Plötzlich doch Ängste 2. KS

Guten Morgen Ihr Lieben,

ich glaube ich brauche gerade etwas Aufbauendes.
Habe die Nacht schlecht geschlafen und viel vom bevorstehenden KS geträumt.
Dieser findet am Freitag dieser Woche statt, dann bin ich bei 38+6.

Bei meiner ersten Geburt hatte ich einen secundären KS nach 2 Tagen Einleitung und pathologische Auffälligkeiten meiner Tochter.
Ich hatte eine PDA, war aber durch die Tätigen Wehen abgelenkt vom Legen.
Wie es dieses Mal sein wird, das mag ich nur vermuten. Ich weiß noch nicht einmal, ob eine Spinalanästhesie möglich ist. Das erfahre ich einen Tag vorher, genau wie die Uhrzeit zur OP.

Dann der Ablauf im OP bei Bewusstsein ist und wie es für mich weniger schlimm.
Was mir im Gedächtnis geblieben war, dass ich mich danach allein gefühlt habe. Ich hatte darum gebeten, den Katheter zu ziehen und dann aufzustehen. (Ich habe immer mit Blasenentzündung zu tun und vermeide ein verbleiben in der Blase). Ich wurde auf die Bettkante gesetzt und alle gingen raus. Ich habe bestimmt 45-60 Minuten nur zum Waschbecken im Zimmer gebraucht. Ich hatte das Gefühl ich muss laufen lernen, unter Schmerzen. Ich habe mich durchgebissen und nach 3 Tagen konnte ich nach Hause.

Ich habe Angst vor den Schmerz danach und vielleicht nicht mehr so stark zu sein, wie damals.

Ich habe auch Angst, dass mein Sohn viel leichter wie ausgerechnet ist. Ich mir Vorwürfe mache, dass ich einen KS wollte.

Danke, für das Lesen. 😌

Viele liebe Grüße Steffi

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Das kann ich total verstehen. Für mich steht nach einer Notsectio auch der zweite Kaiserschnitt an und ich fürchte mich halbtot, weil ich beim ersten dank Vollnarkose gar nichts mitbekommen habe und nun bei vollem Bewusstsein den ganzen Spaß machen muss...huah. Mich hält nur aufrecht, dass es offensichtlich sehr viele Frauen hinbekommen, wird also schon :-D

Was du beschreibst, ist völlig normal: Uns hat die Hebamme schon im Geburtsvorbereitungskurs damals gesagt, dass man die Nachwirkungen nicht unterschätzen darf und am ersten Tag glaubt, nie wieder aufrecht laufen zu können. Das hat mir sehr geholfen, weil ich einfach wusste, dass es normal ist. Außerdem empfahl sie, alle Schmerzmittel zu nehmen, die angeboten werden, weil man sich sonst zu sehr schont - und man muss und soll laufen, sich bewegen. Deswegen war ich da nicht geizig und bekam auch von den Schwestern dahingehend viel Zuspruch. Immer abwechselnd Paracetamol und Ibuprofen, alle drei Stunden, und damit war es gut zu ertragen.

Blöd bei dir finde ich, dass du erst so kurz vorher erfährst, wann es losgeht und ob die Spinale überhaupt geht. Kannst du da vielleicht noch was machen? Dann hat man nicht die ganze Woche diesen innerlichen Stress. Hier wurde das schon 2 Wochen vor ET verbindlich geklärt, damit man sich darüber keine Gedanken mehr machen muss.

