Plazenta wollte nicht raus und hoher blutverlust bei 1. Geburt

Ich bin jetzt mit dem 2. Kind schwanger und frage mich, ob die (Nach-)Geburt ähnlich laufen wird...
Bei der 1. Geburt vor 3 Jahren lief alles gut und es ging schnell (ca 4 Std) bis meine Tochter da war. Aber danach kam die Plazenta nicht raus. Nach 20 min hat die Hebamme an der Nabelschnur gezogen, nichts hat sich getan. Erst als ich an einen Tropf gehängt wurde (weiß leider nicht mehr was das war), kam die Plazenta raus. Danach zog sich die Gebärmutter nicht zusammen und ich hab viel Blut verloren. Ich hab einen anderen Tropf bekommen und die Blutung hat nachgelassen. Konnte dann kreislaufbedingt mehrere Tage nicht aufstehen.
Jetzt frag ich mich zum einen, ob der Blutverlust so hoch war, weil man die Plazenta "rausgezwungen" hat? Könnte man theoretisch verlangen, noch länger zu warten?
Und andererseits muss ich bei der nächsten Geburt wieder damit rechnen? Hatte das jemand schon mal und wie liefen die späteren Geburten?

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Das klingt für mich tatsächlich so, als ob zu viel manipuliert wurde. Man kann länger warten. Aber dafür haben die im KH natürlich keine Zeit. Deshalb schnell schnell an der Nabelschnur ziehen, damit sie endlich den Kreißsaal frei machen können.

Alles kann, nichts muss.
Du kennst die Ursache nicht, deshalb kann man schlecht eine Prognose abgeben.

Glg lileyna

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Also du kennst die Ursache nicht im Sinne von, es könnte an dem heraus zwingen der Plazenta gelegen haben oder es hatte eine andere Ursache.

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Kein Arzt zieht an der Nabelschnur, um den Kreißsaal frei zu machen. Was soll denn so eine Aussage? 🤔

Ich hatte bei Kind 1 eine verzögerte Plazentalösung. Da hat keiner an irgendwas gezogen, der Blutverlust war trotzdem sehr hoch. Habe das bei der Geburtsanmeldung angegeben und es gab bei Kind 2 die doppelte Dosis Oxy. Plazenta kam zügig nach der Geburt, Blutverlust nur 280ml, also alles super.
Daher meine Empfehlung an die TE: entspannt bleiben, und bei der Geburtsanmeldung angeben, was bei der ersten Entbindung war (normalerweise wird das eh abgefragt)
Alles Gute Dir 🍀

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Hi! 🤗

Meine Plazenta hat sich auch nicht gelöst. Man hat rel lange gewartet, massiert und sogar Akupunktur probiert, allerdings keine Medikamente gegeben. Habe immer wieder gesagt, dass nicht „rumgezogen“ werden soll, weil ich jemanden kenne, die aufgrund dieser Vorgehensweise fast verblutet ist.

Letztendlich wurde es eine kurze OP mit Ausschabung (bei mir in Vollnarkose, aber auch nur, weil die Spinale nicht funktioniert hat und ich keine Geduld mehr hatte... 🙈). War aber nicht weiter schlimm für mich und mir ging es hinterher auch wirklich gut (und der Papa hatte seine ganz eigene kurze Kennenlernzeit mit unserem Baby... 😅).

Als Ursache sagte man mir, dass so etwas öfter vorkommt, wenn es schon früher Eingriffe an der GM gab - ich hatte vor der SS 3 Ausschabungen. Kann also damit zusammen gehangen haben.

Falls es bei Dir wieder passieren sollte, würde ich Medikamente ablehnen und eher die manuelle Entfernung wünschen. Lieber eine kontrollierte OP, als dieses unkontrollierte geziehe... 🤷🏼‍♀️🌻

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Der Tropf war vermutlich Oxytocin.
Dass die Plazenta sich nicht gelöst hat, war wohl eher Teil des Problems. Normalerweise löst sie sich ja durch die Kontraktion der Gebärmutter. Eine Atonie (also, dass sich die Gebärmutter nicht zusammenzieht) kommt oft vor. In meinem KH, so ein Oberarzt letzte Woche, haben sie ein bis zwei mal die Woche atonische Probleme, aber meist nur in geringem Ausmaß. Ich hatte ein sehr großes Ausmaß, begünstigt noch Dutch einendstes blutenden Cervixriss. Blutverlust über 3,5 L, Blutkonserven....
Ich hatte letzte Woche nochmal eine Nachbesprechung, gerade im Hinblick auf Folgess. Ja, es kann wieder auftreten, allerdings wäre man jetzt vorgewarnt und würde zB keine langen Geburtsverlauf zulassen (ich hatte eine sog protrahierte Austreibungsphase), sondern dann doch zum KS übergehen. Man würde auch gleich das entsprechende Medikament geben... all das würde bei der Anmeldung zur Geburt im Fall des Falles ausführlich besprochen.

Ich rate dir also: Melde dich zur Geburt an, sag bereits bei der Terminvereinbarung, dass es Geburtskomplikationen in der vorherigen ss gab, bring da den Entlassbrief der damaligen Geburt mit und bespricht das mit den Ärzten dort.

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Begünstigt durch einen stark blutenden Cervixriss

Keine Ahnung, was mein Handy da wieder besser wusste ;)

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Ich hatte bei der ersten Geburt eine unvollständige Plazenta wegen Manipulation an der Nabelschnur -> Ausschabung als Notfall direkt nach der Geburt. Ging wirklich rasend schnell.

Hab mir für die zweite Geburt ne Beleghebamme gesucht, die meine Vorgeschichte und Ängste kannte. Sie war dann echt mutig und hat mit mir eine geschlagene Stunde auf die Plazenta gewartet. Mit Kälte auf dem Bauch, Anlegen und Arnica-Globuli. Als das alles erledigt war, sollte ich tatsächlich das Baby dem Papa geben und mich nur auf die Plazenta konzentrieren und sie kam - vollständig - nach ziemlich genau einer Stunde.

Ich hatte bei der ersten Schwangerschaft eine Hinterwandplazenta und bei der zweiten eine Vorderwandplazenta.