Enttäuscht von Geburt

Hallo zusammen. Meine Tochter ist jetzt zwei Wochen alt und ich muss immer wieder über die Geburt nachdenken, weil ich so enttäuscht bin.
Vorab : als die Wehen anfingen war ich bereits 8 Tage über dem errechneten Termin, mir stand eine Einleitung kurz bevor und ich war daher sehr motiviert, dass sie doch "freiwillig" kommt.

Im Krankenhaus begann jedoch eine wahre Odyssee... 😞 Die Geburt endete mit Saugglocke, Zange und einem Assistenzarzt auf meinem Bauch, weil die Herztöne meiner Tochter immer schlechter wurden am Anfang der Pressphase.
Um zwei Uhr nachts waren wir im Krankenhaus. Ich hatte ca alle 8 Minuten Wehen, Mumu bei 1 cm. Da meinte die Hebamme mit Glück sei die Kleine an nächsten Tag um die Uhrzeit da. Am Morgen könne man eine Einleitung beginnen, wenn sich bis dahin nichts tue. Mich verwirrte das. Ich sagte wieso Einleitung, ich habe doch regelmäßige Wehen... Die Hebamme sagte bei mir tue sich nichts und ich dürfe mir aussuchen, ob wir heim fahren oder ich im KH schlafe...
Natürlich konnte ich nicht schlafen und kam zweimal aus dem Zimmer gekrochen und bat um Schmerzmittel, bekam aber nichts. Mir wurde gesagt es sei zu früh für Schmerzmittel, das sei erst ganz der Anfang. Geburten tun halt weh.
Erst um fünf Uhr morgens wurde wieder nach mir gesehen. Da war der Mumu bei 4 cm. Ich kam in den Kreissaal. Innerhalb von weiteren zwei Stunden war nur noch ein Saum da. Die Geburt ging rasend schnell ...
Dennoch sagte meine Hebamme immer wieder ich wäre unmotiviert und akzeptiere nichts von dem was ich wünschte. Ich wollte keine Massage von meinem Partner. Hatte Rückenwehen, die dadurch schlimmer wurden.- Ich solle mich zusammennehmen. Er "musste" massieren. Die PDA bekam ich bei 9 cm !
In der Pressphase tat sich nichts. Die Herztöne gingen runter und sie warf mir immer wieder vor ich würde nicht mitmachen und den Schmerz umgehen. Ich solle mal anfangen an mein Kind zu denken.
Dabei habe ich es wirklich versucht ! Am Ende kam raus, dass sie falsch lag und ich keine Chance hatte ...
Ich habe mich während meiner ganzen Schwangerschaft so stark und wohl gefühlt, war positiv ins Krankenhaus gekommen und dann das 😞

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(Mein Kind kam dann übrigens um halb acht zur Welt. )
Ich überlege noch immer, ob ich nicht einen Brief an das Krankenhaus schreiben möchte... Damit sie das nicht bei anderen machen kann. Ich kann jetzt nicht jedes Beispiel schreiben, aber auch mein Partner hat mir später gesagt, dass er die Hebamme und die Art wie sich mich angegangen hat ganz schlimm fand.

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Oh nein, das klingt wirklich alles andere als eine gute Betreuung während der Geburt. Mit tut es schrecklich leid, dass du eine so unsensibele Hebamme hattest.
Schmerzmittel verweigern oder verzögert geben, finde ich unzumutbar unter der Geburt.... Über die Ansichten der Fachkraft braucht man gar nichts sagen-unmöglich!!!
Ich würde an deiner tatsächlich einen Brief schreiben. Denn die höheren Tiere bekommen solche Situationen nicht mit. Und nur so kann sich was an der Qualität ändern. Schau mal ob die ein Beschwerdemanagment haben.

Hoffentlich kannst du es mit der Zeit gut verarbeiten, aber es wird Zeit brauchen.
Ich hatte auch keine tolle Geburt, wurde aber top betreut von allen 3 Schichten.... Dennoch hat es gedauert, eh ich das verarbeitet habe.


