willkommen geheißen (klingt total esoterisch, bin ich aber eigentlich überhaupt nicht), da sie mir mein Kind immer ein Stückchen näher bringt. Und als letztes habe ich aktiv versucht meine Muskeln am Po und den Beckenboden völlig zu entspannen. Auch da hat mir die Wanne geholfen, weil ich die Beine quasi im Wasser frei schweben lassen konnte.
Das Ende vom Lied war, dass ich nicht geschrieen habe und das Köpfchen meines Babys in der Hand hatte, als noch nicht mal die Hebamme im Raum war. Es hat keiner damit gerechnet, dass es so schnell geht.
Jetzt bin ich mit dem dritten Jungen schwanger und hoffe wieder auf eine Wassergeburt.

Ich hoffe, meine Erfahrungen können dir irgendwie helfen.

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Ich danke euch allen SO SEHR für eure lieben, ausführlichen und helfenden Worte! Danke danke danke! Ich werde mir das alles sehr zu Herzen nehmen und versuchen, bei der zweiten Geburt anzuwenden!