Was stimmt nicht mit mir? Rabenmutter oder Wochenbettdepression? Jemand einen Rat?

Hallo,

Ich wollte mich hier einfach mal ausheulen und fragen, ob es Menschen ähnlich erging. Vielleicht hilft es mir ja.

Vor einer Woche habe ich unseren Sohn geboren. Die Geburt lief leider nicht nach unserem „Plan“. Ich hatte stundenlang Wehen und unser Sohn rutschte leider nicht wirklich ins Becken und so öffnete sich der Muttermund lediglich auf 2cm. Die Hallo,

Ich wollte mich hier einfach mal ausheulen und fragen, ob es Menschen ähnlich erging. Vielleicht hilft es mir ja.

Vor einer Woche habe ich unseren Sohn geboren. Die Geburt lief leider nicht nach unserem „Plan“. Ich hatte stundenlang Wehen und unser Sohn rutschte leider nicht wirklich ins Becken und so öffnete sich der Muttermund lediglich auf 2cm. Die Fruchtblase war bereits morgens geplatzt und so hatten wir nicht viel Zeit um zu entscheiden was gemacht wird. Wir haben uns dann für eine sekundäre Sectio entschieden, die dann auch direkt losging. Es war ok und die beste Entscheidung in dem Moment, als er dann da war und gesund bei meinem Mann war, war auch alles gut.
Leider wurde in der folgenden Nacht eine Neugeborenen Infektion festgestellt, sodass er innerhalb von 10 Minuten von einem Kinderarzt abgeholt wurde und in ein anderes KH verlegt wurde. Ich konnte mich grad noch so verabschieden. Mein Mann ist dann mit ihm ins andere KH, damit er nicht allein ist. Ich war dann allein in diesem großen Zimmer, ohne Mann und ohne Baby. Es war die Hölle
Am nächsten Vormittag wurde ich dann verlegt und konnte endlich wieder zu meinen Mann und Baby.
Wir mussten 5 Tage dort bleiben, er hat vier mal täglich Antibiotika über einen Zugang bekommen. Dafür musste ich mit ihm immer auf die Kinderstation gehen 6, 12, 18 und 24 Uhr. Jede Gabe hat gut eine Stunde gedauert.
Ich habe in den 6 Tagen nach der Geburt genau 4 Stunden geschlafen insgesamt. Ich war nur am weinen, bin dort rumgelaufen wie ein Geist und kam gar nicht runter. Mein Mann durfte täglich kommen, aber nur eine Stunde.
Nun sind wir zu Hause und es geht mir wirklich nicht gut. Ich bin absolut fertig, kann aber nicht schlafen. Wenn unser Sohn schläft, dann nur auf uns. Ich kann nicht einschlafen, wenn er im selben Raum ist wie ich, er schläft auch auf uns drauf super unruhig, reißt immer die Arme und Beine hoch. Ich kann einfach nicht mehr abschalten. Letzte Nacht hat mein Mann ihn mit ins Wohnzimmer genommen, so habe ich dann zwei Stunden im Schlafzimmer geschlafen. Ich habe so eine Angst um mein Kind, dass ich ihn nicht beschützen kann, habe das Gefühl alles falsch zu machen, sobald er weint.
Meinen Sohn geht es gut, er nimmt super zu, hat sogar sein Geburtsgewicht wieder erreicht. Er ist aufmerksam und super süß.
Sobald ich mich hinlege (mein Mann kümmert sich dann nach dem stillen um den kleinen wenn er schläft), kreisen meine Gedanken und ich weine nur noch. Ich fühle mich der Aufgabe nicht gewachsen, habe Angst vor den nächsten Tagen und wissen, einfach vor der Zukunft. Ich habe heute Nacht wirklich gedacht „ist das nun mein Leben? Nur noch verzweifelt, weinend?“
Wir haben eine Hebamme, die wirklich toll ist und sich um uns kümmert, aber ich sehe momentan weder ein noch aus aus dieser Situation. Letzte Nacht wollte ich wirklich flüchten.
Kennt das jemand? Ich fühle mich schrecklich, bin eine furchtbare Mutter und ein Schatten meiner selbst.