LG Audrey

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Das ist ja wirklich heftig! Tut mir sehr leid für dich.
Ich verstehe nicht warum du gar keine Schmerzmittel bekommen hast? Als ich aufgenommen wurde, haben sie mir gleich etwas mildes angeboten. Später haben sie mir mehrmals stärkere Schmerzmittel angeboten und dann gesagt, dass ich mich bei Bedarf melden soll. Auch bei anderen Frauen habe ich sowas noch nicht gehört, eher im Gegenteil, dass sie so zugedröhnt wurden und nicht mehr pressen konnten.
Ich finde es echt frech, dir vorzuwerfen, du wärst unmotiviert. Was soll denn das? Als hättest du faul auf dem Sofa gelegen. Ich verstehe ihre Aussage auch nicht. Es gibt Frauen die Sehnen eine spontane Geburt herbei und sind enttäuscht wenn es ein KS wird. Waren diese einfach nur unmotiviert? Sicher nicht! Und viele Frauen haben irgendwann keine Lust mehr, trotzdem kommt das Kind früher oder später.
Meiner Meinung nach kannst du echt stolz sein, denn du hast dein Kind sogar mit einer Hebamme auf die Welt gebracht, die dir nicht nur nicht geholfen hat, sondern dich sogar blockiert hat. Trotzdem ist dein Kind jetzt in deinen Armen!

Ob du dort einen Brief hinschreibst, ist Typsache. Aber einen guten Grund hättest du auf jeden Fall! Das die Hebamme Mal einen auf den Deckel kriegt, wäre es Wert. Dann muss sie sich nämlich Mal zusammen reißen.

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Hallo

Tut mir leid für deine schlimme erfahrung.
Aber was ich nicht verstehe, du warst ja dann novh Tage im kh, da hätte ich mich doch direkt beschwert. In Anwesenheit, dass die hebamme richtig eine auf den deckel kriegt.
Hab mich damals über eine nachtschwester beschwert, die mir kein fläschchen für mein neugeborenes geben wollte. Als ich nebenbei erwähnte dass ich damit zur zeitung gehen wolle war ganz schnell die hölle los. Plötzlich stand der oberarzt und einer von der beschwerdestelle im zimmer und die waren so lammfromm und zuckersüss... muss immer noch schmunzeln wenn ich dran denke

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Ich glaube, nach diesen Erlebnis wäre ich erstmal wie gelähmt gewesen. Außerdem hätte ich wohl wirklich gedacht, ich wäre schuld und hätte mir Vorwürfe gemacht. Ich hätte erst später realisiert dass das was da ablief ein absolutes no go war. Das gibt es oft bei traumatischen Erfahrungen, dass man zuerst wie betäubt ist.

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Im Nachhinein habe ich das tatsächlich bereut. Zumal die Ärzte an den nächsten beiden Tagen noch zweimal bei mir waren um zu sehen wie es mir geht.
Aber irgendwie habe ich mich nicht getraut was zu sagen... Ich habe mir nur erklären lassen warum ich das Kind da keinen Zentimeter weiter bewegen konnte und gefragt, ob das meine Schuld war ( wegen der PDA).
Aber es kam auch eine andere Hebamme, die sehr nett war und bei der habe ich es dann erzählt und Rotz und Wasser geheult. Sie war sehr verständnisvoll und hat mich aufgebaut. Sie hat auch gefragt, ob ich nicht nochmal mit der Kollegin sprechen möchte, aber ich hatte echt Angst davor ihr nochmal zu begegnen, was jetzt sicherlich albern klingt.

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Herzlichen Glückwunsch zur kleinen Maus 🥰.
Wünsche euch eine schöne Kuschel- und Kennenlern-Zeit!

Diese Frau, die sich Hebamme nennen darf, finde ich unterirdisch 🤬. Es tut mir sehr leid, wie mit dir umgegangen wurde!
Bitte schreibe einen Brief, an die Klinikleitung, den Chefarzt/Chefärztin, an das Qualitätsmanagement. Sowas darf nicht verschwiegen werden.
Evtl forderst du noch den Geburtsverlaufsbericht (nicht den Geburtsbericht) an, um ihn mit deiner Nachsorge-Hebamme oder deinem FA/FÄ zu besprechen.

Wünsche euch alles Gute und versuche das Wochenbett zu genießen!

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Ja, das mit dem Brief an die Klinikleitung ist eine gute Idee. Das was da abgelaufen ist, war in meinen Augen psychischer und physischer Missbrauch und das muss sich niemand gefallen lassen. Selbst wenn sie alle Schuld von sich weisen oder gar nicht darauf reagieren, hast du vielleicht dadurch das Gefühl, etwas getan zu haben und fühlst dich nicht mehr ganz so hilflos....

