Schnelle erste Geburt, Angst vor zweiter

Hallo,

ich weiß, dass mir meine Gedanken und Fragen niemand wirklich beantworten kann.

Ich hatte eine recht schnelle erste Geburt bei 38+1 mit einem vorzeitigen Blasensprung und eine Geburtsdauer von knappen 3,5h. Aufgrund der Erstgeburt waren alle sehr entspannt. Mir wurde von allen Seiten im KKH immer wieder gesagt, dass es noch eine Weile dauert und ich keinen Stress haben sollte. Also habe ich in Ruhe gegessen und auch meine Beleghebamme und mein Mann von der Arbeit kamen gemütlich nach 1,5h Wehen an. Da war mein Muttermund bereits 6 cm offen. Wir hatten dann noch ein wenig Organisationskram, ich hab den Raum gewechselt, auf die Anesthesisten zur PDA gewartet und Zack hieß es "Moment, wir sind bei 10 cm. Das können wir alles vergessen". Dafür war es dann zu spät. Meine Tochter musste aufgrund der schnellen Geburt (bei einem Gewicht von 4.100g) mit schlechten Apgarwerten und Anpassungsstörungen auf die Intensivstation.

Nun bin ich wieder schwanger und mir macht die Geburt aus zweierlei Gründen Angst.
1. habe ich Befürchtungen zu spät im KKH zu sein. Meine Wehen beim ersten Mal waren sofort stärker und alle 5 Min für 1 Min., schnell mit kürzeren Abständen. Ich konnte nicht mehr alleine gehen. Meine Hebamme meinte, ich muss dieses Mal bei der ersten Wehe los und sie anrufen, weil die 2. Geburt ja häufig noch schneller geht.

Wir wohnen im 3. OG (wie komme ich da runter, letztes Mal haben die Wehen ja im KKH begonnen?) und ich habe ein Kleinkind zuhause, das betreut werden will. Unsere Nachbarn kennt sie nicht gut (Corona sei Dank :-( ) und meine Schwiegermutter, die in der Zeit auf sie aufpassen wird, braucht im besten Fall 30 Min. bis hierher, im schlimmsten Fall (Geschäft noch offen) länger. Also, muss mein Mann zuhause bleiben oder die kleine muss erstmal mit (nur wie?) Mit dem Taxi bräuchte man ja einen Kindersitz. Wie lange dauert das? Sollte mein Mann da gerade arbeiten, muss ich auch einfach zuhause warten, bis er oder meine Schwiegermutter da ist. Ich werde mich also innerlich damit anfreunden, im Notfall zuhause oder im Auto zu entbinden.

2. Habe ich aufgrund der benötigten medizinischen Versorgung meiner Tochter Angst, dass wir nicht rechtzeitig im KKH sind und das Baby nicht rechtzeitig versorgt werden kann. Trotz zweier negativer Tests wird eine unentdeckte SS-Diabetes bei K1 vermutet, ggf. daher nun auch bei K2 zusätzlich war die Geschwindigkeit wohl für beide nicht sehr gut. Ich habe in der 17.SSW bereits Übungswehen und es deutet alles auf einen ähnlichen Verlauf hin.

Habt ihr einen Rat für mich? Wart ihr in ähnlichen Situationen und wie habt ihr das gemeistert?

Tatsächlich hoffe ich einfach wieder auf einen Blasensprung und damit genug Zeit ins KKH zu fahren, auch wenn ich weiß, dass das unrealistisch ist.

Liebe Grüße von einer verunsicherten
Lara

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Ich versuche dir mal etwas die Angst zu nehmen:


Ich hatte auch eine schnelle erste Geburt (4 Stunden) und auch tatsächlich eine schnelle zweite Geburt. Das nimmt dir wahrscheinlich keine Angst. ;)
Bei der ersten hatte ich direkt Wehen alle 3 Minuten, allerdings ohne Schmerzen. Bei der zweiten bin ich auch direkt mit Wehen alle 4 Minuten gestartet. Weil ich wie auch du Angst davor hatte, es nicht rechtzeitig zu schaffen, sind wir direkt ins Krankenhaus gefahren, obwohl es von den Schmerzen noch locker aushaltbar gewesen ware. Das war auch eine gute Entscheidung, weil ich schon mit 10cm Öffnung und Presswehen im Krankenhaus ankam. Hier also nur der Hinweis tatsächlich zeitig los zu fahren.

