Silopo: Vergewaltigungs-Flashbacks nach Geburt

Ich wurde bisher 3 Mal vergewaltigt, einmal als Kind und zweimal mit Anfang - Mitte 20.

Vor 6 Wochen brachte ich meinen Sohn zur Welt. Während der Geburt hatte ich ein riesiges Problem damit, meine Beine zu spreizen und mein Becken zu öffnen. Die Hebamme schimpfte immer, dass das Kind Ü
Platz braucht um auf die Welt zu kommen, aber ich hatte eine absolute Blockade. Ich wollte mich auch ständig untenrum zudecken, aber die Hebamme meinte, das geht nicht. Schließlich mussten sie mir zu zweit die Beine wie ein Frosch nach oben drücken, weil ich immer wieder zusammen gezwickt hab.
In der Nacht nach der Geburt hab ich alle Vergewaltigungen noch einmal geträumt und sie im Trauminhalt irgendwie mit der Geburt verknüpft. Ich komm irgendwie nicht damit klar, dass ich deswegen die Geburt so behindert hab. Die Geburt war für mich einer der schlimmsten Tage meines Lebens, und wenn ich daran denke muss ich immer noch weinen. Die Frage nach einem zweiten Kind hat sich für mich völlig erübrigt.

Ich hätte einfach nur vorher gern gewusst, dass genau in so einem Moment solche Blockaden hoch kommen. Ich bin total enttäuscht von mir, dass ich da nicht drüber stehen konnte, und die Hüfte nicht einfach öffnen konnte wie jede normale Frau auch. Eine Wassergeburt hätte das ganze wahrscheinlich leichter gemacht, weil ich mich von Wasser immer wie zugedeckt fühl, aber zu dem Zeitpunkt waren mein Mann und ich schon 30 Stunden wach, und ein Umzug in die Badewanne schien wie ein viel zu großer Kraftakt. Ich fühl mich, als hätte ich alles falsch gemacht. Das Kind wog 4 kg, was es wahrscheinlich nicht leichter machte, aber ich hab falsch gepresst, war "an Land" und nicht im Wasser, konnte nicht über meiner Blockade stehen...auch, wenn die Pressphase eine Stunde dauerte, fühl ich mich, als hätte ich nichts zur Geburt beigetragen, sondern als hätte ich sie nur behindert. Ich hab meinen Mann während der Geburt um Hilfe angefleht und ihn angeschrien, dass er mich umbringen soll, und das ist mir im Nachhinein extrem peinlich mir selbst gegenüber. Ich wollte einfach aussteigen. Für mich war das alles wie Folter von außen und hatte nichts "natürliches " oder selbstbestimmtes an sich. Ich hab mich gefühlt wie in einem Saw-Film. Ich lag nur da und wurde gefoltert - so kam es mir vor. Mein Mann würde jetzt wahrscheinlich nörgeln, dass ich mich immer nur als Opfer seh und nie kämpfe. Damit hat er wohl recht, und mit diesem Post mach ich es nicht besser.

Ich wollte das einfach mal loswerden. Mit meinem Mann kann ich darüber nicht reden, der hat eigene Probleme, und ansonsten weiß niemand von den Vergewaltigungen. Deshalb hier anonym das Auskotzen....danke.

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Es tut mir wahnsinnig leid für dich, dass du diese schrecklichen Erlebnisse durchstehen musstest.
Tatsächlich kann eine Geburt die Vergewaltigung wieder ins Gedächtnis rufen.

Hast du bereits eine Therapie gemacht, um das aufzuarbeiten? Du solltest dir dringen Hilfe holen, um langfristig mit den Erlebnissen klar zu kommen. Ist die Beziehung zu deinem Kind geschädigt?

2

Das tur mir leid, dass du so schlimme Erfahrungen machen musstest. Ich kann mir gut vorstellen, dass eine Geburt einiges wieder aufwecken kann. Ist ja doch eine extreme Situation. Da dein Kind aber ja nun auf der Welt ist, denke ich du hast das im Großen und Ganzen doch gut gemeistert unter den Voraussetzungen hattest du es eben schwerer als andere Frauen!
Ich würde dir aber auch raten zu einem Arzt oder Therapeuten zu gehen um das Ganze zu verarbeiten, das ist sicher auch besser für dein Verhältnis zum Baby. Und falls du grundsätzlich gerne noch weitere Kinder hättest, dann gibt es dafür bestimmt auch eine Lösung. Zum Beispiel ein Kaiserschnitt oder eventuell Betreuung durch eine Hebamme die Bescheid weiß und dich somit psychisch besser begleiten kann.
Aber erstmal ist es ja wichtig, dass du die Geburt verarbeiten kannst und dadurch nicht mehr so belastet bist!

3

Ich würde ein zweites Kind nun auch nicht deswegen ausschließen.
Es haben bereits viele Frauen wegen kleinerer psychischer Traumata Kaiserschnitte bekommen.

Du solltest dir auf keinen Fall Vorwürfe machen!

Natürlich hat man bei einem geplanten Kaiserschnitt auch zum Teil einen Kontrollverlust. Man liegt ja schließlich auf dem OP-Tisch. Aber ich empfinde es auch als etwas anderes, als ständig unangenehmes Betatschen im Intimbereich und Kommandos von einer Hebamme.