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Ich würde das auf jeden Fall machen. Einerseits für dich selber, damit du die Sache verarbeiten und abschließen kannst. Andererseits für das Krankenhaus, damit man daraus lernt. Meine Oma war mal in einer Klinik, wo einiges wirklich sehr, sehr schlecht in punkto Pflege lief - wir haben einen drei Seiten langen Brief verfasst, wurden daraufhin von Pflegedienstleitung und Chefarzt zum Gespräch geladen und es war wirklich gut.

Gut gelaufen ist das ja wirklich nicht. Bei mir war es in punkto Hebamme ähnlich, ich wurde von einer Schülerin betreut. Das an sich ist ja kein Thema, die "richtige" Hebamme war in der Nähe, aber es war herausfordernd mit uns beiden :-D Die Schülerin arbeitete alles nach Lehrbuch ab, es ging nicht darum, was sich für mich gut anfühlte, sondern "wie es sein soll". Gerade was Positionen und Co. anging, gerieten wir da echt aneinander. Meine Vor- und Nachsorgehebamme fand es super, dass ich mich da irgendwann geweigert habe :-D Sowas müsse eine Schülerin lernen - sofern medizinisch nichts dagegen spräche, solle die Mutter arbeiten dürfen, wie es für sie am besten ist. Und wenn dir eine Massage nicht hilft, sondern dadurch alles noch schlimmer wird - warum solltest du dazu gezwungen werden? Auch das grundlose Ablehnen von Schmerzmitteln geht gar nicht.

Deswegen würde ich da wirklich schreiben und ggf. auch mit denjenigen nochmal alles durchsprechen. Wäre blöd, wenn dich diese Sachen dauerhaft belasten.

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Hallo,
du Arme, da hast du ja etwas durchgemacht.
Leider muss ich dir sagen, dass es vielen so ergeht. Manchmal hat man Pech und man bekommt keine Hebamme sondern eine Folterin zugeteilt, die ihren Job total verfehlt hat.
Ich hab bei meiner ersten Geburt leider auch einen Trauma bekommen. Und viele die ich kenne, haben auch gesundheitliche Probleme nach der Geburt bekommen, weil es einfach ganz viele schlimme Hebammen gibt.
LG

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Hat dich das lange beschäftigt ? Ich wollte immer 2 oder 3 Kinder, aber jetzt frage ich mich, ob oder wie man sich vor sowas schützen kann... Ich bin so selbstbewusst in die erste Geburt gegangen. Bei noch einem Kind habe ich ja jetzt schon Angst wem ich da begegnen könne 🙁

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Wenn ich sowas lese... dann werde ich unfassbar wütend. Das ist das, was in den Kliniken falsch läuft. Unfassbar, dass du alleine in deinem Zimmer liegst, sie nicht mal nach dir sehen, dich noch blöd anpampfen, wenn du Schmerzmittel möchtest, dir die ganze Zeit deine Eigenständigkeit absprechen. Dein Mann "musste " massieren, obwohl es dir nicht gut tat?!
Immer wenn etwas nicht so lief, wie die Herrschaften sich das vorgestellt haben, warst du schuld- toll, einer verängstigten hilflosen Frau ein schlechtes Gewissen einzureden, ganz großes Tennis! Sowas ist mit NICHTS zu entschuldigen! Mit keinem Stress der Welt! Solche Sprüche sind ein no Go!
Und dann am Ende noch ihre eigene Unfähigkeit nicht einsehen. Dass sie falsch lag hätte man ja wohl früher sehen können.
Unfassbar das Ganze.
Es tut mir sehr leid für dich, aber eins möchte ich dir sagen: du hast absolut nichts falsch gemacht. Deim Körper hat unter der Geburt Unglaubliches geleistet. Es gibt keinen Grund, an dir zu zweifeln. Du hast alles gegeben. DIE sind schuld mit ihren blöden, unverzeihlichen Sprüchen!

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Hallo! Habe gerade deinen Beitrag gelesen und frage mich, wie es sein kann, dass nicht festgestellt worden ist dass dein Kind "falsch liegt"? Wurde das denn nicht vorab per US kontrolliert bzw. ist das nie aufgefallen?

Ich wünsch dir alles Gute!
Liebe Grüße

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Ich war ab der Terminüberschreitung alle zwei Tage zur Kontrolle mit Ultraschall. Da wurde nie was gesagt. Das Köpfchen war auch unten, aber sie war Sternengucker und die lange dünne Nabelschnur war mehrfach um den Hals gewickelt. Sie hing da quasi wie am Galgen und bekam alles abgeschnürt, weshalb die Herztöne runtergingen.