Mit dem Großen haben wir es so gemacht: Die Nachbarin hat aufgepasst während mein Mann mich ins Krankenhaus gefahren hat. Wir haben beim Losfahren eine Freundin angerufen, damit sie aufpasst (bei dir wäre das dann deine Mama). Mein Mann ist dann wieder nach Hause, durfte dank Corona nicht mit rein. Als klar war, dass es schnell geht, ist er wieder ins Krankenhaus gekommen sobald die Freundin da war.
Ist das vielleicht eine Idee für euch? Deine Nachbarn passen auf bis deine Mama da ist. Die Großen kooperieren in solchen Situationen meist super. Die spüren das irgendwie. Bisher kenne ich nur Geschichten, in denen das super geklappt hat. Ich habe mir vorher aber auch Notfallpläne für alle möglichen Situationen gemacht.

Zu den Übungswehen kann ich noch folgendes sagen:
Ich hatte in beiden Schwangerschaften sehr zeitig und ausdauernde Übungswehen. Die erste Geburt war bei 34+0, die zweite bei 41+0. Ähnlicher Schwangerschaftsverlauf muss also definitiv nicht ähnliche Geburt bedeuten.

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Hi,
Meine Geburten waren auch immer Recht zügig. Die erste nach Blasensprung, Wehen starteten beim Eintreffen im KH und auch gleich mit kurzen Abständen und sehr stark. Nach 4,5 h war das Baby da, wirde dann kurz mitgenommen und bekam Sauerstoff - zum Glück wurde es nach 15 min wieder zu mir zurück gebracht weil es dann stabil war. Auch wenn es bei mir nicht ganz so schlimm war wie bei dir, kann ich deine Sorgen total verstehen.
Die zweite Geburt startete mit Wehen um 3.30 nachts. Ich war zuerst unsicher weil ich davor immer wieder übungswehen hatte, also in Wannentest. Nach 5 Wehen dann entschieden dass es wohl besser ist ins Krankenhaus zu fahren... Oma verständigt, Mann geweckt, fertig gepackt. Oma war nach ca 30 Minuten da und wir sind los. Im KH war ich dann 1h30 und dann war Baby Nr 2 schon da. Trotz Saugglocke und noch schnellerer Geburt von Anfang an topfit.
Vor Geburt Nr 3 meinte die Hebamme ich soll ja keinen Wannentest machen sondern maximal unter die duschen, weil das schneller geht. War dann aber gar nicht nötig weil wieder Blasensprung nachts. Bin mit der Rettung ins KH (hatte von der Gyn einen Transportschein, damit es keine Diskussion bzgl Abrechnung/berechtigte Fahrt gibt, bräuchte ich dann aber gar nicht - ev. Gibt es das bei euch auch?) Im KH starteten wieder starke Wehen mit kurzem Abstand und noch bevor ich das OK von der Hebamme hatte, hab ich meinen Mann verständigt dass er kommen soll (Anfahrt ca 35 min). Der hatte in der Zwischenzeit die Oma informiert. Geburt dauerte 3,5 h und Baby Nr 3 war da, ebenfalls topfit.
In deinem Fall würde ich mich wahrscheinlich mit den Nachbarn absprechen, und sie bitten im Notfall bis zum Eintreffen der Oma auf die Große zu schauen und beim Gyn fragen ob es bei euch auch einen Transportschein gibt und ob du wegen der schnellen ersten Geburt ev einen bekommst.
Alles Gute für dich

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Danke für deinen Erfahrungsbericht. Leider klappt das hier mit den Nachbarn nicht so gut. Unsere Tochter kennt sie nicht und hat auch etwas Angst vor einigen, wenn wir ihnen doch mal im Treppenhaus begegnen. Deswegen habe ich ja schon die Befürchtung, dass dann keiner da ist, wenn es los geht. Das mit dem Transportschein ist eine guter Vorschlag. Ich werde dazu mal bei meinem Arzt und der Beleghebamme anfragen.