Was mich übrigens am meisten umtreibt ist die Frage, wie sehr nach einem Kaiserschnitt erwartet wird, dass die Mutter sich um das Kind kümmert. Letztes Mal hatten wir ein Familienzimmer, das war natürlich total super, aber dieses Mal geht das dank Corona nicht - und wenn ich so platt bin wie letztes Mal, weiß ich wirklich nicht, wie ich ständig wickeln usw. soll :-D Und diese super babyfreundlichen Krankenhäuser sind da immer so rigoros drauf... :-D

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Danke für deine Antwort. Also wissen werde ich definitiv erst am Donnerstag, was Uhrzeit und Narkose angeht. :/

Also bei mir im KH ist es so, dass durch Corona sowieso, die Kinder mit im Zimmer sind. Die Hebamme meinte im Gespräch zu mir, wenn ich duschen will, spazieren wie auch immer mal allein sein will, hineinsieht den Kleinen zu sich, damit ich Zeit habe. Ob das nachher wirklich so ist, kann ich nicht sagen. Ich wüsste jetzt auch nicht wie ich ohne Hilfe wickeln soll etc. Am Anfang, irgendwann geht es selbstverständlich allein.

Am Donnerstag muss ich auch ins Krankenhaus, für alle Vorbereitungen, also Blutentnahme, CTGs und so. Richtig verstanden habe ich es nicht, aber ich mach einfach mit.

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Okay, dann macht man bei euch die Vorbesprechungen wohl echt extrem knapp vorher. Ich musste zwei Mal hin, einmal zur "normalen" Beratung und dann für den ganzen Kram wie Anästhesie-Gespräch, Blutentnahme und so weiter - das aber schon zwei Wochen vor dem eigentlichen Termin. Hat ewig gedauert, nimm dir bloß was zu essen mit :-D Wir lesen uns dann einfach hier nächste Woche wieder, wenn wir es beide hinter uns haben - das wird schon ;-)

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Hallo,

ich bekomme im November meinen dritten Kaiserschnitt. Die Große ist spontan geboren, die 2. per sekundärer Sectio. Die derzeit noch Jüngste wurde per primärer Sectio geholt und das war mit riesigem Abstand die entspannteste und beste Geburt von allen. Ich freu mich jetzt auf November 😊

Einen geplanten Kaiserschnitt kannst du mit einem ungeplanten nicht vergleichen. Das läuft völlig entspannt ab, das Team ist ausgeruht und insgesamt war es für mich wirklich ein sehr schönes Geburtserlebnis. Die Schmerzen danach hielten sich echt im Rahmen, abends stand ich schon das erste Mal auf dem Flur. Da ging es mir schon wesentlich besser als drei Wochen nach der Spontangeburt unserer Ältesten #schwitz

Das erste Aufstehen ist nicht schön, das stimmt. Aber ich habe mich dazu echt gezwungen und mich immer wieder hingelegt und bin dann wieder aufgestanden. Es bringt gar nichts, das rauszuzögern. Ob du am ersten oder am zweiten Tag aufstehst und rumläufst - der Schmerz wird dadurch nicht besser. Also kann man es gleich hinter sich bringen.

Mein Mann war bei der Kleinen nicht (dauerhaft) mit im Krankenhaus. Sie hat trotzdem nur die erste Windel von der Hebamme angezogen bekommen. Schon die zweite habe ich ihr - wenn auch etwas schief - im Halbliegen im Bett drum gemacht. Am nächsten Tag hätte ich theoretisch schon heimgehen können.

Was ich praktisch fand: ein Tragetuch oder langen Schal mitnehmen und am Fußende vom Bett befestigen. So kann man sich nur etwas leicht zur Seite drehen und sich dann an dem Tuch nach oben/vorne ziehen. Das klappt super, der Griff über dem Bett hilft da ja nicht wirklich weiter. Und ich habe mein Kind in eine ca 80x80 Decke gelegt. Die habe ich dann an den vier Ecken gegriffen und so konnte ich mein Kind quasi wie an einem Kran mit einer Hand zu mir ins Bett oder wieder zurück ins Babybett heben. Ohne Verrenkungen ;-)

Ein Tipp noch: ich habe großen Wert drauf gelegt, dass an der Kleinen nichts gemacht wurde während ich aus dem OP ausgeschleust wurde. Also kein Anziehen, kein Wiegen etc. so bekam ich nach wenigen Minuten mein nacktes Kind auf die Brust wo sie auch lange so blieb. Die Mittlere bekam ich damals fertig gewaschen und angezogen „serviert“, das fand ich total doof…

Noch etwas: die SPA fand ich wesentlich angenehmer als die PDA beim ersten KS…

Alles Gute, das wird schon.