Fruchtblase war bereits morgens geplatzt und so hatten wir nicht viel Zeit um zu entscheiden was gemacht wird. Wir haben uns dann für eine sekundäre Sectio entschieden, die dann auch direkt losging. Es war ok und die beste Entscheidung in dem Moment, als er dann da war und gesund bei meinem Mann war, war auch alles gut.
Leider wurde in der folgenden Nacht eine Neugeborenen Infektion festgestellt, sodass er innerhalb von 10 Minuten von einem Kinderarzt abgeholt wurde und in ein anderes KH verlegt wurde. Ich konnte mich grad noch so verabschieden. Mein Mann ist dann mit ihm ins andere KH, damit er nicht allein ist. Ich war dann allein in diesem großen Zimmer, ohne Mann und ohne Baby. Es war die Hölle
Am nächsten Vormittag wurde ich dann verlegt und konnte endlich wieder zu meinen Mann und Baby.
Wir mussten 5 Tage dort bleiben, er hat vier mal täglich Antibiotika über einen Zugang bekommen. Dafür musste ich mit ihm immer auf die Kinderstation gehen 6, 12, 18 und 24 Uhr. Jede Gabe hat gut eine Stunde gedauert.
Ich habe in den 6 Tagen nach der Geburt genau 4 Stunden geschlafen insgesamt. Ich war nur am weinen, bin dort rumgelaufen wie ein Geist und kam gar nicht runter. Mein Mann durfte täglich kommen, aber nur eine Stunde.
Nun sind wir zu Hause und es geht mir wirklich nicht gut. Ich bin absolut fertig, kann aber nicht schlafen. Wenn unser Sohn schläft, dann nur auf uns. Ich kann nicht einschlafen, wenn er im selben Raum ist wie ich, er schläft auch auf uns drauf super unruhig, reißt immer die Arme und Beine hoch. Ich kann einfach nicht mehr abschalten. Letzte Nacht hat mein Mann ihn mit ins Wohnzimmer genommen, so habe ich dann zwei Stunden im Schlafzimmer geschlafen. Ich habe so eine Angst um mein Kind, dass ich ihn nicht beschützen kann, habe das Gefühl alles falsch zu machen, sobald er weint.
Meinen Sohn geht es gut, er nimmt super zu, hat sogar sein Geburtsgewicht wieder erreicht. Er ist aufmerksam und super süß.
Sobald ich mich hinlege (mein Mann kümmert sich dann nach dem stillen um den kleinen wenn er schläft), kreisen meine Gedanken und ich weine nur noch. Ich fühle mich der Aufgabe nicht gewachsen, habe Angst vor den nächsten Tagen und wissen, einfach vor der Zukunft. Ich habe heute Nacht wirklich gedacht „ist das nun mein Leben? Nur noch verzweifelt, weinend?“
Wir haben eine Hebamme, die wirklich toll ist und sich um uns kümmert, aber ich sehe momentan weder ein noch aus aus dieser Situation. Letzte Nacht wollte ich wirklich flüchten.
Kennt das jemand? Ich fühle mich schrecklich, bin eine furchtbare Mutter und ein Schatten meiner selbst.

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Hallo meine Liebe.
Dein Beitrag könnte exakt von mir sein - sowohl der Geburtsverlauf als auch das danach
Meine Entbindung ist nun vier Wochen her…ich schreibe dir von der Couch aus, mein Mann schläft beim Kleinen, da dieser so einen aktiven Schlaf hat, dass ich nicht bei ihm schlafen kann derzeit. Du bist somit nicht alleine😉

Ich kann dir aber versichern, dass es mir im KH und den ersten Tagen zu Hause genauso ging wie Dir. Ich hab total verkrampft mit dem Zwerg auf dem Arm versucht zu schlafen - no Chance. Ständig musste ich schauen, ob er atmet etc🙈 ich konnte nicht abschalten und kann es jetzt auch nicht wirklich. Das ist wohl das Los von uns Müttern😂
Auch habe ich die ersten beiden Wochen extrem viel geweint, es waren tw ganz schlimme Gedanken dabei…Zweifel, Ängste, sogar Reue. Ich kann dir nur sagen: rede darüber! Mit deinem Mann, deiner Hebamme, anderen Müttern…du wirst sehen, das du damit nicht alleine bist.
Das viele Weinen und Zweifeln ist der Babyblues…und dieser wird von Tag zu Tag besser. beobachte es allerdings, da es auch in Richtung Wochenbettdepression gehen kann…

Ggf kann Deine Hebamme Dich unterstützen, die Zeit nach der Geburt aufzuarbeiten. Ich hatte zb ein Bondingbad, um den Kaiserschnitt zu verarbeiten, der mich ziemlich traumatisiert hat.