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Also ich würde es wahrscheinlich so lösen, dass eure Tochter tatsächlich erstmal mitkommt ins Krankenhaus und Oma sie dann da abholt. Es wird sicherlich jemand da sein der sich um eure Tochter kümmert falls es wieder so schnell geht und sie nicht bei euch sein kann. Oder der Papa wartet unten im Krankenhaus mit der Maus auf die Oma und kommt dann nach wenn sie da ist. So habt ihr aufjedenfall schonmal Zeit gespart.
Sollte dein Mann noch auf der Arbeit sein dann würde ich einen Krankenwagen rufen und auch dann schonmal Vorfahren ins Krankenhaus.
Es bringt ja keinem was wenn du eine ungeplante alleingeburt Zuhause hast

Fremden Nachbarn würde ich mein Kind auch nicht anvertrauen. Eventuell noch eine Freundin fragen ob sie einspringen könnte bis die Oma da ist oder eben wie gesagt die kleine mit ins Krankenhaus

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Ich will dich mal beruhigen. Meine erste geburt dauerte knapp 4 std, die zweite dann 6 std, war aber weitaus entspannter. Also es muss nicht unbedingt sein, dass es beim 2. Mal schneller geht. Und wenns hart auf hart kommt rufst du dir ne rettung und dein kind müssen sie halt mitnehmen...

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Hallo.

Ich hatte auch eine sehr schnelle erste Geburt, und beim 2. Kind dann ähnliche Gedanken wie du.
Allerdings hatte unsere Tochter nach der Geburt keine Probleme und sehr gute APGAR-Werte.

Geplant war, bei den ersten Anzeichen direkt ins Krankenhaus zu fahren. Für unsere Tochter sollte die Oma kommen, aber als Backup hatte sich noch die Mutter ihrer besten Kita-Freundin angeboten. Dort hätte sie jederzeit hin gekonnt bzw wäre die Mutter auch in der Nacht zu uns gekommen, bis die Oma hier gewesen wäre.
Was hab ich mir Gedanken gemacht...

Zwei Tage vor ET bekam ich abends, wie schon so oft, Übungswehen... nur dass sie diesmal irgendwie stärker wurden. Gegen 23:30 Uhr riefen wir meine Beleghebamme an, sie sollte mal vorbeikommen und schauen, ob sich am Muttermund was tat... Eigentlich mit dem Hintergedanken, dass wir danach beruhigter schlafen können. Um Mitternacht war sie da und mein Muttermund vollständig eröffnet.
Das war's dann mit unserer schönen Planung und der frühzeitigen Abfahrt ins Krankenhaus.
Unser Sohn wurde keine Stunde später bei uns zu Hause geboren.

Übrigens hatte zum Glück auch er sehr gute APGAR-Werte und keinerlei Probleme mit der schnellen Geburt. Das muss also durchaus nicht immer so sein.

Du hast doch auch eine Beleghebamme, oder?
Mit ihr würde ich das Ganze in Ruhe durchsprechen. Meine hat mir ziemlich genau gesagt, bei was ich anrufen soll, und es wäre auch nicht schlimm gewesen, wenn es erstmal nur "falscher Alarm" gewesen wäre.

Alles Gute!

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Hey meine erste war ähnlich wie deine.

Meine zweite Geburt habe ich dann im RTW gehabt. Von Blasensprung bis Geburt 1,5 Stunden. 14 Uhr herum kam meine Tochter.

Dein Körper weiß was er da tut und du kannst ganz auf dich vertrauen. Du weißt was du in dem Moment brauchst und musst das einfach kommunizieren.

Ich war mit den Sanis alleine und die durften keine Schmerzmittel geben oder bei der Geburt eingreifen. Dafür habe sie mir geholfen mich von den Klamotten zu befreien und meine Hand gehalten. Der Notazt war leider auch nicht um die Ecke. Habe den ganzen RTW mit Fruchtwasser versaut. Der Sani stand direkt in Schusslinie 😆.

Ruf einfach einen RTW. Schau jetzt schon wer spontan auf dein Kind aufpassen kann. Vertrau auf deinen Körper der hat das noch vom ersten Mal sicher drauf.

Alles Gute euch.

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Hallo,

Mein Tipp wäre auch deine Tochter mit ins Krankenhaus zu nehmen und von Oma dort abholen zu lassen. Das haben wir auch vor, falls es schnell gehen muss. Mit rein darf der Papa Auf Grund von Corona wahrscheinlich eh nicht. Zumindest ist es bei uns so, dass er erst rein darf, wenn sie im Kreißsaal meinen es ist gleich soweit.

Dass du sie nicht zu den Nachbarn geben möchtest, wenn sie keine Beziehung zueinander haben, verstehe ich. Daher wäre das wohl erstmal die beste Option 🤷🏻‍♀️