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Vielen Dank für den sehr guten Beitrag und deine Tipps darin.

„ Es bringt gar nichts, das rauszuzögern. Ob du am ersten oder am zweiten Tag aufstehst und rumläufst - der Schmerz wird dadurch nicht besser. Also kann man es gleich hinter sich bringen. “

- genau das denke ich auch. Man muss einfach durch.

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So ist es. Je früher du auf die Beine kommst umso früher bist du wieder fit.

Woran liegt es bei dir mit der Entscheidung bzgl. Vollnarkose?

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Hallo Steffi,

ich hatte einen geplanten Kaiserschnitt, der ganz ruhig und ohne Hektik abgelaufen ist. Alle haben sich vorgestellt, ich mich auch. 😄 Die Anästhesistin hat mir meine Tränen getrocknet, weil ich so aufgeregt war. Als ich genäht wurde, haben der Arzt und ich noch rumgescherzt. Du kannst währenddessen Fragen stellen und deine Befindlichkeiten äußern. Das empfand ich als ganz angenehm.

Für die Zeit danach sprich ruhig vorher nochmal an, ob sie dir den Katheter früher ziehen dürfen (zwecks häufiger Blasenentzündung).

Was mir als Vorbereitung für den Kaiserschnitt geholfen hat:
- Die Aussage der Ärztin: "Es fühlt sich beim ersten Aufstehen an, als ob sie innerlich zerreißen. Das tun sie aber nicht." Stimmt auffallend.
- Das Durchsetzungsvermögen nach Schmerzmitteln zu fragen. Nimm, was du brauchst und kriegen kannst. Auch so lange, wie es dir gut tut, selbst wenn es 3 Wochen sind. Man muss sich nicht mehr als nötig quälen.

Ich war ziemlich fertig nach dem Kaiserschnitt und konnte mein Kind im Krankenhaus weder allein wickeln noch hoch nehmen noch anlegen. Ich habe einfach immer geklingelt und nach Hilfe gefragt und immer wurde mir geholfen.

Unter Schmerzen wieder laufen lernen. Ja das ist was dran... Wie ein Fragezeichen zum Klo humpeln und im Schneckentempo zurück. Da hilft vielleicht die innere Einstellung. Jeden Tag wird es besser. Wirklich jeden jeden Tag. Und wenn du eine Stütze beim Laufen brauchst, frag danach.

Alles Gute dir!

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Ich danke dir für das Teilen deiner Erfahrungen mit mir. 🙈 ganz ehrlich - an irgendeiner Stelle könnte ich mir vorstellen, dass ich auch weine. Entweder wegen der Ängste oder spätestens, wenn er schreit.

Ich schreibe mir das grad nochmal auf meinen Zettel für Donnerstag - wegen dem Katheter. Vielleicht können die mir sagen, wie wir es dann am besten hinbekommen.

Ich werde mich bemühen auch Hilfe anzunehmen und auch mal einzufordern. Schwer, aber ansonsten wird es nicht leichter .

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Ja, ich glaube, wenn man sich so ein paar "Freiheiten" erlaubt, wird es einfacher.

Nach Hilfe fragen, Sorgen kundtun, Schmerzmittel erbeten, Tränen zulassen und irgendwie akzeptieren, dass man nach dem Kaiserschnitt ein Häufchen Elend sein darf.

Es wird aber wirklich jeden Tag besser. Das ist das Gute. Sogar ich als absolut schmerzempfindlicher Mensch konnte eine Woche später schon meinen ersten Spaziergang von 700 Meter machen. Woohooo 😄

Ich wünsche dir eine schöne Geburt und vielleicht kannst du ja am Ende sagen, dass es doch ziemlich schön war und besser als erwartet. 🙃

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Hey,
Ich hatte letzte Woche Montag meinen geplanten KS. Vor knapp 5 Jahren hatte ich eine Not-Sectio (die ja in Vollnarkose stattfindet).
Ich muss sagen, dass es für mich körperlich einen riesigen Unterschied gemacht hat. Die Umstände waren natürlich auch ganz andere, weil unsere Tochter bei der Notsectio still geboren wurde und diesmal unser Sohn lebend 🌈💙