Zu deinem Mann sag ich lieber gar nichts: Mich packt da die Wut und ich bekomme böse Gedanken ihm eine Vergewaltigung mal näher zu bringen...

LG 🌻

4

Hey!

Das zu lesen tut mir sehr leid, dass dir sowas schreckliches bereits drei Mal angetan wurde.

Ich finde, dass das Krankenhauspersonal nicht sensibel mit dir umgegangen ist.
Ich wurde beispielsweise beim Aufnahmegespräch gefragt, ob mir sexuelle Gewalt widerfahren ist.
Ich nehme mal an, dass sie dann darauf Rücksicht genommen hätten und anders mit dir umgegangen wären.

Hast du eine Hebamme, mit der du sprechen kannst?
Vielleicht solltest du die Vergewaltigungen aufarbeiten.
Schade, dass dein Mann so unsensibel mit dir umgeht.

Eine weitere Geburt könnte ja als Kaiserschnitt stattfinden.

Liebe Grüße
Schoko

5

Unfassbar was mache Menschen durchmachen müssen. Das tut mir wirklich unfassbar leid. :(

Dass du durch die grausamen Erfahrungen blockiert warst, kannst du dir überhaupt nicht vorwerfen. Und dein Mann im Übrigen auch nicht. Der sollte lieber Mal unterstützen anstatt zu motzen. Das ist wirklich daneben! Man mag sich nicht vorstellen, wie es ihm ggf. in ähnlicher Situation gegangen wäre.

Der Hebamme kann man leider auch nichts vorwerfen, da hätte Ehrlichkeit und Offenheit wahrscheinlich geholfen.

Für ein zweites Kind kann man sich auch einen Kaiserschnitt wünschen. Das sollte kein Problem sein.

Ich wünsche dir, dass du alle Ereignisse aufarbeiten kannst und dass du trotz der Erfahrung eine tolle Beziehung zu deinem Kind haben wirst!

Alles Liebe!!

6

Ohje, lass dich mal digital umarmen. Du jammerst gar nicht, du musst das alles mal rauslassen, sonst belastet es dich ewig. Vermutlich hätte es gut getan vor der Geburt da schon mal drüber nachzudenken, den Hebammen vertraulich zu sagen, warum du da bitte sensibler behandelt werden willst als „normale Frauen“,... Du musst dich nicht schämen, es ist schlimm genug, das Vergewaltigungen so ein großes Tabuthema sind.

Ich denke du solltest dir professionelle Hilfe suchen bei einem Psychologen, der auf Traumata spezialisert ist.

Alles gute dir!

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Hi !

Ich bin auch Opfer einer Vergewaltigung!das war 2015.

Kurz danach bin ich mit meinem 1.Kind schwanger geworden!ich habe die Geburt ähnlich erlebt wie du!
Ich habe diesen Sommer ein weiteres Kind bekommen und hatte eine selbstbestimmte,selbstbewusste schöne Geburt ohne Schmerzmittel!
Ich habe dieses Trauma mit der 2. Geburt gekoppelt und habe mich meinen Schmerzen gestellt und ich habe „gewonnen“ ich habe mich stark gefühlt und unantastbar!

Was ich dir sagen will...ich habe nie eine Therapie gemacht,was ein Fehler war aber ich habe eine andere extreme Erfahrung als Therapie genutzt und ich fühle mich sehr sehr gut seit der Geburt!
Vielleicht kannst du dir etwas suchen wo du dich „beweisen“ oder dich stellen kannst ...sozusagen ein Erfolgserlebnis was dein Trauma ein wenig mildert oder sogar heilt!

Ich wünsche dir alles liebe ganz viel Mut und Selbstsicherheit ❣️

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Hallo,

es tut mir sehr leid, dass dir das passiert ist, sowohl die Vergewaltigung aber auch die Gewalt durch die Hebamme. Unfassbar wie manche Geburtshelfer agieren. Sie hätte dein Bedürfnis definitiv respektieren müssen und nein sorry, aber man kann sein Kind auch gebären ohne dem Personal alles offen gespreizt zu zeigen und ja man kann sein Kind auch gebären mit einer Decke drüber. So wie sich das liest, lagst du vermutlich. Man hätte dir auch andere Positionen anbieten können.
Ich würde dir empfehlen, wenn das geht, nochmal das Gespräch mit der Hebamme zu suchen und ich würde dir auch empfehlen, dir professionelle Hilfe zu suchen und die Geburt aufzuarbeiten. Sonst kann es sein, dass di ein zusätzliches Trauma "an der Backe hast"
Ich weiß wovon, ich spreche 😶 schreib mir gerne wenn du willst.

LG

9

Es tut mir sehr leid, niemand sollte Vergewaltigungen erleben. Ich finde aber auch das Verhalten der Hebamme ekelhaft. Hast du überlegt, wegen dieser Erlebnisse eine Therapie zu machen? Ich hatte eine posttraumatische Belastungsstörung und eine Gesprächstherapie hat mir gut geholfen. Zudem hast du die Möglichkeit bei der nächsten Geburt einen Kaiserschnitt machen zu lassen. Alles Gute! Lg