2

Als Erstes: Du bist eine gute Mutter!!! Eine ganz Wunderbare sogar, denn du sorgst dich um dein Kind und sein Wohlbefinden. Eine schlechte Mutter würde das niemals tun.

Als nächstes steckst du mitten im Hormonumschwung direkt nach der Geburt und dem damit zusammenhängenden Babyblues. Das ist total normal und geht jeder Frau so! Du bist da ganz sicher keinesfalls die Einzige! Bei der einen ist es stärker ausgeprägt, bei der anderen schwächer.

Bei dir kommen noch erschwerend die Umstände der Geburt und die Trennung von deinem Kind dazu. Kein Wunder, dass du da seelisch angegriffen bist und ich empfinde dein Verhalten als komplett nachvollziehbar und normal.
Der Babyblues wird nach und nach besser. Zum einen normalisiert sich der Hormonhaushalt, zum anderen wird man mit der Zeit einfach sicherer im Umgang mit den Baby und allem Drumherum.

Was mir nach der nicht ganz einfachen Geburt unseres Ältesten half war Reden, Reden, Reden und nochmals Reden. Mit dem Mann, mit der Hebamme, mit meiner Mutter, besten Freundin, allgemein mit allen Frauen, die bereits geboren hatten. Immer und immer wieder. Das war als würde ich die Last Stück für Stück abtragen. Und es wurde immer leichter und besser.

Wenn es nach 6 bis 8 Wochen aber so gar nicht anders wird würde ich deinen Facharzt mal zu Rate ziehen. Nicht das es sich dann doch zur echten Wochenbettdepression wandelt.

Alles Gute

3

Du bist nicht furchtbar. Du bist eine liebende Mutter, die Angst hat. Völlig klar nach eurer Situation. Noch dazu verändern sich deine Hormone grade extrem. Das kann zum Babyblues führen, weshalb du dich schlecht und traurig fühlst. Habt ihr nochmal gebondet? Viel kuscheln mit Hautkontakt kann helfen.
Dann: der Babyblues kann zwei Wochen dauern. Geht es dir dann nicht bedeutend besser oder bemerkst du in den nächsten Tagen eine Verschlechterung oder kannst weiterhin nicht schlafen: geh bitte zum Arzt und sprich mit deiner Hebamme. Das kann sich dann nämlich zu einer postpartalen Depression entwickeln. Und dann brauchst du Hilfe von außen.
Sprich mit deinem Mann über deine Gefühle. Da ist nichts wofür du dich schämen müsstest!

4

Hallo, das tut mir unendlich leid dass du so eine schlimme Geburt hattest! Beibmir war die Geburt zwar vergleichsweise ein Traum, jedoch kenne ich diesen Gefühlszustand nach der Geburt nur zu gut. Ich hab im KH nicht schlafen können und hab mich gefühlt als würde ich in einem Aquarium sitzen und die Welt da draußen ganz verschwommen sehen. Ich war ganz hin und weg von der Kleinen aber so richtig Liebe oder so entwickeln oder extreme positive Emotionen zeigen konnte ich nicht. Mein Körper war viel zu fertig um das zuzulassen. Ich war im Umgang mit der Kleinen extrem vorsichtig und hatte immer Angst was falsch zu machen. Schlimm war auch dass ich angefangen habe zu stillen und die Kleine Anfangs vor dem Milcheinschuss nicht satt wurde. Sie hat dann viel geschrieen und wollte immer an die Brust. So konnte ich im KH nicht schlafen sondern hab quasi dauergestillt. Das hat dazu geführt dass ich Nachts auf dem Bett saß, das wache schreiende Kind auf dem Arm und selber Heulkrämpfe hatte. Mittlerweile sind seit der Geburt 5 Tage vergangen. Ich bin immer noch sehr ängstlich was die kleine angeht aber ich hab mich nun an die neue Aufgabe gewöhnt auch wenn sie total anstrengend ist- vor allem das stillen...was denke ich wichtig ist, ist dass du dir vor Augen führst, dass das alles nicht deine Schuld ist und du virvallem keine Rabenmutter bist. Sonst würdest du dir nichtvsolche Gedanken darum machen. Das Problem ist dass du noch komplett gestresst und geschwächt bist von der Geburt und dein Körper sich dadurch auch nicht erholen kann. Du musst dich jetzt viel schonen und ausruhen, vor allem schlafen. Das ist echt wichtig dass du dich trotz Baby nicht selbst hängen lässt. Vielleicht kann auch msl jemand vorbeikommen der euch das Baby mal für ein paar Stunden abnimmt damit ihr schlafen könnt. Ich bin sicher dass es dir viel besser gehen wird wenn du erholter bist!