Bei mir war es diesmal so, dass ich mich recht kurz nur konkret auf den KS vorbereiten konnte (die finale Entscheidung für den KS montags fiel am Freitag davor).
Aber die Geburt selbst war dann total ruhig und entspannt. Auch bei mir stellten sich viele der Anwesenden vor und waren ganz freundlich und lieb.
Mein Mann kam dann dazu und wir durften kurze Zeit nach der Geburt (er wurde uns kurz gezeigt und ist für die Apgarwerte n paar Minuten mit der Hebamme weg gewesen) direkt mit ihm kuscheln. Dabei lag sein Gesicht an meinem und mein Mann hielt ihn fest. Anschließend ging er mit meinem Mann und der Hebamme fort. Da blieb er die ganze Zeit bis ich wiederkam. Er war also nie alleine, sondern die ganze Zeit beim Papa.

Als ich kam, sollte ich direkt anlegen und er durfte trinken. Das hat problemlos geklappt (auch das Warten von insgesamt 2 Std nach der Geburt bis zum ersten Anlegen war ok).

Weil mir auch gesagt wurde, wie wichtig das Aufstehen ist, habe ich auch Station direkt nach 4,5 Std Mal angefragt. Nach 5 Std darf man aufstehen, Katheter raus und dann essen :-)
Nach einem wunderbar wirkenden Schmerztropf hat das alles auch prima geklappt. Von da an konnte ich alleine aufstehen. Entweder dank des Schmerztropfs oder weil ich so früh aufstand (?) konnte ich mich in der ersten Nacht schon alleine um unseren Sohn kümmern (da hatte ich auch so wahnsinnige Angst vor, dass ich ihn mir nicht mal alleine nehmen kann zum Anlegen oder so). Das ging aber alles total gut. Am zweiten Tag bin ich dann auch heim gegangen.
Gestern, nach einer Woche genau, habe ich auch meinen ersten Spaziergang gemacht und es war herrlich!

Am meisten hat mich überrascht, wie schnell man wirklich täglich fitter wird. Das hatte ich auch der Notsectio so nicht in Erinnerung. Da weiß ich, bin ich nach ner Woche mit dem Rollstuhl zur Bestatterin rein, weil ich es einfach körperlich nicht anders geschafft hätte. Aber da hatte ich auch diese Motivation des sich alleine ums Kind kümmern überhaupt nicht. Das war alles einfach schrecklich und dramatisch.


Ich wünsche dir für deinen geplanten KS alles Gute, dass du die Geburt, den ersten Schrei und den ersten Anblick genauso genießen kannst wie ich. Am Ende ist es ein Wunder, wenn man sein Kind in die Arme schließen darf.

Alles Liebe
#blume

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Vielen lieben Dank vorab, dass du mir von dir berichtest und deinem Schicksal.
Das erste Mal mit der Notsectio ist nochmal extremer, es tut mir leid, dass du so etwas durchmachen musstest. Aber andererseits wirklich großen Respekt an Dich, sich nochmal für ein Kind, nochmal für eine Sectio zu entscheiden. Es hört sich bei dir tatsächlich beim 2. Mal „leichter“ an. Vielleicht sollte ich mehr Glauben schenken.

Nach 5h aufzustehen das ist auch eine Nummer, das hast du super hinbekommen. Ich werde mich auf jeden Fall auch bemühen. Dann nehme ich dich mal als mein Vorbild 🥰 5h ist eine Nummer 👍🏻😊

Ich danke dir nochmal - ganz liebe Grüße

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Hey,
Ich hatte auch eine Freundin, die mir genau das gesagt hat. So schnell wie möglich aufstehen, Schmerzmittel nicht geizen und im Blick haben, wann man heim gehen möchte :-)

Das hat mich auch tatsächlich motiviert.

Alles alles Liebe Dir,
#blume