Interventionen Geburt im kh

Hallo ihr lieben, ich hätte eine Frage :
Ist es möglich alle Interventionen im kh abzulehnen damit meine ich auch keine ctg Kontrolle und mumu abtasten. Wie ist das rechtlich
Kennt sich jemand aus ?
Liebe Grüße

1

Und dann das Krankenhaus verklagen, wenn deinem Kind unter der Geburt etwas passiert, oder? 🙄

Wird immer besser hier...

6

Wenn man etwas gegen ärztlichen Rat ablehnt, muss man so etwas wie einen Haftungsausschluss unterschreiben. Klagen nicht mehr sinnvoll.

2

Klar kannst du.
Du musst nichts machen lassen gegen deinen Willen.
Die Frage ist ja, was möchtest du im Krankenhaus? :)
Vielleicht lieber Geburtshaus oder hausgeburt? :)

3

Ohne CTG Kontrolle wird schwierig werden.
Würde erstmal vorstellig werden im KH und das ansprechen. Da wird man gesicherte Infos bekommen.

4

Theoretisch kannst du das natürlich ablehnen, aber praktisch sollte es ja schon ab und an kontrolliert werden. Ansonsten weiß man ja nicht wie es dem Baby geht und ob der Muttermund schon weit genug ist.
Man kann ja sagen, dass so wenig wie möglich kontrolliert werden soll.

5

Hey, wenn du das nicht willst, kannst du das natürlich ablehnen. Aber ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was du dann im KH willst.

Denn wenn es dir um PDA etc. geht, ist sowas wie ein CTG schon durchaus sinnvoll.

7

Jede medizinische Maßnahme bedarf deiner Einwilligung. Erst wenn du nicht mehr einwilligungsfähig bist, kann der Arzt nach deinem mutmaßlichen Willen entscheiden, was er tut - in der Regel wird er dann natürlich alles tun, um Kind und Mutter zu retten.

Ich weiß nicht, ob du schon Kinder hast - vielleicht war deine erste Geburt traumatisch oder du hast schlimme Dinge gelesen. Ich kann dir nur empfehlen, all das beim Vorgespräch zu thematisieren, ggf. auch mit deiner Hebamme darüber zu sprechen. Meine hat lange Jahre in einer Uniklinik gearbeitet und dort u.a. aufgehört, weil sie öfter Patienten hatte, die wichtige Maßnahmen ablehnten. In einem Fall kam es dann zum Äußersten - das ist nicht nur für die Eltern ein Horror, sondern auch für das medizinische Personal, was wider besseres Wissen handeln musste.

Deswegen lass dir wirklich alles erklären und such dir ein Krankenhaus, was zu dir passt. Wir alle sind letzten Endes medizinische Laien, auch wenn man natürlich viel gelesen hat, und können bei vielen Dingen nicht einschätzen, ob die wichtig oder richtig sind. Ich habe bei meiner ersten Geburt auch ein, zwei Sachen abgelehnt, wo aber klar war, dass das nichts Entscheidendes ist (die Hebammenschülerin wollte mir z.B. partout eine gewisse Position während der Wehen aufzwängen, die sich für mich nicht gut anfühlte). Du würdest es dir am Ende nie verzeihen, wenn du wegen eines abgelehnten CTGs Probleme hast, die du sonst nicht hättest.

8

Du darfst rein rechtlich alles ablehnen, ja. In der Praxis sieht es dann aber meist so aus, dass man ohne Ende und immer wieder am diskutieren ist und sich reichlihobwohl man seine Kraft für anderes braucht.

9

Völlig verantwortungslos! Was ist, wenn die Herztöne abfallen und keiner kriegt es mit? Das kann böse enden! Verstehe nicht, was mit einigen hier los ist. Mir ist nur wichtig, dass mein Baby gesund zur Welt kommt, da würde ich mich nie wegen eines ctg anstellen. Einfach unglaublich.

10

Hallo Lisa,

Ich weiß nicht was dich zu der Frage bewegt, daher versuche ich dir so unvoreingenommen wie möglich zu antworten.

Erstmal - wie ja schon oft geschrieben - ablehnen kannst du erstmal alles. Wenn du von vornherein weißt, dass du das auch willst (also ALLES ablehnen) ist schon die Frage, was du dir von einer Entbindung dort erhoffst. Denn wenn du alle diagnostischen Mittel verweigerst, wird es schwer für die Hebammen und Ärzte überhaupt den Geburtsverlauf "kontrollieren" zu können. Sie wären dann nur noch sozusagen "Statisten" bei der Geburt ohne Funktion. Könnten nur auf deutliche äußere Dinge, wie eine starke Blutung reagieren.

Im Grunde kann ich schon verstehen, dass man sich den Kontrollen z. T. entziehen will, da sie oft auf Krankenhausinternen Standards beruhen (z. B. eine Stunde nach kompletter Muttermundseroffnung sollen Presswehen beginnen. Ja... Und wenn es bei manchen Frauen eben 2 h dauert? Was ist 1h mehr bezogen auf ein ganzes Leben?!)
Aber meiner Meinung nach sollte man im Vorfeld schon wissen was man und warum man es verweigert.

Z. B Ctg: halbe Stunde Ctg, wenn man grad nicht liegen mag kann sicher ätzend sein (wird ja bei auserklinischen a Geburten auch nicht unbedingt gemacht), aber vielleicht kann man sich einigen zwischendurch mal "kurz" nachzuhören?

Untersuchung: oft ist Standard alle 2 h zu untersuchen. Auch hier kann m verhandeln, dass wenn sonst alles seiner Wege geht (Herztöne, Wehenstärke und Frequenz) mal eine Untersuchung auszulassen.

Zusammengefasst: Ablehnen kann man viel. Man muss aber auch bedenken, dass die Hebammen im KH eben die diagnostische Mittel brauchen, um den Verlauf einzuordnen (weil sie es aus ihrer täglichen Berufs Praxis so gewöhnt sind). Ich finde es richtig die Interventionen zu hinterfragen, aber persönlich finde ich auch, dass man, wenn man was ablehntll, wissen sollte warum man es ablehnt bzw. auch die Verantwortung dafür übernehmen kann (durch Vorrecherche, etc).

(Ein Beispiel aus meiner Schwangerschaft: ich hatte eine Gebärmutterhalsverkürzung. Hab dann auch irgendwann die Lungenreife bekommen. Ab da habe ich die Ultraschallmessung auf den GMH bei meinem Gyn verweigert, weil das Wissen um die Länge MIR nichts mehr gebracht hätte (außer neue Angst) und man eh nichts weiter hätte machen können. Meine Ärztin fand das nicht gut, aber ich habe mir das gut überlegt und dann finde ich persönlich auch okay was abzulehnen.)

Alles Gute für die Geburt 🍀