Ich wünsche dir alles Gute und hoffe dass es dir bald besser geht!

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Hallo, ich hatte eine ähnliche Geschichte. Lange Geburt, 34 Stunden, am 2.Tag
Infektion. Ich war ganze 3 Tage getrennt von meiner Tochter. Ich dachte, dass ich um die BabyBlues vorbei komme. Sie hat leider fast gar nicht geschlafen, hatte große Verdauungsprobleme bis die Hebame mir geraten hat alle Milchprodukte zu meiden. Es war ein Segen für sie. Für mich kam es aber zu spät. Ich hatte solchen Schlafmangel, dass ich es verlernt habe wie man einschläft. Das hat ab dem 3.Monat zu einer postnatalen Depression geführt. Ich habe die Symptome früh erkannt ung ging zum Arzt. Aber zu dir: du musst um jeden Preis schlafen!!! Auch wenn du dir deine Mutter oder Schwiegermutter für 2 Wochen nach hause holen müsstest, oder eine professionelle Betreuung für paar Stunden am Vormittag, damit du dich hinlegst. Ich hatte auch deine Gedanken und Gefühle. Der Zustand geht wieder, das ist sicher. Aber unterschätzen solltest du es nicht. Damals habe ich Kontakt mit einer Hebamme aufgenommen, die mir immer Hoffnung gegeben hat, dass ich eines Tages eine unbeschwerte Zeit mit meinem Baby genießen werde. Sie hatte recht. Sie hat gesagt, dass nicht umsonst der Schlafrntzug die größte seelische Folter ist. Unterschätze es wirklich nicht. Jede Stunde, jeden Tag ist wichtig. Wenn du körperlich dich besser fühlen wirst, dann wirst du direkt alles anders sehen. Meine Tochter ist jetzt 9. Beim 2.Kind habe ich es genau diesbezüglich geplannt und mir Mama geholt. Du brauchst nicht durch die Hölle gehen zu müssen um zu beweisen, dass du eine gute Mutte bist. Gib dir Zeit für deine Gefühle. In Wirklichkeit habe ich erst die zweite Geburt und die Zeit danach rchtig genossen. Ich hoffe, du findest einen Weg mehr Schlaf zu bekommen

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Es ist ok, dass du dich so fühlst! Wie soll es ei auch anderes gehen. Ihr habt in einer Woche so viel mitgemacht.
Die ersten Wochen sind auch ohne dieses Drama eine Achterbahnfahrt.
Hast du mit deiner hebamme ganz offen über deine Gefühle gesprochen?
Wenn nicht, bitte tue das!
Sie ist auch dafür da. Nur durch regelmäßigen Austausch, kann man ggf entscheiden, wann aus dem babyblues eine wochenbettdepression wird.

Was du brauchst, ist schlaf. Ganz banal: dein Körper produziert stresshormone, die werden nur im Schlaf abgebaut.
Bespreche mit ihr, was du ggf als Hilfsmittel nehmen kannst (Lavendeltee, vielleicht auch Metatonin etc).

Mit dir stimmt alles, du hast Sorge um dein Kind, dass bringt dich um deinen schlaf.